Kathrynsky's: friends
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Dienstag, September 01, 2020

Freiheit vom Alltag atmen, ausruhen, Abstand von Hektik und Trubel.

Dienstag, September 01, 2020 0
 Freiheit vom Alltag atmen, ausruhen,  Abstand von Hektik und Trubel.

Wir brauchen die Freiheit vom Alltag und den Abstand von der Hektik. Einen Perspektivwechsel, der uns Neues entdecken und Bekanntes anders sehen lässt. Arbeit und Pause müssen in einem guten Verhältnis zueinander stehen. In diesem Jahr hatten wir eine Reise Kroatien geplant. Wollten zum ersten mal im 'Land der 1000 Inseln' in kristallklarem Wasser baden, ein paar der über 200 Sonnentagen und tausende Kilometer lange Strände und Naturparadiesen nutzen, um auszuruhen und Neues zu entdecken.

Auf diese wunderbaren, extra dünnen Luftmatratze ist übrigens Platz für DREI!
Bekommen könnt ihr sie HIER (ich bin auf Instagram so oft danach gefragt worden).

 

Doch es kam alles anders und beinahe wäre es ganz schiefgegangen mit dem Urlaub 2020. Die Entdeckung von Corona, der Lockdown im März und wir mussten das Leben neu ordnen. Es gab viele Fragen und Sorgen, wie es mit dem Beruf und Einkommen weitergeht. Was aus meiner Gesundheit und der meiner Lieben wird. Ich mache mir tendenziell eher zu viel als zu wenig Gedanken und da ich im März und April auch unterstützend im Hamburger Senat mitgearbeitet habe und ich viele andere sorgenvolle Gedanken mitbekommen habe, wurde es für mich selbst ein Gedankenkarussell.

Deswegen haben wir schon zu Beginn der Pandemie beschlossen, aus dem Sommerurlaub wie wir ihn geplant hatten, wird nichts. Zu unser Sicherheit und zu der Sicherheit anderer Menschen. Doch einfach nur zu Hause bleiben? Ganz zu Hause bleiben oder an einen anderen Ort in Deutschland fahren? Der Blick ins Internet deprimierte, denn zu annehmbaren Preisen war nichts mehr zu haben. Wir waren wohl nicht die einzigen mit dieser Idee ...

Abgesehen davon, dass sehr viele Menschen Urlaub in Deutschland und dem eigenen Umland geplant hatten, wurden Inseln und Urlaubsorte abgeriegelt und es war überhaupt nicht klar war, wohin es überhaupt gehen kann. Auch Hamburg war viel leerer, es gab keine Touristen, auch keine Menschen aus dem Umland und nur sehr wenige aus anderen Stadtteilen kamen in die Neustadt, das Portugiesenviertel und an die Landungsbrücken, es war fast dörflich. Klar, ein wenig gespenstisch im Vergleich zu sonst, doch ich fand es faszinierend. Und schön, wenn sich zum Mittag alle Nachbarn auf der Strasse getroffen haben und gemeinsam sangen, niemand Angst vor Rasern haben musste und des Nachts grölenden Menschen die ihren Müll einfach liegen lassen. Die meisten kamen erstmal zur Ruhe und besannen sich, kamen zu sich selbst.


Wie lang ist diese Situation auszuhalten? Bei mir kam sie dann doch, die Sehnsucht, das Fernweh. Vielleicht gerade weil wir so viel im Home Office sitzen wird der Wunsch nach anderen Orten, dem Unbekannten größer ... zum Glück habe ich den Schrebergarten am Rand von Hamburg, der eine tolle Chance zum abschalten ermöglicht. Wir haben angefangen die Gegend zu erkunden, das Wendland, die norddeutschen Strände, kleine Buchten an der Elbe, haben eine Weltreise durch Hamburg gemacht ... das Wochenender-Buch (selbst gekauft in der Hamburger Perle) kann ich euch da nur ans Herz legen. So vieles ist näher, als wir gedacht haben.

