Freitag, August 28, 2015

Constanze Klotz. Hamburger Menschen #98

An diesem Wochenende findet nicht nur das Yoga Wasser Klang Festival, der Craft Beer Day, die Filmfeste im Karoviertel, die 15.te Clubkinder Tagebuchlesung und das Finale (mit BBQ) der Stencil Austellung "Ausschnitte" statt, sondern auch noch der Start des Pop Up Wilhelmsburg – ein Ladenfestival in Wilhelmsburg, bei dem leerstehende Läden in Wilhelmsburg für 5 Wochen neu bespielt werden. Eine der Teilnehmerinnen ist Constanze Klotz, die mit ihrem wunderbaren Projekt Stoffdeck daran teilnimmt. Etwas mehr zu ihr und ihrem tollen Projekt erzählt sie euch nun selbst:

Wer bist du und woher kommst du?

Ich bin Constanze (aber die meisten nennen mich Conny) und 34 Jahre alt. Geboren bin ich in Dresden und aufgewachsen in einem Vorort von Weimar, nach der Wende hat es meine Familie ins schöne Sauerland verschlagen. Meine Jugend habe ich also zwischen Schützenfesten und Dorfdiscos verbracht!


Seit wann bist du in Hamburg?

Ich bin im Jahr 2000 zum Studieren nach Lüneburg gezogen. Nach dem Studium ging es für mich dann nach Hamburg, das war 2007. Ich nähere mich also langsam dem Zehnjährigen ...

Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich bin Kulturwissenschaftlerin und nach einem langen Ausflug in die Stadtplanung mittlerweile mit Herz und Seele Projektleiterin im STOFFDECK, einem wunderbaren Co-Working Space für Mode- und Textildesigner in Wilhelmsburg. Anfang des Jahres haben wir „Bridge & Tunnel“ ins Leben gerufen – ein Label für hochwertiges Upcycling-Design, bei dem wechselnde Designer aus Alttextilien tolle neue Designprodukte entwerfen. Gefertigt werden die Entwürfe vor Ort von Frauen aus dem Stadtteil, die es auf dem ersten Arbeitsmarkt sonst schwer haben. Mit unserem Label wollen wir also im wahrsten Sinne des Wortes Brücken (und Tunnel) bauen. 


Unsere Vision: 5 Frauen sollen in 5 Jahren feste Jobs bei Bridge & Tunnel haben! Seit einigen Wochen steht das Frauenteam und näht jetzt einmal die Woche für uns. Das ist unfassbar toll!

In der ersten Edition entstehen zurzeit wunderschöne und sehr hochwertige Taschen- und Reisetaschen aus Denim, außerdem einige Interior Design Produkte wie Teppiche oder Center Pieces. Entworfen hat sie die dänische Textildesignerin Signe Bonnesen


Das Material für die nächste Edition steht auch schon fest: es werden alte Schulvorhänge sein. Allerdings nicht die grausligen orangenen, die man noch aus der eigenen Schulaula kennt, sondern wunderschöne taubengraue! Daraus werden dann wieder verschiedene Designprodukte entstehen, lasst euch überraschen welche.

Seit einer Weile sind wir mit Bridge & Tunnel, das ich zusammen mit meiner lieben ‚partnerin in crime’ Hanna Charlotte Erhorn mache (die zugleich Werkstattleiterin im Stoffdeck ist), auch Stipendiaten bei Social Impact Start. Das ist Gold wert, weil wir die Möglichkeit haben, mit sensationellen Coaches zusammen zu arbeiten, die uns in verschiedenen Bereichen inhaltlich beraten.


Am 4. September wird Bridge & Tunnel gelauncht - endlich! Wir machen das im Rahmen von Pop Up Wilhelmsburg – das Lädenfestival in Wilhelmsburg, bei dem leerstehende Läden für 5 Wochen aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden. Wir werden einen kleinen Shop und eine kleine gläserne Werkstatt im Store von IDYL (Veringstraße 62) haben und freuen uns schon wie Bolle!

