Urlaubsart an der Schlei. Drei Tage Kurztrip in Kappeln. Mit Freunden und Familie. - Kathrynsky's

Sonntag, Februar 04, 2018

Urlaubsart an der Schlei. Drei Tage Kurztrip in Kappeln. Mit Freunden und Familie.



Vorweg: Aus 2,5 Tage wurden fast Vier – so schön war es in der Unterkunft von urlaubsart und an der Schlei.


Doch von Beginn an: Nachdem Anna und ich Anfang 2016 gemeinsam bei der Design Week in Mailand waren, hatten wir uns vorgenommen, wir machen "bald" wieder eine Reise zusammen. Unsere Terminpläne passen oft zusammen, doch mehr als einen Abend oder gemeinsames Kaffeetrinken haben wir über ein Jahr lang leider doch nicht hinbekommen. "Wir nehmen uns jetzt einfach Zeit füreinander!" - so war dann der Plan im Spätsommer letzten Jahres. Da kam die Einladung von urlaubsart in ihre Unterkunft Schleibrücke genau richtig, zeitlich und räumlich, denn es ist von Hamburg nicht allzuweit weg und bietet Platz für mindestens vier (+2) Erwachsene. Wir haben kurz die Termine abgeglichen und zugesagt.

Ende Oktober war es so weit, wir machten uns auf an die Schlei. Wir, das waren Anna und ihre kleine Familie mit Mann und Kind und ich mit meinem Männe. Es wäre geschummelt, würde ich sagen, ich hätte mir nicht vorab etwas Sorgen um das Ausschlafen gemacht, schließlich ist allseits bekannt, Kinder sind Frühaufsteher. Doch, naja, ich ja eigentlich auch.

Nach knapp zwei Stunden Autofahrt (von Hamburg aus) waren wir am Ziel unserer Reise, vor uns lag die Schlei – ein Meeresarm der Ostsee in Schleswig-Holstein. Sie erstreckt sich mit einer Länge von 42 km von der Schleimünde über Kappeln und Arnis bis zur Stadt Schleswig durch das Schleswig-Holsteinische Hügelland. 👀 Hügel? Wir blicken auf flaches Land, so weit das Auge reicht. Doch was es erblickt, ist sehr schön:
 

Unsere Ferienwohnung an der Schleibrücke nennt sich die Kapitänsbrücke und erstreckt sich auf 153qm über zwei Etagen. Zwei Schlafzimmer oben und ein Bad mit Sauna, aus der man auch auf die Schlei blicken kann ( 😍 ). Unten der Wohn-Esszimmer-Küchenbereich, der durch eine Treppe mitten im Raum räumlich aufgeteilt ist und der Balkon mit Strandkorb. Kaum angekommen, geht es los, Emil ist schneller als wir, hat bereits alles in den Räumen erkundet und macht mit uns eine kleine Wohnungsbegehung, besonders ausgiebig werden dabei die gemütlichen Sofas und Betten getestet.




Etwas, was nicht sofort sichtbar ist, sich jedoch in allem wiederfindet: Die Nachhaltigkeit ist sehr wichtig. Angefangen bei regionalem Konsum bis zum respektvollen Umgang mit der Umwelt und deren Ressourcen. Der Schutz der Tradition und des regionalen Erbes wird durch die gegenseitige Unterstützung in der Region gefördert. So wurde die "Schleibrücke", wie sich die Anlage, in der sich auch unsere Ferienwohnung befindet, zum Großteil durch die Unterstützung ortsansässiger Unternehmen gebaut. Uns wird davon berichtet, das die Gäste oft so begeistert sind, das die Kappelner Firmen durch Folgeaufträge der Gäste profitieren. Besser geht es doch nicht, oder?
 

Auch das Kaminholz für die Wohnungen liefert ein Unternehmen der Kappelner Werkstätten, deren Mitarbeiter/innen auch die Firmenbekleidung besticken. Selbstredend, dass auch für die Reinigung umweltverträgliche Mittel genutzt werden. Schon bevor wir alles entdeckt haben, sind wir schwer begeistert von dem, was hier geschaffen wurde.
Und dabei habe ich noch gar nicht von dem Einkaufsservice für die Gäste berichtet. Denn, der Kühlschrank wurde vorab, dank dem Einkaufsservice, schon mit unseren Wünschen aus dem BIO-Supermarkt Prinz, sowie Edeka, befüllt.

