Freitag, April 24, 2015

Xandi Godinho. Hamburger Menschen #84

Heute habe ich schon wieder so eine tolle Frau zu Gast – die nach Hamburg kam und eigentlich ganz woanders hinwollte, deren Pläne anders waren und nun so sind – vielleicht ist das in dieser Stadt so. Und am Ende ist man meistens sehr glücklich. Heute im Interview der Serie Hamburger Menschen: Xandi Godinho!

Wer bist Du?

Ich bin Xandi. Das ist kein Name, der irgendeiner abgedrehten indischen Zeremonie entsprungen ist, sondern mein wirklicher echter Spitzname, seit ich auf dieser Welt bin. Mein Vater ist Portugiese und dort ist Xandi eine ziemlich geläufige Abkürzung für meinen eigentlichen Namen. Eigentlich heiße ich nämlich Alexandra, aber sobald ich mich so vorstelle, nennen mich binnen fünf Minuten alle "Alex". Und das mag ich persönlich überhaupt nicht, so hat nur meine Mutter mich genannt, wenn sie sauer auf mich war oder ich dringend mein Zimmer aufräumen musste.

Photocredit: Phillip Eggers Fotografie

Woher kommst Du?

Geboren bin ich in der Rattenfängerstadt Hameln in der Nähe von Hannover. Hameln ist klein, süß, aber auch ein klitzekleines bißchen langweilig. Die Grauhaardichte ist immens hoch und man nimmt als Jugendlicher unheimlich viel auf sich, um am Wochenende mal rauszukommen. Bis zu 45 km in den nächsten Club fahren beispielsweise. Das finde ich jetzt ziemlich unfassbar, damals war es aber total normal.

Seit wann bist Du in Hamburg?

Seit 1998, also schon ganze 16 Jahre. Ich staune manchmal selber darüber, wie lange es eigentlich schon her ist, dass ich hergezogen bin. Ursprünglich war Hamburg gar nicht meine erste Wahl, ich wäre lieber ins mir schon bekannte Hannover gezogen, aber mein damals bester Freund war absoluter Hamburgfan und hat mich ganz einfach überredet, mit ihm hier herzuziehen. Und ich bin geblieben, wie man sieht - während er übrigens berufsbedingt mittlerweile in München wohnt.

 Photocredit: Phillip Eggers Fotografie

Erzähl mal von Deinem Beruf?

Ich habe nach ein paar Irrwegen durch die Welt des Englisch- und Sport- sowie Kommunikationsdesignstudierens schlussendlich 2003 eine Ausbildung zur Ayurvedatherapeutin und Yogalehrerin gemacht und arbeite seitdem als Masseurin.
Ich habe lange Zeit in diversen Spas gearbeitet, bis ich irgendwann dachte, dass es langsam Zeit für etwas Eigenes wird, in dem ich meine Ideen und Wünsche verwirklicht sehe. Also habe ich meinen Bausparvertrag für meinen Traum auf den Kopf gehauen und leite nun seit fast vier Jahren zusammen mit meiner Schwester das schön & wohl im Schanzenviertel. Dort arbeiten wir auf 130qm mit ein paar ganz tollen Mitarbeitern daran, uns vom üblichen Wellnessmarkt abzusetzen. Wir achten bei den Produkten und Ölen auf ökologische und verträgliche Inhaltsstoffe, versuchen so gut es geht, Kleinbetriebe zu unterstützen, die mit Liebe und Tradition arbeiten, beziehen Ökostrom von Greenpeace Energy und verwenden für unsere Werbematerialien Recyclingpapier. Einen Teil unserer Einnahmen spenden wir an wechselnde karitative Einrichtungen, vornehmlich in Hamburg. Bei uns wird sich geduzt und auch mal ein lockerer Spruch gerissen - aber trotzdem haben wir alle gute Ausbildungen und jahrelange Erfahrungen. Das macht uns ziemlich einzigartig und darauf sind wir auch ein ganz kleines bißchen stolz.


Was wäre Dein Job, würdest Du nicht das machen, was Du jetzt machst?

