Anna Wahdat. Hamburger Menschen #186

Heute ist es an der Zeit etwas mehr über Anna zu erfahren, sie ist die Tochter eines alteingesessenen Hamburger Orientteppichhändlers und ...

Heute ist es an der Zeit etwas mehr über Anna zu erfahren, sie ist die Tochter eines alteingesessenen Hamburger Orientteppichhändlers und auf, neben und zwischen Teppichen groß geworden. Das Spielen und Hüpfen auf Teppichen hat nun ihr kleiner Sohn übernommen. Ihr Label nennt sich 'On the Rugs'. Und schon sind wir mitten drin und es geht los mit; wer bist du?

Langversion: Hamburgerin, halb deutsch, halb afghanisch, Mama, große Schwester, Tochter, Frau, Teppichhändlerin, Redakteurin, Yoga-Liebhaberin.
Kurzversion: Anna.

Bild via Linda David


Woher kommst du?

Ich bin in Hamburg geboren, im Speckgürtel großgeworden, war ein paar Jahre weg und bin seit sechs Jahren zurück. Ich befürchte, dass ich bleibe.


Seit wann bist du in Hamburg?

Mit ein paar Unterbrechungen seit fast 35 Jahren - oha.


Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich bin Teppichhändlerin – klingt (auch für mich) komisch, ist aber seit ca. 1,5 Jahren tatsächlich so. Ich suche in Teppichstapeln, staubigen Speichern und auf Messen nach besonderen Stücken, die ich dann online, bei Pop-ups oder in temporären Showrooms zeige – und im besten Fall verkaufe. Das ist eine sehr körperliche und sinnliche, auf der anderen Seite aber auch ziemlich administrative und konzeptionelle Arbeit. Dass ich diese Richtung einschlagen würde, war nie geplant, obwohl mein Vater Teppichhändler ist. Jetzt freue ich mich darüber, dass wir plötzlich so eng zusammenarbeiten. Trotz allem ist On The Rugs nur ein Teil meines Berufslebens – wenn auch derzeit mein liebster. Ich bin ausgebildete Redakteurin und arbeite freiberuflich weiterhin als Texterin und Journalistin.



Was wäre dein Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Wahrscheinlich irgendein anderes Job-Patchwork-Konstrukt. Mir fällt es schwer, mich beruflich auf ein Thema festzulegen. Neben Texten und Teppichen habe ich in den letzten Jahren im Möbelladen gejobbt, ein Yoga-Festival mitorganisiert, kulinarische Märkte konzipiert, hässliches Gemüse verkauft. Früher wollte ich unbedingt Anwältin werden – das reizt mich noch immer, der Zug ist aber wohl abgefahren.


Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Schaukeln, rutschen, buddeln. Tatsächlich hänge ich zurzeit ziemlich viel auf Spielplätzen ab. Ansonsten esse ich gerne gut, mag Kaffee-Dates, Fahrradtouren und Zeit mit Familie und Freunden.



In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

In Altona-Altstadt – perfekt gelegen zwischen Fischmarkt, Kiez und Ottensen.


Möchtest du nochmal in einem anderen wohnen?

Nicht unbedingt, denn ich mag es hier sehr. Leider ist unsere Wohnung inzwischen zu klein, darum sind wir gerade auf der Suche und erweitern unseren Radius immer mehr, auch in Richtung Stadtrand. Mit allem östlich der Alster tu ich mich allerdings bislang schwer.


Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Am Feld, am Meer, am Deich - ich kann mir vieles vorstellen. Klingt kitschig, ist aber so: Familie und Freunde müssten in der Nähe sein. Und die Natur.



Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Das unüberschaubare Entertainment-Angebot sicherlich nicht. Vielmehr die vielen engagierten und inspirierenden Akteure, die hinter der lauten und knalligen Fassade tüfteln, arbeiten und eine spannende (Sub-)kultur kreieren.


Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Ich bin froh, dass ich es nicht bin und niemals sein werde. Wünschen würde ich mir generell mehr soziale Gerechtigkeit und weniger AIDAs.


Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

In Berlin habe ich ein paar Jahre gewohnt, es hat mir gut gefallen, aber irgendwann hat es gereicht. In New York war ich (leider) noch nie. In Hamburg leben Freunde und Familie, darum ist der Ort außer Konkurrenz.


Alster oder Elbe?

Elbe. Immer.


Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Ich habe neulich mal so eine App ausprobiert, die meine Nutzungsdauer gemessen hat. Das war gelinde gesagt erschreckend.


Lieblingssong des Moments?

„Ein Vogel wollte Hochzeit machen“


Lieblingssong forever?

Jetzt habe ich minutenlang drüber nachgedacht und kann mich einfach nicht entscheiden.

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:
  • Hamburger Berg
  • Rathausmarkt
  • Elbphilharmonie. 
Ätsch. Meine Lieblingsplätze behalte ich für mich.


Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Den Teil fand ich in der Miniplaybackshow schon immer am lustigsten, endlich darf ich auch mal: Ich grüße meine beste Freundin, mein Meerschweinchen und alle, die mich kennen. < 3

Bild via Linda David

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