Boris Arnold. Hamburger Menschen. #19

Bei manchen Menschen weiß man gar nicht, woher man sie kennt, sie sind einfach da, weil man sie so oft sieht, auf den selben Events rumhäng...

Bei manchen Menschen weiß man gar nicht, woher man sie kennt, sie sind einfach da, weil man sie so oft sieht, auf den selben Events rumhängt und weil die Symphatie einfach da ist. Und deswegen nun, tatatatadaaaaa, endlich hier bei den Hamburger Menschen: Boris.

Wer bist du?

(ACHTUNG: LANG) Ich bin der Boris a.k.a. BoDreitausend. Für 299 D-Mark kaufte ich mir einen der ersten MP3-Player, den Diamond Rio PMP-300. Knallharte 32 MB sorgten für 20 Minuten HiFi-Unterhaltung. Zu Napster-Anfangszeiten scherte sich ja noch niemand um GEMA, Urheberrechte oder sonstige Internetgeschichten. Da Papa auf Hightech setzte und mir per ISDN-Kanalbündelung den concordeartigen Datenhighspeed ermöglichte, konnte ich mir sogar die ersten Flashseiten zur Unterhaltung ansehen. Zu der Zeit wusste noch niemand, dass Apple Flash nicht so cool findet. Damals war Microsoft noch der Don im Business und mit Windows 95 hatte die wunderschöne Schwarzweiss-Welt mit dem lustigen „format c:-Spiel“ unter DOS endlich ein Ende. Nachdem man enttäuscht von Mobilcom eine Nachricht bekommen hatte, dass man nun doch keine Flatrate für 77 D-Mark im Monat bekäme, um sich die gefühlten 30 Internetseiten auch ganz genau durchlesen zu können, hat man den Sack mit den AOL-Werbe-CD ́s aus dem Schrank geholt. Dank Fake Account Generator und dem einen oder anderen Gratis-Code konnte man sich den Monat in einer grauen bis tiefschwarzen Zone über Wasser halten und ein paar Menschen wahllos aus Chatrooms punten. Dann kam DSL und die Innovationen entwickelten sich in etwa mit der gleichen Geschwindigkeit. Das Platzen der eCommerce-Blase war der erste Soft-Reset. Danach kamen nur noch WLAN, Smartphones und Social Networks. Gemerkt? Ich bin ein Digital Native, ein massentauglicher Nerd. Ich gebe viel zu viel Geld für unfunktionelle Kleidung und Sneaker aus, trinke dafür allerdings keinen Kaffee und esse keine Süßigkeiten. Trotzdem habe ich ziemlich viel Spaß und lache sogar gern.


Woher kommst du?

(DAFÜR HIER KURZ) Ostwestfalen-Lippe. Ich habe 8 Jahre in Bielefeld gelebt, studiert und rumgeknutscht. Ursprünglich stamme ich allerdings aus einer kleinen Stadt an der A2. 20 Kilometer von der Stadt entfernt, die auch Menschen wie Herm, Casper und Gerhard Schröder zu Weltruhm verhalf.

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Seit wann bist du in Hamburg?

Ha, ulkige Geschichte. Ich war das erste Mal in Hamburg, als ich mein Vorstellungsgespräch hatte. Ich wollte meine Bachelorarbeit bei frontlineshop schreiben. Nach der Zusage bin ich dann zum zweiten Mal nach Hamburg gekommen. Dieses Mal für länger. Das ist jetzt 4 Jahre her.

Erzähl mal von deinem Beruf?