Ich wäre vermutlich entweder Innenarchitektin oder Hundezüchterin, Sängerin in zwielichtigen verrauchten Blueskneipen, yogaunterrichtende, massierende Aussteigerin in Andalusien oder Südfrankreich ... oder alles zusammen.

Was machst Du, wenn Du nicht arbeitest?

Ich treffe mich mit Freunden, trinke Rotwein, gehe auf Konzerte, höre Musik, frühstücke, gehe mit meinem Hund spazieren und/oder an der Elbe joggen, übe mich im Surfen in Dänemark oder befinde mich auf der Autobahn zwischen Hamburg und Kiel, wo mein Freund wohnt.


In welchem Stadtteil von Hamburg wohnst Du?

Seit nunmehr acht Jahren schon in Ottensen.

Möchtest Du noch einmal in einem anderen wohnen?

Nein. Ich liebe meinen Kiez. :-) Sollte ich noch einmal umziehen, wird es eher weiter raus ins Grüne und/oder ans Wasser gehen. Oder gleich nach Frankreich oder Andalusien - siehe nächste Frage.

Wo würdest Du Dein Traumhaus bauen?

Entweder irgendwo in Dänemark, Südfrankreich oder Andalusien. Auf jeden Fall irgendwo, wo man aus der Haustür direkt auf den Strand fallen oder zumindest unter einem Olivenbaum Rotwein trinkend und Käse essend in den Sonnenuntergang gucken kann. 

Was macht Hamburg für Dich zur Kulturstadt #1?

Dass es hier allabendlich hunderte Möglichkeiten gibt, entweder tolle Livemusik, Lesungen oder Veranstaltungen zu besuchen - und dass man das fast alles fussläufig miteinander verknüpfen kann. Dass man aber auf der anderen Seite auch ohne Probleme seine Ruhe im Grünen haben kann, wenn man das lieber möchte.

 Photocredits: Maria Kotylevskaja Photography

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

An Hamburg war ja, wie oben schon geschrieben, mein ehemals bester Freund schuld, wofür ich ihm aber sehr dankbar bin. Ich mag die Menschen hier, die im Gegensatz zu dem, was viele ja immer behaupten, superoffen und freundlich sind. Ich mag das Wasser, das viele Grün und dass hier immer eine leichte Brise weht. Ich mag, dass Hamburg eigentlich trotz seiner Größe ein Dorf ist, wenn man es erst gut kennt.
Berlin ist mir zu groß, ich kann es nicht leiden, wenn man für Verabredungen innerhalb einer Stadt gefühlte fünf Stunden mit der Bahn fahren muß. Ausserdem fehlt mir da das Wasser, das viele Grün, die leichte Brise ... von New York ganz zu schweigen. Das ist so eine Stadt, in die mich so gar nichts zieht, weil sie mir viel zu groß und hektisch und voll ist - ich würde wahrscheinlich innerhalb von fünf Minuten Schnappatmung bekommen - und sofort wieder nach Hamburg zurück wollen. ;-)

Alster oder Elbe?

Elbe. Mit Hund. Mit Grill. Oder mit Gummistiefeln.


Wieviele Stunden am Tag ist Dein Smartphone an?

So 16-17 Stunden. Nachts bin ich tatsächlich rigoros und schalte es komplett aus. Da will ich schlafen.

Keine Frage, Platz für Deine Antwort oder was Du loswerden möchtest:

“One of the advantages of being disorganized is that one is always having surprising discoveries.”
― A.A. Milne


Lieblingssong des Moment?

"Love rears its ugly head" von Living Colour.
Diesen Song habe ich schon mit 14 mit den mir damals zur Verfügung stehenden Mitteln (einem Kassettenrekorder, der so groß war wie ein Einfamilienhaus und einem Mikrofon) in einer verzweifelten Aktion vom Fernseher aufgenommen, um ihn zu hören, bis die Kassette geleiert hat. In Zeiten von Spotify und itunes heutzutage undenkbar. Bis heute finde ich diesen Song einfach nur großartig.

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:
- Den Elbstrand bei Wittenberge
- Das Gängeviertel
- Den Wohlerspark

Möchtest Du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Ich grüße meinen Freund Damien, der so wunderbar macht, dass es mir gut geht - und meine Schwester, ohne die ich nicht das wäre, was ich heute bin, und nicht dort wäre, wo ich heute bin.


