Kathrynsky's: vacation
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Sonntag, November 19, 2017

Ein griechischer Sommer auf KOS. Eine Woche More Meni Entspannung.

Sonntag, November 19, 2017 0
Ein griechischer Sommer auf KOS. Eine Woche More Meni Entspannung.


Wenn jetzt Sommer wäre ... oder gerade weil dieser nicht ist, wünschte ich mich zurück in den letzten Sommerurlaub. Wo es so heiß war, dass auch Nachts ein T-Shirt ausreicht, man den lieben langen Tag nur Salat essen wollte und das Bett voller Sand ist, weil der eben einfach überall kleben bleibt. Sieben Tage auf Kos, im Smartline More Meni Hotel in Tigaki ist nachdrücklich so sehr im Herzen geblieben, dass immernoch ein Stück des Sommers in mir ist.

Frische Früchte Frühstück unter freiem Himmel (bzw. schattenspendenden Bäumen) - jeden Tag!

Was willste als Katze sonst auch den lieben langen warmen Tag lang machen?

Das älteste Hotel des Dorfes Tigaki ist neu modernisiert und hat es geschafft, die Zeit und damit verbundene Erfahrung für sich zu nutzen. Gabriel Karathomas, der Hotel Manager und Sohn der ehemaligen Besitzer erzählt uns mit leuchtenden Augen von damals, wie es für ihn war in dem Hotel aufzuwachsen und der Leidenschaft seiner Eltern. Was er von ihnen gelernt hat und, dass sie es sich bis heute nicht nehmen lassen, hier jeden Tag zu essen – was wohl bedeutet, das Essen hier ist ziemlich gut, denn jeden Tag!? Doch es stimmt, es gibt jeden Tag eine Menüauswahl aus einer der zahlreichen griechischen Regionen, frisch zubereitet von einem Koch vor Ort. 

Der Strand ist nicht leer, hier stehen viele Hotels und doch ist immer ein Platz und ein Liegestuhl für einen frei.
Im More Meni sind es überall hin nur ein paar Schritte und doch hat es genug Platz.
Und den Blick vom Zimmer auf das Meer.

Gabriel Karathomas erzählt von der Insel wie sie früher war, bevor die Touristen kamen; sie lebten vom Gemüseanbau. Die Insel war damals der größte Produzent für griechisches Gemüse (und Getreide, sowie Trauben, Mandeln, Feigen, Oliven und Zitrusfrüchte), welches bis zum Festland transportiert wurde. In Tigaki gab es nur ein paar Häuser und als die Touristenströme nicht nur auf das Festland, sondern auch auf die griechischen Inseln wollten, baute sein Vater das erste Hotel im Ort – das heutige More Meni. Direkt am Strand, mitten im Dörfchen. Das Zeitalter des Massentourismus begann jetzt auch für Tigaki. Es wurden immer mehr Gäste und so wurden viele Gemüsebauern einfach zum Hotelier – so viele, dass das Gemüse nun vom Festland importiert werden musste. ... zwischen damals und heute liegen ca. 60 Jahre. Heute ist das Gleichgewicht wieder weitestgehend hergestellt. Eine Gesellschaft funktioniert eben am besten, wenn alle miteinander arbeiten. In Tigaki leben rund 200 Bewohner und das Dörfchen bietet Platz für etwa 2.000 Touristen.

***

Die Insel Kos gehört zu der Inselgruppe Dodekanes – dies sind 14 Inseln vor der türkischen Küste, auch die Hauptstadt heißt Kos. Auf der ganzen Insel kommt man nicht an dem orientalischen Flair vorbei, was vor allem an den vielen osmanischen Bauten liegt, die aus den über 390 Jahren stammen, in denen die Türken hier herrschten. Der Orient ist nur einen Muezzinruf oder etwa 30 Minuten Bootsfahrt entfernt. In einigen Inseltavernen gibt es griechische und anatolische Küche. Wirte und Kellner sind immer wieder mal türkischstämmige Griechen, die die Sprache ihrer Vorfahren noch beherrschen. Die Zahl der islamischen Minderheiten kennt niemand genau, da die Erfassung der ethnischen Zugehörigkeit bei griechischen Volkszählungen tabu ist. Auf Rhodos geht man von mehr als 1000, auf Kos von ca. 500 Einwohnern aus.

