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Fashion-Industrie, Bloggern & Modejournalismus - die Chatdiskussion


Gestern Abend war ich auf der Panel Diskussion Zur Beziehung von Fashion-Industrie, Bloggern & Modejournalismus - es war sehr nett und alle haben sich gut verstanden (kann man noch immer HIER anschauen). Das war vielleicht nicht das, was viele erwartet haben und deswegen sei noch einmal erwähnt, dass es ja auch anders sein kann. 
Frage: Hätten wir uns auf dem Podium angiften sollen um provokant zu sein? Sind Printjournalisten und Blogger Feinde? Sollen sie es sein, um den Mythos um die Macht des Internets und den Kampf der neuen Blogger gegen die alte Riege Journalisten, aufrecht zu erhalten?

Es gibt ein paar Punkte die ich noch einmal aufgreifen möchte. Es ist absolut vorbildlich, das die Brigitte es positiv empfindet, wenn im Vorstellungsgespräch gesagt wird, man habe einen Blog und doch - es geht auch anders! Ich kenne eine Geschichte einer Bloggerin, die an einem Tag zwei Vorstellungsgespräche hatte - in dem Einen wurde ihr gesagt: WOW, toll was du bereits alles gemacht hast! Und in dem Nächsten: Soll das deine Referenz sein?

Die Frage, wie Blogs bei wem ankommen ist also immer noch sehr wichtig. Wie steht das Gegenüber selbst zu dem Thema?! Dies findet man nur im Gespräch heraus.
Während wir vor der Kamera sahsen, fand gleichzeitig im Chat eine Diskussion statt, aus der ich manche Teile aufgreifen möchte:

YTL-Lifestyle: Bloggercliquen sind stärker ausgeprägt als Journalistencliquen.

Mike York: Ohne PR Agentur Kontakte kann man das bloggen vergessen. 

Liebe Blogger, wenn ihr auf Newsletter gesetzt werden wollt, schreibt doch die Agenturen dazu an. Wenn ihr wollt, dass Agenturen von sich aus erkennen, wie toll ihr seid, zeigt doch auch in irgendeiner Form was ihr für sie tun könnt.
Die Auflage eines Magazins ist in diesem selbst auch ersichtlich. Baut einen Zähler in euren Blog ein oder legt euch ein MediaKit zu. Dies erleichtert viel viel viel Arbeit.

YTL-Lifestyle: Es ist immer noch ein Qualitätsunterschied zwischen "Mode"-Blogs und "Mode"-Magazinen. "Kleidungs"-Blogger trifft auf die Onlinelandschaft eher zu, als "Mode"-Blogs.
Mike York: Es gibt Unterschiede in der Qualität - oft kommt es auch darauf an, wer dahinter sitzt und die Leute interessiert der Mensch oft mehr als die Themen. 
YTL-Lifestyle: Dann ist doch die Frage, ob man den Anspruch des Lesers über den eigenen Anspruch als Schreiber setzt.
Mike York: Da ist bei jedem Postings die Frage, stelle ich das Thema in den Vordergrund oder mich?  

Hier besteht für mich der größte Unterschied zwischen Journalismus und Bloggern. Es gibt Blogger die schreiben journalistisch und nennen sich Magazin um sich vom Normalblog abzugrenzen. Am Ende landen trotzdem die meisten im Blogtopf. 
Von einem Journalisten erwarte ich eine Themenaufarbeitung. Von einem Blog nicht, ich freue mich, wenn ich diese vorfinde, doch ich erwarte sie nicht von vornherein. Zumindest solange man Online-Journalismus oder Bloggismus (klingt allerdings nach Krankheit) noch nicht studieren kann.

YTL-Lifestyle: Da eine Personalisierung bei einem Blog ja stattfindet, warum dürfen private Facebook-Accounts nicht als Maßstab gesetzt werden?  
Mike York: Das ist eine gute Frage ... immerhin arbeiten wir ja mit unseren privaten Profilen.
Stefan Urschler: Es ist nicht möglich, da es im privaten Profil nicht messbar ist und Profile ab einer gewissen Anzahl nicht mehr möglich sind, da Facebook sie dann sperrt. Deshalb sollte man eine Fanpage erstellen, darauf achten Unternehmen.
YTL-Lifestyle: Aber dann wird die Personalisierung auf eine Art geschwächt, da man sich als "Unternehmen" präsentieren muss ... 
Stefan Urschler: Das tolle dabei, man bekommt einen extrem guten Überblick was Leser betrifft, Demografie etc.
YTL-Lifestyle: Promotest du denn deine Blog Sachen, auch über deinen privaten Verteiler? 
Stefan Urschler: Du meinst im privaten Profil? Gelegentlich. Hauptsächlich über die Fanpage.

