Raquel Alvarez. Cariocas in Rio de Janeiro.

Heute machen wir einen kleinen Ausflug nach Rio de Janeiro – nicht, weil es mein nächstes Reiseziel ist, sondern weil der heutige Gast mein...

Heute machen wir einen kleinen Ausflug nach Rio de Janeiro – nicht, weil es mein nächstes Reiseziel ist, sondern weil der heutige Gast meiner Interviewreihe, diese Stadt als ihren Lebensmittelpunkt gewählt hat. Raquel und ich haben uns 2008 kennengelernt, sie hat mir meine erste Schlafmöglichkeit in Hamburg vermittelt und ich freu mich immer wieder mit ihr Kontakt zu haben, irgendwann werd ich sie auch mal Rio besuchen. ... Seit ihrem Fernsehdebüt in Deutschland (bei GNTM) ist eine Menge passiert und was sie heute macht, dass erzählt sie nun alles selbst. Also los, wer bist du?

Raquel Alvarez, 30 – oh ja☺ und sehr happy damit. Eine Schweiz-Spanierin, welche in Brasilien ihr Land gefunden hat. Ich arbeite seit 5 Jahren als Designerin (für brasilianische Labels wie Sacada, Totem und Martu) und habe meine erste eigene Kollektion im Juni 2014 lanciert.


Woher kommst du denn eigentlich?

Mein Pass ist aus der Schweiz, mein Herz von überall.

Seit wann bist du in Rio und wie bist du dort gelandet?

Seit 6.5 Jahren. Während einem Strandurlaub habe ich mich in einen Brasilianer verknallt und wir sind seit über 8 Jahren zusammen (was ich immer noch nicht glauben kann).

Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich sage immer, dass ich Unternehmerin bin, weil der Part der Designerin nur einen kleinen Teil meines Alltags ausmacht.  Ich mache eigentlich alles: von der Buchhalterin bis zur Verkäuferin.

Was meinen Lieblingsteil angeht, dass ist das kreieren, da gibt es eigentlich keine fixen Arbeitszeiten ... häufig kommen mir Ideen, wenn ich tanze oder zur Arbeit laufe☺

Bild via blick.ch

Die nächste Kollektion heisst 8x8, es gibt sie ab März und würde am ehesten einer Pre-Fall 2016 Kollektion enstprechen. Die Inspiration dazu war ein Film der 50er; "8x8, eine Schach Sonate". Das Avantgarde-Werk einer Künstlerclique, worunter auch einige meiner Lieblingskünstler sind: Jean Cocteau, Alexandre Calder und Marcel Duchamps.


Die aktuelle Kollektion, die schon in den Läden für Spring/Summer 2016 ist, habe ich "sea" getauft. Ich bin umgezogen und lebe nun plötzlich 200m vom Strand, dieses Feeling wollte ich durch die Stücke ausdrücken. Die Farben wurden durch die Reflexe, des Lichts an den Häuserfassaden, am Ende des Tages inspiriert.

Die Sachen gibt es z.B. bei Oson unter Wymann, ich vermittel auch gern direkt, wenn ihr etwas haben wollt.

Zudem habe ich eine Minikollektion für den Flipflop Hersteller "Ipanema" gemacht, welche exklusiv in ihren Läden gekauft werden kann. Die Kollektion heisst "Eden" und wurde durch die ersten Kleider von Eva und Adam inspiriert.  


Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Auf jeden Fall was Kreatives: Ich wäre wahrscheinlich Architektin. Wie in der Mode kreiert man einen dreidimensionalen „Raum”, das liebe ich! Was mir auch gefallen würde, wäre meine Zeit der Kunst zu widmen und den ganzen Tag meine Illustrationen machen zu können☺

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Meine Hobbies sind Astrologie und Tarot, ich studiere beides ein wenig für mich. Ich liebe es auch an den Strand zu gehen oder mit Musik in den Ohren stundenlang rumzulaufen und zu „denken“. Und klar, Drinks mit meinen Ladies☺

In welchem Stadtteil von Rio lebst du?

Leblon, 200m vom Strand entfernt.

Möchtest du nochmal woanders wohnen, wenn ja, wo?

Ja, auf jeden!!! New York würde mich sehr interessieren ... normalerweise bin ich 2-3 pro Jahr dort.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Irgendwo am Strand ... wahrscheinlich in Spanien (Costa Brava) oder irgendwo in der Bahia (Brasilien).


Ist Rio für dich eine Kulturstadt? Was macht sie dazu?

Kulturstadt ist nicht der erste Begriff, der mir in den Sinn kommen würde, aber auf jeden Fall gibt’s doch schon ein interessantes Kulturangebot: von Museen, Galerien bis zu Theatern findet man alles.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Ufff, das ist eine schwierige Frage. Brasilien ist ja immer noch ein Schwellenland und bringt deshalb grundsätzliche Probleme mit, welche wir als Europäer gar nicht mehr in einer solchen Form kennen: Schulausbildung/ Korruption/ eingerostetes Bürokratie / Kriminalismus etc.

Wenn ich aber nicht zu sehr ins Politisieren eingehen würde, dann wäre es:
-    eine bessere Vernetzung
-    mehr vegetarisches Essen auf den Menükarten der Restaurants
-    weniger Steuern für Jungunternehmer 

Warum Rio und nicht Hamburg? Oder Istanbul, Zürich oder New York?

Warum nicht? Rio hat eine easzy-breazy Vibe, was mir nach der etwas starren Schweiz, sehr gut getan hat. Zudem ist hier auch mehr Raum, um sich individuell zu finden; d.h. niemand würde es komisch finden, wenn ich zum Beispiel plötzlich beschließen würde, Fine Arts zu studieren oder einen Monat in ein Meditationslager zu gehen ... was, zumindest in der Schweiz, vom ganzen Umfeld hinterfragt werden würde.

Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an? 

Ich wache mit ihm auf und gehe mit ihm schlafen☺
Filipe und ich habe jetzt aber eine goldene  Regel: Wir stellen das Handy ab, wenn wir auf ein Date gehen (ja, ich gehe immer noch auf Dates mit meinem Mann☺).


Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

Mein Lieblings Motto: Das Universum wächst proportional zur Größe deines Mutes.

Lieblingssong des Moment?


Lieblingssong forever?


Drei Plätze, die man sich in Rio unbedingt angeschaut haben sollte:

Nebst all den offensichtlichen Sightseeing Spots:

1)    Praia de Joatinga (der beste Strand in der nähe der Stadt)
2)    Instituto Moreira Salles (super schönes Museum)
3)    Parque Lage („wilder“ Park mit Kunstschule in der Mitte)

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Hallo an alle Leser☺

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1 Kommentare

Danke für Deinen Kommentar! :o)