Mit gut 250 Stunden (lange Jahre waren es nur 201 Stunden) war Hamburg im August eine der an Sonnenschein reichsten Regionen Deutschlands. Im Schnitt waren es 20,6 Grad Celsius (langjähriges Mittel waren 16,8 Grad). Das ist traurig, denn zeigt uns noch deutlicher, der Erde ist es deutlich zu warm! Sie braucht eine Pause von unserem Tempo.

Doch haben wir aus all dem gelernt? Könnte in allen Erfahrungen dieser Zeit auch eine Chance liegen und werden wir sie nutzen? Ein Perspektivenwechsel, ein neuer Blick auf das, was wirklich wichtig ist? Wir  und auch die Natur brauchen Pausen. Wir fordern und überfordern sie und zerstören immer mehr Lebensraum, den wir selber brauchen und den wir lieben. 
 
Es ist ja nicht so, als hätte ich kein Paar Birkenstocks,
doch diese hier mit Fell, darauf geht es sich wie auf Wolken!

In der Ruhe bekommen wir den nötigen Abstand  zum  Machen  und  Gestalten, atmen Freiheit und können mit Abstand betrachten, genießen, ausruhen und uns erfreuen. Diese Feier des Lebens können wir meist erst in der Ruhe anerkennen. Es sind die Gegensätze von Urlaub und Arbeit, die die meisten von uns zufrieden machen. Ich habe gerade erst gehört, das Wort Urlaub kommt von erlauben. Wir erlauben uns selbst eine Zeit, in der wir runterfahren. "Ich bin dann mal weg!" - Doch für wen sind wir weg? Weg sind wir nur für die anderen. Wir können in dem Moment des Wegseins endlich zu uns selbst kommen.  

Vor einigen Jahren hat es mich einige Tränen, Sorgen und viele Gespräche gekostet bis ich zu der Erkenntnis gekommen bin, ich bin nicht das, was ich tue. Ich liebe meine Arbeit, doch ich bin nicht nur Arbeit, Beruf, Aufgaben und Forderungen an mich und andere. Dass es leichter ist als wir vielleicht gedacht haben, hat uns der Lockdown vor Augen geführt. Also nutzen wir diese Erkenntnis der Krise als Chance. Lasst uns einen neuen Blick auf unser Leben und das bekommen, worauf es wirklich ankommt. Wir alle müssen ab und zu neuen Atem schöpfen und uns erquicken.


Freitag, März 30, 2018

Cathy Bernhardt. Hamburger Mensch #200

Freitag, März 30, 2018 0
Cathy Bernhardt. Hamburger Mensch #200


Ich war mit einer Arbeitskollegin essen und die Besitzerin des Restaurants kam zu uns an den Tisch. Wir plauderten ein wenig und als sie wieder in der Küche verschwunden war, meinte meine Kollegin: "Es ist schön Freundschaften zu haben, wo das Vertrauen so sichtbar besteht." Ich habe fast geschluchzt, denn die Inhaberin, Cathy, und ich kennen uns erst ca. ein Jahr und doch war von Beginn an eine sehr große Sympathie vorhanden. Mein Girl-Crush quasi. Nun ist sie Hamburger Mensch #200 - 200! WOW! Danke an alle, die bislang mitgelesen und auch mitgemacht haben. Heute gibt es mehr von Cathy – sie ist toll, am liebsten hätten wir für ihren Laden ein Abo oder mindestens eine Stempelkarte, so oft sind wir da. Deswegen und wegen noch mehr erzählt sie uns nun selbst von sich – wer bist du Liebes? 

Moin, ich bin Cathy, 28 Jahre alt und bin die Inhaberin vom HAPPENPAPPEN

Bilder via Kai Cuno


Woher kommst du? 

Ursprünglich aus einer Kleinstadt namens Cloppenburg. Das liegt noch so ca. eine Stunde hinter Bremen. Dort gibt es eines der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands. Wem das immer noch nichts sagt: Oldenburg - die nächst größere Stadt. Dort habe ich auch mal für ca. zwei Jahre gewohnt. Mit 17 bin ich dorthin gezogen, der Grund war, haltet euch fest, meine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten - olé!


