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Sebastian Hack. Hamburger Menschen 61#

Wir haben uns schon so viel Eis hin und her versprochen, ich glaub wir könnten mit einem Bauchladen bei dem Streetfood Hamburg teilnehmen. Meist einen lustigen oder flachen (entschuldige, musste sein Hacki) Spruch auf den Lippen, macht es Freude ihn zu treffen – zudem kann man sich auch noch über äußerst kultivierte oder schlaue Dinge unterhalten. Ein guter Typ der Herr Hack, lest heute mehr von ihm, in der neuen Ausgabe der Serie Hamburger Menschen:


Wer bist du und woher kommst du? Seit wann bist du in Hamburg?

Hi, Kathrin! Geht’s schon los? Moin, ich heiße Sebastian Hack (aber so nennen mich die wenigsten), bin geboren und esse täglich.  Ich bin ein Zonenkind in freier Wildbahn. Hab kurz vorm Zaun in M-V das Licht der Welt entdeckt und seit ich groß bin, treib ich mich in Hamburg rum.
Ok … ich glaube, es war Anfang 2008, als ich das Licht in Hamburg erblickte. Das selbige in meiner Heimat ist mir zu trübe geworden und irgendwie zog es mich an die Elbe. Ich stand kurz vor der Beendigung meines Studiums und man mag es nicht glauben, ich hatte die Absicht eine seriöse Beschäftigung anzutreten. Seit wann bin ich in Hamburg? Seit der ersten Sekunde!   



Erzähl mal von deinem Beruf?

Das sagt mein Dad auch andauernd. Ich bin bei beebop media für das Online Marketing unserer Kunden in sozialen Netzwerken verantwortlich. Leider mehr Excel als Photoshop, mehr Plus & Minus als kreatives Schreiben. Aber ich find’s geil! Hab selbst vor Jahren nicht dran geglaubt, dass Werbung in diesem Social Media, von dem alle sprechen, sinnvoll ist. Ich lerne täglich dazu und das ist mir besonders wichtig bei meiner Arbeit. Nichts wäre schlimmer als Stepptanz auf der Stelle.



Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Das kann ich dir so gar nicht beantworten. Denn da gibt’s geschätzt eine Millionen-Trilliarde Sachen. Ich glaube, ich würde was Endkreatives machen. Malen, Schreiben, Handwerken. Aber dafür bräuchte ich wahrscheinlich noch einmal so viel Zeit, wie ich jetzt schon auf diesem Planeten verbracht habe, um auf ein Niveau zu kommen, dass mir genügt. Auf jeden Fall etwas Substanzielleres als cyber economy. (Gibt es diese Bezeichnung eigentlich? Weißt du, was ich meine?)


Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Mit Abstand betrachtet, würde ich jetzt sagen, dass ich viel Zeit mit meiner bezaubernden Zünni und Freunden auf dem Rad verbringe. Aber meistens beschäftige ich mich nach der Arbeit mit Arbeit. Das ist grundlegend ziemlich doof, aber ich stecke mit meinen Wegbegleitern von Tattoo Freestyle und HHonolulu Events unter anderem hinter der Ink & Ride. Warst du letztes Jahr vor Ort? Wir nennen es Art Fusion – es kommen Tätowierer, Urban Artists und Anhänger des zweirädrigen Gefährts an einem Wochenende in Hamburg zusammen und tätowieren, designen, fahren und feiern bis die Schwarte kracht. Damit geben wir urbanen Subkulturen ein ganz neues Forum zum Ausdruck ihrer Passion. Ich kümmere mich um den Bereich der Kunst abseits der Nadel und die Biker. Sowas zu organisieren, ist echt ein riesen Spaß. Du lernst die verschiedensten Menschen kennen, bekommst Feedback und siehst das „Baby“ wachsen. Aber gleichzeitig wirst du auch in deiner eigene Organisation unglaublich herausgefordert. Außerdem bin ich noch für urbanskills verantwortlich. Ich hab n‘Faible für diesen ganzen Urban Art Kram und genieße fast täglich die Gesellschaft kreativer Menschen. urbanskills ist mein Versuch, den Jungs eine Basis zu bereiten, um mehr aus ihrem Können zu machen. Mit urbanskills verbinden wir ein Kollektiv, eine Vermarktungsplattform und eine Lebenseinstellung für urbane Kunstformen. Oh ich bin leicht abgedriffte wa …  

