Kinotipp: Der große Trip – Wild. – Strayed. Wild. From Lost to Found.

Mein Lieblingsdichter Goethe schrieb: "Die Ruhe der Seele ist ein herrliches Ding und die Freude an sich selbst."  Nicht immer is...

Mein Lieblingsdichter Goethe schrieb: "Die Ruhe der Seele ist ein herrliches Ding und die Freude an sich selbst."  Nicht immer ist es leicht, die Ruhe auch zu finden, dabei liegt darin doch auch die Kraft ... Und für die Verletzungen, die wir alle mal im Laufe unseres Lebens durch eigene Erfahrungen erleiden, brauchen wir eine Menge Kraft – um daran zu wachsen und hoffentlich glücklicher zu werden.



Fest steht, im Vergleich zu meiner Kindheit ist die Welt heute lauter, rasanter und vielleicht auch komplizierter geworden. Also suchen viele von uns ihre eigenen Erfahrungen in der Einsamkeit. Ob beim Yoga, meditieren, schwimmen, laufen .... manche erleben sogar Grenzerfahrungen in der abgeschiedensten Einsamkeit – davon können dann wiederum andere Menschen aus zweiter Hand profitieren. Und auch, wenn es einen großen Unterschied macht, selbst zu pilgern, oder zu wandern, es tut irgendwie gut sich Bücher oder Filme zu Gemüte zu führen, die sich damit beschäftigen. Denn die Gedanken um zur eigenen Mitte zu gelangen, ähneln sich ... 


Seit kurzem ist ein neuer Film, der sich mit der Suche zu sich selbst beschäftigt, in den deutschen Kinos zu sehen: Der große Trip – Wild. Er ist nach dem Buch von Cheryl Strayed entstanden, das 2012 auf den Markt kam.

Mich fasziniert das Thema an sich schon eine ganze Weile (Schaut hier: Kathrin in Santiago de Compostela, der Zielstadt des Jakobswegs und mein Kumpel Maori der den Pilgerweg gelaufen ist und dann ein Buch darüber geschrieben hat: Vom Schisser zum Glückspilz) und die Hauptdarstellerin und Produzentin des Films Reese Witherspoon mag ich auch, also, ab in den Film.



Die Gefahr der kitschigen Happy-End-Komödie besteht fast immer, doch "Wild" ist ein Abenteuer-Drama, das alles andere als schnulzig ist. Ohne zu viel zu verraten sei gesagt, Reese spielt nach der wahren Geschichte von Cheryl Strayed, eine Frau, die sich auf einen langen Fußmarsch zu sich selbst begibt. Das es nicht einfach wird, weiß sie schon vorher, doch wie es dann wird, ahnt sie in keinster Weise. 

Was ihr bei der Reise alles durch den Kopf geht, kann der Zuschauer in schnell geschnittenen Rückblenden sehen. Nicht immer sind die Bilder zeitlich einzuordnen, doch wer denkt schon chronologisch? Dazu gehören Erinnerungen an ihre Familie, Exzesse mit Drogen, Sex, Trauer und Streit. Nach und nach wird es leichter Cheryls Geschichte zu verstehen ... und auch sie versteht immer besser damit umzugehen – Nach drei Monaten auf über 1.800 Kilometern auf dem Pacific Crest Trail, von Kalifornien bis zur kanadischen Grenze.



Reese lies es sich nicht nehmen auch mit einem Wanderrucksack zu drehen, der "in echt" unfassbar viel Zubehör enthält (Schaut mal dieses VIDEO in dem Monster, ihr Rucksack, mit Inhalt gefüllt wird).
So fühlt man als Zuschauer die Schwere des Rucksacks und den Schmerz im geschundenen Körper fast, als wären es die Eigenen. Reese lässt uns die Befreiung durch die Natur erleben und danach geht es einem selbst auch besser. Was ich besonders gern mag, es gibt viel literatische Prosa und Musik die in der Geschichte und auf dem Weg dabei und sehr wichtig sind und so die intensiven Momente noch verstärken. 

Ich hoffe, sie bekommt den Oscar für diese Rolle (nominiert dazu ist sie schon) in dem Film, der leise und nachdenklich ist. Danach ist man aufgewühlt und doch näher bei sich selbst – diese Momente sind größer als laute Ereignisse.



Wild. USA 2014. Regie: Jean-Marc Vallée. Buch: Nick Hornby nach Cheryl Strayeds Memoiren: "Wild: Lost and Found on the Pacific Crest Trail". Kamera: Yves Bélanger. Schnitt: Martin Pensa, Jean-Marc Vallée. Mit: Reese Witherspoon, Laura Dern, Thomas Sadoski. 115 Minuten.


Die Bilder sind alle aus Reeses Instagram Account vom Dreh des Films aus dem Oktober 2013. 


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1 Kommentare


  1. Fabulous Beitrag! Die senery ist charmant. Ich hoffe, dass ich dorthin gehen, um die Schönheit der Natur zu genießen.

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Danke für Deinen Kommentar! :o)