Seit wann bist du in Hamburg?

Seit knapp 6 Jahren. Ursprünglich habe ich hier in einem großen Forderungskonzern gearbeitet. Zuletzt als Coach/Trainerin intern. Kaum zu glauben aber wahr. In der Gastronomie bin ich schon seit 14 Jahren, immer als Aushilfe, angefangen mit 14 in einer Eisdiele. Ich brauchte das nebenbei als Ausgleich und natürlich auch die Kohle. Hat etwas gedauert bis ich gemerkt habe, dass die Gastro meine heimliche große Liebe ist. Aber dann kam sie, mit Anlauf.



Erzähl mal von deinem Beruf? 

Nachdem mir in meinem alten Beruf irgendwann der Kragen geplatzt ist und ich gemerkt habe, dass ich total fehl am Platz bin, habe ich mich wieder der Gastronomie zugewandt. Jetzt betreibe ich auf St. Pauli ein kleines Restaurant (manche sagen auch Café, ich weiß es selbst nicht so recht) --> www.happenpappen.de.
 

Wie das dazu kam (Kurzversion): Das Happenpappen wurde Mitte 2013 in Eimsbüttel gegründet, 2014 bin ich als Aushilfe dazu gestoßen und im Januar 2016 habe ich den Laden komplett übernommen, da war ich 25. Knapp ein Jahr später musste ich ziemlich unerwartet die Räumlichkeiten in Eimsbüttel aufgeben. Das war eine harte Zeit. Ist eben doch nicht alles Zuckerschlecken. Eine neue, bezahlbare Fläche für eine Gastronomie zu finden ist abartig schwierig in Hamburg, aber ich liebe ja Herausforderungen, haha. Das Karma meinte es gut mit mir und so zog es mich in die Feldstraße bzw. nach St. Pauli. Manchmal kommt es eben so, wie es kommen soll.
Die Ärmel wurden hochgekrempelt, das Happenpappen für ca. 1 Woche geschlossen und zack bumm, fertig war das neue Zuhause. 
Mittlerweile beschäftige ich 26 Leute und habe das weltbeste Team, wirklich 💙. Wir haben 7 Tage die Woche geöffnet. Es gibt einen täglich wechselnden Mittagstisch, ganz viel Kuchen, abends Burger & Burger-Bowls und am Wochenende 'Breakfast all Day long'!

Bei uns ist alles frisch, hausgemacht und wirklich lecker und vegan. Alles. Es gibt nichts vom Tier. Bevor sich jetzt jemand ins Hemd macht: Ich glaube 80 % meiner Gäste sind nicht vegan, die kommen einfach weil es schmeckt, vegan hin oder her. Das ist für mich das größte Lob und mein Ziel. Ich will einfach was gutes kochen was jedem schmeckt, zeigen wie eine vegane Küche aussehen kann. Weg von den blöden Klischees.



Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Schwierig, ich kann mir wirklich nichts anderes vorstellen. Vielleicht würde ich mir einen alten Hof kaufen und einen Gnadenhof gründen um alle Tiere zu retten. Dann könnte ich noch Gemüse anbauen, Schnaps brennen und den ganzen Tag in Gummistiefeln rumrennen. Bestes Leben 💚


Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Gute Frage - ich gehe gerne mit meinem Freund Max bouldern und ansonsten freue ich mich schon wenn es klappt Freunde zu treffen. Mit meinem Rad durch die Gegend düsen (zu lange nicht gemacht). Ansonsten versuche ich wieder mehr zu lesen (klappt bisher nicht, haha) und ich liebe meine Couch richtig doll.  Einfach mal schlafen. Genauso liebe ich es aber auszugehen, Bier zu trinken und sich die Arbeit vom Körper zu schütteln – bestes Gefühl. Selbstständigkeit ist das Schönste & gleichzeitig Schlimmste was dir passieren kann. Man hat wirklich so wenig Zeit aber andererseits weiß man kleine Dinge so zu schätzen. Bereut habe ich es aber NIE, dafür liebe ich es zu sehr! Wenn ich mich mit einer Freundin auf ein Kaffee treffe, platze ich schon fast vor Glück und Freude. Mehr braucht man nicht. Zeit ist wirklich das Wertvollste.



