Tatsächlich begleiten mich Barfußschuhe aber schon länger, als mir bewusst war. Die ersten Paare kamen über meine Mutter zu mir. Sie hatte wegen ihres Hallux auf Barfußschuhe umgestellt und mir irgendwann mehrere Modelle vermacht. Seitdem standen sie bei mir im Schrank und wurden immer wieder hervorgeholt – für Spaziergänge, zu Hause im Garten oder Tage, an denen mir nach besonders bequemen Schuhen war.
Gleichzeitig hatte ich trotzdem keine Ambitionen auf Barfußschuhe umzusteigen. Ich mochte die Idee, fand manche Modelle praktisch, doch quasi nur noch Barfußschuhe? Neeee.
Dann habe ich Berlin eine Freundin getroffen, die konsequent nur noch Barfußschuhe trug. Meine erste Reaktion war ehrlich gesagt eher skeptisch. Das lag weniger am Konzept als an den Bildern, die ich damals im Kopf hatte. Doch da diese Freundin eine der bestangezogensten Menschen ist, die ich kenne, habe ich mich angefangen mit der neuen Optik von Barfußschuhen zu beschäftigen. Mittlerweile gibt es so viele schöne Modelle, dass dieses Vorurteil ziemlich schnell verschwunden war.
In den letzten Jahren kamen bei mir weitere Paare dazu – geschenkte Sneaker, gefütterte Winterboots und immer wieder neue Gelegenheiten, Barfußschuhe im Alltag zu tragen. Irgendwann musste ich mir eingestehen: Ich greife erstaunlich oft genau zu diesen Schuhen.
Was ich beim Tragen bemerke
Was mich bis heute überrascht, ist weniger der Schuh selbst als die Reaktion meines Körpers.
Jedes Mal, wenn ich über mehrere Tage Barfußschuhe trage, merke ich einen Unterschied. Vor allem mein Rücken und meine Oberschenkel fühlen sich anders an. Nicht besser im Sinne eines Wundermittels, sondern aktiver. Es ist, als würde mein Körper wieder etwas mehr mitarbeiten, statt sich einfach von einer dicken Sohle durch den Tag tragen zu lassen.
Gleichzeitig nehme ich viel bewusster wahr, worauf ich eigentlich laufe. Das klingt zunächst banal, ist es aber gar nicht.
Wiese, Kies, Asphalt oder Waldboden fühlen sich plötzlich tatsächlich unterschiedlich an. Nicht unangenehm, sondern interessant. Ich merke, wann ein Weg federnd ist, wann er hart ist und wann kleine Unebenheiten unter den Füßen auftauchen. Das hat dazu geführt, dass ich draußen oft aufmerksamer unterwegs bin als früher.
Zwei Modelle, zwei Einsatzbereiche
Für diesen Test mit Vivobarefoot durfte ich zwei sehr unterschiedliche Modelle ausprobieren: den Gobi II Sneaker Premium Leather und die Sensus Yin Sandal.
Der Gobi II ist für mich ein klassischer Alltagsschuh. Schlicht, unkompliziert und so zurückhaltend gestaltet, dass er sowohl zur Jeans als auch zu etwas schickeren Outfits passt. Genau deshalb trage ich ihn besonders häufig in Situationen, in denen ich früher automatisch zu einem herkömmlichen Sneaker gegriffen hätte.
Die Sensus Yin Sandal fühlt sich dagegen fast wie ein Gegenstück dazu an. Leicht, luftig und perfekt für warme Tage. Während der Sneaker mich durch den Alltag begleitet, macht die Sandale jeden Spaziergang ein bisschen bewusster. Gerade auf Naturwegen fällt mir auf, wie unterschiedlich sich verschiedene Untergründe anfühlen.
Ein Test, mein Fazit
Was als gelegentliches Tragen begann, hat sich bei mir ziemlich unbemerkt zu einer echten Vorliebe entwickelt. Inzwischen erwische ich mich regelmäßig dabei, dass ich zuerst nach den Barfußschuhen greife.
Für mich persönlich haben sie in diesem Prozess etwas verändert. Sie haben meinen Blick auf Bewegung geschärft und dafür gesorgt, dass ich meinem Körper beim Gehen wieder etwas mehr Aufmerksamkeit schenke.




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