Donnerstag, April 23, 2015

Musik & Albumtipp: Tom Klose - From Weeds to Woods


Das Album von Tom Klose ist endlich da! Lange haben die Jungs im Studio daran gefeilt und nun könnt ihr euch die feine Musik endlich selbst für zu Haus kaufen. Viel Folk und Country der eure Ohren verwöhnt und Texte, die die Seele streicheln. Geht und kauft euch die Platte im Laden oder einfach online: iTunes: https://itun.es/de/bnv85 // Amazon: http://tinyurl.com/lpwhf7y - Diese Musik ist einfach wunderbar!

 

Und dann geht es am 04.Mai los auf Tour, live ist es ja immer nochmal ein Erlebnis, was man nicht so schnell vergisst – der Auftakt ist in Hamburg und dann habt ihr fast zwei Wochen lang die Chance Tom und Bandauf der Bühne zu sehen. 


Noch viel mehr Infos zur Musik, Band und viel mehr bekommt ihr auf TomKlose.de oder auf seiner Facebook Seite.


< 3


Montag, April 20, 2015

Norden, Süden und alles im Westen der USA.

Turnbeutel: O.X.S – Anhänger: LE TANNEUR – Boots: vic – Lippenstift: YSL – Kleid: Hallhuber - Brille: Transitions


Vor genau einem Jahr haben eine Freundin und ich beschlossen, wir verbringen den Mai 2015 im Westen der USA. Die Monate gingen irgendwie zu schnell um und zack, der Mai ist nicht mal mehr einen Monat entfernt. Ich werde nicht in den USA sein, doch da ich, dank der sozialen Netzwerke, zu einigen Leute dort guten Kontakt halte, bleibt die Sehnsucht bestehen. An der Ostküste der USA war ich in den letzten Jahren häufiger, im Westen vor genau 14 Jahren. Damals sind wir vier Wochen mit einem Van durch Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona gereist. Kurz: Ich habe es geliebt. 

Ich erinnere mich gern an die Reise zwischen all den Canyons, die leeren Strassen wenn es landeinwärts ging (Man kann Stunden fahren, ohne ein Haus zu sehen), die Küstenstrassen, den Nebel Californiens, die Surfer, die schon morgens auf dem Weg zum Strand an der Bude ihr Obst mitgenommen haben, die Strassenmusikanten, die Hitze in der Stadt und das Lebensgefühl. Welches entsteht, wenn man mit dem Bus von Ort zu Ort reist, in Motels schläft und einfach durch den Ausstausch mit den Amerikanern. Sie sind doch ein wenig entspannter als die Menschen hierzulande und so wirkt vieles (vermeintlich) einfacher.

Brille: Transitions – Hemd & Streifenshorts: Modström, Palmenhose & Ananasshirt: Hallhuber – FlipFlops: LAIDBACKlondon – Handtuchdecke: etsy


Was damals nicht ganz soooo einfach war, war die Sache mit dem Mietwagen, doch, sicher und auch gemütlich unterwegs sein, ist bei den Weiten der Strecken eine Grundvoraussetzung. Mittlerweile bin ich ganz angetan von RelayRides. Das ist ein Community-Service, bei dem ihr ein Auto von Privatpersonen mieten könnt (auch bequem ab dem Flughafen aus). Ich mag es deswegen so gern, weil so eine effizientere Nutzung der Ressourcen der Gesellschaft gefördert wird (Mietwagen haben ja nur eine bestimmte Halbwertzeit, sie sind meistens NEUNEUNEU). 
In Amerika haben viele der Menschen so viele Autos, dass dauernd mit allen zu fahren, nicht möglich ist. Also haben sie die Möglichkeit, diese zu erschwinglichen Preisen bereitzustellen und jeder hat etwas davon.