In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

ST. PAULI 


Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Niemals - lieber schieße ich mir ins Knie.



Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

St. Pauli (oder Norwegen aber dann nur ein Ferien-Traumhaus).



Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Die Elbe, der Hafen, die Kneipen, der Schnack, die Menschen / die Gemeinschaft, die Schönheit, das Bunte, die Möglichkeiten die man hier hat – alles, sogar das Schietwetter 💘 

💖💖💖


Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Die Gott verdammten Mieten runterschrauben, mich um die Steuern kümmern und dem Finanzamt mal zeigen wo der Hammer hängt. Ich würde das veraltete Schulsystem gerne abschaffen und dafür sorgen, dass es Menschen die sich selbstständig machen wollen leichter von der Hand geht. 


Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Beides ist mir ehrlich gesagt zu groß und weitläufig. Hamburg fühlt sich nicht wie eine Großstadt an. Ich brauche das Muckelige. Man fühlt sich hier so geborgen. Ausserdem brauche ich die Elbe & den Hafen!


Alster oder Elbe?

ELBE!



Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

 24/7. Und wenn ich ganz verrückt bin, schalte ich mein Handy manchmal vorm schlafen gehen in den Flugmodus.

Keine Frage, doch ein wenig Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

Ich wünsche mir mehr Zufriedenheit und „lieb sein“ von allen Menschen. Zu oft sehe ich garstige Menschen, Gehetze, Egoismus etc. Jemanden einfach mal anlächeln, Türen aufhalten, Oma Ernas Koffer die Treppe hoch tragen uvm. sind so kleine Dinge die andere Menschen glücklich in den Tag gehen lassen und einen selbst auch. So kleine Dinge bereichern einen schon so sehr und würden einiges ändern. Es sollten alle ein bisschen aufeinander achten.



Lieblingssong des Moment?

Spotify - Dein Mixtape 1 



Lieblingssong forever?



Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

 


Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Alle die bis hierhin gelesen haben, meine Family (huhu Mutti), meine Freunde, mein großartiges Team & ein dickes Küsschen für Max.

Tschüss 💖

Sonntag, Februar 04, 2018

Urlaubsart an der Schlei. Drei Tage Kurztrip in Kappeln. Mit Freunden und Familie.

Sonntag, Februar 04, 2018 0
Urlaubsart an der Schlei. Drei Tage Kurztrip in Kappeln. Mit Freunden und Familie.


Vorweg: Aus 2,5 Tage wurden fast Vier – so schön war es in der Unterkunft von urlaubsart und an der Schlei.


Doch von Beginn an: Nachdem Anna und ich Anfang 2016 gemeinsam bei der Design Week in Mailand waren, hatten wir uns vorgenommen, wir machen "bald" wieder eine Reise zusammen. Unsere Terminpläne passen oft zusammen, doch mehr als einen Abend oder gemeinsames Kaffeetrinken haben wir über ein Jahr lang leider doch nicht hinbekommen. "Wir nehmen uns jetzt einfach Zeit füreinander!" - so war dann der Plan im Spätsommer letzten Jahres. Da kam die Einladung von urlaubsart in ihre Unterkunft Schleibrücke genau richtig, zeitlich und räumlich, denn es ist von Hamburg nicht allzuweit weg und bietet Platz für mindestens vier (+2) Erwachsene. Wir haben kurz die Termine abgeglichen und zugesagt.

