Boie Baumann. Hamburger Mensch #194 - Kathrynsky's

Freitag, September 29, 2017

Boie Baumann. Hamburger Mensch #194

Boie, mein heutiger Gast, hat mich mit seinen Antworten zum "Hamburger Menschen"-Fragebogen zum Lachen, doll zustimmen und Schmunzeln gebracht und seine Äußerungen zu "Warum Hamburg" haben mich auch ein kleines bißchen sentimental werden lassen. Tolle Antworten und wunderschöne Bilder und wer er eigentlich ist, erzählt er nun selbst:

In erster Linie bin ich Kreativer. Meine Freunde beschreiben mich als Tausendsassa oder Networker – und es stimmt, ich liebe es Menschen aus allen möglichen Bereichen kennenzulernen, zusammenzubringen und bunte Ideen zu spinnen. Aus Begegnung entstehen eben die schönsten Dinge, spannendsten Projekte, Quergedanken und natürlich auch Freundschaften.

Moin - ich bin Boie.


Woher kommst du?

Mein Name gibt schon einen Hinweis auf meine Herkunft: Boie kommt aus Norddeutschland, genauer gesagt aus Friesland. Meine Mutter hat meinen Vater ganz romantisch im Zug von Hamburg nach Berlin kennengelernt. In den 80igern haben meine Eltern in Berlin Häuser besetzt. Dort bin ich auch geboren und die ersten 5 Jahre aufgewachsen. Meine Großeltern, die in Hamburg wohnten, hatten mich damals in der Tagesschau in einem Bericht über besagte besetzte Häuser gesehen. Ich bin tatsächlich mit meinem roten Bobby-Car durch das Bild gefahren – und meine Großeltern waren schockiert. Besänftigt waren sie dann als wir dann in ihre Nähe ins Hamburger Umland gezogen sind.


Seit wann bist du in Hamburg?

Seit über 12 Jahren lebe ich nun direkt in Hamburg. Ich habe in unterschiedlichen Stadtteilen und in verschieden Konstellationen gewohnt. Zum Beispiel in einer Mädchen-WG in Altona, am Hafen in einer kleinen 3-Zimmer-Wohnung und in einer alten Zigarrenfabrik nähe der Schanze – langweilig war das nie.



Erzähl mal von deinem Beruf?

Was ich beruflich mache, lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Früher konnte ich das mit einem Wort beschreiben, ich war Grafik-Designer in einer Agentur. Mittlerweile bin ich aber seit über 15 Jahren selbständig als Kreativer. Anfänglich hatte ich mich auf Logo- und CI-Entwicklung fokussiert, habe Flakon- und Packungsdesigns für die Duftindustrie kreiert oder auch mal die Schaufenster-Konzeption einer großen Parfümeriekette. Ich habe keine Scheu, neue Dinge auszuprobieren, ganz im Gegenteil – mir macht das riesigen Spaß und ich renne mit offenen Armen auf diese zu. Innovativ werden wir nur mit einer relevanten Idee und die gilt es mit Leidenschaft umzusetzen. Ich liebe es, provokativ zu sein, quer zu denken und ich setze auf mein Bauchgefühl. Dadurch ist auch mein Schaffensfeld immer größer geworden: Mein neuestes Projekt ist ZAUBERWERK. Eine Marke, die ich zusammen mit Ritzenhoff & Breker geschaffen habe. Ich kümmere mich um den Markenaufbau, visuelle Konzepte, das Design der Produkte, Foto-Shootings, Social-Media-Aktivitäten bis hin zu Filmdrehs. Ein Herzensprojekt, denn ich kann meiner Kreativität freien Lauf lassen und meine Expertise auf so vielen Ebenen einbringen.