Keine Frage also, dass "Urlaubsart" sich auf den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), beworben hat und damit zertifiziert wurde und auch Partner von ServiceQualität Deutschland ist. 


D a r a u f   m ü s s e n   w i r   e r s t m a l   a n s t o ß e n ! 

 

Einmal über die Brücke der Schlei und schon sind wir in der Stadt Kappeln. Das die Zugbrücke erstmal hochfährt, um ein paar Schiffe durchfahren zu lassen, bevor wir das Städtchen erkunden können, ist nicht nur für den 5jährigen Emil, sondern auch für uns ein weiterer Höhepunkt. Geduldig reihen sich die Autos aneinander, warten bis die Brücke sich wieder senkt und beobachten die durchfahrenden Segelboote.
 
 

Treppen rauf, Treppen runter, alte Fachwerkhäuser, neue Bauten und die St. Nikolai Kirche: 



Der Name der Stadt geht auf eine Schifferkapelle zurück, die im 12. Jahrhundert errichtet wurde und deren Segen natürlich besonders für die Fischer wichtig war. Es ist nicht mehr ganz so viel los wie einst, doch nach wie vor ist der Fischfang hier wichtig. Der Hafen mit seinem Anleger, den Fischerbooten und der Promenade ist ein Anziehungspunkt für die Region und auch wir verweilen hier in der Abendsonne mit Roséwein und Apfelschorle. Zum anderen kann man von hier aus eine echte Besonderheit und DAS Wahrzeichen Kappelns gut zu sehen: der Heringszaun in der Schlei. 

Dieser Zaun ist der letzte noch erhaltene von einst etwa 40 an dem Fjord und auch der einzige in Europa. Im 15. Jahrhundert wurde diese Anlage aus Weidenholz von den Menschen genutzt, um Fische zu fangen. Die Funktionsweise ist recht einfach: Die gegenüberstehenden Pfahlreihen werden im Abstand immer kleiner und am Ende hängt ein Netz, in das die Fische hineinschwimmen. Mit Hilfe dieses Systems werden hier auch heute noch Fische gefangen. Am meisten eben Heringe und sie begegnen uns überall in dem kleinen Fischerstädtchen – an Häusern, in Statuen ... schön ist es hier.




Den ersten Abend lassen wir gemütlichst in der Kapitänswohnung ausklingen, kochen, malen, spielen und lachen viel. Bis Emil im Bett liegt, darf er entscheiden, oder eher, wir lassen uns gern bestimmen. Denn, mal nicht darüber nachzudenken, was als nächstes ansteht und sich nur von seinem kindlichen Spiel lenken zu lassen, ist unglaublich lustig. Ich werde an diesem Abend mehrmals überführt und mit Handschellen (wo kommen die auf einmal her?) in der Wohnung fixiert. Räuber und Gendarme – wie lange ist es her, das ich das gespielt habe? Ab und an amüsiere ich mich dabei so sehr, dass der junge Herr mich zur Räson rufen muß: "Halt Stop, bitte, du bist doch der Räuber und wo ist das Diebesgut?"  ... da kann ich doch den Polizisten nicht einfach so auf den Arm nehmen, nur, weil ich Bauchschmerzen vor Lachen habe. 😻👮

***
Tag 2:

Wir schlafen herrlich und sogar aus. Nebenan höre ich schon Emil und freue mich, als er unsere Schiebetür vorsichtig zur Seite zieht und ins Zimmer lugt, um uns leise aufzuwecken, der Tag kann anfangen.

Nach dem Frühstück haben wir einen Termin in der Töpferei Stock. Zuerst führt uns die Inhaberin, Debora Stock durch die vielen kleinen Räume und erklärt mit einer Engelsgeduld all unsere Fragen. Sie führt die Werkstatt bereits in der dritten Familiengeneration und stellt hier Gebrauchs- und Zierkeramik her. Wir schauen ihr bei dem bemalen von Tassen zu und lernen etwas über die Farben und wie sie sich im Brennvorgang verändern, sehen, wo die fertigen Gefäße auskühlen und finden auch hier Tonheringe. 

