Christoph Zettler. Hamburger Menschen #138

Ich freue mich immer wieder, wenn ich ihn mit seinem Rad entdecke und wenn ihr ab und an die Haltestelle Hamburg-Hoheluftbrücke passiert, k...

Ich freue mich immer wieder, wenn ich ihn mit seinem Rad entdecke und wenn ihr ab und an die Haltestelle Hamburg-Hoheluftbrücke passiert, kennt ihr ihn mit Sicherheit auch, meinen heutigen Gast der Reihe "Hamburger Menschen": Christoph Zettler. Was ich daran am meisten mag, er hat immer genau die richtige Menge. Und schon wenn ich die Treppen der Bahn runterlaufe frage ich mich: "Ist noch genug da und was ist es wohl?" Denn, wenn nicht, ist Chris auch nicht mehr da. Zudem ist ein kurzer Schnack mit ihm immer wieder amüsant, er ist äußerst schlagfertig und seine Portionen sind so groß, weil, dass hat seine Ma ihm so beigebracht ... Wenn ihr nun wissen wollt, was genau er macht, das erzählt er besser selbst:

Wer bist du?

Mein Name ist Christoph Zettler und ich bin der Kochtüten Mann. Ich habe Wirtschaftswissenschaften studiert und Bänker war ich auch mal. Aber ich wollte schon immer was Eigenes machen. Da bin ich nun.

Woher kommst du und seit wann bist du in Hamburg?

Ich komme aus dem beschaulichen Stephansried, einem 80 Einwohner und 500Kühe Dorf im Allgäu. In Hamburg bin ich seit dem 29.2.2012.



Erzähl mal von deinem Beruf?

Kurz gesagt: Morgens alles frisch einkaufen, Mittags alles verpacken und portionieren und abends Chris' Kochtüte verkaufen. Dazwischen gaaaanz viel Kochen, um neue Rezepte für Chris' Kochtüte zu finden.

Es kam so: Ich koche schon mein ganzes Leben lang und bin gleichzeitig aber eigentlich ne faule Socke, da fand ich die "Kochtüten"-Idee einfach toll. Das mit dem faul sein hat sich, dank der Kochtüte, jetzt aber erstmal erledigt ;).

Die Idee ist, kein Supermarktgedränge mehr. Kein Überlegen, was du heute Abend kochen möchtest: Einfach Kochtüte mitnehmen, los kochen und lecker essen. Es gibt kein wöchentliches Abo, keine Mindestabnahme. Kein Warten auf den Boten, bis er dir dein Essen liefert. Einfach Tüte spontan mitnehmen. Darin befindet sich eine einfache Zubereitung, keine Gewürzmischungen, sondern mehr Eigengeschmack. Also Frische Zutaten, vor allem frische Kräuter.

Für Freunde vom Fach: Man könnte auch sagen, es ist meine Interpretation der "Nouvelle Cuisine". So oder so ähnlich würde ich die Philosophie der Gerichte von Chris' Kochtüte definieren. Und da die Gerichte einfach zu kochen sind, findest man in der Tüte ab und an abgepackte Gnocchi, es können aber auch genauso selbst geschabte Spätzle sein. Das bedeutet, dass sich der ein oder andere Konservierungsstoff in die Tüte verirren kann. Ebenso packe ich nicht-perfektes Gemüse in die Tüten. Trotz einer kleinen Delle bzw. nicht-perfekten Farbe schmeckt dieses Gemüse genauso wie es schmecken soll. Und weil man das Rad nicht zweimal erfinden muss, kehren besonders beliebte und einfache Gerichte auch regelmäßig wieder. Mein Entscheidungskriterium, was in die Tüte kommt, ist ganz allein: Würde ich das kaufen? Und da ich auf raffinierte Gerichte und einfache Zubereitung stehe, ist die Tüte so wie sie ist. Ich freu mich immer über Feedback oder auch ein nettes Pläuschchen in der U-Bahnhaltestelle.  



Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Wahrscheinlich Tierwärter im Zoo. Oder Feuerwehrmann.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Mit Freunden treffen. Basketball spielen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Altona wichtige Sachen machen :) Abends ein Bier trinken.



In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du? 

Karoviertel.

Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Nö. Aber gegen einen Garten hätte ich nichts. Oder eine große Dachterrasse.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Wenn wir schon über Traumhäuser reden, dann hätte ich mehrere. Eines in Stephansried aufm Berg mit Blick ins Tal. Eines irgendwo in Kalifornien an einem See. Und eines in El Salavador am Strand.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Puh, keine Ahnung, aber hier ist auf jeden Fall immer was los.



Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Mehr und bessere Fahrradwege, mehr Trinkwasserquellen und in Blankenese ein Heim für Geflüchtete errichten.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Berlin ist mir zu weitläufig, New York ist geil. Irgendwann vielleicht mal so als Drittwohnsitz :)

Alster oder Elbe? 

Elbe.

Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an? 

Immer. Aber Nachts im Flugmodus.

Keine Frage, doch ein wenig Platz für eine Antwort oder was du loswerden möchtest:

Be Nice. Be Useful.

Lieblingssong des Moment?


Lieblingssong forever?




Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt anschauen sollte:

  • Die ganzen Hinterhöfe im Karoviertel
  • Park Fiction Samstag abend beim Sonnenuntergang
  • Nachts am Lagerfeuer sitzen und n Bier trinken, wenn Rico Rakete vorm Yoko Mono im Karoviertel wieder irgendwelche Paletten angezündet hat.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür: 

Mein Mama. Hi Mum :)

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