Ende Oktober war es so weit, wir machten uns auf an die Schlei. Wir, das waren Anna und ihre kleine Familie mit Mann und Kind und ich mit meinem Männe. Es wäre geschummelt, würde ich sagen, ich hätte mir nicht vorab etwas Sorgen um das Ausschlafen gemacht, schließlich ist allseits bekannt, Kinder sind Frühaufsteher. Doch, naja, ich ja eigentlich auch.

Nach knapp zwei Stunden Autofahrt (von Hamburg aus) waren wir am Ziel unserer Reise, vor uns lag die Schlei – ein Meeresarm der Ostsee in Schleswig-Holstein. Sie erstreckt sich mit einer Länge von 42 km von der Schleimünde über Kappeln und Arnis bis zur Stadt Schleswig durch das Schleswig-Holsteinische Hügelland. 👀 Hügel? Wir blicken auf flaches Land, so weit das Auge reicht. Doch was es erblickt, ist sehr schön:
 

Unsere Ferienwohnung an der Schleibrücke nennt sich die Kapitänsbrücke und erstreckt sich auf 153qm über zwei Etagen. Zwei Schlafzimmer oben und ein Bad mit Sauna, aus der man auch auf die Schlei blicken kann ( 😍 ). Unten der Wohn-Esszimmer-Küchenbereich, der durch eine Treppe mitten im Raum räumlich aufgeteilt ist und der Balkon mit Strandkorb. Kaum angekommen, geht es los, Emil ist schneller als wir, hat bereits alles in den Räumen erkundet und macht mit uns eine kleine Wohnungsbegehung, besonders ausgiebig werden dabei die gemütlichen Sofas und Betten getestet.




Etwas, was nicht sofort sichtbar ist, sich jedoch in allem wiederfindet: Die Nachhaltigkeit ist sehr wichtig. Angefangen bei regionalem Konsum bis zum respektvollen Umgang mit der Umwelt und deren Ressourcen. Der Schutz der Tradition und des regionalen Erbes wird durch die gegenseitige Unterstützung in der Region gefördert. So wurde die "Schleibrücke", wie sich die Anlage, in der sich auch unsere Ferienwohnung befindet, zum Großteil durch die Unterstützung ortsansässiger Unternehmen gebaut. Uns wird davon berichtet, das die Gäste oft so begeistert sind, das die Kappelner Firmen durch Folgeaufträge der Gäste profitieren. Besser geht es doch nicht, oder?
 

Auch das Kaminholz für die Wohnungen liefert ein Unternehmen der Kappelner Werkstätten, deren Mitarbeiter/innen auch die Firmenbekleidung besticken. Selbstredend, dass auch für die Reinigung umweltverträgliche Mittel genutzt werden. Schon bevor wir alles entdeckt haben, sind wir schwer begeistert von dem, was hier geschaffen wurde.
Und dabei habe ich noch gar nicht von dem Einkaufsservice für die Gäste berichtet. Denn, der Kühlschrank wurde vorab, dank dem Einkaufsservice, schon mit unseren Wünschen aus dem BIO-Supermarkt Prinz, sowie Edeka, befüllt.

Keine Frage also, dass "Urlaubsart" sich auf den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), beworben hat und damit zertifiziert wurde und auch Partner von ServiceQualität Deutschland ist. 


D a r a u f   m ü s s e n   w i r   e r s t m a l   a n s t o ß e n ! 

 

Einmal über die Brücke der Schlei und schon sind wir in der Stadt Kappeln. Das die Zugbrücke erstmal hochfährt, um ein paar Schiffe durchfahren zu lassen, bevor wir das Städtchen erkunden können, ist nicht nur für den 5jährigen Emil, sondern auch für uns ein weiterer Höhepunkt. Geduldig reihen sich die Autos aneinander, warten bis die Brücke sich wieder senkt und beobachten die durchfahrenden Segelboote.
 