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

Seit einem halben Jahr hab ich mein Zelt auf St. Pauli aufgeschlagen und ich hab vor, hier noch ‘ne Weile zu bleiben. Ich mag diese hip oder nicht hip Diskussion nicht. Deine Hood muss einfach mit dir verschmelzen. Das tut sie, wenn du gern vor die Tür trittst und der Barkeeper von nebenan deinen Namen kennt, Bin damals gefühlt von außen nach innen gezogen und kann sagen: lieber St. Pauli Luft und Pöbel vor der Tür, als vorstädtische Gediegenheit im Garten. 



Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Sag niemals nie, aber nö. Es sei denn, ich hab irgendwann eine andere Meinung.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Hmm … ich würde gar nicht bauen. Dein Zuhause kann überall sein, warum festlegen? Und was passiert, wenn du dein Traumhaus gebaut hast? Wovon soll man dann noch motivierend träumen? Also alles mit ausreichend Sonne und offenherzigen Menschen wäre ganz geil für meine Lieblingsgegend.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt #1?

Hamburg bietet unzählige Möglichkeiten für alle Sparten der Kultur und gleichzeitig wirkt es, als sei die Stadt und seine Bewohner noch völlig unbefleckt und hungrig nach neuen Formaten. Hamburg, wie ich es erlebe, ist eine Kreativstadt und hat viele Macher, die irgendwie über 100 Ecken miteinander verknüpft sind. Die Community in Hamburg ist mir sehr sympathisch. Dennoch denke ich, dass Hamburg lange nicht so vielfältig ist, wie beispielsweise Berlin. Der Unterschied ist lediglich, dass sich Hamburger nicht Hamburgs wegen feiern, sondern dafür, was hier passiert.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Mit dieser Liste fang ich gar nicht erst an.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Ich brauche mein nordisches Flair, fühle mich damit verbunden und zuhause. Brauche das Wasser. Klar da gibt’s die Spree und den Hudson, aber Erikas Eck, Hamburger Schnack und ‘ne Astra Knolle sind einfach konkurrenzlos. 


Alster oder Elbe?

Elbe! Was hat die Oder mit Hamburg zu tun … ? (Achtung Flachwitz)

Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an? 

Kann man die Dinger ausschalten? 24/7! Ich bemerke manchmal sogar nutzlose, wiederkehrende Automatismen in Bezug auf das Teil in der Hose. Aber ich hab schon eine Lösung. Viele Urlaube im Ausland mit drohenden hohen Kosten für Datenroaming wären ein sehr gutes Mittel gegen den Smartkonsum. 

Lieblingssong des Moments?

A Real Hero“ von College & Electric Youth – dieser Ohrwurm drückt mir aktuell auf‘s Hirn. Da fällt mir auf, dass ich gerade vom Tellerabwaschen und Müllrunterbringen komme. Das Schicksal hat auch für alles einen Kommentar. Hach … 

Lieblingssong forever?

Oha … das ist ‘ne verzwicktere Angelegenheit. DER Lieblingssong oder einer? Irgendwas mit Musik … aber ich komm gerade nicht auf den Namen. Frag mich das später nochmal.

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Man möge mir Dopplungen mit meinen Vorgängern verzeihen, aber Park Fiction ist unumgängliches  Muss in Hamburg. Mit der Barkasse, 90er Mucke und ‘nem leichten Glimmer durch den industriellen Teil des Hafens unter den Kränen ... Das war auch ein sehr unvergesslicher Moment in dieser Stadt. Und JEDER sollte auch mal auf der anderen Seite der Elbe gewesen sein. Wilhelmsburg und Harburg haben so viel zu bieten, obwohl jeder immer nur über‘n Kiez und die Schanze spricht. Wo man auch unbedingt hin muss, ist auf‘s Fahrrad. Diese Stadt lässt sich auf dem Drahtesel noch viel intensiver erleben.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

In welche Kamera? Ok, ich grüße und danke der Academy für die Nominierung und meinen Eltern, für ihre innige Nacht vor 31 Jahren. Kathrin dank dir für das Interview … ich geb n’Eis aus!


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