Nachhaltigkeit, Funktion und Style. Timo Perschke von PYUA im Interview.

Ökologisch korrekt – das bedeutet unberührte Natur in ihrer reinsten Form erleben und schützen. Es gibt Menschen, für die steht dies auch b...

Ökologisch korrekt – das bedeutet unberührte Natur in ihrer reinsten Form erleben und schützen. Es gibt Menschen, für die steht dies auch bei der Arbeit im Zentrum, um der Natur respektvoll gegenüberzutreten, nachhaltige Lösungen zu finden und all dies auch in einem Prozess zu Ende zu denken. Pyua stellen hochwertige Textilien und Skibekleidung aus recycelten Materialien her – sie schaffen es Style, Funktion und Nachhaltigkeit zu kombinieren. Was ein Glück, Gründer Timo Perschke kommt aus Kiel, was ja nicht so weit von Hamburg entfernt ist und stand Rede und Antwort für ein Interview:
Wie kamst du zum Thema Nachhaltigkeit bis zur Gründung von Pyua im Jahr 2008? Durch die Familie, das Studium ...?

Ehrlich gesagt, war es nicht so, dass ich mich großartig mit neuen Technologien Umweltschutz betreffend auseinander gesetzt habe, um die Welt zu verbessern. Vielmehr habe ich im Consultantbereich eines großen Unternehmen einen Werkstoff gefunden, welchen ich aus Überzeugung unseren Kunden angeboten habe. Erst die Zurückhaltung der Industire und deren Argumente ("Herr Perschke: dieses Produkt bedeutet, dass der Rest unserer Kollektion zu Lasten der Umwelt hergestellt wird"). Hat mich auf die Idee gebracht, Pyua zu entwicklen. Im Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit habe ich dann für mich herausgefunden, dass das Thema auch für mich und meine Familie ein großes Thema sein sollte, so dass wir Stück für Stück auch privat unseren Beitrag leisten.

Kannst du ecorrect in drei kurzen Sätzen erklären?

1) Das ökologischste Produkt für den jeweiligen Einsatzbereich.
2) Dieselbe und/oder bessere Performance als konventionelle Artikel
3) Spaß ohne Reue


Lebst du selbst 100% öko? Was geht besser?

Ich liebe leider Autofahren. Ich liebe es zu Grillen und ich mähe den Rasen nicht mit der Sense. Mit zwei kleinen Kindern lebt man sehr viel bewusster und achtet auf Dinge, die mir in meiner WG Zeit nicht ganz so wichtig waren. Bei Konsumgütern achten wir schon auf Alternativprodukte wo möglich, wir haben grünen Strom. Verbesserungsbedarf gibt es sicher an vielen Stellen und wir versuchen mit unseren Möglichkeiten etwas beizutragen. Das gesamte Leben von heute auf morgen umzustellen war nie mein Ziel - ich lerne es für mich und mein Umfeld zu verbessern.

Wo geht der Öko / Vegan Trend den man derzeit beobachten kann hin?

Ich glaube in erster Linie nicht, dass es ein Trend im klassischen Sinn ist. Es ist vielmehr ein Wertewandel, hervorgerufen durch das neue Informationszeitalter. Fehler können so zugeordnet werden - Elend ist manchmal greifbar und nicht mehr tausende Kilometer entfernt. Richtiger Umgang mit natürlichen Ressourcen, ganz gleich ob im Lebensmittelbereich oder in der Konsumgüterindustrie wird ein wesentlicher Bestandteil der Zukunft - mal lauter mal leiser. Die Gesellschaft wird beginnen, mehr auf sich selbst zu achten - die Gesundheit des Individuums rückt in den Mittelpunkt- da kommt der Rest von alleine.

Der erste Concept-Store von Pyua ist in Kietzbühl - wo können wir den Nächsten finden?

An einem nicht ganz zu glamourösen Skiort wie zuletzt. ... Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten.


Hast du ein Lieblingsprodukt? Wie weit bist du beim Design involviert? Wer macht das? Woher kommen die Inspirationen dazu? Steht die Funktionalität an erster Stelle? Was ist das besondere am Design von Thomas D.?