Brille: Transitions – Jumpsuits: Ethel Vaughn – Batikkleid & Häkelkleid: VOLCOMFlipFlop: LAIDBACKlondon – Schuh: O.X.S
  

Doch bevor man ins Auto steigt, legt man die Route fest. Lässt man sich treiben, welche Orte möchte man unbedingt sehen? Ich fand damals San Francisco, die Nationalparks oberhalb von S.F., die Rainbow Bridge (in Utah) und Flagstaff (Arizona) so toll – alle Ort würde ich gern nochmal sehen! Noch einmal am Grand Canyon stehen, hinabsteigen und die Weite der Natur genießen, die Füße in den Lake Powell halten und lauschen – vielleicht spielt ja irgendwo Kokopelli Flöte?

Ich trage die Erinnerungen der ersten großen Reise vor 14 Jahren in mir und sie sind bis heute nicht verblasst. Ich würde nur gern wissen, ob ich sie mittlerweile romantisiere. Doch bei den Weiten des Canyons, die zwischen 6 und 30 km breit und bis zu 1800 m tief sind, hat man das Gefühl, man wäre ein wenig näher an Dionysos und der Natur und auch wenn man zwischen anderen Touristen steht, romantischer kann es jetzt gern werden.

Brille: Hallhuber – Hemd & Jeansshorts: Modström – Schuh: ikkii – Tasche: LE TANNEUR


Wie soll man denn in dieser ganzen Natur wieder runterkommen – ein Eindruck jagt ja den Nächsten und ich weiß noch, jeder Canyon war schöner, als der zuvor. Am besten legt man dann einen Wasser- oder Strandtag ein, Pool, Meer, Sand, am Strand rumhängen und entweder selbst surfen, oder den Dudes zusehen, tut gut. Der sich immer wiederholende Ablauf hat etwas meditatives und man kann furchtbar gut entspannen. Oder eben einfach nur aufs Wasser starren – auch gut.

Solltet ihr eine Weile dort sein, und habt vielleicht irgendwas vergessen, sich etwas nachschicken zu lassen ist gar nicht so schwer, wie man denkt. 
Eine Freundin ist gerade acht Wochen in den USA und mit ein bißchen Recherche für den Versand in die USA habe ich einen günstigen Weg gefunden, den ich euch im Zuge der kleinen Roadtrip-Erinnerung (und Zukunft!) nicht vorenthalten möchte. Bei Packlink findet ihr, neben günstigen Versandmöglichkeiten auch Informationen zu den Einfuhrbedingungen. Und wer freut sich nicht über eine kleine Aufmerksamkeit aus der Heimat?

Tasche: O.X.S. – Manteljacke: Modström – Shirt, Shorts: VOLCOM – Brille: Transitions – Kette: allesausliebeshop – FlipFlops: LAIDBACKlondon – Schuhe: ikkii – Strandlook: 7SASONS


Als ich in Las Vegas war, war ich unter 21 – was zum einen sehr gut war, denn ich LIEBE es zu spielen, zum anderen auch schade, denn sobald wir nur 10 Cent in einen Automaten geschmissen hatten, kamen die Casinoangestellten und schickten uns weg.
Würde heute natürlich, trotz Augennachtpflegecreme, nicht mehr passieren. Leider kann ich, trotz einiger Versuche von Jan Heitmann, einer der Poker Stars Pros, dieses Geschicklichkeitsspiel noch immer nicht.

Doch, wer weiß, ich bin ja auch drei mal durch die Statistik Prüfung in der Uni gefallen, es dauert vielleicht nur, bis ich es verstehe und üben kann ich ja auch online.

Und dann, dann bin ich bereit für einen Roadtrip, der mich vom nördlichen Westen hinunterführt in den klimatisch heißen Südwesten und dazuwischen halten wir an sämtlichen Küstenorten.
2016 dann also ... Das wird was!

Hemd & Shorts: Modström – Tasche: LE TANNEUR – Bluse, Rock: Hallhuber – Armband: etsy – Brille: Transitions – Schuh: O.X.S. – Parfum: See by Chloé

A safe journey – Bon Voyage – Gute Reise!