Und dann möchten wir auch einmal, wir dürfen und kneten und drücken und formen: Viele Fische und einen Eisbären. Die glitschige Kühle des Tons zieht mich magisch an und der Geruch bringt mich in meinen Erinnerungen in meine Kindheit zurück, meine Mutter töpferte einst selbst viel. Ich liebe diesen herrlich erdigen Geruch, der mich auch immer an Lehmboden nach einem Sommerregen erinnert. Die Finger bohren sich in den Ton und fangen an zu formen, sie drücken, drehen, kneten und formen, ganz von allein. Ton ab!



Ich könnte hier Stunden verbringen und mir einen ganzen Klotz Ton vornehmen, doch der nächste Termin steht an. Ich nehme mir vor, ich werde in Hamburg einen Töpferkurs machen und mit diesem guten Gedanken geht es zum Angeliter Bierbrauer Hannes, dem jüngsten Brauer der Region. Als 21-Jähriger hat Hannes Frank die Taarstedter „Weltbrauerei“ übernommen und besitzt damit zwischen Flensburg, Husum und Kiel die einzige Brauerei auf dem Lande.

In großen Brauerei wird der Entstehungsprozesse der Biere in der Regel vom PC aus digital gesteuert, doch Hannes, der noch das richtige Bierbrauen gelernt hat (übrigens in NRW), liebt genau das Gegenteil: Jedes von Hand gefertigte Bier hat seine ganz persönliche Note. Dazu bedarf es vieler kleiner Schritte, die er uns erklärt. Im Anschluß müssen wir natürlich probieren und genießen helles, wie auch dunkles Bier zu einer klassischen Pizza. Weil es so gut schmeckt nehmen wir sogar noch Bier mit. 🍻

Zwischen Flensburg, Husum und Kiel ist die Taarstedter Brauerei die einzige auf dem Lande. – Quelle: https://www.shz.de/17343876 ©2018
Zwischen Flensburg, Husum und Kiel ist die Taarstedter Brauerei die einzige auf dem Lande. – Quelle: https://www.shz.de/17343876 ©2018
Zwischen Flensburg, Husum und Kiel ist die Taarstedter Brauerei die einzige auf dem Lande. – Quelle: https://www.shz.de/17343876 ©2018


Das Wetter verspricht uns für ein paar Stunden keinen Regen und so nutzen wir die Gelegenheit sitt und satt und fahren nach Arnis. Die kleinste Stadt Deutschlands ist uns von einem lieben Freund, der hier aufgewachsen ist, empfohlen worden. Wir haben ihm versprochen bei seinen Eltern Hallo zu sagen – also los.

Auf der Halbinsel in der Schlei wohnen auf einer Fläche von nur 0,45 km² weniger als 300 Einwohnern. Einst, 1667, zogen 65 Familien aus dem fünf Kilometer entfernten Kappeln aus, um einer Leibeigenschaft zu entkommen. Es war damals Protest, ein Akt des Widerstands und die Vision nach mehr Freiheit (die ganze Geschichte ist sehr spannend, wer sich für Geschichte interessiert, liest sich mal HIER bei Wikipedia ein)

  
Wie auf der Karte unten sichtbar, kann man einmal um Arnis laufen, der Weg geht zwischen den Gartenstücken die einmal zu den Häusern und auch ans Wasser führen, hindurch. So ist es möglich die Gärten zu betrachten und auch aufs Wasser zu schauen. Jeder Garten, jedes Haus, hier sieht Keins aus wie das Nächste. So manch Eines ist auch als Ferienhaus verfügbar. ... Toll ist es hier und die schönste Haustür finden wir auch noch und sagen wie versprochen Hallo.



Den Abend lassen wir müde und voller neuer Eindrücke wieder vor dem Kamin ausklingen. Jeden Tag ein neues Erlebnis und die Füße abends aufs Schaffell legen zu können, die Freunde neben einem und leckeren Wein im Glas, von mir aus könnte es hier ewig so weitergehen.

***
Tag 3:


Mit Blick auf die Schlei frühstücken wir gemeinsam an dem großen Holztisch und machen uns dann auf in die Schokoladenküche um hier gemeinsam Kappelner Heringe zu gießen ... aus Schokolade. 