Ich liebe unsere 3-Lagen Produkte Backyard und Transition - sie zeigen den größtmöglichen Einsatzbereich und sind praktisch das ganze Jahr mein treuer Begleiter. Das Desing ist fast klassisch und wird nur durch Farbakzente angepasst. Beim Desing halte ich mich grundsätzlich lieber zurück - dafür gibt es Experten, die mir meine Farbideen (rosa Herren Jacke) schnell ausreden - gleiches gilt für das Design der Marke – heißt Bildsprache etc. Hier stehen Anne Marschke und Sandra Porath ganz klar in der vordersten Reihe - heißt, wenn etwas mal nicht so ankommt, bin wenigstens nicht ich schuld.

Gibt es ein Alleinstellungsmerkmal für Pyua?

Oh ja. Jedes unserer Teile wird mit einem exklusiven Partner - der Firma Wenkhaus vollständig recycled (Mi: recycelt oder?). Die Produkte werden dahingehend entwickelt und dies ist ausschließlich der Fall. Jede Materialgruppe wird danach ausgewählt. Wir waren die ersten und sind es bis heute. Eingentlich sind doch Skijacken aus Kiel schon ein USP oder ;-)


Die Technologie in der Kleidung - was ist das nächste große Ding? Denkende, sich selbst regulierende Kleidung? Ein Stoff für alle Gelegenheiten?

Wie in vielen Bereichen schreitet die Entwicklung auch hier schnell voran. Kleidung, die möglichst viele Bereiche abdeckt, gibt es schon heute. Es gibt Tests mit Kleidung, die Stimmungen regulieren sollen oder können, die sich positiv auf Ruhephasen etc. auswirken. Man darf abwarten was davon wirklich einen Mehrwert bietet.

Warum ist Deutschland das Land der Outdoor-Produkte?

Ich weiß nicht, ob man das so pauschal sagen kann. Sicher hat Deutschland viele starke heimische Marken. Einige davon sind kaum oder wenig erfolgreich außerhalb des deutschsprachigen Marktes. Die Kunden hier denken gerade sehr praxisorientiert - heißt ich will eine Jacke, die mich vor Regen schützt, die ich beim Gassigehen tragen kann und in der ich ggf. auch Sport treiben kann. In die Natur zu gehen wird wieder wichtiger. Für meine Generation wird Bewegung unter freiem Himmel wieder wichtiger ... keiner meiner Freunde sitzt in der Freizeit vor dem Computer.

Glaubst du auch Nicht-Sportler kaufen deine Produkte?

Auf jeden Fall. Ein schonender Umgang mit Ressourcen ist ein Thema des Alltags. Je mehr Produkte wir für das tägliche Leben entwickeln, desto häufiger werden wir unser Logo auch außerhalb des Schnee sehen.

Kann man die Kleidung auch direkt zurückschicken, wenn man eine Neue möchte?

Derzeit haben wir ein Projekt mit dem Titel Abwrackprämie ins Leben gerufen, was gut angenommen wird. Selbstverständlich bieten wir die Möglichkeit die Produkte an uns zurück zu schicken.


Was meinst du, wann die erste Jacke über die Altkleider wieder an euch zurückkommen (sind ja so doll, das man sie kaum wegwerfen möchte)? Wird so nicht das Ziel der Container verfehlt? Engagiert ihr euch sonst in dem Bereich?

Es konnten bereits erste Teile ausfindig gemacht werden, die meist größere Zerstörungen aufweisen - also vielleicht das Hängenbleiben an einem Ast etc. Ansonsten sind unsere Produkte sehr langlebig konstruiert. Der lange Gebrauch ist sinnvoller und nachhaltiger als der ständige Erwerb neuer Produkte. Generell wird es ein Lernprozess bei dem Verbraucher sein, so wie Pfandflaschen zu Beginn auch vorsichtigt beäugt wurden.


Was würdest du in der Welt als erstes ändern? Wünschen? (Keine Verpackungen mehr, Zusatzstoffe für Kleidung "verschreibungspflichtig", keine Autos, mehr Präsenz der Ökomode auf den Laufstegen ...)

Mein erster Wunsch wäre, dass gewalttätige Konflikte eingestellt werden und eine Chancengleichheit bei der Bildung herrscht. Die Änderungen wären dann wohl auch in Umweltrichtung sehr viel größer als wir uns vorstellen können. Wie gesagt ein Wunsch.


Nächste Ziele von Pyua?

Neue Innovationen und Lösungen aufzeigen, die unser Konzept ganzjährig und für jeden verfügbar machen.

Vielen Dank für das Interview, Timo!




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