Freitag, April 17, 2015

Michel Abdollahi. Hamburger Menschen #83

Zum ersten mal hab ich meinen heutigen Gast der Serie Hamburger Menschen vor ca. 5 Jahren auf der Bühne des Poetry Slams gesehen. Mit seinem intelligenten politischen Humor hat mir Michel Abdollahi von Anfang an gefallen und auch ein wenig imponiert. Als er dann begann iranische Gedichte zu zitieren, hätte ich gern ein abendfüllendes Programm von ihm gesehen. Zum Glück gibt es im NDR mittlerweile eine eigene Reihe, in der er als "Reporter für kulturelle Kuriositäten" den Leuten Rede und Antwort steht, als arischer Iraner auf Trendsuche geht oder oder oder ... (mehr hier beim NDR). Was Michel auf meine Fragen antwortet, könnt ihr jetzt hier nachlesen:

Wer bist du? Woher kommst du? Seit wann bist du in Hamburg?

Michel Abdollahi. Aus dem Iran. Seit dem 22.05.1986 in Hamburg.

Photocredits: Jan Brandes

Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich hab gar keinen Beruf, ich mach das, was ich gut finde. Manchmal auch andere Sachen. Ich bin Moderator und Maler, Reporter, Autor und Werder-Fan. Alles was ein guter Künstler sein muss.

Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich müsste mich irgendwo hinsetzen, vielleicht mit Blick auf das Meer oder einen Berg und warten, dass es zu Ende geht.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Privat bin ich recht zurückgezogen, widerborstig, teils spröde. Ich spiele viel Bubble Witch 2 Saga – Die Rückkehr der Hexe und betreibe einen Onlinezoo. Zudem denke ich viel nach.

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

Darüber darf ich leider nicht sprechen.

Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Nein.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Ich würde niemals ein Haus bauen. Viel zu ordinär. 

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Hamburg war und bleibt immer etwas dezent und zurückhaltend. Dabei wird schnell vergessen, dass hier mit dem Deutschen Schauspielhaus und dem Thalia Theater zwei der bedeutendsten deutschsprachigen Theater beheimatet sind. Zudem genießt Kampnagel einen internationalen Ruf als einer der weltweit wichtigsten Veranstaltungsort für zeitgenössische darstellende Kunst. Und die Staatsoper gehört zu den führenden Häusern der Welt. Was soll denn noch erst passieren wenn die Elbphilharmonie eröffnet? Und natürlich sind wir Weltslamhauptstadt. Ich glaube nicht, dass es irgendwo noch mehr Poetry Slam gibt als bei uns. Kulturell geht hier einiges. Nur 90er-Jahre-Spontan-Raumkunst, Straßenmusiker und Menschen die sich ausprobieren möchten sucht man hier vergebens. Die sind alle nach Berlin gezogen und bleiben auch hoffentlich da.

Photocredits: Jan Brandes
Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Bürgermeister ist ein sehr harter Job. Ich habe viele Jahre lang in der Hamburger Senatskanzlei gearbeitet und den Job täglich hautnah mitbekommen. Politik ist nicht so einfach, wie es sich viele vorstellen. Man kann nicht einfach etwas ändern. Es fehlt oft an Zeit und Geld. Vieles scheitert an Gesetzen, Bestandsschutz, Lobbyisten, dem äußerst komplizierten Verwaltungsapparat und anderen ominösen Dingen. Ich will auch gar nicht Bürgermeister sein. Außerdem habe ich tiefes Vertrauen in unser politisches System und finde, dass Hamburg, seit ich hier lebe, immer sehr ordentlich regiert wurde. Sollte sich das irgendwann mal ändern, können wir nochmal drüber sprechen.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Wer sagt denn nicht New York? Ein nettes Appartement an der Upper East Side mit Blick auf etwas Grün? Und bitte: niemals Berlin und New York in einem Satz nennen, das ist kein guter Ton. Berlin stinkt nämlich. 

Alster oder Elbe?

Mir egal, ich schwimme in allen Gewässern.

Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Immer.

Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

Ich werde auf der Bühne schon genug los. Manchmal ist es besser die Klappe zu halten.

 Photocredits: Michel by Michel
Lieblingssong des Moment?

Musik ist universell. So eine Frage ist nicht zu beantworten. Gerade jetzt, wo ich diese Frage beantworte, höre ich Les Deux Guitares von Les Yeux Noir. Zudem habe ich mich vor einiger Zeit in Haftbefehl verliebt.

