Hamburger, nein Friscaner Mensch: Teresa Hammerl

Liegt es am Sommer und der Sehnsucht oder an der Fülle der wunderbaren Menschen auf der Welt? Heute ist das Hamburger Freitagsinterview z...

Liegt es am Sommer und der Sehnsucht oder an der Fülle der wunderbaren Menschen auf der Welt? Heute ist das Hamburger Freitagsinterview zu Gast in San Fransico und nicht in Hamburg.

Als Teresa und ich uns vor ca. zehn Jahren kennengelernt haben, kannte man sich ja einfach. War damals so. Es gab nicht sooo viele Blogger (die irgendwie in die Kategorie Mode eingeordnet wurden) und so waren die aus dem deutschsprachigen Raum einfach bekannt untereinander. Als in Wien das erste Fashioncamp organisiert wurde, gehörte sie mit zu den Organisatoren und ich war wegen ihr dort vor Ort. Es gab auch eine Zeit, da war sie oft hier in Hamburg, dann gingen wir Burger essen und tauschten uns aus. Nun ist sie in Kalifornien in einer der schönsten Städte.
Trotz alledem ist Teresa für mich ein Phänomen, was ich nie richtig greifen konnte – obwohl ich doch die ganze Zeit über verfolgt habe, was sie tut. Lange hat sie im Rahmen von stylekingdom geschrieben um sich dann irgendwann zu verselbstständigen und unter eigener URL zu bloggen.
Von außen betrachtet ging es für mich dann Schlag auf Schlag. Sie war bei der Olympia in Russland, schreibt auf ihrem Blog, einem Flauschplatz für Texte und Fotos auch mal einen Rant der für Zündstoff sorgt oder Themen, die etwas abseits der täglichen Berichterstattung sind, wie, dass sie niemals zur Schule gegangen ist. Schon lange also nicht mehr nur Mode.

Und weil ich eben doch nicht so richtig verstehe, was sie so tut, weil es bei Tausendsassan vielleicht auch so ist, einen kleinen Einblick, warum sie Sticker so liebt, wieso sie so viel bei Facebook teilt, warum sie ihr HerzoderBundesstaatlogo auf der Hand hat, wie das mit dem heiraten kam und was sie denn nun in San Francisco macht, das erzählt sie uns nun vielleicht hier im Interview. Und weil sie Hamburg auch so gern mag, eben mit den euch (fast allen) bekannten Fragen und auch in der Rubrik „Hamburger Menschen“-auswärts. Los geht es, von Anfang an, wer bist du und woher kommst du? 

Ich heiße Teresa und lebe derzeit als Journalistin in San Francisco. Ich komme aus Wien, Österreich. 

Seit wann bist du in San Francisco, wie kam es dazu und wie oft warst du davor schon dort? 

Ich bin jetzt seit Anfang Februar in San Francisco, mit einer kurzen Pause dazwischen, wo ich für etwa zwei Wochen in Wien war. Zuvor war ich im letzten Jahr schon hier, da haben wir ein Monat lang einen Road Trip durch die USA gemacht. National Parks, Las Vegas, Seattle und Portland standen da etwa am Programm. Ausgangspunkt und Ziel war jeweils San Francisco. Genaugenommen habe ich da aber nur wenige Tage hier, in SF, verbracht. 

  
Erzähl mal von deinem Beruf. Oder von deinen Berufen. 

