Vom Pool aufs Bike zum Haus von Nobel & abends royales Ölmenü im Hotel.

Keine Pizza in Nizza, dafür noch ein Memo aus San Remo: Nachdem der erste Tag in San Remo schon ein einziges Hach war, wie würde...

Keine Pizza in Nizza, dafür noch ein Memo aus San Remo:


Nachdem der erste Tag in San Remo schon ein einziges Hach war, wie würde da wohl der Zweite werden? Ich werd ja so leicht wehmütig und so erfasste mich schon während des WOW-Frühstücks, mit frischen Früchten bis zu warmen Speisen, frisch gepressten Orangen- oder Gemüsesäften (mmmh, lecker Sellerie und Karotte) und einem tollen Kuchen-Buffet, eine dieser Stimmungen. Total falsch am Platz, schließlich bleibt ja noch mehr als ein Tag um die Küste, den Pool, die Stadt und noch ein tolles Essen zu genießen.

Also wieder rein in unser Lieblingsoutfit und im Bademantel und Bikini an den Pool.

Bikini: eres – Salzspray und Öl fürs Haar: John Frieda – Beinglanz und Sonnenschutz: Nuxe

Der von Star-Designer Giò Ponti 1948 entworfene Pool war der Erste in Europa und liegt etwas unterhalb des Hotels inmitten der Parklandschaft. Der Pool ist mit Meerwasser gefüllt, daran sollte man denken, wenn man mit offenen Augen schwimmt – andernfalls muß man fast blind nach den Duschen suchen. Doch so kalt wie das Meer ist das Wasserbecken nicht, er wird April bis Oktober auf 27° geheizt.

Die Terasse ist umsäumt von duftenden Kräutern, Palmen und Olivenbäumen. Kaum liegt man unter eben diesen, geht es los mit der Entspannung. Wenn einem zu warm wird, hopst man eben vom Sprungturm um sich abzukühlen, bei über drei Metern Beckentiefe ist es zum Glück erlaubt vom Beckenrand zu springen.

Mit wem man da sonst so am Pool liegt? Ob dick oder dünn, Gross hat fünf Buchstaben, Klein auch. Der Elite-Tourismus ist bis heute nicht abgerissen, doch auch der normale Tourist ist hier willkommen. Nicht umsonst gehört das traditionsreiche Nobelhotel mit fünf Sternen zur Gruppe „The Leading Hotels Of The World“. Und dem ist auch egal, wen er oder sie da vor sich hat.

 
Natürlich könnte man den ganzen Tag am Pool liegen, im Restaurant oder der Pool-Bar, namens Corallina, von morgens bis abends ein leichtes Mittagessen oder einen Snack am Schwimmbadrand einnehmen und dem süßen Leben fröhnen. Meine Laune hatte es da natürlich auch nicht leicht betrübt zu bleiben und ist längst wieder auf genießen eingestellt.

Rauf aufs Rad und losgeradelt. Entlang der Küste sind mittlerweile 24 Kilometer der ehemaligen Bahnstrecke  zwischen San Remo und San Lorenzo al Mare zum Radelweg ausgebaut. Die Bahn fährt dafür etwas weiter oberhalb durch die Berge und auch Autos kommen nicht auf diesen Weg. Die Tunnel, die die Bahn früher durch die Berge liess, sind heute angenehme Abkühlungen auf dem Weg – oder auch moderne Tropfsteintunnel. Einer davon wurde sogar zum Ausstellungsraum umfunktioniert und zeigt die Geschichte des weltberühmten Radrennens Mailand – San Remo als kulturelle Entdeckungstour. 
 

Entlang der Strecke liegt auch die ehemalige Villa von Alfred Nobel, er zog in seinen letzten Lebensjahren an die Blumenriviera, heute ist das Haus ein Museum. Wir sind lieber weitergeradelt als rein zu gehen, doch auch von außen ist es schön anzusehen.

Noch heute erreichen übrigens anlässlich der Feierlichkeiten zur Verleihung des Nobelpreises in Stockholm, Blumen aus San Remo traditionell die Hauptstadt Schwedens.


Nicht nur Alfred Nobel verbrachte gern seine Zeit hier, das einstige Fischerdorf ist mittlerweile ein mondänes Touristenzentrum. Die einen gehen gern in das 1905 erbaute Spielkasino, die anderen kommen wegen dem seit 1951 weltberühmten Schlagerfestival 'Festival della Canzone Italiana' im Teatro Ariston immer wieder her.

Wer Domenico Modugnos berühmtes Lied 'Nel blu dipinto di blu', oder auch Volare oh oh oh oh, im Ohr hat, weiß, was es für ein Spaß sein muß, dieses Festival zu besuchen. Es wurde zum ersten Mal 1958 auf dem Festival präsentiert und noch im selben Jahr nahm Modugno mit dem Lied am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil, wo es den dritten Platz belegte. Sobald ich das Lied höre, habe ich zwangsläufig eine Sonnenurlaubssehnsucht  – anders als bei deutschen Schlagern übrigens. 

Volare oh oh oh oh pfeifend, radeln wir mit dem Rad am Hafen entlang ...