Von der Küste aus kann man bis zur Türkei sehen und von den Bergen aus blitzen zwischen dem Grün der Wälder die weißen Dächer der Häuser – immer überragt von dem weiß-blauen Dom der Dorfkirche.

 
Von Tigaki aus kann man entlang des Salzsees oder am Meer bis nach Marmari spazieren. 
Im Winter sollen hier sogar Flamingos überwintern. 🐥
Ich weiß nicht, ob diese Touren im Allgemeinen beliebt sind oder nicht, doch ich LIEBE "Hopp On, Hopp Off"-Busfahrten. So bekommt man einen guten Überblick und kann im Nachhinein nochmal die Orte anfahren, die einen ganz besonders neugierig gemacht haben. So zum Beispiel die Bucht von Limnionas, die Altstadt von Kos oder den Garten des Hippokrates. An dem wohl berühmtesten griechischen Arzt kommt niemand auf der Insel vorbei, denn, es ist seine Heimatinsel, hier erbaute er seine erste Schule der Medizin. 

Dank redseligen Busfahrern bekommt man auch immer wieder mal tolle Tipps für gutes Essen in der Hafenstadt Kos (bei Gusto) oder kleine Geschichten zu den Feuerwerken auf der Insel – was daran liegen mag, das derjenige, der dafür zuständig ist, eben auch der Busfahrer der Touren ist ... griechisch gut.

Die Bucht von Limnionas
Pyro Phanos – der italienische Markt in der Altstadt – typische Hüte – Suzuki Jeep fahren – Achtung Obacht, es ist heiß, passt auf die Natur auf.

Essen in Kos – Sonnenuntergang im More Meni Hotel – Die Gassen der Altstadt in Kos


Da wir das Wasser lieben, war es natürlich keine Frage, dass wir auch eine Schiffsreise machen. Anders als in Ouranoupolis (hier der Link zu der Reise im Herbst 2016) ist es hier leider nicht möglich, selbstständig ein Boot zu mieten.  So ließen wir uns von der Eva, einem urigen Segelboot zu den Inseln schippern. Entlang karger Felsküsten ging es bei starkem Wellengang und mit einigen Delphinen erst einmal nach Kalymnos.

Die kleine Insel wurde für mehr als 150 Jahre von der Naturschwammproduktion bestimmt. Heute ist sie die Einzige, die in ganz Griechenland überhaupt noch nenneswert für diese Produktion ist. Entgegen dem Trend wird die Fischerei hier immer wichtiger, mehr als die Hälfte der Berufsfischer heute sind unter 40 Jahre alt. Und, Pothia (die Hauptstadt) ist auch im Winter angeblich voller Leben, zumal sie auch die einzige Inselstadt ist, in der die Bewohnerzahl zu- statt abnimmt. 

Mich beeindruckt jedes Mal wieder die Blumenpracht in diesem regenarmen Land.
Überall stehen Blumenpötte – die bunte Blüte und das satte Grün lässt sich niemand nehmen.

Schwammproduktion an jeder Ecke – so wie frischer Honig und Marmelade.
Dafür weniger Touri-Kram, darauf ist die Insel zu Recht sehr stolz.

Nach einem Schwimmstop in einer Lagune gibt es noch einen Stop auf der 14qm großen Insel Pserimos.
Frappé am Strand mit den Füßen im Sand.

Außer dem, von einigen Tavernen gesäumten, 170 m langen Sandstrand und der Dorfkirche, gibt es keine Sehenswürdigkeiten.
Es ist möglich hier zu urlauben, doch es gibt nur die Möglichkeit sich privat ein Boot zu mieten – ansonsten sind keine Taxitouren möglich.