Lieblingssong forever?


Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Mit dem Kanu durch die Alsterkanäle, eine Radtour an der Dove-Elbe entlang und den Michel.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Eigentlich nicht, nein.

Photocredits: Jan Brandes

Die mag ich: Instagrammer, No.4

Eigentlich hatte ich andere Pläne, doch dann bin ich mit über 39° Fieber aufgewacht und sämtliche Pressday-Vorhaben der Woche lösten sich in Luft auf. Es ging nicht nach Berlin und der Krankenzustand lässt nicht mal Hamburger Termine zu. Nun ja, also scrolle ich zwischen Wachen und Schlafen auf Instagram. Zeit mal wieder ein paar Lieblinge von dort auf dem Blog aufzugreifen. 1, 2, 3, 4 – die Folgenden sind mit Sicherheit keine ganz unbekannten, doch nicht weniger gut:




 




Dienstag, April 14, 2015

SUSTAINABILITY mit Bloggerin Emma Elwin

Ich habe einen Ordner im Postfach, in den werden alle Themen geschoben, die via Mail bei mir eintrudeln. Themen die nachhaltige (ne ne ne, nicht öko, sondern langfristige) Themen behandeln, liegen mir dabei besonders am Herzen. Seit Anfang des Monats gibt es eine Kooperation, die Nachhaltigkeit auf zwei Wegen vereint und die ich unbedingt hier aufnehmen wollte. Also, raus aus dem Postfach, rauf auf den Blog:

Gina Tricot arbeitet gern und immer wieder mit Bloggern zusammen. Und nach der Kooperation mit It-Girl Pernille Teisbaek durfte nun die schwedische Öko-Verfechterin und Bloggerin Emma Elwin eine neue nachhaltige Kollektion stylen! Simple und in der Kombination der zusammenpassenden Farben genau mein Geschmack. Schaut einfach mal in das Video rein:




Warum Emma sich dazu entschieden hat, erzählt sie in diesem Video. High five!



Noch mehr und die ganze Kollektion findet ihr auf Gina Tricot.


JOCO über "Horizon" - in den Abbey Road Studios

Die Energie zwischen Geschwistern ist eine ganz besondere - unbestritten groß und ohne Worte einfach da. Ein ganz besonders, besonders musikalisch interessanntes Geschwisterpaar sind Joco. Josephina und Cosima, kurz Joco tauchen nicht zum ersten mal hier auf und dies wird bestimmt auch nicht das letzte mal sein. Für ihr neues Album "Horizon" waren sie mit Steve Orchard in den Abbey Road Studios.




Das Album wird gut, also bestellt es doch gleich mal vor: Via iTunes: http://sny.ms/Joco-Horizon_iTunes oder Amazon: http://sny.ms/Joco-Horizon_Amazon.

Bild von BenediktSchnermannVisuals 

Freitag, April 10, 2015

Julia Pelzer. Hamburger Menschen #82

Illustrationen haben für mich etwas sehr elegantes – von den kleinen Kunstwerken von Julia Pelzer bin ich schon seit längerem Fan und deswegen freue ich mich, sie heute in der Serie Hamburger Menschen zu Gast zu haben:

Wer bist du?

Das ist eine schwierige Frage!
35 Jahre meines Lebens war ich sehr rastlos.
Was mich in all diesen Jahren jedoch stets begleitet hat, war die Liebe zur Malerei & zur Musik. Ersteres habe ich 2005 zu meinem Beruf gemacht.
Was anfangs wie ein Traum begann, war zwischendurch auch harter Kampf, meine Leidenschaft ist zum Glück geblieben und dank all der verschiedenen Phasen, weiss ich heute besser denn je, für was, wen und wie ich arbeiten will.


Woher kommst du?

Ich bin gebürtige Hamburgerin.
Das merke ich wenn mal wieder so richtiges „Schietwetter“ ist.
Wo andere Mundwinkel runter gehen, zeigen meine hier eine eindeutige Tendenz nach oben.
Für mich eine Kindheitserinnerung. Gummistiefel sind schön, aber hier in Hamburg machen sie auch noch Sinn.