Ja, gerne. Ich habe 2008 mit einem eigenen Blog gestartet, weil ich eine Plattform gesucht habe, auf der ich schreiben kann. Mit colazionearoma.com habe ich dann vor einiger Zeit auch nochmal einen Neustart gewagt und den alten Content hinter mir gelassen. Mit dem Blog hat sich dann ab 2008 ergeben, dass mich viele angesprochen haben, ob ich nicht auch bei ihnen einmal etwas verfassen will. Das waren sowohl Print- und Onlinemagazine, als auch Firmen mit Corporate Blogs oder Social Media Redakteure und Redakteurinnen, die jemanden gesucht haben, der gut mit Content und dem Internet ist. Ich denke, dass ich das bin. So hat es sich ergeben, dass ich heute hauptsächlich schreibe, über Lifestyle Themen genauso wie über Startups, Wirtschaft und Reisen. Neu ist jetzt, dass ich gemeinsam mit Lisa Oberndorfer auch auf fillmore.at berichte, wo wir uns mit Themen aus dem Silicon Valley und dem deutschsprachigen Raum beschäftigen.

Was wäre dein Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst? Oder was hast du gedacht, wirst du mal von Beruf als du 5 und 15 Jahre alt warst?

Das ist langweilig, denn ich habe nie an etwas anderes gedacht. Meiner Oma habe ich es zu verdanken, dass sie mich immer schon zum Schreiben motiviert hat und so habe ich früh sehr viel Spaß daran gehabt. Ich weiß nicht, ob ich ohne dem heute auskommen könnte. Was mir aber schon auch Spaß macht ist Eventplanung, das Organisieren von Veranstaltungen, bei denen sich Leute unterhalten und informieren können und zu denen sie gerne kommen. Anfang des Jahres habe ich gemeinsam mit einem Team ein Startup Weekend in Wien geplant und jetzt sind wir, gemeinsam mit Floor Drees und Christoph Eichberger, dabei den Betapitch Vienna zu realisieren. Das ist ein Pitchingevent für Startups, das in Zusammenarbeit mit dem betahaus in Berlin stattfindet.
 

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Das kann ich gar nicht so genau trennen. Ich mache meistens irgendwas im Internet, schaue Serien oder gehe spazieren und erkunde neue Ecken in San Francisco. Ich finde das so schön an einer neuen Stadt, wenn es noch viel gibt, was man noch nicht gesehen hat. Gleichzeitig, wenn man nicht nur Urlaub macht, hat man den Druck nicht, dass man bald wieder fährt und kann so in Ruhe alles genießen. Manchmal sitze ich deshalb gerne auch nur am Strand und schaue aufs Meer, auf den Pazifik. Ein Luxus, den ich zum Beispiel in Wien nicht hatte.

Wo in San Francisco lebst du und wo hast du in Wien gelebt?

Im Moment wohne ich in Haight-Ashbury, der Stadtteil gleich neben dem Golden Gate Park. Wenn ich im Schlafzimmer aus dem Fenster schaue kann ich sogar einen kleinen Teil der Golden Gate Brücke erspähen. In Wien habe ich zuletzt im 7. Bezirk gewohnt, gleich neben den hippen Lokalen und Shops. Auch die Mariahilfer Straße, eine Einkaufsstraße, die mittlerweile Fußgängerzone ist, war da gleich ums Eck. Zuvor war ich sehr lange im 2. Bezirk, da wo ich auch aufgewachsen bin. Ein schöner Bezirk mit vielen Grünflächen.
 

Gibt es noch mehr Städte die du mal als Wohnort erleben möchtest?

Ich würde gerne mal längere Zeit in Bali verbringen, jetzt ist aber San Francisco genau die Stadt in der ich sein will.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Hier! Wenn ich mit meinem Mann ein kleines Haus mit Garten haben könnte, dann würde auf jeden Fall ein Wunsch in Erfüllung gehen. Einen Ort zu schaffen, wo man angekommen ist, wo man nicht erst außer Haus gehen muss, um sich wohlzufühlen. Auch eine Katze dürfte dann nicht fehlen oder ein Hund oder beides, da sind wir uns noch nicht ganz sicher.

Ist Hamburg für dich eigentlich auch eine Kulturstadt? Was macht sie dazu?