Nach der Bus- und Schiffstour möchte ich mal einen Tag einfach nur im More Meni Hotel rumliegen – zudem ist der Pool ist an windigen Tagen eine perfekte Abwechslung, denn permanent Sand in den Augen ist nicht so schön. Da schaue ich lieber den Blättern der Bäume zu, wie sie sich im Wind wiegen und lese ein gutes Buch. Außerdem sind die hier gemixten Drinks super – warum sollte ich also den Ort wechseln?

Roses are red, Rosé is pink, poems are hard, I need a drink.


Am nächsten Tag geht es weiter, die Insel hat so viel zu zeigen und wir wollen alles sehen. Also mieten wir uns gegenüber des Hotels einen kleinen roten Jeep und es geht zuerst Richtung Süden nach Kefalos. Von dem untouristischsten Dorf der Insel aus kommt man super zu wilderen Stränden und Surfspots. 

Einerseits ist es wunderschön, mehr Wind, weniger Menschen, doch auch mehr Müll – sobald es Abschnitte ohne "Bewirtschaftung" gibt liegen die Plastikreste zu Hauf herum. Zum Glück gibt es Projekte wie das Ocean Cleanup – die Menschen sollten allerdings generell mal darüber nachdenken, was sie alles wie sehr verpacken wollen und es dann auch dort entsorgen, wo es keinem anderen Lebewesen schadet!



Den Höhepunkt des Tages, finden wir dann in dem Bergdorf Zia – von mir aus könnte es jeden Abend so sein. Nachdem man sich durch die Touristände und Unmassen an Honig gedrängt hat, erreicht man die kleinen Wege die zur Wassermühle führen. Viele bunte Schilder, sehr nette Kellner und der gigantische Blick auf das Meer laden dazu ein eine lange Weile zu bleiben. 

Zu den Zimt-Eistee-Getränken gibt es Häppchen aufs Haus und da uns der Chef der Terasse wohl ansieht wie hungrig wir sind, organisiert er gleich auch noch einen Tisch für uns in einem Restaurant – mit ebenfalls großartiger Aussicht und toller Dachterasse. Wir haben Glück, alle anderen die dort spontan essen wollen, werden abgewisen, der Andrang im Oromedon ist groß – das Essen himmlisch.





Bei dieser Aussicht ist eigentlich keine Erklärung nötig.
– es war so schön, dass wir unsere vorab organisierte Rückfahrt verfallen lassen haben,
im Restaurante ein holländisches Paar ansprachen und noch ewig auf der Terasse gesessen und getrunken haben.
Eine Taxitour zurück geht ja schließlich auch. 🍷🍷

Kurz vor der Abfahrt zurück nach Hamburg spazierten wir nochmal am Strand bis nach Marmari und entdeckten dabei eine kleine Oase, die hier nicht unerwähnt bleiben soll. Das Sunset (Unnamed Rd,Dikeo, Kos 853 00) sieht zuerst recht unscheinbar aus, vielleicht ist aber genau dies einfach typisch für Kos.

Ist es eine Gärtnerei oder ist es ein Café? Einmal eingetreten, offenbart sich eine wahre Blumenwelt. Eine kleine Bar, in der man sich von Captain Nikita auch Spiele ausleihen kann und die Hitze im Schatten zwischen vielen vielen vielen Pflanzen gut aushalten kann.


Auch wenn wir in der einen Woche viel gesehen haben, gibt es noch mehr zu entdecken (z.B. das Pinienwäldchen Plaka, ins Tal der Pfauen) und wer weiß, wann wir wieder vor Ort sind. Kos hat uns mit seinem Wind vom ägäischen Meer, seiner Überschaubarkeit, den einsamen Buchten – vor allem aber wegen der Gastfreundschaft und mit viel Authentizität überzeugt. Das More Meni Hotel ist in jedem Fall ein herrlicher Ort zum ruhen und um die Insel von hier aus zu erkunden. 💖

Montag, August 07, 2017

Eine Woche im Dock-Inn Hostel in Warnemünde. Surfen, Rad fahren – Nichts tun im Mai.