Diesdas, facebook und so. Mal im Ernst: Beruf klingt immer so endgültig. „Ich habe Klotzbauer gelernt. Jetzt baue ich die nächsten 40 Jahre Klötze.“ Da bekomme ich gleich ne Gänsepelle ...
Ich habe eine technisch-kaufmännische Ausbildung hinter mir und noch ein Studium der Medienwirtschaft draufgesetzt. Berufsbegleitend, denn auf die Studienzeit mit Feten, Fummeln und Fusel hatte ich keine Lust. ZwinkerZwinker. Die Abschlussarbeit dazu habe ich wie vorhin schon erwähnt dann in Hamburg beim Online FashionRetailer frontlineshop geschrieben und bin danach gleich da geblieben. Ich habe mich dort größtenteils um die Konzeption von Online- und Offline-Aktionen mit den großen Marken gekümmert und den Social Media Bereich strategisch und operativ aufgebaut. Content im richtigen Context. Ihr wisst schon. Mittlerweile mache ich diesen Digitalquatsch als Dienstleister auf Agenturseite.

Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich wäre Hyper-Connector 3000. Leute kennenlernen, mit denen Ideen spinnen und dann mit den richtigen, anderen Leuten zusammenbringen. Peng.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Internet. Quatsch. Menschen treffen. Konzerte und Kultur. Essen. Leben.

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du? Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Ich wohne mit meiner Busenlilly in Eimsbüttel, nahe Sternschanze und St. Pauli. Im Hinterhof. Anderer Stadteil? Mh, gibt es Altbauhausen bei Balkonistan? Nö, eigentlich nicht. Ich mag es hier.

Bildcredits: Walter Glöckle

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

In einer Pappel. Ganz oben. Ich mag die Natur. Und ich mag Aussicht.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt #1?

Die Größe. Der Gerät ist so klein, dass hier viel auf engstem Raum passiert. Hamburg hat mehr zu bieten, als man denkt. Ich glaube ja es gibt die Konzertkanone, mit der dauernd durch Hamburg gefahren wird und da, wo nicht gerade ein Flohmarkt, Junggesellenabschied oder Wohnungbesichtigungsschlange den Weg versperrt, ein Gig hingeschossen wird. Neben dem bunten musikalischen Strauss gibt es für alle die die Augen offen halten, auch sehr viel Streetart zu sehen. Hamburg braucht sich neben Castrup-Rauxel und Berlin nicht zu verstecken. Einzig die Information über anstehende Events und Tolligkeiten holpert noch etwas vor sich hin. Aber da helfen wir Hamburg bald auf die Beine. Ab Februar starten wir Mit Vergnügen Hamburg und versorgen dann alle Menschen in und um die Hansestadt mit dem heissen Scheiss.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Haha, das ist einfach: Junggesellenabschiedssteuer in Höhe von 86% des Bruttojahreslohn. Von jedem Teilnehmer aus der Gruppe.
Rein rechnerisch müssten wir dann in 3 Tagen Red Bull und Coca-Cola kaufen können. Die neue Powerfirmenzentrale wäre dann auf dem Schulterblatt unter dem Namen „Rote Cola“. Ach ne, lieber doch nicht. Gentrifzierung olé.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

In 15 Minuten durch 3 Stadteile. Zu Fuß. Noch Fragen?

Alster oder Elbe?

Elbe. Weniger Jogger und mehr steife Brise.

Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Drölfzehn. Die Frage ist eher, wie viele Stunden am Smartphone der Tag an ist.

Keine Frage, Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

Wer das liest, ist cool. Und

Lieblingssong des Moment?

Für den chillybilly Boris:
Nicht mehr so aktuell, aber immer noch eine Wahnsinnsgranate in meiner Playlist von der putzigen Karen Marie Ørsted. Die Claps, allein die Claps!

Lieblingssong forever?

Pase Rock - It`s about time. Weil der gute Laune macht und ich den laut Playcounter schon 327496324235 mal gehört habe und immer noch völlig abfeiere.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Hallo Boris in der Zukunft. Ganz schönen Quatsch hast du hier geschrieben.

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2 Kommentare

  1. sehr schön! vor alllem die junggesellenabschiedssteuer. aber warum nur 86%? ich würde 100% verlangen...cheers

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  2. Boris ist und bleibt nen cooler Typ. Sympathisch wie eh und je. :)

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