Was wäre dein Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich bin sehr glücklich mit dem, was ich tue. In einem zweiten Leben wäre ich vielleicht Moderatorin. Schließlich rede ich doch so gern ... ;-)

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Freunde treffen, mich von guter Musik beseelen lassen und ausgehen. Ich liebe gutes Essen und auch Sport! Letzteres bedingt sich in jedem Fall ganz gut ;-) Und natürlich Zeit mit meiner kleinen Superfamilie verbringen, denn seit anderthalb Jahren sind wir zu dritt. Oh, und ich verreise liebend gern. Unsere letzte Reise ging mit Baby nach Südafrika. Das war wahnsinnig erfrischend und sehr inspirierend.

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

Ich wohne in lovely Ottensen. Das Dorf in der Stadt. Ich mag es, dass es hier urban und entschleunigt zugleich zugeht. Außerdem ist die Elbe so schön nah. Von unserem Balkon aus hört man immer wieder Schiffe hupen, ein super Sound.

Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen, wenn ja, wo?

Ich mag St.Pauli sehr gern. Dort ist die kreative Taktzahl etwas höher als in Ottensen, es passiert einfach mehr, das gefällt mir. Ansonsten schlägt mein Herz schon lange für Wilhelmsburg, eine absolute und leider immer noch unterschätzte Perle in dieser Stadt. Die Insel ist irgendwie alles auf einmal: grün und grau, hässlich und hübsch, großstädtisch und dörflich, hip und bodenständig, international und urdeutsch, vor allem aber wahnsinnig charmant. Wilhelmsburg hat einfach seinen eigenen Rhythmus, der sich total schwer greifen lässt, einen deshalb aber auch nicht so schnell loslässt.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Mir graust es ja vor einem Hausbau. Das stelle ich mir wahnsinnig stressig vor, besonders wenn es die Vorstellungen eines Traumhauses erfüllen soll. Da würde mir mein Perfektionismus wahrscheinlich wahnsinnig auf der Nase herumtanzen ... Ich habe mich gemeinsam mit meinem Liebsten aber mal total in das französische Städtchen Aix-en-Provence verguckt. Sollte dort ein Traumhaus vom Himmel fallen, würde ich nicht nein sagen.

Ist Hamburg für dich Kulturstadt? Was macht sie dazu?

Hamburg ist für mich definitiv Kulturstadt, allerdings macht sie das deutlich unaufgeregter und leiser, machmal leider auch versteckter als z.B. Berlin. Ich mag die verschiedenen subkulturellen Szenen in Hamburg. Gleichzeitig ist das, was passiert, noch sehr überschaubar. Man trifft doch überall (fast) immer die gleichen Leute. Manche nervt das, mir gefällt es. Zumindest an 5 von 6 Tagen.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Puh, ich glaube ich wäre gar nicht so gern alleinige Bürgermeisterin. Ich bin ein großer Fan vom gegenseitigen Vernetzen und schlaue-Gedanken-teilen. Ich würde also zuerst mal die Hamburger Verfassung ändern und ein Bürgermeisterteam ins Leben rufen! Also schlaue Menschen um mich scharen und das als Team angehen! Dann stünde in jedem Fall auf unserer Agenda: Weniger Musical-Marketing, dafür mehr Support der bestehenden Einrichtungen. Aber auch sowas wie „Spielgeld“ für unkonventionelle, experimentelle Projekte!

www.bridgeandtunnel.de

Warum Hamburg und nicht Istanbul, Berlin oder New York?

Es gibt ja Städte, in denen man gern wohnt und solche, die man lieber bereist. Berlin wäre mir auf Dauer zu groß. Ich werde immer ganz nervös, wenn ich auf der Berliner S-Bahnanzeige sehe, dass die nächste Bahn erst wieder in 15min kommt. Dazu dieses gigantische Kultur- und Freizeitangebot, ich glaube, da würde ich totalen Freizeitstress verspüren. Istanbul ist eine grandiose Stadt und die Gastronomie fantastisch, mein türkisch aber definitiv zu rudimentär ;-) New York ist so elektrisierend, da hat man förmlich das Gefühl, als hätte man morgens in die Steckdose gefasst. Auf Dauer wäre mir so ein Leben mit zu Bergen stehenden Haaren aber auch zu anstrengend. Hamburg ist von all dem ein bisschen: groß aber nicht zu groß, elektrisierend aber nicht atemlos. Nur gastronomisch könnte Hamburg ruhig noch ne Schippe drauflegen.  