Werdet euch über die Reichweite bewusst, doch habt bitte keinen Höhenflug und werdet unverschämt. Die Klickzahlen können schon in der nächsten Woche ganz anders aussehen.
Und, am Ende seid ihr nur Dienstleister. Der Kunde ist der König!
Bis ein Magazin nicht mehr erscheint, gehört schon mehr dazu. Ich persönlich glaube nicht, dass sich ein Kleidungsstück in merklichen Ausmassen verkauft, weil ich als Blogger sage, ich finde es gut - wir haben wohl eher alle einfach den selben Geschmack.

YTL-Lifestyle: Blogs von Unternehmen ... urgs ... Eine Werbeplattform in Form von Tagepüchern
Nadine Knobelsdorf: Kann ich dir nicht zustimmen. Es gibt auch gute Beispiele für Corporate Blogging.
YTL-Lifestyle: Gute im Sinne von interessantem Content okay, gut im Sinne von Blog Richtung Journalismus ... denke ich nicht. 
Daniela: Natürlich sprechen Unternehmen nicht neutral über Themen, aber davon kann man ja ausgehen, wenn man auf einem Corporate Blog liest. Es ist aber dennoch schön eine Meinung dazu zu lesen. Man kann sich dann ja auch noch andere Meinungen einholen.

Ist es nicht allgemein als positiv anzusehen, wenn das Unternehmen so weit ist und sich so transparent im Social Web präsentiert?  Die Idee zum eBay Dealhunter Blog entstand Anfang 2009 und das Ziel war und ist es, die Wahrnehmung als attraktive Shopping-Plattform zu stärken. Blog, Twitter und Facebook wurden als Hauptkanäle gewählt, weil wir mit unserer Zielgruppe, die wir Online finden und wo die jeweiligen Angebote lediglich einen Klick entfernt sind, einen Dialog auf Augenhöhe entfachen wollten. Das Ergebnis ist ein sehr schönes und wenn man sieht, was in Deutschland an Blogs besteht, ist es doch eines der sehr positiven Beispiele.

Nadine Knobelsdorf: Ich wünsche mir für 2012, mehr Kooperation zwischen Bloggern und Unternehmen. Wir sollten uns da ein Beispiel an dem amerikanischen Markt nehmen!
Mike York: Ja Nadine wäre nett, aber nicht nur Gutschein Kooperation.  

Patrick: Letztendlich gilt für Print wie für Online incl. Blogger: die Hand, die einen füttert, beißt man nicht.
YTL-Lifestyle: Bezahlung durch materielle Vergütung ist auch Bezahlung! Durch Bezahlung jeglicher Art, wird die journalistische Freiheit doch in jeder Art und Weise eingeschränkt, oder? @die Journalisten ... (sei es durch materielle Vergütung in Form von Geschenken oder Anfahrskostenerstattung oder direkte Bezahlung). Modeblogs in Deutschland sind nicht ehrlich, sondern "ich finde alles gut" Berichte
Patrick: Klar! Und die journalistische Freiheit lebt von Luft und Liebe. Es kommt letztendlich auf ein gesundes und ein für sich vertretbares Mittelmaß an. 

Der eigene Anspruch sollte für einen selbst klar sein - nur so kann man ehrlich zu seinen Lesern sein und so auch ein Potential erreichen, das einen für weitere Kooperationen interessant macht. Positiv Beispiele, die auch mal neue Wege aufzeigen, sind nicht nur Design Kooperationen und gemeinsame Kollektionen (die toll sind), sondern auch die in der Diskussion erwähnte Kooperation von Elin Kling mit der SEB Bank. Wege begehbar zu machen dauern ... und in Deutschland etwas länger. Aber sie werden begehbar werden - ich bin sicher! 

Mein persönlicher Zukunftswunsch: Routinierter werden. Mit allem was neu kommt! 

Bitte und gerne mehr Anregungen und eure Meinungen dazu.
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