 

Treppen rauf, Treppen runter, alte Fachwerkhäuser, neue Bauten und die St. Nikolai Kirche: 



Der Name der Stadt geht auf eine Schifferkapelle zurück, die im 12. Jahrhundert errichtet wurde und deren Segen natürlich besonders für die Fischer wichtig war. Es ist nicht mehr ganz so viel los wie einst, doch nach wie vor ist der Fischfang hier wichtig. Der Hafen mit seinem Anleger, den Fischerbooten und der Promenade ist ein Anziehungspunkt für die Region und auch wir verweilen hier in der Abendsonne mit Roséwein und Apfelschorle. Zum anderen kann man von hier aus eine echte Besonderheit und DAS Wahrzeichen Kappelns gut zu sehen: der Heringszaun in der Schlei. 

Dieser Zaun ist der letzte noch erhaltene von einst etwa 40 an dem Fjord und auch der einzige in Europa. Im 15. Jahrhundert wurde diese Anlage aus Weidenholz von den Menschen genutzt, um Fische zu fangen. Die Funktionsweise ist recht einfach: Die gegenüberstehenden Pfahlreihen werden im Abstand immer kleiner und am Ende hängt ein Netz, in das die Fische hineinschwimmen. Mit Hilfe dieses Systems werden hier auch heute noch Fische gefangen. Am meisten eben Heringe und sie begegnen uns überall in dem kleinen Fischerstädtchen – an Häusern, in Statuen ... schön ist es hier.




Den ersten Abend lassen wir gemütlichst in der Kapitänswohnung ausklingen, kochen, malen, spielen und lachen viel. Bis Emil im Bett liegt, darf er entscheiden, oder eher, wir lassen uns gern bestimmen. Denn, mal nicht darüber nachzudenken, was als nächstes ansteht und sich nur von seinem kindlichen Spiel lenken zu lassen, ist unglaublich lustig. Ich werde an diesem Abend mehrmals überführt und mit Handschellen (wo kommen die auf einmal her?) in der Wohnung fixiert. Räuber und Gendarme – wie lange ist es her, das ich das gespielt habe? Ab und an amüsiere ich mich dabei so sehr, dass der junge Herr mich zur Räson rufen muß: "Halt Stop, bitte, du bist doch der Räuber und wo ist das Diebesgut?"  ... da kann ich doch den Polizisten nicht einfach so auf den Arm nehmen, nur, weil ich Bauchschmerzen vor Lachen habe. 😻👮

***
Tag 2:

Wir schlafen herrlich und sogar aus. Nebenan höre ich schon Emil und freue mich, als er unsere Schiebetür vorsichtig zur Seite zieht und ins Zimmer lugt, um uns leise aufzuwecken, der Tag kann anfangen.

Nach dem Frühstück haben wir einen Termin in der Töpferei Stock. Zuerst führt uns die Inhaberin, Debora Stock durch die vielen kleinen Räume und erklärt mit einer Engelsgeduld all unsere Fragen. Sie führt die Werkstatt bereits in der dritten Familiengeneration und stellt hier Gebrauchs- und Zierkeramik her. Wir schauen ihr bei dem bemalen von Tassen zu und lernen etwas über die Farben und wie sie sich im Brennvorgang verändern, sehen, wo die fertigen Gefäße auskühlen und finden auch hier Tonheringe. 

Und dann möchten wir auch einmal, wir dürfen und kneten und drücken und formen: Viele Fische und einen Eisbären. Die glitschige Kühle des Tons zieht mich magisch an und der Geruch bringt mich in meinen Erinnerungen in meine Kindheit zurück, meine Mutter töpferte einst selbst viel. Ich liebe diesen herrlich erdigen Geruch, der mich auch immer an Lehmboden nach einem Sommerregen erinnert. Die Finger bohren sich in den Ton und fangen an zu formen, sie drücken, drehen, kneten und formen, ganz von allein. Ton ab!



Ich könnte hier Stunden verbringen und mir einen ganzen Klotz Ton vornehmen, doch der nächste Termin steht an. Ich nehme mir vor, ich werde in Hamburg einen Töpferkurs machen und mit diesem guten Gedanken geht es zum Angeliter Bierbrauer Hannes, dem jüngsten Brauer der Region. Als 21-Jähriger hat Hannes Frank die Taarstedter „Weltbrauerei“ übernommen und besitzt damit zwischen Flensburg, Husum und Kiel die einzige Brauerei auf dem Lande.