Alster oder Elbe?

Elbe. Elbe. Elbe. In Ottensen mag ich es, dass der Strom gen Westen so endlos erscheint, auch wenn man die andere Uferseite sieht. Wie eine Schnellstraße aus der Stadt heraus. In Wilhelmsburg sieht die Sache ja ein wenig anders aus, denn der Stadtteil ist von der Elbe im wahrsten Sinne des Wortes umschlossen. Eine Insel in der Stadt! Wie cool ist das denn bitte? Da kann die Alster einfach nicht mithalten.

Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Ständig. Leider. Ich bin ziemlich süchtig. Aber manchmal verordne ich mir auch eine Diät. Allerdings läuft die dann auch so wie die meisten Diäten ...

Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

Danke liebe Kathrin für deinen inspirierenden Blog! Ich finde deine Reihe Hamburger Menschen ausnahmslos toll! Denn oft passieren die spannendsten Sachen doch in unmittelbarer Nachbarschaft, nur merkt man es kaum. Insofern freue ich mich immer wieder darüber, mehr über die Leute in meiner Stadt zu erfahren!

Lieblingssong des Moment?

Den einen Song gibt es nicht. Ich höre jeden Morgen auf dem Weg nach Wilhelmsburg Spotify rauf und runter. Da habe ich endlich mal die Ruhe, mich detailliert in neue oder auch alte Alben reinzuhören, während ich radele. Momentan stehen bei mir hoch im Kurs: Ship to wreck von Florence and the Machine und Cloud von JOCO.

Lieblingssong forever?

Consolation Prizes von Phoenix. 1A auf den Punkt gebracht, dass Trostpreise doch nur nerven.

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:
  • Das Dockville Festivalgelände in Wilhelmsburg. Ein wahnsinnig entrückter Ort: grüne Wiese trifft auf Industriehafenkulisse. 
  • Die Strandperle an der Elbe: vom Café aus mit einem Bier to go die Elbe entlang gen Westen schlendern. 
  • Das Familieneck in Ottensen: weltallerbeste Kneipe mit einem DJ, der aus Platzmangel immer nur von den Hüfte abwärts zu sehen ist.
Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Unsere Mitgründer und –gründerinnen im Social Impact Lab in Hamburg. Das sind alles wahnsinnig inspirierende Menschen, die über ihre Herzensideen nicht nur reden, sondern aus diesen echte soziale Unternehmungen machen! Hut ab!

Donnerstag, August 27, 2015

Musiktipp: Joco aus Hamburg.

Seit ich die Schwestern Cosima und Josepha zum ersten mal in Hamburg gehört habe, bin ich ein Fan ihrer Musik – zusammen sind sie die Band Joco. Etwas mehr von ihnen hab ich euch ja schon HIER erzählt. Seit Juni ist das erste Album von ihnen zu haben, die erste Single daraus ist ihr Lied "Pilot", toll toll toll:



Hier bekommt ihr die ganze Platte von Joco zu hören: iTunes oder Spotify


Mittwoch, August 26, 2015

Julia Benz für Conleys = Das Pyramid Benz-Tuch


Die Künstlerin Julia Benz ist eine kleine Kooperation mit dem Online Versandhändler Conleys eingegangen und so kann man sich nun eines ihrer Kunstwerke um den Hals hängen. Das Benz-Tuch, ist als Limited Edition, basierend auf ihrer Arbeit "Pyramid" entstanden. Von dem farbenfrohen und weichen Tuch aus 100% Modal gibt es nur 20 Stück – also los, klick klick. Blumen für die Benzi!

Surfer. Lifestyle, Mymarini Badeanzüge, gute Wellen & diese Realität.


Wehende Haare im Wind, Wellen um die Füße, Salz auf der Haut und wartend auf die nächsten Wellen, sitzen wir am Strand. Beobachten die anderen Surfer, die Männer, Frauen, Möwen und alles ist irgendwie so entspannt und lässig, ich möchte nie mehr nirgendwo anders sein. Wieso bin ich beim letzten mal hier weggefahren? Wieso bin ich nicht hier geblieben und mache Smoothies und Muschelketten und verkaufe sie am Strand? Oh, da kommt ja die Realität um die Ecke. 

