Johanna Junker. Lüneburger Mensch.

Heute mal kein Hamburger Mensch, sondern die wunderbare Johanna aus Lüneburg. Ich habe sie über eine liebe Freundin kennengelernt und wenn...

Heute mal kein Hamburger Mensch, sondern die wunderbare Johanna aus Lüneburg. Ich habe sie über eine liebe Freundin kennengelernt und wenn es klappt, treffen wir uns seitdem auch gern zu Dritt oder sind auch letzten Sommer bei der Fashion Week zusammen unterwegs gewesen. Ihre Mode habe ich schon mehrmals auf dem Blog gezeigt (Beispiele hier in -> Hamburg oder dort in -> Paris) und nun gibt es auch endlich mal ein paar mehr Infos über und von ihr aus ihrem Leben.

Wen ihre Mode interessiert, der hat übrigens die Chance mit dem Code kathrynsky –> 20% auf alle Produkte zu bekommen. Diesen Code könnt ihr am Ende der Bestellstrecke im Online-Shop eingegeben.

Johanna, erzähl mal, wer bist du?

Ich bin Vollzeit-Mami von zwei kleinen Söhnen, Maßschneiderin, Designerin, selbstständig, momentan immer am Limit, aber glücklich!



Woher kommst du?

Ich bin an der Elbe in der Nähe des Wendlands groß geworden. Dort durfte ich eine ungezwungene und freie Kindheit an den Elbwiesen verbringen. Immer wenn die Wildgänse gen Süden fliegen, erinnere ich mich gerne an diese Zeit zurück.


Seit wann lebst du in Lüneburg?

Ich bin schon immer in Lüneburg zur Schule gegangen, seit 2011 lebe ich nun hier – vorher habe ich vier Jahre in Berlin verbracht.



Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich liebe ihn!

Mein Beruf ist meine Leidenschaft und ich bin sehr glücklich darüber, selbstständig arbeiten zu können. Dies gibt mir die Freiheit, die ich liebe.

Doch von Anfang an: Ich habe in Berlin eine Ausbildung zur Maßschneiderin gemacht, und wusste von Anfang an, dass ich mich irgendwann selbständig mache. Ich hatte schon immer meinen eigenen Kopf und wollte Eigenes erschaffen. Ich hatte viel Glück mit meinem Ausbildungsbetrieb und durfe in einem sehr persönlichen Umfeld das Handwerk an Brautkleidern lernen. Dort habe ich unendlich viel von der Pike auf gelernt und erkannt, dass ich diese Fähigkeiten im ersten Schritt für meine Selbständigkeit nutzen wollte.

Da am Anfang jegliche Mittel fehlten, hab ich mein Arbeitsatelier zu Hause eingerichtet. Der Platz war natürlich knapp, und vor jeder Brautkleidanprobe musste erstmal aufgeräumt werden. So war zwar immer die Bude tiptop, aber der Kinderwunsch und die Vorstellung die Arbeit immer im Haus zu haben, erweckte in mir den Wunsch nach einem eigenem Atelier.


Als ich dann mit meinem ersten Kind schwanger war, bekam ich die Chance ein Atelier in der Kulturbäckerei zu bekommen – ein Kulturzentrum hier in Lüneburg. Dort sind auch viele andere Künstler angesiedelt und ich hatte mir immer gewünscht, dass ich nicht allein im eigenen Kämmerlein nähe, sondern die Chance habe, mit anderen in den kreativen Austausch zu treten – damit man sich gegenseitig inspirieren und unterstützen kann.
Hier habe ich viel mehr Möglichkeiten, vor allem für die Ideen der eigenen Kollektion. Der Weg dorthin war spannend, aber das Durchhaltevermögen mit Kind und Kegel war nicht immer ganz einfach. Ich musste planen, investieren, Produktionen ausfindig machen und und und ... Das hatte ich mir viel einfacher vorgestellt. Dazu kam der neue Online-Shop, der ganze Vertriebspart und die Geburt meines zweiten Kindes. Ich musste mich oft sehr in Geduld üben, doch am Ende hat es funktioniert. 
 
Doch auch jetzt läuft es eher langsam und im kleinem Stil ab. Ist aber völlig in Ordnung, da mir am Ende die Zeit für meine beiden Kinder genauso wichtig ist.


In Zukunft wird es so sein, dass ich nicht nur an einer weiteren eigenen Kollektion arbeite, sondern wieder mehr in Richtung Brautkleider mache. Der Brautkleidmarkt ist sehr speziell und oft eindimensional. Ich merke, dass der Wunsch nach natürlicheren Brautkleidern und hochwertigen Stoffen gefragt ist. Zur Zeit überlege ich, wie eventuell drei bis vier Modelle entwickeln werden können, bei denen sich die Kundinnen die Stoffe und Spitzen individuell aussuchen können.