In großen Brauerei wird der Entstehungsprozesse der Biere in der Regel vom PC aus digital gesteuert, doch Hannes, der noch das richtige Bierbrauen gelernt hat (übrigens in NRW), liebt genau das Gegenteil: Jedes von Hand gefertigte Bier hat seine ganz persönliche Note. Dazu bedarf es vieler kleiner Schritte, die er uns erklärt. Im Anschluß müssen wir natürlich probieren und genießen helles, wie auch dunkles Bier zu einer klassischen Pizza. Weil es so gut schmeckt nehmen wir sogar noch Bier mit. 🍻

Zwischen Flensburg, Husum und Kiel ist die Taarstedter Brauerei die einzige auf dem Lande. – Quelle: https://www.shz.de/17343876 ©2018
Zwischen Flensburg, Husum und Kiel ist die Taarstedter Brauerei die einzige auf dem Lande. – Quelle: https://www.shz.de/17343876 ©2018
Zwischen Flensburg, Husum und Kiel ist die Taarstedter Brauerei die einzige auf dem Lande. – Quelle: https://www.shz.de/17343876 ©2018


Das Wetter verspricht uns für ein paar Stunden keinen Regen und so nutzen wir die Gelegenheit sitt und satt und fahren nach Arnis. Die kleinste Stadt Deutschlands ist uns von einem lieben Freund, der hier aufgewachsen ist, empfohlen worden. Wir haben ihm versprochen bei seinen Eltern Hallo zu sagen – also los.

Auf der Halbinsel in der Schlei wohnen auf einer Fläche von nur 0,45 km² weniger als 300 Einwohnern. Einst, 1667, zogen 65 Familien aus dem fünf Kilometer entfernten Kappeln aus, um einer Leibeigenschaft zu entkommen. Es war damals Protest, ein Akt des Widerstands und die Vision nach mehr Freiheit (die ganze Geschichte ist sehr spannend, wer sich für Geschichte interessiert, liest sich mal HIER bei Wikipedia ein)

  
Wie auf der Karte unten sichtbar, kann man einmal um Arnis laufen, der Weg geht zwischen den Gartenstücken die einmal zu den Häusern und auch ans Wasser führen, hindurch. So ist es möglich die Gärten zu betrachten und auch aufs Wasser zu schauen. Jeder Garten, jedes Haus, hier sieht Keins aus wie das Nächste. So manch Eines ist auch als Ferienhaus verfügbar. ... Toll ist es hier und die schönste Haustür finden wir auch noch und sagen wie versprochen Hallo.



Den Abend lassen wir müde und voller neuer Eindrücke wieder vor dem Kamin ausklingen. Jeden Tag ein neues Erlebnis und die Füße abends aufs Schaffell legen zu können, die Freunde neben einem und leckeren Wein im Glas, von mir aus könnte es hier ewig so weitergehen.

***
Tag 3:


Mit Blick auf die Schlei frühstücken wir gemeinsam an dem großen Holztisch und machen uns dann auf in die Schokoladenküche um hier gemeinsam Kappelner Heringe zu gießen ... aus Schokolade. 

Bevor wir dies tun dürfen, lernen wir aber erstmal etwas über Schoki an sich. Die Produktion in der Küche ist nur durch eine Glasscheibe vom Verkauf und dem Cafe getrennt. So kann man zuschauen, wie die warme, flüssige Schokolade, zu unterschiedlichsten Leckereien verarbeitet wird. Wir riechen an echten Kakobohnen, brechen pure Schokolade, probieren unterschiedlichste Schokoladensorten und Kakaoanteile und lernen etwas über die nachhaltige Produktion und die Zulieferer, den Ursprung, Anbau, Ernte und die Verarbeitung. Eben eine Menge Wissenswertes zur Schokolade.