Bevor wir dies tun dürfen, lernen wir aber erstmal etwas über Schoki an sich. Die Produktion in der Küche ist nur durch eine Glasscheibe vom Verkauf und dem Cafe getrennt. So kann man zuschauen, wie die warme, flüssige Schokolade, zu unterschiedlichsten Leckereien verarbeitet wird. Wir riechen an echten Kakobohnen, brechen pure Schokolade, probieren unterschiedlichste Schokoladensorten und Kakaoanteile und lernen etwas über die nachhaltige Produktion und die Zulieferer, den Ursprung, Anbau, Ernte und die Verarbeitung. Eben eine Menge Wissenswertes zur Schokolade.

Dann endlich wird die flüssige Leckerei in eine Spritztüte gefüllt, damit wir die Formen verzieren können, um sie im Anschluß mit Schokolade zu füllen. Diese wird dann mit Hilfe einer Maschine optimal innerhalb der Form verteilt und erkaltet. Mmmmh, lecker diese Schokolade. 



Mit einer Menge Schokofischen im Gepäck machen wir uns auf nach Niesgrau - zwischendurch stoppen wir an der holländischen Windmühle Amanda. Ich sitze in der Sonne und tanke ein bißchen windige Wärme. Die anderen Vier besuchen das historische Sägerwerk neben der Mühle, welches seit 1996 von den Kappelner Werkstätten als „working museum“ bewirtschaftet wird und für 1,50€ zu besuchen ist.
 


Die Schiffe am Sporthafen werden vor Wintereinbruch aus dem Wasser geholt.

Dann geht es weiter zum Restaurant Sonne und Mee(h)r in Niesgrau, der letzte Punkt unseres Programms – ein weiterer Höhepunkt. An der Geltinger Bucht, direkt am Sporthafen Gelting Mole gelegen, blickt man auf das das Kleinod von Ingrid und Joachim. Es ist pickepackevoll und die Gäste stehen Schlange für die Plätze und den Kuchen, was ein Glück, wir haben einen reservierten Tisch. Es ist Tradition den Sonntag hier zu verbringen und während die Großen am Tisch plaudern, rasen die Kleinen über die Wiese des Spielplatzes, werfen sich in den Sand und schaukeln im dem LKW Reifen um die Wette. 

Wir haben noch mehr Glück, denn Inhaber Joachim bedient uns selbst, scherzt mit uns und erzählt uns ein wenig von der Geschichte des Ladens. Es war der Wunsch seiner Frau Ingrid, diesen Laden in der ehemaligen Fahrgastabfertigung, der stillgelegten Fährverbindung Gelting-Faaborg, mit einer modern interpretierten schleswig-holsteinischen Küche zu eröffnen. Bis heute backt sie die riesigen Kuchen selbst und er unterstützt sie so gut er kann. 



Wir waren schnell Fans von Joachim und der familiären Atmosphäre des Sonne und Meer. Wir sind nun eh Fans der Gegend rund um Kappeln geworden. Die Landschaft Angeln, Schleswig-Holstein und die Ostseenähe – es ist gar nicht so schwer ganz in der Nähe eine wunderbare Auszeit zu finden. 

Es war ein Wochenende mit vielen Geschichten, ich habe Kraft und Energie getankt und weil es so schön war, genossen wir auch den Sonntag Abend noch gemeinsam und fuhren erst am Montag gen Hamburg zurück. Wir blubberten die Seifenblasen in der riesigen Wanne des urlaubsart Domizils mit Emil um die Wette und ich habe eine Menge Spielzeugautos mit Namen kennengelernt. In vielen Augenblicken wichen vermeintlich unsinnige Gedanken des Lebens dem aktuellen Moment, denn mit einem so neugierigen und liebenswürdigen Kind unterwegs zu sein, lässt keinen Raum für Nichtigkeiten zu und setzt den Fokus auf die Gegenwart. Also neben einem großen Dank an urlaubsart für die tolle Zeit auch ein großes Danke an Anna und Johannes, dass ihr euren kleinen großen Jungen mit auf die Reise genommen habt und wir uns gemeinsam Zeit genommen haben.
 


Noch mehr Urlaubsart findet ihr unter urlaubsart.de und Schleibrücke.
Solltet ihr eine Reise nach Norddeutschland planen, schaut unbedingt auf die Seiten 
– sie haben noch viele tolle Unterkünfte im Angebot.

Annas Beitrag zu unserem Kurztrip findet ihr hier:

und, weil es so schön ist, auch noch einen nur für Emil 💚 

Danke für diese tolle Möglichkeit und der Vermittlung an primo PR.