Auf jeden Fall wird es mir in diesem Jahr nicht langweilig.


Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich kann mir nichts Anderes vorstellen, da ich meinen absoluten Traumjob gefunden habe. Was mir nur manchmal bei der Arbeit fehlt, ist die Zeit an der frischen Luft und die Bewegung. Vielleicht würde ich als Reiseführerin Erlebnisreisen anbieten ;-)


Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Ich genieße die Zeit mit meinen zwei kleinen Rackern, die mich den ganzen Tag, und auch teilweise noch in der Nacht auf Trab halten. Außerdem treffe ich mich gerne mit Freunden und freue mich jetzt schon auf die Zeit, abends wieder öfter unterwegs sein zu können. ;-)

Ich liebe es, ein gutes Buch zu lesen, und freue mich darüber abends mal eine ganze Filmlänge Zeit für mich und meinen Mann zu haben.




Möchtest du nochmal woanders leben?

Klar könnte ich mir das vorstellen, nur werde ich das wohl nicht in den nächsten Jahren. Kinder lassen einen noch mehr Wurzeln schlagen, als je zuvor! Aber mein Mann und ich sind schon viel durch die Welt gekommen und wenn die Kinder das entsprechende Alter haben, geht's wieder los. Da ist es auch schön, wieder zurück zu kommen.


Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Mein Traumhaus würde in der Toskana stehen, umgeben von einem riesigen Grundstück. Alle Freunde und die Familie könnten dort ein und ausgehen, und ich hätte ein paar Tiere. Ohhh das wäre toll!


Ist Lüneburg für dich auch eine Kulturstadt?

Für mich ist Lüneburg einfach wunderschön, was die Altstadt und die Cafés betrifft. Das Kulturangebot in Hamburg ist jedoch, was die meisten Dinge betrifft, eher nach meinem Geschmack. Da ist Lüneburg vielleicht einfach zu wenig Metropole. Doch mit dem noch sehr jungen Kunst- und Kulturzentrum „Kulturbäckerei“ hat Lüneburg ein Ort geschaffen, wo kreative Menschen Platz zum Arbeiten finden. Dort sind außerdem immer wieder Ausstellungen, Veranstaltungen und Theateraufführungen. Auch mein Atelier befindet sich hier, somit ist man jederzeit von kreativen Leuten umgeben, die einem weitere Inspirationen für die eigene Arbeit geben.




Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Ich würde mehr Bänke aufstellen, auch an Plätzen, die ein bisschen ruhiger gelegen sind. Als Mami fehlt mir das oft, wenn ich z.B. mit meinen Kids unterwegs bin.



Warum Lüneburg und nicht Hamburg, Berlin oder New York?

Lüneburg ist es deswegen wieder geworden, da mein Mann 2009 seine Kreativ Agentur hier gegründet hat. So wurde uns die Entscheidung ob Hamburg, oder in Berlin bleiben, abgenommen. Auch für die Familienplanung war Lüneburg an erster Stelle, da wir es uns nicht vorstellen konnten, Kinder in einer Großstadt groß zu ziehen. Man ist hier super schnell im Grünen. Außerdem wohnt die ganze Familie in unserer Ecke, meine Schwester sogar im selben Haus. Das macht vieles um einiges leichter.


Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Mein Smartphone ist meistens an, aber auf lautlos eingestellt, somit werde ich nicht ständig gestört oder unterbrochen, wenn ich meinen Alltag zu meistern habe oder grad an der Nähmaschine sitze. Ich finde es nicht schön wenn es ständig piept oder ich viel in Gegenwart meiner Kinder telefoniere. Somit lasse ich das Smartphone meist in der Küche an einem Platz liegen und rufe, oder schreibe zurück, sobald ich etwas Zeit für mich habe.




Lieblingssong des Moment?

First Aid Kit - My Silver Lining



Lieblingssong forever?

Kings of Convenience - Homesick


Drei Plätze, die man sich in Lüneburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Ich mag den Stint sehr, das Wasser, das Boot und den alten Kran. Wenn man am Wasserviertel war, kann man schön über den Marktplatz in die Altstadt laufen und da eine Runde spazieren gehen. Abends geht's dann ins Sa Bacca, wo man lecker speisen kann und außerdem sehr gutes Cocktails bekommt.



Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Meinen lieben Mann, der IMMER für mich und unsere Familie da ist. Und nicht nur das: Der mir mit allen Dingen, die ich für mich und meine Arbeit brauche, tatkräftig zur Seite steht. Danke!
Außerdem einen ganz, ganz großen Dank an meine Familie, die mir immer den Rücken frei hält, wenn etwas wichtiges ansteht. Danke!

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