Kathrynsky's: istanbul
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Sonntag, Oktober 18, 2015

Tipp, Tipp, Tipp: Türkischer Wein!

Sonntag, Oktober 18, 2015 1
Tipp, Tipp, Tipp: Türkischer Wein!

Die Fläche des Weinanbaus in der Türkei entsprach schon vor zehn Jahren der vierfachen Fläche des Weinbaugebiets Bordeaux. In den letzten Jahren hat die Kunst der Winzer einen immer höheren Stellenwert erreicht und so kam es, dass wir bei den Abendessen der Türkeireise in Istanbul, ausschließlich türkische Weine genossen haben. Ob Weiß oder Rot – sie schmeckten köstlich!

Weltweit gesehen, ist die Türkei der sechstgrößte Traubenproduzent, allerdings werden nur drei Prozent davon für die Weinproduktion verwendet. Dies könnte daran liegen, dass noch nicht sooo viele von den unglaublich guten Weinen wissen, oder aber, weil es den Winzern in den letzten Jahren immer schwerer gemacht wird.
Da die türkischen Weine in den letzten zwei Jahren über 500 internationale Preise gewonnen haben, wurde die Anerkennung sogar offiziell ausgezeichnet und die Bekanntheit steigt (eine kleine Weinreise gibt es hier bei der ZEIT zu lesen) – kann dies also der Grund sein? Eher nicht.

Seitdem die religiös-konservative AKP-Regierung allerdings das Regierungszepter hält, gibt es auch einen schleichenden Feldzug gegen den Alkohol. Die Bevölkerung in der Türkei ist überwiegend muslimisch, Alkohol in dem säkularen Staat jedoch erlaubt. Doch genießt man unbeschwert, wenn die Alkoholsteuer in den letzten Jahren so viele Male angehoben wurde, dass selbst die günstigste Flasche Wein über zehn Euro kostet? Dazu kommt noch, dass Wirte in den meisten Orten Anatoliens, so wie in konservativen Stadtteilen Istanbuls, nur schwer eine Alkohollizenz bekommen.

Im Surplus, als auch an dem Abend im Surbalik, kamen wir in den Genuss der Weine Doluca Özel Kav aus den türkischen Regionen Diyarbakır und Elazığ – solltet ihr die Gelegenheit haben, probiert mal!


 Hemd: Lies in Layers – Rock: COS – Schuhe: Zign – Wo: Surplus 
Drink: Kein Wein, sondern Cihangir Spezial, auch lecker!


Disclaimer: 

Samstag, Oktober 17, 2015

P.S. Auch an halben Tagen kann man Istanbul erleben

Samstag, Oktober 17, 2015 2
P.S. Auch an halben Tagen kann man Istanbul erleben

Bei der Sichtung der Bilder aus Istanbul ist mir aufgefallen, auch wenn ich mich schon am letzten Abend von der Reise verabschiedet habe, an dem Tag, an dem ich Nachmittags den Flieger nahm, passierte auch noch eine Menge. 

Eigentlich war heute Regen angesagt, weswegen wir davon ausgingen, sonderlich viel ist heute gar nicht möglich. Doch, als ich die Gardinen in meinem Hotelzimmer zur Seite zog, blickte ich auf die güldene Sonne, die auf das "Goldene Horn" schien. Also los, ab in die Stadt, ab in den Istanbuler Montag.

Durch einen sehr glücklichen Zufall konnten wir ins Pera Palace Hotel, im Stadtteil Beyoğlu, schauen. Das Hotel wurde 1892 vom französisch-osmanischen Architekten 'Alexander Vallaury' errichtet und die Geschichten von damals sitzen noch heute in der Luft:
Ernest Hemingway war gern Gast in der 'Orient Bar & Terrace' des Hotels (doch in Welcher war er eigentlich nicht? Auch in Key West, Florida, behauptet dies jede Zweite). Das Restaurant 'Agatha' wurde nach der Krimi-Autorin Lady Mallowan benannt, auch sie schrieb hier damals gern. Dies gilt heute noch für zahlreiche Gäste und so hat es sich das Haus zur Tradition gemacht, regelmäßig Lesungen in der Bibliothek stattfinden zu lassen. 
Doch auch allein könnte man dort wohl tagelang schmökern ...


In der französisch angehauchten 'Patisserie de Pera' wird bester Kaffee und Tee in feinstem Porzellan serviert, dazu klingen kratzig, sanfte Chanson Klassiker, alles ist in rosé getaucht und die Atmosphäre hat sofort etwas magisches. Dazu kann man täglich selbstgemachtes, frisches Gebäck und Schokolade genießen – die Macarons hätten nicht besser schmecken können und es gibt allein drei verschiedene Sorten mit türkischem Mokka. Der Oktober steht auch hier ganz im Zeichen des Brustkrebs und so tragen nicht nur alle Angestellten aus Solidarität den 'Pink Ribbon', sondern auch das Gebäck ist damit verziert.

 
Noch zwei Stunden Zeit, bis es wieder zum Flughafen geht, also, Blick nach oben und durch die Strassen von Beyoğlu streifen. Die Häuser sind so schön alt und an vielen Ecken findet man Kleinigkeiten oder Plätze, die einen zum Verweilen einladen. Rund um den Galata Turm, der schon im Jahr 1348/49 erbaut wurde, gibt es eine Menge Galerien, Cafés, Hostels, Bäckereien mit Buchhandlungen (wenn ihr vor Ort seid, schaut zum Beispiel mal ins GRAM!), frische Früchte und Grafittis sowieso.


Insanın kaderi insandır –  Der Mensch ist das menschliche Schicksal.


Su gibi git su gibi gel ... Fließe wie das Wasser geht, fließe wie das Wasser kommt.
 