Eine beachtliche Zahl: Rund 50.000 Deutsche surfen – 92 Prozent davon nur im Urlaub. Ab in den Bulli, Surfbretter aufs Dach und los an den Atlantik, Frankreich, Portugal, oder Spanien, na oder auch an die See in die Niederlande oder nach Dänemark. Auf dem Campingplatz leben viele ihren Traum vom entspannten Surferleben mit Strandpartys und lässiger Musik – Realität aus. Realität an: Immerhin noch acht Prozent steigen auch im Alltag regelmäßig aufs Brett (wohnen diese 8% alle an Deutschlands Küsten?).


Seit ich klein bin, kenn ich es nicht anders. Mein Vater war so, der ein oder andere junge Mann, den ich kennenlernte, ging tatsächlich früh ins Bett, weil der Swell am nächsten Morgen so gut sein sollte und blieb monatelang an Orten in den Zipfeln dieser Erde, nur weil dort guter Wind herrschte und der Rest des Lebens wurde pausiert oder eben verlagert. Mein liebes fast Brüderchen betreibt es professionel und fliegt dafür durch die Welt. Beneidenswert und ich frage mich, könnte ich das?


Wieso sitz ich also jetzt nicht in Neo am Strand und schwitze? Wenn es in den Dingern nicht so heiß wäre, könnte ich den Anzug auch den ganzen Tag tragen. Doch es gibt ja noch viele schöne Badeanzüge oder effektive Surfkleidung. Ich hab mich ein bißchen (ok ok ok, ganz schön viel) in die Badeanzüge von Mymarini verguckt. Mareen, die Gründerein, kommt aus Hamburg und ich habe ihre Badeanzüge schon vor einiger Zeit online entdeckt. Bei dem Pop-Up Store von i love pony hab ich sie endlich auch angefasst (uuuuuh).

2013 hat Mareen das Label gegründet und sich zum Ziel gesetzt funktionale, modische, sowie ethische Bikinis und Badeanzüge für Surferinnen, Wassersportlerinnen und allen anderen Frauen, die gutes Design zu schätzen wissen, herzustellen. Die Stoffe kommen, frei von Giftstoffen und mit einer transparenten und nachhaltigen Herstellung, aus Italien, und werden in Deutschland designed und gefertigt. 


Neben Raglan Shirt, Beanie, Hippiekleid, Hoddie und Bikini also ein weiteres Kleidungsstück für den Surfrucksack. Der möchte bald wieder von mir gepackt werden, denn die Relität muß ein wenig Urlaub machen, am Strand sitzen, die Gedanken schweifen lassen und nichts tun. Mal schauen für wie lange ...


Dienstag, August 25, 2015

Yoga.Wasser.Klang. Tipp #2 für diese Woche im August.

An diesem Wochenende findet endlich wieder das Yoga.Wasser.Klang Festival statt. Lockeres Bodenturnen mit gutem Sound. Im letzten Jahr waren es 64 Kurse, 17 Studios, 3 Yogawiesen, 1 Meditationswiese, 600 Teilnehmer, 68 Lehrer & viele Assistenten und ca. 2.596 Sonnengrüße. Auch in diesem Jahr werden von Freitag bis Sonntag auf der Wiese zwischen Rollschuhbahn und Minigolfplatz ein paar Yogaliebhaber erwartet. Auch die, die es noch nie ausprobiert haben, sind herzlich eingeladen sich mal alles aus der Nähe anzuschauen.


Und alle, die nicht auf die Matte möchten, auf dem dazugehörigen Markt gibt es auch eine Menge Möglichkeit, sich zu informieren, kennenzulernen, Gespräche zu führen, gut zu essen, der Musik zu lauschen oder auch ein wenig Kunst zu erleben.


Wer sich nicht auskennt im Planten & Bloomen, die Wiese befindet sich zwischen Minigolfanlage und Rollschuhbahn. Am besten, ihr nutzt die Eingänge an der U-Bahn St. Pauli oder Glacischaussee, gegenüber vom Heiligengeistfeld, dort wo der Dom (die Kirmes) immer stattfindet! Zum Glück ist die aber nicht und wir können ganz in Ruhe Yoga machen. Hier gibt es nochmal eine genaue Wegbeschreibung.