Montag, August 07, 2017 0
Eine Woche im Dock-Inn Hostel in Warnemünde. Surfen, Rad fahren – Nichts tun im Mai.
Heute geht es um einen meiner liebsten Entspannungsorte, den ich in den letzten Monaten kennenlernen durfte: das Dock Inn in Warnemünde. Für eine Woche: Erholung pur, ohne unnötiges Chi-Chi in einem ehemaligen Seefracht-Container.


"Wie ist es eigentlich in einem Container zu schlafen?", diese Frage stellte sich mir Anfang des Jahres als ich Christoph, den Chef des Warnemünder Hostels Dock Inn, kennenlernte. Er schlug mir vor: "Probier es doch einfach mal aus.", und lud mich in sein Hostel ein. Zack, hatten wir auch schon ein Datum ausgemacht. 

Ich wählte die Zeit über meinen Geburtstag aus, denn in dieser Woche fliehe ich gerne aus der Stadt – ich feier lieber die Feste von Freunden, als mein Eigenes. Doch darum soll es hier nicht gehen, mit dem Zug ging es im Mai nach Warnemünde und nur ein paar Meter von der Bahnstation entfernt, standen sie schon, die Container! An der Werft in Warnemünde gelegen, kommt ihr Charme noch mehr zur Geltung.

Im großen Aufenthaltsraum treffen Empfang, Aufenthalts- und Essenräumlichkeiten aufeinander  – die Mitarbeiter strahlen uns an. Nach einer Bauphase von sieben Jahren sind hier nun alle froh, in den Betrieb gehen zu können und Gäste willkommen zu heißen. Zu der Zeit zählt natürlich auch die Planung dazu. Denn Container zu bekommen, ist etwas schwieriger als Euro-Paletten einzusammeln. Das Hostel ist deutschlandweit einzigartig und seit April 2017 gibt es nun die ersten 64 bewohnbaren Container-Zimmer mit insgesamt 188 Betten: 42 Doppelzimmer, zwei Suiten, 15 Vier- und fünf Achtbett-Zimmer. Das Doppelzimmer besteht aus einem 2x12m großen Container und die Suiten sind zwei Container, die zu einem Zimmer wurden.

Ich bin so gespannt wie unser Zimmer aussieht, dass ich es kaum aushalte, ordentlich einzuchecken. Via Fahrtstuhl geht es auf die oberste Etage – mit Ausblick auf die Werft finden wir unser Heim für die nächste Woche vor. Klein, aber oho, denn die Container wurden so bearbeitet, dass man sich keineswegs fühlt, als wäre man auf zu engem Raum, sondern durch zwei komplette Fensterfronten auf beiden Seiten fällt viel Licht ins Zimmer (Und, so klein sind 25 m² gar nicht – meine erste Wohnung in Hamburg war kleiner und die Zweite nur knapp 10 m² größer.).

Zuerst ungewohnt, nach zwei Tagen total normal mit Blick auf die Werft aufzuwachen 😆👌


Die Container sind von Innen bei Weitem nicht mehr zu erkennen und vielleicht stellt sich mir hier genau deswegen erstmals die Frage: "Woher kommen sie eigentlich und was war mal in unserem heutigen Schlafraum gelagert?"

Das Internet gibt mir natürlich schnell eine Antwort darauf und auch Geschäftsführer Christoph bestätigt mir am nächsten Tag, die Container, aus denen das komplette Hostel besteht, nennen sich ISO-Containern. Weltweit ermöglichen die genormten Großraumbehälter aus Stahl ein einfaches und schnelles Verladen, Befördern, Lagern und Entladen von Gütern. Dass sie die ganze Welt bereisen, ist allerdings nicht schon seit hunderten von Jahren so, erst 1956 hatten die Container ihren ersten Einsatz. Damals fuhr ein Schiff mit 58 Containern von Newark (New Jersey) nach Houston (Texas). Doch das System wurde, vor allem dank einfacher Halterung und Stapelbarkeit, so schnell angenommen, dass die Maße als Norm von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) beschlossen und in der ISO-Norm 668 festgelegt wurden. Schön praktisch auch, dass sie so stabil sind – dies kommt durch die Technik, mit der der Stahl "geknickt" wird. Durch relativ wenig Material wird so eine höhere Stabilität erzeugt.