Was wäre dein Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich habe eine lebhafte Fantasie und Vorstellungskraft und vor allem viele Ideen. Meist kommen mir diese, wenn ich mich mit anderen Menschen unterhalte oder auf Reisen bin. So kann ich mir z.B. vorstellen, Surf-Lehrer zu werden, auch wenn aktuell meine Surf-Künste noch zu wünschen übrig lassen. Auf Bali und in Südafrika habe ich mich das erste Mal auf ein Board gewagt und ich würde behaupten, dass das Potenzial zum Surf-Lehrer erkennbar ist.

Schön wäre auch Delphin-Trainer. Auf Key Largo in Florida habe ich mir meinen Kindheitstraum erfüllt und bin mit Delfinen in einer natürlichen Lagune geschwommen. Das war wirklich ein unvergessliches Erlebnis.

Was natürlich auch großartig wäre: Reise-Dokumentarfilmer. Ich liebe es zu reisen und wieso daraus nicht gleich einen Beruf machen? Aber da haben wir es: Es geht mir immer um Leidenschaft. Ich liebe, was ich tue und somit ist das auch meine Erfüllung. Sollte sich das mal ändern, habe ich genug Inspiration für Neuanfänge.


Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Inspirationen gibt es an jeder Ecke und die Ideen lassen meist nicht lange auf sich warten, so fällt es mir schwer, mein kreatives Gedankenrad zu stoppen. Mein Berufsleben und mein Privatleben lässt sich also schwer trennen, gefühlt arbeite ich rund um die Uhr. Und das liebe ich auch. Wenn ich auf Reisen bin oder beim Film schauen neue Impulse bekomme, freue ich mich darüber.


In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

Ich pendle zwischen Hoheluft (Eimsbüttel) und dem Portugiesenviertel / Landungsbrücken. Die beiden Ecken sind so schön verschieden, dass ich mir von beiden die Schönsten raussuche. Im Portugiesenviertel riecht es nach der großen weiten Welt, nach der Elbe und beim Frühstück im Straßencafé kann es schon mal passieren, dass man unerwarteter Weise plötzlich die Queen Mary an sich vorbeiziehen sieht. Zudem finden immer mehr Touristen den Weg ins Portugiesenviertel. Ich finde es herrlich, die Leute dort zu beobachten. In Hoheluft hingegen verirrt sich selten ein Tourist. Hier genieße ich es, um die Ecke vom besten Eisladen der Stadt zu wohnen und in direkter Umgebung ein paar schöne Parks und Cafés zu haben. Zur Alster sind es mit dem Rad nur wenige Minuten.


Möchtest du nochmal in einem anderen wohnen?

Warum nicht? Ich habe zwar schon in vielen Stadtteilen gewohnt, es gibt aber noch soviel mehr zu entdecken. Mich interessieren auch Stadtteile in anderen Metropolen: So würde ich auch gern mal im Meatpacking District, Soho oder Brooklyn in New York wohnen. Oder in Budapest, die Stadt hat mich komplett in ihren Bann gezogen, als ich dort vor kurzem beruflich war. Es gibt dort so liebevoll gestaltete Interior-Design-Cafés, super freundliche Leute, historische Gebäude und wunderbare Wohn- und Büro-Konzepte - eine großartige Stadt. Ãœbrigens nur 1 ½ Stunden mit dem Flieger von Hamburg entfernt.


Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Ein Haus direkt am Meer wäre ein echter Traum. Das hat etwas Magisches. Und wenn nicht am Meer, dann gerne auch hoch in der Luft: Ein Baumhaus! In Sri Lanka habe ich zwei Tage in einem Baumhaus direkt in einem Naturschutzgebiet gewohnt. Das Baumhaus stand mitten in einem Papaya-Feld. Das war ein wundervolles Gefühl durch das Papaya-Feld zu laufen und dann die Leiter zum Baumhaus hochzuklettern.



Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Hamburg ist bunt und aufregend, bietet wirklich für jeden etwas. Wie viele unterschiedliche Theater es hier gibt, ist mir erst bewusst geworden, als ich ein Theater-Abonnement für 2 Jahre hatte. Und es gibt unzählige Museen und Galerien, die Staatsoper und natürlich unsere Elphi, die jetzt plötzlich alle lieb haben. Die bunte Clubszene darf natürlich auch nicht vergessen werden. Und ich bin der Meinung, dass sich unsere Gastronomie-Szene toll entwickelt hat.



Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Es gibt etwas, das in Hamburg gerade echt schiefläuft und das ist der Wohnungsmarkt! Hamburg ist eine attraktive Metropole und nicht nur den Städteforschern ist langsam bewusst, dass immer mehr Menschen vom Land in die Stadt ziehen. Die Mieten steigen zu stark und ältere Menschen, Familien oder junge Menschen mit knappem Budget haben seltener eine Chance, den Zuschlag für eine Wohnung zu bekommen. Da muss dringend etwas dagegen getan werden.

Damit Hamburg noch schöner und interessanter wird, würde ich den Rathausmarkt mit gemütlichen kleinen Cafés versehen wollen, damit sich jeder im Herzen der Stadt wie in Paris fühlen kann - romantisch und gemütlich zugleich.
Und noch eine Sache, die mir am Herzen liegt: Ich würde mich stark machen, dass alle Busse und Taxen mit Wasserstoff betrieben werden. Ein paar Busse hat die Hochbahn schon umgerüstet. Ich glaube fest daran, dass diese Technik unsere Zukunft ist.  Am besten Grünes H2!



Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?


Erwischt! Ich liebe New York – eine tolle pulsierende und atemberaubende Stadt.
In Berlin bin ich gerne mal für 2-3 Tage. Aber nur bei einer Stadt, geht mein Herz immer wieder aufs Neue auf: Wenn ich durch die Hamburger Tore fahre. Das ist einfach immer wie nach Hause kommen.


Alster oder Elbe?

Für mich ist es kein entweder oder sondern ein UND! Wir Hamburger haben das große Glück, sowohl die Elbe als auch die Alster mitten in unserer Stadt zu haben. So viel Wasser, so viel Naherholung mitten in der Stadt.
Wir lieben das Wasser und die freien Plätze. Grillen und draußen sein - geht an beiden Orten richtig gut. 
An beiden Gewässern kann man zudem gut joggen und in der Sonne ein kühles Getränk genießen. Und sicherlich wissen alle, dass es sich sowohl bei der Elbe als auch bei der Alster jeweils um einen Fluss handelt, oder? Falls doch jemand noch glaubt, die Alster wäre ein See, dem gebe ich die Stichworte: „Müller“ und „Mühlenteich“.


Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Wieder erwischt! Suchtgefahr! Mein Smartphone ist eigentlich immer an, wenn ich wach bin. Wenn es mir zu viel wird, dann schalte ich es auch schon einmal ein Wochenende komplett aus. Das ist jetzt schon länger nicht mehr passiert, aber diese Phasen hatte ich auch. Ich weiß, dass es guttut, wenn das Handy nicht immer an ist. Auf Reisen schaffe ich das auch besser, es einfach mal auszuschalten. Im Alltag gelingt mir das jedoch nicht so häufig. Es ist ja auch ein Arbeitsgerät und man muss schließlich immer auf dem Laufenden bleiben, auch was Social Media angeht. Außerdem ist es ein einziges Telefon, das ich besitze. Haustelefone sind ja ausgestorben.



Keine Frage, doch ein wenig Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

I want to make you happy! Das ist mein persönliches und berufliches Ziel! TRY EVERY THINK!


Lieblingssong des Moment?



Lieblingssong forever?



Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Entenwerder, Alsterkanäle mit dem Kanu selbst erkunden und das Falkensteiner Ufer.


Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Natürlich alle meine Freunde und Wegbegleiter. Ohne Euch ist das Leben nur halb so schön!
Es ist toll, so viele liebe Menschen um sich zu haben, die einen schätzen und immer zu einem halten.
Wir gewinnen nur im Team!

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