Auch für Kinder wird es einen Kurs geben, Tai Chi mit dem Fächer, auf dem SUB oder Lachyoga – der Kurs war im letzten Jahr nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Umsitzenden ein großer Spaß. Nicht mitlzuachen ist einfach nicht möglich!

Die Festival-Zeiten:
Freitag:    15 – 21 Uhr   (Ticketstand ab 13 Uhr)
Samstag:    10 – 21 Uhr  (Ticketstand ab 09:30 Uhr)
Sonntag:    10 – 19 Uhr (Ticketstand ab 09:30 Uhr)

Der Ticketcounter ist immer eine halbe Stunde früher auf, ihr könnt euch die Tickets auch direkt bei Ticketmaster kaufen. Der Eintritt zum Yoga.Wasser.Klang. Festivalgelände und zum Yoga.Wasser.Klang-Markt frei!


Craft Beer Day in Hamburg. Tipp #1 für diese Woche im August.

Der amerikanische Erfinder und Staatsmann Benjamin Franklin sagte mal: "Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und dass er möchte, dass wir glücklich sind."

 Bild via Pinterest

Ob sich die Erfinder des Craft Beer Days in Hamburg, Axel Ohm und Patrick Rüther, von Benjamin Franklin inspirieren ließen? In jedem Fall sind die beiden, diejenigen, die das handwerklich und nicht industriell hergestellte Bier in vielen Teilen Deutschland populär gemacht haben.

Ein Tag nur für das Bier? Ja, nicht nur hier in Hamburg werden solche Tage gefeiert – denn, Bier macht viele Menschen glücklich. Wie glücklich und ob man dies als Bier selbst behaupten darf, also die Marke, dazu hat die Welt etwas Schönes geschrieben, lest mal HIER.

Hier in Hamburg haben in den letzten zwei Jahren auf jeden Fall 10.000 glückliche Bierfans an diesem Tag gefeiert. Bei den 10. Craft Beer Days, am 29. und 30. August gibt es wieder zwei Tagen Programm, viel zu sehen und vor allem zu schmecken. Dabei werden nicht nur Summer Ales ausgeschenkt, die einen fruchtigen Körper mit Aromen von Ananas, Zitrone oder anderen köstlichen Früchten haben, sondern jeder Brauer bringt schlicht und einfach seine besten Kreationen mitbringen. Ausgewählte Brauereien aus Hamburg, Berlin und dem Rest der Welt, dazu noch Craft Food, Musik und Workshops im sonnendurchfluteten Innenhof vor dem Braugasthaus »Altes Mädchen«.


Wer kommen möchte und den Veranstaltungsort nicht eh kennt, findet HIER alle Infos.



Montag, August 24, 2015

Winternähe – ein Roman über das eigene Leben und die Suche. Ein Buch von Mirna Funk


Ich schwimme, ich tauche ein, in Momente, in Leben. Mal mit der Flut, mal gegen den Strom. Das Leben ist nie dasselbe. Alles bleibt anders, wer Veränderungen akzeptiert, wächst. Lust auf Leben, Meer, Kunst, Neues, Altes, Menschen, mich selbst. Bin der Mensch meiner Geschichte, die ist immer dabei, im Schlepptau. Vor mir liegt nur Zukunft und die strahl ich an, manchmal muß ich blinzeln. Ich lese:

Lola lernt sich kennen. Dabei kennt sich schon ganz gut und weiß eine Menge und doch ist sie neugierig und wissbegierig. Darauf, sich, ihre Familie und das Leben zu entdecken und einen Weg zu finden, der der ihre ist und für den sie einstehen und sich dabei ehrlich im Spiegel anschauen kann – auch wenn sie sich nicht immer leiden mag. Lola ist Anfang 30, lebt in Berlin und Tel Aviv und ist Jüdin. Sie ist Deutsche. Sie ist Jüdin. Für die einen so und die anderen so. Dabei kennt sie sich doch selbst am besten und weil sie genug davon hat, dass andere bestimmen wollen, entscheidet sie selbst konsequenter. Geht, wenn es ihr nicht passt, gibt sich selbst Zeit, lernt und gibt zu: Verletzungen, "Fehler", Entscheidungen. Lola ist die Protagonistin in dem Buch "Winternähe" von Mirna Funk.