Die Innenräume der Zimmer sind allerdings nicht mehr als Containerwand zu erkennen – sie wurden glatt verarbeitet und mit einem System isoliert, wie es es weltweit kein zweites Mal gibt (Dock Inn Patent!). Wer den alte Charme noch spüren möchte, im Aufenthaltsraum gibt es mehrere Möglichkeiten, sich einen unverarbeiteten Raum von Innen anzuschauen.


Genug ob der Container, ab in die Kombüse aka das Restaurant. Es gibt Abendessen mit leckeren Avocado Nudeln vom hauseigenen Koch. Im Restaurante ist Platz für bis zu 90 Gäste – und in der Küche der Kombüse kann man sogar sein eigenes Essen zubereiten. Dazu sind wir heut zu müde, also lassen wir uns gern umsorgen.

Frisch gestärkt geht es dann doch noch in den Spieleraum, oder auch Zocker-Container, diesen haben wir am ersten Abend sogar ganz für uns alleine, also probieren wir doch alles nacheinander aus, die alten Original-Flipper, Brettspiele und den Kicker ... Ausgespielt und glücklich sinke ich ins Bett. 'So kann die Woche weitergehen', dachte ich und fiel in erholsamen Schlaf.
 



Ungefähr so ging die ganze Woche dann auch weiter, es war nicht immer gutes Wetter, doch dies sind wir ja auch von unserer Hansestadt gewohnt. Das Wetter war also kein Grund, nicht die hauseigenen Fahrräder zu nehmen und mit diesen, so ungefähr jeden Meter von Warnemünde zu erkunden. An der wunderschöne Küste der Ostsee entdeckten wir so auch den Planetenweg. 

Dieser verläuft über 6km vom Warnemünder Leuchtturm entlang der Küste bis zum nächsten Ort Geinitz. Während des gesamten Weges hat man den Blick aufs Meer und wenn nun auch noch die Sonne scheint, kann man es sich noch besser vorstellen: Der Planetenweg bildet die Entfernung der Planeten des Sonnensystems maßstäblich ab.

Durch seine unmittelbare Nähe zur Ostsee und der Verbindung an diese ins Landesinnere mit der Warnow, war Warnemünde schon immer ein wichtiger Standort für die Seefahrt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich in dem kleinen Örtchen auch immer wieder Hinweise und Verbindungen zum Himmel finden lassen. Die Sterne waren lange Jahre die einzige Orientierung, die die Menschen auf See für sich nutzen konnten und auch manch ein Hotel vor Ort ist noch nach einem Himmelsgott benannt (Tipp: Wer es mag, geht im Neptun zum Broiler - die Brathähnchen dort sind legendär).

Am Wasser und gleichzeitig der Hauptstrasse "Am alten Strom", ziehen noch heute jeden Morgen die Fischer zur See aus. Nach ihrer Rückkehr kann man sie auf ihren Booten beim Verkauf und der Verarbeitung der Fische beobachten und bekommt ein kleines bißchen ein Gefühl von damals. Bis zum 19. Jahrhundert spielte sich das Leben fast nur hier ab, denn es wurde qusi ausschließlich in dieser und der Parallelstrasse gebaut. Damals kannte man die Strassen lediglich unter ihrem plattdeutschen Namen Vöörreeg (hochdeutsch = Vorderreihe) und Achterreeg (hochdeutsch = Hinterreihe, die heutige Alexandrinenstraße).
 

Das Wetter ist nicht unbedingt so, wie der Mai, den ich erhofft hatte. Ist nun so, was soll es (blabla). Dicke Jacke und Wollsocken über und warm strampeln ist die Devise.
Die bunten Friesenhäuser gehören zum „Achterreeg“ (Hinterreihe). Heute heißt sie Alexandrinenstraße.