Seit wann bist du in Hamburg?

Seit meiner Geburt und bis auf eine kleine, einjährige Exkursion ins wilde Berlin, schon immer und gerne hier.


Erzähl mal von deinem Beruf?

Mein Beruf ist meine Leidenschaft. Zumindest eine von 3en.
Neben Interieur und Musik, das was ich definitiv am liebsten tue. Bilder malen, kleine Welten erschaffen.
Natürlich ist der Alltag einer Illustratorin nicht immer einfach, aber der Markt ist grösser und interessanter geworden. Ich freue mich auf die nächsten Jahre.



Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich hoffe eine meiner 2 anderen Favoriten, Musik oder etwas im Interieur Bereich.
Ich liebäugle ab und an damit, umzuschwenken, aber beides lässt sich super in meine Freizeit integrieren, insofern ist das so ne runde Sache.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Ich verbringe Zeit mit meiner Tochter. Sie ist jetzt fast 2 Jahre und grossartiger, als ich es mir je zu träumen gewagt hätte. Eine tägliche Herausforderung und das schönste Abenteuer auf diesem Planeten.

 
In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

Momentan in Alt Altona. Hier bin ich schon jetzt länger, als an jedem anderen Ort zuvor, was immer mit meiner Liebe zur Veränderung und der Gestaltung neuer Räume zu tun hatte.
Unser Viertel ist spannend, es verändert sich gerade extrem, alte Läden gehen, neue Cafés kommen.
Während die eine Straße eher runtergekommen und sozial schlechter gestellt ist, gibt es um die Ecke bestens restaurierte Wohnungen, oder Neubauten, die hochpreisig an hippe Grossverdiener vermietet werden. Ein hoher Kontrast.


Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Ich kenne dank meiner Nomadenhaften Art Hamburgs verschiedenste Gesichter sehr gut.
Wenn ich mich räumlich nochmal verändern sollte, dann eher raus ins Grüne.


Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Idealerweise mit Ausblick aufs Meer und hinter mir die Berge.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Berlin ist mit Sicherheit mehr Kulturstadt als Hamburg, allerdings hat mich das Angebot eher erschlagen. Hier habe ich alles was ich brauche.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Fällt mir schwer mich da reinzudenken. Ich habe schon immer eher meinen kleinen Kreis um mich herum gepflegt und geschaut, dass da alles in Ordnung ist.
Bürgermeister zu sein und dann noch ein guter, das ist eine grosse Aufgabe, die ich nicht haben möchte.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Berlin habe ich für ein Jahr probiert. Es war spannend, aber am Ende doch zu laut.
An allen Ecken und Kanten neue Projekte, Bewegung, Tag und Nacht. Nicht einmal der Sonntag war anders als Freitag :)
Ich glaube genau das, was andere an dieser Stadt lieben, hat mich in eine Art Schockstarre verfallen lassen.
Zurück in Hamburg, war ich froh wieder hier zu sein.
New York steht auf jeden Fall auf meiner Liste. Allerdings nicht ganz oben, da ich dafür zuerst meine Abneigung gegen Flugzeuge überwinden muss.



Alster oder Elbe?

Elbe.

Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

An ist es leider immer. Allerdings meistens lautlos.


Lieblingssong des Moment?


Lieblingssong forever?


Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:
  • Die Elbe, schön weit raus Richtung Leuchtturm.
  • Den Ohlsdorfer Friedhof, im speziellen den jüdischen Teil.
  • Die Seitenstrassen vom Kiez.
Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Die Leser dieses Interviews!

Mittwoch, April 08, 2015

Lip Sync Battles - Upgrade

Die Lip Sync Battles von Talkmaster Jimmy Fallon sind schon immer großartig. Nun wird dieses "Spiel" auf ein ganz neues Level gehoben. Spike TV zeigt seit April eine ganze Show damit. Präsentiert wird das Ganze von LL Cool J und Chrissy Teigen.

Einen kleinen Vorgeschmack bekommt ihr hier:


Alle Folgen könnt ihr unter folgendem Link sehen: