Cathy Bernhardt. Hamburger Mensch #200 - Kathrynsky's

Freitag, März 30, 2018

Cathy Bernhardt. Hamburger Mensch #200



Ich war mit einer Arbeitskollegin essen und die Besitzerin des Restaurants kam zu uns an den Tisch. Wir plauderten ein wenig und als sie wieder in der Küche verschwunden war, meinte meine Kollegin: "Es ist schön Freundschaften zu haben, wo das Vertrauen so sichtbar besteht." Ich habe fast geschluchzt, denn die Inhaberin, Cathy, und ich kennen uns erst ca. ein Jahr und doch war von Beginn an eine sehr große Sympathie vorhanden. Mein Girl-Crush quasi. Nun ist sie Hamburger Mensch #200 - 200! WOW! Danke an alle, die bislang mitgelesen und auch mitgemacht haben. Heute gibt es mehr von Cathy – sie ist toll, am liebsten hätten wir für ihren Laden ein Abo oder mindestens eine Stempelkarte, so oft sind wir da. Deswegen und wegen noch mehr erzählt sie uns nun selbst von sich – wer bist du Liebes? 

Moin, ich bin Cathy, 28 Jahre alt und bin die Inhaberin vom HAPPENPAPPEN

Bilder via Kai Cuno


Woher kommst du? 

Ursprünglich aus einer Kleinstadt namens Cloppenburg. Das liegt noch so ca. eine Stunde hinter Bremen. Dort gibt es eines der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands. Wem das immer noch nichts sagt: Oldenburg - die nächst größere Stadt. Dort habe ich auch mal für ca. zwei Jahre gewohnt. Mit 17 bin ich dorthin gezogen, der Grund war, haltet euch fest, meine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten - olé!


Seit wann bist du in Hamburg?

Seit knapp 6 Jahren. Ursprünglich habe ich hier in einem großen Forderungskonzern gearbeitet. Zuletzt als Coach/Trainerin intern. Kaum zu glauben aber wahr. In der Gastronomie bin ich schon seit 14 Jahren, immer als Aushilfe, angefangen mit 14 in einer Eisdiele. Ich brauchte das nebenbei als Ausgleich und natürlich auch die Kohle. Hat etwas gedauert bis ich gemerkt habe, dass die Gastro meine heimliche große Liebe ist. Aber dann kam sie, mit Anlauf.



Erzähl mal von deinem Beruf? 

Nachdem mir in meinem alten Beruf irgendwann der Kragen geplatzt ist und ich gemerkt habe, dass ich total fehl am Platz bin, habe ich mich wieder der Gastronomie zugewandt. Jetzt betreibe ich auf St. Pauli ein kleines Restaurant (manche sagen auch Café, ich weiß es selbst nicht so recht) --> www.happenpappen.de.
 

Wie das dazu kam (Kurzversion): Das Happenpappen wurde Mitte 2013 in Eimsbüttel gegründet, 2014 bin ich als Aushilfe dazu gestoßen und im Januar 2016 habe ich den Laden komplett übernommen, da war ich 25. Knapp ein Jahr später musste ich ziemlich unerwartet die Räumlichkeiten in Eimsbüttel aufgeben. Das war eine harte Zeit. Ist eben doch nicht alles Zuckerschlecken. Eine neue, bezahlbare Fläche für eine Gastronomie zu finden ist abartig schwierig in Hamburg, aber ich liebe ja Herausforderungen, haha. Das Karma meinte es gut mit mir und so zog es mich in die Feldstraße bzw. nach St. Pauli. Manchmal kommt es eben so, wie es kommen soll.
Die Ärmel wurden hochgekrempelt, das Happenpappen für ca. 1 Woche geschlossen und zack bumm, fertig war das neue Zuhause. 
Mittlerweile beschäftige ich 26 Leute und habe das weltbeste Team, wirklich 💙. Wir haben 7 Tage die Woche geöffnet. Es gibt einen täglich wechselnden Mittagstisch, ganz viel Kuchen, abends Burger & Burger-Bowls und am Wochenende 'Breakfast all Day long'!