Kilometerlang am Wasser entlangradeln, pausieren, schauen, radeln. Geht hier ziemlich gut.
Eis essen aber auch.

"Wie war es wohl damal hier, am alten Strom?"

Für uns spielte es zwar keine große Rolle, doch Warnemünde ist Deutschlands bedeutendster Kreuzfahrthafen, vom Dock Inn Hostel aus kann man sämtliche Kreuzfahrtschiffe bei der Einfahrt beobachten. Wir nahmen lieber einen alten Dampfer in die Heide, um nur wenige Meter über dem Boden mit dem Schiff durch die Natur zu gleiten.

Bei der so genannten Heiderundfahrt bekommt man direkt vom Kapitän eine Menge Informationen über die maritimen und auch die natürlichen Seite Rostocks. Zuerst geht es durch den Seehafen und die Industrie und danach bekommt man das genaue Gegenteil präsentiert: Die Naturschutzgebiete Rostocker Heide und Schnatermann.

Die Rostocker Heide ist der größte deutsche Stadt- und Küstenwald und bietet mit dem Hüttelmoor, Köhlerhof oder dem Gelbensander Jagdschloss, ein paar Orte für eine schöne Rast an. Wir hatten leider kein Glück und konnten wegen dem Wetter nichts davon entdecken, der Dampfer fuhr nichtmal zurück, weil der Wellengang zu stark war. Er machte Halt bei der Haltestelle Schnatermann ... und nun? Nach einer kurzen Rast wurden wir vom Kapitän mit seinem Auto persönlich nach Haus gebracht und konnten zur Entschädigung für die halbe Fahrt noch mehr exklusiven Geschichten lauschen.

Wer auch mal mitfahren möchte, Fahrpläne und Co könnt ihr HIER einsehen.

Auf in die Rostocker Heide zum Schnatermann. Mit Kranichen, Eisvögeln und auch einem Elch. Echt!


Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön,
denn da kann man fremde Länder den Schnatermann und noch manches andre sehn.
Hol-la-hi, hol-la-h Hol-la-hi-a hi-a

Dank des Wetters blieb uns zwar die ein oder andere Aktivität verborgen, doch dafür konnten wir Himmelsschauspiele sehen, die ein blauer Himmel wohl nicht hätte bieten können. Jeden Abend faszinierte uns der Blick aus dem Hostel auf ein Neues. Es hatte fast etwas Meditatives und beruhigte einen auch bei schlechter Stimmung.
 

Klar, wir sind an der Ostsee, da müssen wir auch mal an den Strand. Schließlich gilt Warnemünde seit dem 19. Jahrhundert als bedeutendes Seebad: 1834 kamen auf 1.500 Einwohnern bereits 1.000 Badegäste. Über die Promenade bekommt man alle paar Meter die Möglichkeit sich ein eigenes Fleckchen auszusuchen, teilweise ist der Strand sogar 150m breit.

Wir fanden am Strand ziemlich schnell die Strandbude, die auch Surfkurse anbietet (sie wurde uns allerdings auch von den lieben Menschen des Dock Inn empfohlen): Das Beachhouse. Neben jedem erdenklichem Surfsport kann man hier auch nur rumhängen, wir entschieden uns für beides. Also gab es an einem Tag Stand Up Paddeln (danke für dieses tolle Geburtstagsgeschenk!!!), und an einem Anderen viel Sonne, plus rumhängen. SUP fahren mit Wellengang ist definitv etwas anderes, als auf der Alster und strengt mehr an, macht jedoch nicht weniger Spaß.

Dank des Wellengangs, der durch die einlaufenden Fähren entsteht, gibt es in Warnemünde auch eine kleine stehende Welle für Wellenreiter. Für ca. eine halbe Stunde entstehen Wellen mit einer Höhe zwischen 50cm und 150cm – perfekt zum üben.  Diese ist allerdings seit einiger Zeit kleiner geworden, seitdem die Fähren vermehrt auf Hybrid Antrieb umschalten, ist die Verdrängung des Wassers geringer geworden und die Welle läuft nicht mehr ganz so hoch am Strand aus ...


