Hamburger Kaffee Röstung in Entenwerder: Die Public Coffee Roasters

Die Public Coffee Roaster sind meine favorisierte Kaffeebude in der Hamburger Neustadt. Seit über zwei Jahren sind sie mein Dealer für...


Die Public Coffee Roaster sind meine favorisierte Kaffeebude in der Hamburger Neustadt. Seit über zwei Jahren sind sie mein Dealer für mein Morgens- (und auch Tages-) Elixier.  Ihr "Elida" hat bereits die österreichische Filterkaffee Meisterschaft gewonnen. Der Klassiker ist jedoch der "Starlight" Espresso, der zum einen ziemlich kräftig und zugleich cremig ist und nach Schokolade mit Haselnussnote schmeckt. Aber hallo, danach ist man wach! Deswegen nutze ich für den Über-den-Tag-Gebrauch gern den "First Love". 

Unabhängig von der Sorte sind die Public Roaster Kaffeemacher der "Third Wave" Generation, die für Qualität, fairen Handel und Transparenz steht. Das "Public" in ihrem Namen soll, unter anderem, auch die Transparenz der Produkte und Dienstleistungen verdeutlichen. Vor einiger Zeit haben sie sich entschlossen, sich für die Veredelung ihres Kaffee nicht mehr in anderen Röstereien einzumieten, sondern mit eigener Maschine zu rösten. Dafür wurde zuallererst ein Ponton am Entenwerder Park komplett renoviert und dann alles aufgebaut, was das Kaffeeherz benötigt.



Mit Blick auf die Norderelbe, den Peutehafen und die Billwerder Bucht werden hier nun die Bohnen geröstet und getestet. Im Gegensatz zu der riesigen Rösterei die ich mir von Dinzler in München angesehen habe, ist es hier heimelig, fast, als wäre man auf Hausbesuch.

Aus der zweiten Etage hat man einen guten Blick auf das, was die Profis da mit der Röstmaschinen machen. Denn dies erfordert ihre volle Aufmerksamkeit: Unter Hitzezufuhr finden beim Rösten sehr komplexe, chemische Reaktionen statt. Dabei setzen sich Zuckerstoffe und Aminosäuren neu zusammen, so dass chemische Verbindungen neu gebildet werden. Der Rohkaffee, die Kaffeekirsche, ist eigentlich blass-grün und riecht ein wenig nach Heu. Durch die Hitzezufuhr im Röster wird den Bohnen die restliche Feuchtigkeit entzogen und sie wird zunächst gelb. Nach einigen Minuten wechselt sie ihre Farbe ins bräunliche und es entsteht dieser wunderbare Geruch, mit dem ich morgens am liebsten aufwache (Off-Topic: Ab und an liegt dieser Geruch über der ganzen Speicher- und auch der Hafenseite der Neustadt. Das liegt nicht an dem Röster der Publics, hier sind einfach viele Röstereien – toll!). 

Durch die in den Bohnen neu entstandenen Gase (Kohlenstoffdi- und monoxid) nehmen die Bohnen an Volumen zu und in ihnen entsteht ein Druck, durch den sie schließlich hörbar aufplatzen. Dieser Prozess beginnt nach ca. 10-13 Minuten (je nach Röstmenge und Bohne) – dieser Moment ist entscheidend für die Geschmacksvielfalt und der oder die Röstmeister/in müssen die Bohnen aufmerksam beobachten.



Würde man zu lange warten, würden die Bohnen schnell verkohlen. Doch bevor dies geschieht, verändert sich die Farbe der Bohnen in leicht braun bis mittel-, dunkel– und auch schwarzbraun. Allein das Wissen des Röstmeister entscheidet, an welchem Punkt es Zeit ist, aufzuhören und der Geschmack, der erzielt werden soll, aus der Kaffeebohne herauskommt. Nur wenige Sekunden und Grad können den selben Rohkaffee ganz anders schmecken lassen. 

Im Anschluß kann man hier auch einfach runterkommen und sich eine schöne Tasse Kaffee gönnen. Dabei auf das Wasser blicken, dem Treiben der Hafenarbeiter zuschauen und die Gedanken schweifen lassen. Die Rösterei Fläche ist nicht öffentlich zugänglich, doch nur ein Stückchen, ca. 20m, weiter geht es genauso gut und im Entenwerder1 könnt ihr auch den Public Coffee trinken. 

Ansonsten Montags bis Freitags von 08:30 - 18:00 und Samstag bis Sonntags von 10:30 - 17:00  im Laden in der Wexstraße 28, 20355 Hamburg. Es gibt ihn, doch lasst den To-go mal sein und genießt den Moment. ...

Kaffee ist Kunst.

 


Danke für den schönen Tag auf eurem Ponton liebe Public Coffee Roasters!


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