... Portosole Sanremo ist einer der renommiertesten Yachthäfen im Mittelmeer. 804 Liegeplätze bieten dort Platz für Mega-Yachten bis zu 90 Metern Länge. Dieser Port hat auch die notwendige Infrastruktur um Wartungsarbeiten fast jeder Art an den Booten durchzuführen. Einen Bootbesitzer haben wir nicht getroffen, doch ein paar der Menschen, die sich um die Boote kümmern. So haben wir in einer kleinen Exkursion gelernt, dass die Deutschen und Niederländer die besten Boote bauen und wie teuer die einzelnen Modelle so sind. Die Modelle oben auf den Bildern gehen von 10 bis 40 Millionen. WOW!

'Nel blu dipinto di blu' bedeutet übrigens auf Deutsch 'In Blau gemaltes Blau'. Das Lied passt also perfekt zur Landschaft und die Frage wie er darauf kam, bleibt nicht lange bestehen, wenn man den Blick über das Meer schweifen lässt. Ob Yvonne Catterfeld wohl vor ihrem Lied Blau im Blau in Italien war?
 
Selig von dem Anblick der Natur sind wir wieder im Hotel eingekehrt. Nochmal in das Spa oder den Pool? Einfach mal auf dem Balkon entspannen – bis wir wieder Hunger verspürten und uns auf dem Weg ins Restaurante Fiori di Murano machten. Dort wartete das sogenannte Öl-Dinner auf uns. Ich war bereits einmal bei einer Olivenölverkostung und habe gelernt, wie man Unterschiede erkennt, deswegen war ich auch schon ganz gespannt auf das Essen. 

Das Vier-Gänge Menü wurde von verschiedenen italienischen Olivenöl–Sorten begleitet. Der erste Gang war Rindertatar mit Sardellen und Kapern, dazu gab es das Olivenöl 'Testalonga', ein extra natives Olivenöl aus der Taggiasca Olivenernte. Der Ort wo die Oliven herkommen, liegt nur einige Kilometer vom Hotel entfernt und die Oliven werden innerhalb von 24 Stunden verarbeitet.
Der zweite Gang waren hausgemachte Eiernudeln an Fischragout, über das 'Ardoino' Öl getröpfelt wurde. Der Geschmack dieser Olivensorte ist leicht süß und hat einen niedrigen Säuregehalt – der Geschmack des Öls entsteht durch die ungefilterte Verarbeitung und auch die Olivenbäume für dieses Hotel sind nicht weit vom Hotel entfernt.
Das Hauptgang war Filet der Goldbrasse, umhüllt in einer Salzkruste, in Seewasser gekocht und mit  'Roy Öl' überträufelt. Es handelt sich hierbei um ein kalt gepresstes Olivenöl aus Taggiasca Oliven, die mit Mühlsteinen kalt gepresst wurden. Von diesem Öl hätte ich gern mehr gehabt, es hat ein unglaublich feines Aroma und schmeckt leicht nach grünen Mandeln.

 
Zum Nachtisch gab es das Schokoladentörtchen 'Araguani 72%' und cremiges Mousse, darüber wurde das extra native Olivenöl 'Anfosso' gegeben. Das Törtchen hat ein Olivenölherz und die Kombi von Schokolade und dem leicht nach Birne schmeckendem Öl ist eine tolle Kombination zwischen pikant und Bittermandel. 


,,Oh, das geschmeidige Öl unserer Olivenpressen:
helles Öl, mildes Öl,
klares Öl, schimmerndes Öl;
(...) zartestes Gold das ich als Kind freudig 
unter den Mühlensteinen hab gurgeln und fließen sehen;
gurgeln und fließen aus den prallen und schwarzen
Beeren hervor während das steinerne Rad aufrecht und
sicher sich im Kreise drehte."

Giovannu Boine


Glücklich und satt lassen wir uns wieder aufs Bett plumpsen – ich bin so vollgefuttert, möchte mich so gern nochmal aufraffen, doch kann einfach nichts mehr und schlummer sehr zufrieden ein.

Am nächsten Tag ist der kurze Traum vorbei, wir frühstücken königlich, machen einen kleinen Spaziergang und schon werden wir wieder abgeholt. Die Tage gingen wie im Fluge vorüber und wir wären gern nochmal zwei Tage geblieben. Die Lage, die Küste, die Altstadt, das Hotel! Zum Abschied gibt es einen leichten Sommerregen – ja, auch wir sind traurig über die Abreise.
 

Noch bis heute wirkt der Aufenthalt positiv nach und wenn auch ihr etwas Einmaliges und Besonderes sucht und euch etwas Gutes gönnen möchtet, ist das Royal Hotel Sanremo der richtige Ort. In der einmaligen und liebevollen Atmosphäre werdet ihr euch sicherlich sehr wohlfühlen.

Ein riesengroßes Dankeschön an das ganze Team des Royal Hotels! Wir werden diese Reise nicht vergessen und gerne ganz bald wiederkommen!


Royal Hotel *****, Sanremo
Corso Imperatrice 80
18038 Sanremo (IM), Italy

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