Glühwein im Mai. Gibt es auch nicht alle Tage.
War aber nach zwei Stunden kaltem Seewasser (8,5° vs. Lufttemperatur 8,8°) in den Surfsschuhen nötig.
Was ein grosser Spaß! Prosit! Auf's Meer ...


Mit dem Beachhouse-Team trinkt man im Mai auch gerne Glühwein.


Bei Wellengang und Sturmgebruus
ruht unsre Seele aus,
schnell liebe Grüße nach tohuus,
es geht gleich wieder raus.

Was soll ich sagen, Warnemünde, offiziell Seebad Warnemünde, ist ein beschauliches kleines Örtchen. Alt und neu im Mix, mal mehr, mal weniger schön, alte Friesenvillen und Plattenbauten aus dem Tourismusboom entstanden. Da ich bislang nie dort war, habe ich es bisher immer als eigene Stadt wahrgenommen habe. Eigentlich ist Warnemünde jedoch ein Stadtteil von Rostock. Die Hansestadt ist nicht weit entfernt, und mit dem Auto in nur ein paar Minuten zu erreichen. Doch, dieses kleine Örtchen verdient es eigenständig wahrgenommen zu werden, die Strandsandkunst sollte bewundert und die Robben und Seelöwen im unieigenen Robbenforschungszentrum besucht werden.
 

Auch wenn der hauseigene Koch des Dock uns fast jeden Wunsch von den Augen ablas und mir sogar Brötchen ohne Hefe zum Frühstück bereitete, erkundeten wir die örtlichen Gastronomien.

Ein kleines Häuschen fiel uns an einem Abend bei der Heimfahrt auf und wir stoppten auf Grund des gemütlichen Ambiente: Am alten Strom liegt das "Zum Stromer." Proppenvoll, doch in uriger Atmosphäre trafen sich hier die unterschiedlichsten Menschen und genossen das Essen – wir auch.
 


Schneller als gedacht war die Woche doch schon wieder um, doch was soll's wir haben uns direkt noch mal verabredet und sind Ende diesen Monats wieder im Dock Inn. Denn, wir wollen alles ausprobieren, was im Mai noch nicht fertig war UND, alles Tolle nochmal machen. Ob das wohl an einem Wochenende klappt?

Sicher ist, neben der Besichtigung des Teepotts und der "Hohen Düne", möchte ich mit den Robben schwimmen und die hauseigene Kletterhalle des Dock Inn ausprobieren – ich kenne mindestens drei Freunde, die an dieser Stelle "ENDLICH" rufen. Haha, mal schauen, wie viel Kraft ich wirklich habe und ob ihr mich ab nun verpflichten könnt, mit euch in die Sächsische Schweiz zu fahren – vielleicht möchte ich auch immer wieder nach Warnemünde?  😊

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig neugierig machen und eure Lust auf Warnemünde mit meinem kleinen, nicht kurzen, Bericht ein wenig wecken. Das Hostel ist noch ein kleiner Geheimtipp, also besucht es lieber schnell, bevor dort gar keine Zimmer mehr frei sind.



Ein Doppelzimmer von 25 m², wie wir es hatten, könnt ihr ab 29€ die Nacht buchen. Es gibt aber auch Vier- oder Achtbett-Zimmer und sogar ein Ferienapartment und zwei Suiten (ab 49€) (ein Hotelzimmer in Warnemünde kostet im Durchschnitt 99€). Nach unserem nächsten Besuch werde ich euch berichten, wie es sich in einer Suite schläft.

Erreichen könnt ihr das Dock Inn Warnemünde 
via Telefon unter 0381 / 670 70 0 oder einfach via Mail: info@dock-inn.de



Vielen Dank für die Einladung und die einzigartige Umsorgung an Christoph, Anne und das ganze Dock Inn Team – wir erfreuen uns noch immer an unserem Aufenthalt und können den Kommenden kaum abwarten < 3