Ihr Leben entstand aus dem Vater, der noch vor 1989 Ost-Berlin verlassen hat und ab und zu wieder in ihr Leben kam. Die Mutter die auch ging, doch eh nie so nahbar war, dass es auch mal weh tun konnte und man sich danach wieder umarmt hat, weil sie eben so ist, wie sie ist. Und die jüdischen Großeltern, sie haben den Holocaust überlebt und auch deren Geschichten prägen Lola. Wie soll man also locker und entspannt bleiben, wenn man antisemitische Sprüchen hört? Wie kann man dann überhaupt entspannt bleiben, wenn man Ungerechtigkeiten zu hören, sehen und fühlen bekommt?


Ich selbst bin sehr dankbar, dass ich in meiner Kindheit und Jugend viel Gerechtigkeit erfahren habe. Nicht alles war rosarot, keines Falls, doch die Geschichten aus der deutschen Vergangenheit, auch Vor-, Nach- und Kriegsgeschichten von meinen Großeltern (mütter-, wie väterlicherseits), waren ein Teil der Geschichten, die ich als Kind immer wieder gerne gehört habe. Weil sie mich näher zu der Kindheit und Jugend meiner Großeltern gebracht haben, weil ich neugierig auf alles war und bin, was sie mir erzählten, schöne und auch traurige Geschichten. Weil ich tolle Großeltern habe!

Weil ich, ohne viel zu verstehen, gern neben meinen Elten gesessen habe, wenn sie die Tagesschau schauten, nicht wusste was da passiert, doch noch heut die Momente in Erinnung habe, an denen sie damals sagten; "Kathrin, das wirst du mal in deinen Geschichtsbüchern lesen!". Weil ich tolle Eltern habe.

Fand ich natürlich nicht immer so, es gab Jahre, da hab ich doll rebelliert, doch ich fand es immer gut, dass keine Unterschiede gemacht wurden, wenn ich Menschen kennelernte und mir selbst eine Meinung bilden durfte. Erst ziemlich viel später, habe ich realistiert, es gibt sie, die Vorurteile. Ich mochte sie nie und vielleicht ist es zu naiv zu glauben, ohne sie leben zu können, denn wir haben alle Vorurteile im Kopf. Weil wir durch Erfahrungen zu Menschen mit individuellen Geschichten werden. 


Vielleicht hat mich das Buch "Winternähe" so angesprochen, weil es politische und religöse Geschichten erzählt und mich eben diese Geschichten und Ungerechtigkeiten berühren. Weil es zeigt, das Menschen auf der ganzen Welt durch ihre Geschichten und die Historie verbunden sind und weil ich mich in Lola in Teilen auch wiedergefunden habe. Weil sie zum Beispiel ab und an gern diskutiert, ab und an aber auch nicht und schweigt oder geht. Weil sie gerne allein ist, weil sie viele Gedanken hat, die selbstreflektierend sind. So wie viele in diesem Alter, in dieser, meiner Generation, weil sie verändern wollen. Weil sie neugierig sind, gerne dazulernen und auch in gesundem Maß egoistisch sein, erst lernen müssen. Weil es den Einblick in eine Familie zeigt, die Stärken und Schwächen hat.


Lola reist im Sommer 2014 von Berlin nach Tel Aviv, als dort der Krieg erneut beginnt. Sie besucht ihren Großvater und trifft Shlomo wieder. Trennungen gehen nicht ohne Spuren, egal von wem und warum, egal ob nur für den Moment oder immer oder räumlich oder weil man selbst so entscheidet und den anderen Menschen trotzdem noch sieht. Lola sucht ihre Identität und ihr eigenes Leben und findet es ein Stück weit in diesem tollen Buch. Ich habe beim lesen gelacht und geweint und werd es nochmal lesen.


"Winternähe" ist im S. Fischer Verlag erschienen und HIER oder auch HIER erhältlich.

