Corvin Lask. Hamburger Menschen #134

Der 134.te Gast der Serie "Hamburger Menschen" , war einer der ersten Menschen, die ich in Hamburg kennenlernte. Damals, 2010 bei...

Der 134.te Gast der Serie "Hamburger Menschen", war einer der ersten Menschen, die ich in Hamburg kennenlernte. Damals, 2010 bei einer Social Shopping Plattform, die bei der Suche von Produkten behilflich ist. Wir haben ab und an einen Tee zusammen getrunken und das war es dann auch schon. Denn, ich fing schon nach kurzer Zeit bei einem anderen Arbeitgeber an und Corvin wechselte gleich die Stadt. Durch gemeinsame Kontakte und die sozialen Netzwerke hat man sich doch nie aus den Augen verloren und der smarte Original Hamburger hat mittlerweile sein eigenes Unternehmen. Wieso, woher und wer er ist, erzählt er nun selbst:

Ich bin Corvin und einer der Gründer von slow watches.

Woher kommst du?

Hamburg, meine Perle!

Seit wann bist du in Hamburg?

Im Grunde bin ich meiner Lieblingsstadt mein Leben lang treu geblieben. Bis auf ein paar Episoden in Berlin, New York und Hong Kong, wo es mich jobmäßig hingeschlagen hat, hab ich die meiste Zeit meines Lebens hier verlebt.

Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich habe die wunderschöne Situation, genau das zu tun, worauf ich Lust habe. Das hinzubekommen, war aber gar nicht so leicht. Vor allem mental. Nachdem ich einige Jahre im Online Marketing Hamsterrad meine Sporen verdient hab und mehr für die Zukunft gearbeitet habe als mein Leben zu leben, haben mein bester Kumpel Christopher und ich uns überlegt, dass wir damals, als wir uns im Studium kennengelernt haben, eigentlich mal andere Vorstellungen davon gehabt haben, wie wir arbeiten und leben wollen. Kurzum haben wir uns entschieden den sicheren und gar nicht mal schlecht bezahlten Job zu kündigen und die Uhrenmarke „slow“ zu kreieren. Seit  2012 mach ich das als Managing Director und Co-Founder also zu 100% und habe bislang keine Sekunde bereut. Auch nicht in der Zeit, als wir noch von 500 EUR im Monat gelebt haben. Zwar ist das auch nicht wenig Arbeit gewesen, aber wir haben eine Unternehmensstruktur geschaffen, die es uns erlaubt zeitlich, örtlich und inzwischen auch finanziell flexibel und unabhängig zu sein.


Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich hoffe nicht, dass ich dann noch im Hamsterrad wäre! Vielleicht wäre ich ja jetzt Tennisprofi ... Wenn ich nicht zu schlecht wäre ;)

Eigentlich hatte ich auch immer Lust auf etwas Handwerkliches. Dinge zu erstellen und eine kreative Leistung zu vollbringen imponiert mir. Allerdings fehlt mir dazu einfach das Talent. Irgendwann muss man sich eingestehen, was man kann und was eben andere viel besser können. Deswegen werde ich auch kein Tennisprofi.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Gerne Sport. Aktiv und passiv. Und am liebsten was mit Ball. Ich spiele seit einigen Jahren Tennis und hab gerade Golf für mich entdeckt. Das ist vielleicht nicht der Sport, der die Herzrate bis ins unendliche treibt, aber ich finde diesen Sport wirklich faszinierend. Der Ball liegt da und bewegt sich nicht und man hat die vollkommene Kontrolle, ob man einen guten Schlag macht. Das einzige Problem ist der Kopf. Ein ewiger Kampf gegen sich selbst, den man nur gewinnt, wenn man eben nicht kämpft sondern auf eine Art im Einklang mit allem ist. Das klingt vielleicht etwas esoterisch, aber wenn man das mal gemacht hat, kann man es glaube ich nachvollziehen. Außerdem sind viele Golfplätze unheimlich schön. Und es hat schon etwas Meditatives, wenn man morgens bei Sonnenaufgang 5 Kilometer durch Menschen und Autofreie Natur geht. Gerade wenn man in Hamburg lebt! Das einzige, was mich an diesen Sportarten stört, ist dass sie zumeist – zumindest in Deutschland – immer noch viel zu elitär interpretiert werden. Aber das weicht immer weiter auf, was auch gut so ist.

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

Schanzenkind.

Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Ich mag die Vielfalt, die dieses Viertel bietet sehr. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt und ich liebe es, vor die Tür zu gehen und direkt im Leben zu sein. Unser Büro ist einmal die Straße rüber und der Lindenpark – in dem ich mit meinem Kollegen Sebastian mittags öfter mal ein paar Körbe um ein Eis spiele – ist auch gleich um die Ecke.
Inzwischen wohnen auch ziemlich viele meiner Freunde und Bekannten hier in der Gegend und man trifft eigentlich immer jemanden, den man kennt und mit dem man mal kurz quatschen kann. Die zahlreichen Cafés, Lokalitäten und Restaurants, runden das Gesamtpaket optimal ab. Und nicht zu vergessen die Bacana Bar! In der ich am Wochenende dem HSV zujubele, wenn er mal wieder ein Relegationsspiel gewinnt.
Allerdings mag ich die Vorstellung, einen festen Sitz in Hamburg zu haben und außerdem, gerade für die dunkle Jahreszeit – woanders zu verleben. Im Januar/Februar waren meine Frau und ich das dritte Mal in Folge in Kapstadt. Ein wirklich fantastischer Ort im Winter. Da is ja dann Sommer und ist Deutschland nur eine Stunde voraus. Witzigerweise ist zu der Zeit halb Hamburg da, also im Grunde wäre es ja schon fast unhöflich von uns, da nicht auch zu sein!

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Kapstadt! Das fehlt im Grunde noch, um mich dort im Winter auch so richtig heimisch zu fühlen.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Ehrlich gesagt, bin ich eher Typ „Kulturbanause“. Das tolle ist aber, dass der Zugang zu den verschiedensten kulturellen Veranstaltungen sehr hoch ist. Und es ist für jeden was dabei: Egal ob Kino oder Fußball oder doch lieber Konzerte, Musicals oder Ballett.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Auf jeden Fall würde ich diese überlauten Motorräder verbieten! Haha, ich hör mich schon an wie damals meine Oma ... Aber mich stört Lärm einfach sehr und das finde ich total unnötig.
Außerdem würde ich jeden zu 50 Sozialstunden verdonnern, der seine Zigarettenkippen einfach auf den Boden schmeißt. Das es mich allgemein nervt, dass an allen Ecken geraucht wird und gerade die Raucher nullkommanull Rücksicht darauf nehmen, wen sie mit dem Qualm verpesten, mal ganz nebenbei.  Vielleicht würde ich dann allgemein Rauchen in der Öffentlichkeit verbieten! Dann würde ja auch keine Zigarettenkippen schmeißen können und ich hätte zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Rauchen ist einfach eeeeecht uncool. Aber wenn das jemand unbedingt machen will, dann soll er das ruhig – in seiner Wohnung.
Aber das ist alles so negativ, man sollte ja auch etwas schaffen und nicht nur verbieten.  Cool wäre es, wenn man. ...

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Weil ich da schon war und Hamburg einfach geiler ist.


Alster oder Elbe?

Extrem schwierig! Aufgewachsen bin ich an der Alster und mag sie immer noch sehr. Elbe inzwischen eventuell sogar ein bisschen lieber. Das Schöne ist: in Hamburg hat man beides!

Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Der Ton ist im Grunde 24 Stunden aus. Und ich schaffe es inzwischen, sehr lange Zeit am Stück nicht raufzuschauen, bin allerdings noch nicht ganz zufrieden. Da muss ich noch „slow“er werden. Ich glaube es ist wichtig, das man das Smartphone als Hilfsmittel versteht, sein Leben zu vereinfachen und Zeit für andere Dinge zu schaffen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das für viele Menschen genau gegenteilig ist. Man ist eher Sklave der Technologie anstatt der Nutznießer zu sein. Mich nerven ehrlich gesagt auch ständige Selbstdarstellungen in den sozialen Netzwerken. Aber vermutlich ist das alles ein normaler Entwicklungsprozess und wird sich vielleicht irgendwann wieder beruhigen. Ich persönlich versuche mich da gerade mehr und mehr rauszuziehen. Was ich auf der anderen Seite aber total mag, ist dass ich mit Personen über Soziale Netzwerke Kontakt habe, mit denen ich sonst nie und nimmer etwas mehr zu tun hätte. Alte Schulfreunde zum Beispiel. Ich finde es toll, hin und wieder etwas aus deren Leben mitzuerleben. Das aus den Kindern Erwachsene geworden sind, die selber Kinder bekommen. Aber wie gesagt, aus meiner Sicht sollte Technologie immer nur ein Mittel zum Zweck sein. Und der Zweck ist nun mal immer noch das was im wahren Leben passiert. Zumindest für mich!



Keine Frage, doch ein wenig Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

NUR DER HSV!

Lieblingssong des Moment?

Das wechselt bei mir ständig. Einen wirklichen Lieblingssong habe ich eigentlich nicht.

Lieblingssong forever?

Auch das nicht, da es je nach Stimmung in andere Richtungen geht. Kann auch mal ein fieser 80er Song sein wie St. Elmos Fire oder Here I go again!

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Nur drei ist fies. Schulterblatt, Planten und Blomen und Schiffe kucken auf ner Liege in Strand Pauli.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Die Mama! Immerhin hat sich mich 9,5 Monate mit sich 24 Stunden am Tag rumgeschleppt, geboren und aufgezogen. Vielleicht hat sie nicht alles richtig gemacht, aber sie hat den Grundstein gelegt mich zu dem zu machen was ich bin. Danke Mama!!

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