Bei uns ist alles frisch, hausgemacht und wirklich lecker und vegan. Alles. Es gibt nichts vom Tier. Bevor sich jetzt jemand ins Hemd macht: Ich glaube 80 % meiner Gäste sind nicht vegan, die kommen einfach weil es schmeckt, vegan hin oder her. Das ist für mich das größte Lob und mein Ziel. Ich will einfach was gutes kochen was jedem schmeckt, zeigen wie eine vegane Küche aussehen kann. Weg von den blöden Klischees.



Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Schwierig, ich kann mir wirklich nichts anderes vorstellen. Vielleicht würde ich mir einen alten Hof kaufen und einen Gnadenhof gründen um alle Tiere zu retten. Dann könnte ich noch Gemüse anbauen, Schnaps brennen und den ganzen Tag in Gummistiefeln rumrennen. Bestes Leben 💚


Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Gute Frage - ich gehe gerne mit meinem Freund Max bouldern und ansonsten freue ich mich schon wenn es klappt Freunde zu treffen. Mit meinem Rad durch die Gegend düsen (zu lange nicht gemacht). Ansonsten versuche ich wieder mehr zu lesen (klappt bisher nicht, haha) und ich liebe meine Couch richtig doll.  Einfach mal schlafen. Genauso liebe ich es aber auszugehen, Bier zu trinken und sich die Arbeit vom Körper zu schütteln – bestes Gefühl. Selbstständigkeit ist das Schönste & gleichzeitig Schlimmste was dir passieren kann. Man hat wirklich so wenig Zeit aber andererseits weiß man kleine Dinge so zu schätzen. Bereut habe ich es aber NIE, dafür liebe ich es zu sehr! Wenn ich mich mit einer Freundin auf ein Kaffee treffe, platze ich schon fast vor Glück und Freude. Mehr braucht man nicht. Zeit ist wirklich das Wertvollste.



In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

ST. PAULI 


Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Niemals - lieber schieße ich mir ins Knie.



Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

St. Pauli (oder Norwegen aber dann nur ein Ferien-Traumhaus).



Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Die Elbe, der Hafen, die Kneipen, der Schnack, die Menschen / die Gemeinschaft, die Schönheit, das Bunte, die Möglichkeiten die man hier hat – alles, sogar das Schietwetter 💘 

💖💖💖


Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Die Gott verdammten Mieten runterschrauben, mich um die Steuern kümmern und dem Finanzamt mal zeigen wo der Hammer hängt. Ich würde das veraltete Schulsystem gerne abschaffen und dafür sorgen, dass es Menschen die sich selbstständig machen wollen leichter von der Hand geht. 


Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Beides ist mir ehrlich gesagt zu groß und weitläufig. Hamburg fühlt sich nicht wie eine Großstadt an. Ich brauche das Muckelige. Man fühlt sich hier so geborgen. Ausserdem brauche ich die Elbe & den Hafen!


Alster oder Elbe?

ELBE!



Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

 24/7. Und wenn ich ganz verrückt bin, schalte ich mein Handy manchmal vorm schlafen gehen in den Flugmodus.

Keine Frage, doch ein wenig Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

Ich wünsche mir mehr Zufriedenheit und „lieb sein“ von allen Menschen. Zu oft sehe ich garstige Menschen, Gehetze, Egoismus etc. Jemanden einfach mal anlächeln, Türen aufhalten, Oma Ernas Koffer die Treppe hoch tragen uvm. sind so kleine Dinge die andere Menschen glücklich in den Tag gehen lassen und einen selbst auch. So kleine Dinge bereichern einen schon so sehr und würden einiges ändern. Es sollten alle ein bisschen aufeinander achten.



Lieblingssong des Moment?

Spotify - Dein Mixtape 1 



Lieblingssong forever?



Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

 


Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Alle die bis hierhin gelesen haben, meine Family (huhu Mutti), meine Freunde, mein großartiges Team & ein dickes Küsschen für Max.

Tschüss 💖