Dann endlich wird die flüssige Leckerei in eine Spritztüte gefüllt, damit wir die Formen verzieren können, um sie im Anschluß mit Schokolade zu füllen. Diese wird dann mit Hilfe einer Maschine optimal innerhalb der Form verteilt und erkaltet. Mmmmh, lecker diese Schokolade. 



Mit einer Menge Schokofischen im Gepäck machen wir uns auf nach Niesgrau - zwischendurch stoppen wir an der holländischen Windmühle Amanda. Ich sitze in der Sonne und tanke ein bißchen windige Wärme. Die anderen Vier besuchen das historische Sägerwerk neben der Mühle, welches seit 1996 von den Kappelner Werkstätten als „working museum“ bewirtschaftet wird und für 1,50€ zu besuchen ist.
 


Die Schiffe am Sporthafen werden vor Wintereinbruch aus dem Wasser geholt.

Dann geht es weiter zum Restaurant Sonne und Mee(h)r in Niesgrau, der letzte Punkt unseres Programms – ein weiterer Höhepunkt. An der Geltinger Bucht, direkt am Sporthafen Gelting Mole gelegen, blickt man auf das das Kleinod von Ingrid und Joachim. Es ist pickepackevoll und die Gäste stehen Schlange für die Plätze und den Kuchen, was ein Glück, wir haben einen reservierten Tisch. Es ist Tradition den Sonntag hier zu verbringen und während die Großen am Tisch plaudern, rasen die Kleinen über die Wiese des Spielplatzes, werfen sich in den Sand und schaukeln im dem LKW Reifen um die Wette. 

Wir haben noch mehr Glück, denn Inhaber Joachim bedient uns selbst, scherzt mit uns und erzählt uns ein wenig von der Geschichte des Ladens. Es war der Wunsch seiner Frau Ingrid, diesen Laden in der ehemaligen Fahrgastabfertigung, der stillgelegten Fährverbindung Gelting-Faaborg, mit einer modern interpretierten schleswig-holsteinischen Küche zu eröffnen. Bis heute backt sie die riesigen Kuchen selbst und er unterstützt sie so gut er kann. 



Wir waren schnell Fans von Joachim und der familiären Atmosphäre des Sonne und Meer. Wir sind nun eh Fans der Gegend rund um Kappeln geworden. Die Landschaft Angeln, Schleswig-Holstein und die Ostseenähe – es ist gar nicht so schwer ganz in der Nähe eine wunderbare Auszeit zu finden. 

Es war ein Wochenende mit vielen Geschichten, ich habe Kraft und Energie getankt und weil es so schön war, genossen wir auch den Sonntag Abend noch gemeinsam und fuhren erst am Montag gen Hamburg zurück. Wir blubberten die Seifenblasen in der riesigen Wanne des urlaubsart Domizils mit Emil um die Wette und ich habe eine Menge Spielzeugautos mit Namen kennengelernt. In vielen Augenblicken wichen vermeintlich unsinnige Gedanken des Lebens dem aktuellen Moment, denn mit einem so neugierigen und liebenswürdigen Kind unterwegs zu sein, lässt keinen Raum für Nichtigkeiten zu und setzt den Fokus auf die Gegenwart. Also neben einem großen Dank an urlaubsart für die tolle Zeit auch ein großes Danke an Anna und Johannes, dass ihr euren kleinen großen Jungen mit auf die Reise genommen habt und wir uns gemeinsam Zeit genommen haben.
 


Noch mehr Urlaubsart findet ihr unter urlaubsart.de und Schleibrücke.
Solltet ihr eine Reise nach Norddeutschland planen, schaut unbedingt auf die Seiten 
– sie haben noch viele tolle Unterkünfte im Angebot.

Annas Beitrag zu unserem Kurztrip findet ihr hier:

und, weil es so schön ist, auch noch einen nur für Emil 💚 

Danke für diese tolle Möglichkeit und der Vermittlung an primo PR.