Das ist eine gute Frage. Jedes Mal, wenn ich in Hamburg war, hatte ich kein Problem damit Ausstellungen oder Vernissagen zu finden. Es gibt eine rege Künstlerszene und viele Möglichkeiten sich moderne Kunst anzusehen, sei es in den Deichtorhallen oder in einem der vielen kleinen Ateliers. Das macht Hamburg für mich sehr lebendig und zugleich modern, in diesem Sinne würde ich Hamburg auch als Kulturstadt bezeichnen. 

 

Wo bist du hier lieber, wenn du in Hamburg bist, an der Alster oder Elbe? 

Elbe, da fühlt man sich fast wie am Meer. 

Drei Plätze, die du in Hamburg gerne magst und die sich auch andere angeschaut sollten:

Am Isebekkanal gibt es ein Haus, das so schön nahe am Wasser steht. Immer, wenn ich in Hamburg  bin, schaue ich da vorbei und bin immer wieder begeistert von der Stille und Ruhe an diesem Ort. Außerdem schaut es zu jeder Jahreszeit unterschiedlich und besonders aus. Die Speicherstadt hat es mir außerdem angetan. Nicht nur weil man dort tolle Instagram Fotos machen kann, sondern vor allen Dingen auch deshalb, weil man so etwas nicht überall findet. Der dritte Ort ist sicherlich der Hafen und die zahlreichen Fähren, die man nehmen kann. Wie cool ist es in einer Stadt zu wohnen, wo Fähren Teil der öffentlichen Verkehrsmittel sind!

Warum San Francisco und nicht Istanbul, Berlin, New York oder eben Hamburg? 

Nun ja, der Moment und das Bauchgefühl haben gerade San Francisco gesagt. Ich wollte einmal an einem Ort leben, der sich auf einem anderen Kontinent befindet und der thematisch auch zu mir passt. Weil das Internet hier zuhause ist habe ich mich angezogen gefühlt und auch die Menschen, die ich bisher kennengelernt habe, machen die Stadt für mich wertvoll. Das heißt aber natürlich nicht, dass ich nicht auch mal längere Zeit in New York verbringen werde. Vor kurzem war ich dort und habe mich nur sehr schwer vom Central Park wieder trennen können. Mal schauen, was sich da in den nächsten Jahren noch ergeben wird.

Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Es ist niemals aus.


Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

Ich denke, manchmal ist es gut, wenn man eine Idee hat, die man realisieren möchte und sich erst danach Gedanken macht, wie das möglich ist. So ging es mir in den letzten Jahren sehr oft und es waren immer die besten Momente, wenn ich mich aus dem Fenster gelehnt habe und nicht wusste, was da auf mich zukommt. Das ist auch ein wichtiger Punkt, wenn man ins Ausland gehen will. Nicht zu viel darüber nachdenken, sonst macht man es ohnehin nie.

Lieblingssong des Moment?

Ein eindeutiger Ohrwurm ist gerade San Francisco von Scott McKenzie.

Lieblingssong forever?

Daniel Johnston mit True Love Will Find You In The End. Der Song hat mir immer dann geholfen, wenn ich dachte, dass das mit der Liebe niemals passieren wird.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Ich habe mir vor einiger Zeit mal überlegt, wem ich mein Buch widmen würde, wenn ich mal eines schreiben werde. Das ist gar nicht mal so leicht, weil so viele Menschen in meinem Leben wichtig sind. Das sind einerseits meine engen Freunde, aber vor allem meine Familie. Ich möchte keinen von ihnen auslassen, weil ich ohne sie nie da wäre wo ich heute bin. Alle waren an unterschiedlichen Punkten meines Lebens ausschlaggebend dafür, dass ich mich getraut habe einen großen Schritt nach vorne zu machen. Wenn ich aber genau jetzt jemanden grüßen soll, dann wäre das diejenige Person, die mich viel mehr nach vorne schiebt, als ich mir das je hätte vorstellen können und mich dabei trotzdem festhält, damit ich auch sicher stehe. In diesem Sinne: Huhu, Lukas! Schöne Grüße!


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