Disclaimer: 

Donnerstag, Oktober 15, 2015

Sonne, Regen, Wasser und Eindrücke in und aus Üskudar, Eminönü, Kiz Kulesi, Misir Carsisi & Arnavutköy in Istanbul

Donnerstag, Oktober 15, 2015 0
Sonne, Regen, Wasser und Eindrücke in und aus Üskudar, Eminönü, Kiz Kulesi, Misir Carsisi & Arnavutköy in Istanbul

Nachdem ich mit viel Sonne in die kurze Istanbulzeit gestartet bin, gönnt sie sich heute ab und an eine Pause, dies hindert die gute Laune jedoch nicht daran hier zu bleiben (naja, zumindest bei mir nicht). Das Tagesprogramm startet ein wenig später, also hab ich genug Zeit mich auf meine Reisyogamatte zu begeben – tut das gut, nachdem ich gestern so viel gelaufen und im Bus gesessen habe! Laut meiner App sind wir knapp 10km gelaufen. Wie schön, dass ich in meinem Hotelzimmer, mit Blick auf das Goldene Horn, einer 7km langen Bucht des Bosporus genug Platz habe.


Deswegen fahren wir jetzt erstmal wieder Schiff – jedoch nicht noch einmal mit einem Sultansboot, sondern mit der Halic-Fähre von Eyüp nach Üskudar. Üskudar liegt in Istanbul auf der asiatischen Seite und die Fahrt dauert ca. 20 Minuten, in denen man entspannt einen Tee trinken kann (kann man aber in der Türkei eigentlich immer, auch bei einem Minutenfenster von fünf Minuten). Auf der asiatischen Seite war ich erst einmal kurz am Hafen, deswegen bin ich umso mehr auf den Ausflug gespannt. Es geht entlang der Promenade in Richtung Kuzguncuk. Der Stadtteil ist bekannt für die bunten und  typisch antiken Häuser aus der osmanischen Zeit und hat seinen Dorfcharakter behalten. Die Häuser sind nicht so hoch, die Strassen von alten Bäumen gesäumt.


Durch Zufall landen wir im Atelier von Yusuf Katipoğlu. Er winkt uns rein, als ich durch sein Atelierfenster die Werke bestaune. Er und seine Frau Ursula Soltermann (sie kam vor langer Zeit aus der Schweiz in die Türkei) malen Motive der Istanbuler Stadtlandschaft – außerdem gibt es Derwische. Fürs Fenster, als Teelichtdrehderwisch, als Mobile ... und Früchte, deren Namen niemand kennt, die allerdings sehr gut schmecken. Wir kommen ins Plaudern und vergessen die Zeit. Mit wem wir unterwegs sind? Achja, der Rest der Truppe ist schon weitergezogen und wir schlendern hinterher.



Es geht zurück zum Hafen und vor dort setzen wir zum Leanderturms (Kiz Kulesi) über. Einer Sage nach sperrte der Sultan seine Lieblingstochter hier ein, weil ihr vorhergesagt wurde, sie würde durch den Biss einer Schlange sterben. Dies ging auch lange gut, das Mädchen lebte auf der kleinen, für sie erschaffenen, Steininsel. Doch dann gelang eine Schlange in einem Obstkorb zum Turm und das Schicksal, was ihr vorhergesagt wurde, trat ein. Es gibt noch mehr Sagen zu diesem Turm, fest steht, er stammt aus dem 18. Jahrhundert und heute ist hier ein Restaurante.
 

Bevor wir auch noch auf eine Schlange treffen, fahren wir wieder mit der Fähre ans Festland und von Üsküdar nach Eminönü, von dort ist es nur einen kleinen Spaziergang bis zum ägyptischen Basar (Misir Carsisi). Am Ende gehe ich mit türkischem Kaffee, Tee und Lokum hinaus – es sind einfach Verkaufstalente mit Charme, nein sagen fällt da wirklich schwer.


Der Tag ist schon rum und wir essen im Surbalik in Arnavutköy zu Abend. Der Stadtteil liegt ganz im Westen von Istanbul und hier lebten und leben viele aus dem Ausland Zugezogene. Das Essen in dem typischen Fischrestaurante ist sehr (!!!) gut – dazu gibt es natürlich wieder einen typischen türkischen Rotwein und uns wird klar, dies ist schon der letzte Abend. Ging schneller als gedacht und deswegen lasse ich mir nochmal aus der Mokkatasse lesen – höhst spannend, habt ihr so etwas schonmal gemacht?


Zum gemeinsamen Ausklang der wunderschönen Tage fahren wir noch einmal an den Taksim Platz. Vom Marmara Hotel aus, hat man einen guten Blick auf das Geschehen und die Veränderungen des Platzes (zum Vergleich, schaut mal hier bei Google via Streetview, wie es vor dem Umbau aussah). Neben viel alter Geschichte, haben wir auch viele neue politische Geschichte mitbekommen und, wenn ich an meinen vorherigen Besuche denke, ist es genau dies, was Istanbul ausmacht – der Wandel. In dieser pulsierenden Metropole, in der viele denken, es geht so hektisch zu, ist er deutlicher als an anderen Orten zu spüren. Vielleicht beinhaltet es die jahrtausende alte Geschichte, dass hier immer etwas los ist. Neues beginnt, Altes endet, wird aber dennoch geliebt und gepflegt – wie soll man dies alles unter einen Hut bringen? 18 Millionen Menschen, 18 Millionen Charaktere, Meinungen und Leben. Ich war bestimmt nicht zum letzten mal hier, denn trotz allem finde ich hier immer wieder zur Ruhe. Allahaısmarladık!


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