Ein schönes Interview mit der Autorin Mirna Funk und mehr Hintergründe zu ihrer Person und dem Buch gibt es bei den Janes.

Während ihrer Lesereise ist sie auch in Hamburg: am 13.09. beim Debütantensalon des Harbour Front und Termine für NRW kommen bestimmt auch noch.



Die Bilder sind alle von mir und entstanden, als ich das Buch gelesen habe. Das von Mirna, das ist von Mirnas Instagram Bildern.

Freitag, August 21, 2015

Axel Klubescheidt, Hamburger, nein Essener Mensch

Wie freue ich mich, dass ich euch heute jemanden aus Essen vorstellen kann. Axel Klubescheidt kommt aus der Stadt, die im Ruhrgebiet für ca. zehn Jahre meine Heimat war und den ich auch von "damals" kenne. Natürlich könnte er auch in Hamburg, München oder Berlin sein, denn dorthin wird er oft genug gebucht, um sein Talent zu zeigen und sein Wissen weiterzugeben. Heute erzählt der Erfinder des 'Le Gurk' Cocktail, was er an der Ruhrgebietsstadt so sehr mag und was er macht:

Wer bist du und woher kommst du?

Mein Name ist Axel Klubescheidt und ich bin 37 Jahre alt. Ich komme aus der schönen Stadt Essen mitten im Ruhrgebiet.

Seit wann bist du in Essen?

Ich bin hier geboren und aufgewachsen.

Erzähl mal von deinem Beruf, wie kamst du dazu?

Ich arbeitete nun seid fast 5 Jahren als Brand Ambassador für die Marke Absolut Vodka in Deutschland. Nach fast 12 Jahren hinter der Bar habe ich nach neuen Herausforderungen und einem erneuten „sozialem“ Leben gesucht.
Ich mache Tastings, Schulungen, Workshops und Mixkurse deutschlandweit, kann also mein Fachwissen an die nächste Generation Bartender weitergeben. Das macht Spass!

Bildcredit: Mert Photo

Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich hätte ein Surf/Tauch/Kite-schule in Kapstadt mit einem kleinen Restaurant.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Fussball spielen, Kreativ sein, Wassersport

Essen wurde, mit der Ruhrmetropole, 2010 als europäische Kulturhauptstadt ausgezeichnet. Ist Essen auch für dich Kulturstadt? Was macht sie dazu?

Ich würde sagen Essen ist einfach eine schöne Stadt. Nicht zu groß, nicht zu klein. Ein kleines, aber nettes Nachtleben, gute Restaurants.
Kulturell hat Essen auch einiges zu bieten, von der Villa Hügel über den Grugapark zum Folkwang Museum und zur Zeche Zollverein.

In welchem Stadtteil von Essen lebst du?

Ich wohne in Essen-Bredeney, in der grünen Ecke von Essen.

Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen, wenn ja, wo?

Nein, ich fühle mich hier sehr wohl. Auch meine Kinder sollen gerne hier aufwachsen!

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Wahrscheinlich auch in Kapstadt. Die Stadt/Region ist einfach extrem abwechslungsreich.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

No comment: Keine Politik, keine Religion.

Bildcredits: Pernod Ricard Deutschland

Baggersee, Ruhr oder bis zum Rhein?

Im Ruhrgebier gibt es – gottseidank – einige schöne Baggerseen und Wakeboardanlagen. Um diesen Sport auszuüben fahre ich am liebsten nach Duisburg an den Töppernsee oder nach Duisburg-Wedau. Dort kann man gut und gerne einen ganzen, langen Sommertag verbringen und ab und zu mal aufs Brett springen und eine Runde um den See fahren.

Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Leider immer

Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

You only drink a certain number of drinks in your life – so drink nice ones!

Lieblingssong des Moment?

Roger & Schu – Gettin busy:


Lieblingssong forever?


Drei Plätze, die man sich in Essen, oder dem Ruhrgebiet, unbedingt angeschaut haben sollte:
  • Rüttenscheider Strasse
  • Zeche Zollverein
  • Westfalenstadion (Borussia Dortmund)

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Alle Bartender, die seit Jahren hinter den Bars Deutschlands stehen und tagtäglich die Gäste glücklich machen mit ihren wilden Kreationen!