Lina Kypke & Hinrich Carstensen. Hamburger Menschen #197 - Kathrynsky's

Freitag, Dezember 08, 2017

Lina Kypke & Hinrich Carstensen. Hamburger Menschen #197

Er ist wieder da! Die Nummer 63 ist auch ein Teil Hamburger Mensch #197. Dabei ist auch Lina. Die, so kann es nicht anders gesagt werden, hat einfach gemacht hat, was sie für richtig hielt. Gemeinsam haben sie sich, auf Grund der gesellschaftlichen Entwicklung des Fleischkonsums und der fragwürdigen Etablierung von Bio-Siegeln, gesagt: Wir versuchen es anders. Mit ihrer Idee wollen sie zum Um- und Nachdenken anregen, doch erzählt mal, wer seid ihr und woher kommt ihr?

Wir sind Lina und Hinrich :-)

Lina: Ich bin in Hamburg geboren und habe schon immer hier gelebt.
 
Hinrich: Ich bin in Fissau aufgewachsen. Das ist ein kleines Dorf bei Eutin in Ost-Holstein.


Seit wann lebt ihr in Hamburg und wollt ihr in Hamburg bleiben?

Hinrich:  Ich bin als richtiges Dorfkind aufgewachsen. Allerdings hat es mich dann doch in die Stadt gelockt. Ich bin zum Studieren nach Harburg gezogen und habe dann sehr schnell Hamburg lieben gelernt. Jetzt will ich hier nicht mehr weg und Lina bekommt man eh nicht dazu woanders zu leben. Für uns ist nur eine Option vorhanden: Wenn dann Richtung Norden.


Erzähl mal von eurem Beruf?

Lina: Puh wie kann man das zusammenfassen?!
 
Hinrich: Irgendwie machen wir beide ziemlich viele verschiedene Sachen. Aktuell versuchen wir uns aber auf unsere Firma zu konzentrieren. Bei mir bedeutet das, dass ich meine Fotografie und meinen eigentlichen Job als Ingenieur etwas hinten anstellen muss. Lina hat gerade ihr Studium auf Eis gelegt.
 
Lina: Wir haben nämlich vor knapp einem halben Jahr einen online Shop für nachhaltig und regional produziertes Frischfleisch gelauncht. Das war eigentlich nur als Hobby oder größeres Projekt für die Zukunft gedacht. Glücklicherweise sind so viele Kunden sehr dankbar für unsere Angebote und die Nachfrage ist richtig groß. Wir konnten jetzt also beide schon fast hauptberuflich in unser eigenes Unternehmen einsteigen. Das macht uns ganz schön stolz.
 
Hinrich: Wir sind also beide gerade von Beruf Gründer. Hört sich ganz schön gut an.


Anmerkung: Die beiden haben "Ein Stück Land" gegründet – schaut rein unter: einstueckland



Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Lina: Das ist richtig schwer für mich, weil ich wirklich gerade super glücklich mit unserer Arbeit und unserem Erfolg bin. Wir haben ja auch quasi unser Hobby zum Beruf gemacht. Daher kann ich mir gar nichts anderes vorstellen.
 
Hinrich: Naja ich bin ja wie gesagt eigentlich Ingenieur und zusätzlich fotografiere ich nebenberuflich. Ich würde daher wohl entweder fotografieren oder weiter als Bauingenieur Offshore Windparks planen und bauen.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?
Lina: Gerade gibt es da gar keine Alternative... Wir haben ja gerade erst gegründet. Es gibt also wirklich IMMER etwas zu tun. Ich finde es auch wirklich schwer mal abzuschalten. Man ist ja immer erreichbar und kann auch immer und überall arbeiten... Wenn wir nicht arbeiten schlafen wir! Wir beschäftigen uns wirklich die ganze Zeit mit unserer Firma☺



In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

Hinrich: Wir leben beide zusammen in Winterhude. Direkt am Stadtpark, das ist echt schön. Man kann einfach mal rausgehen und ist im Grünen. Wenn die Zeit es zulässt, gehe ich auch gerne mal laufen um den Kopf frei zu bekommen. Da ist es natürlich perfekt, wenn man nur über die Straße muss und  so eine schöne Laufstrecke quasi vor der Tür hat.


Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Lina: Ich habe lange in Eimsbüttel gewohnt und mich dort wirklich sehr wohl gefühlt. Es war auch ein ziemlicher Schritt, vielleicht auch ins Erwachsenwerden, nach Winterhude zu ziehen. Ich genieße die Ruhe hier sehr. Ich könnte mir vorstellen, dass wir in der Zukunft irgendwann etwas weiter raus ziehen.


Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Hinrich: In der holsteinischen Schweiz an einem See.



Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?
Lina: Das Angebot an Veranstaltungen, Konzerten, sogar diverse Festivals werden hier veranstaltet. Das ganze Jahr ist eigentlich immer etwas los. Jeder Kulturliebhaber kommt in Hamburg definitiv auf seine Kosten und es wurden viele tolle Künstler in Hamburg geboren.


Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Lina: Bessere Fahrradwege, meinetwegen könnte man die gesamte Innenstadt autofrei machen. Der Verkehr in Hamburg stört mich wirklich. Ich denke man könnte mit besser ausgebauten öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrradwegen und  Carsharingnetzen die Lebensqualität in Hamburg noch deutlich steigern.

Hinrich: Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Ich würde den HVV dann natürlich auch kostenlos anbieten. In anderen Städten funktioniert dieses System auch.


Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Lina: Berlin geht gar nicht!!! Viel zu groß, zu viele Menschen, zu unübersichtlich ... Ich fühle mich in Berlin gar nicht wohl!
 
Hinrich: New York schon eher ... Aber das ist auch zu laut und zu voll für mich. Außerdem engen mich diese riesen Bauten ein. Für mich ist Hamburg auch einfach durch die Menschen ,die ich kenne, nicht zu ersetzen. Man hat sich ja über Jahre ein Netzwerk aus tollen Menschen aufgebaut, die eine Stadt dann erst richtig liebenswert macht, das möchte ich nicht einfach aufgeben und woanders hinziehen.


Alster oder Elbe?

Hinrich: Alster. Bei mir zu Hause in Ost Holstein wohnen wir sozusagen auf der Seenplatte. Die Alster bringt dieses Gefühl mit sich.

Lina: Alster, die Elbe haben wir irgendwie nicht so richtig auf dem Schirm. Wenn wir ans Wasser wollen fahren wir meistens mit dem Rad an die Alster.


Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Hinrich:  24h ... Linas nicht, sie bekommt es meistens nicht organisiert ihren Akku zu laden ...



Keine Frage, doch ein wenig Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

Hinrich: Wir würden uns wünschen, dass die Menschen wieder mehr darauf achten, was sie kaufen, wo sie es kaufen und wen sie mit dem Kauf unterstützen. Gerade bei dem Thema Fleisch! Uns ist klar, dass das nicht einfach ist umzusetzen, denn z.B. die Flut an Lebensmitteln und die dahinter geschalteten Marketingkampagnen machen es für den Kunden sehr schwer wirklich zu wissen, was dahinter steckt. Aber das sollte einen nicht abschrecken. Wir sind froh eine erste Alternative bieten zu können und würden uns sehr freuen, wenn unsere Philosophie manche zum Umdenken anregt und vielleicht auch zum Nachmachen!



Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Lina: 
  • Hochwildschutzpark Schwarze Berge
  • Oldtimer Tankstelle
  • Erikas Eck
  • Alter Elbtunnel


Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Lina: Oh ja!!! Unser Familien, die haben uns nämlich in den letzten Monaten extrem unterstützt.


Ihr wollt mehr über das Projekt und ihren Beruf "Ein Stück Land" wissen?
 Schaut rein unter: einstueckland