Kai Bösel. Hamburger Menschen #46

daddylicious, ist ein Blog der mal kein Mama-, sondern ein Papablog ist. Ein Angebot für werdende, junge und alte Väter. Dort, so sagen die...

daddylicious, ist ein Blog der mal kein Mama-, sondern ein Papablog ist. Ein Angebot für werdende, junge und alte Väter. Dort, so sagen die Gründer, finden Männer relevante Informationen für ihre neue Rolle als Vater. Obwohl ich kein werdender oder Vater bin, schau ich selbst auch gern rein, um eben mal so die Männersicht zu lesen ... das finde ich ganz spannend. Und da bin ich nicht die Einzige – auf der Fashion Week habe ich mit Jana Ina Zarrella darüber gesprochen, ihr Mann Giovanni ist nämlich vor kurzem von daddylicious interviewt worden (schöne Grüße von den Beiden ;) ).

Heute vor einem Jahr startete dieser Papablog – gegründet von Kai Bösel und Mark Bourichter. Einen der beiden (Mark ist nach einigen Jahren Hamburg wieder ins beschauliche Münster gezogen) habe ich heute in meiner Blogreihe Hamburger Menschen zu Gast. Happy birthday und los geht es mit den Fragen:

Wer bist du?


Ich heiße Kai, bin 42, verheiratet, habe eine große Patchwork-Familie mit einer 18jährigen Tochter und einem 16jährigen Sohn und einer eigenen Tochter, die etwas über zwei Jahre alt ist.

Woher kommst du?

Ich komme ursprünglich aus Lübeck. Von da aus hab ich mich die Ostseeküste entlanggearbeitet, nämlich in Flensburg an der Fachhochschule BWL studiert und später eine Zeitlang in Kiel gewohnt.

Seit wann bist du in Hamburg?

Anfang 1999 war ich mit dem Studium durch und bundesweit auf der Suche nach dem ersten Job. Ich habe aber sehr auf Hamburg gehofft, denn für mich ist das die schönste Stadt der Welt. Und im Februar 99 ging’s für mich dann tatsächlich hier los.

Photocredit: Jo Fischer

Erzähl mal von deinem Beruf?

Neudeutsch bin ich wohl ein Entrepreneur, denn mittlerweile habe ich drei Online-Firmen gegründet. Den Ursprung dazu legte mein erster Job bei dem Internet-Portal Lycos in Hamburg, denn damit gehörte ich zu den Online-Pionieren und habe sowohl die Goldgräberzeiten als auch den Crash im Jahr 2000 miterlebt. Meine zweite Station war bei yahoo! und die dritte bei mobile.de. Von dort aus habe ich 2004 zusammen mit einem Kollegen meine erste Firma gegründet: motoso.de, einen Internet-Marktplatz für alles rund um’s Kfz. Aus dieser Firma bin ich Anfang 2014 nach fast 10 Jahren ausgestiegen.

Vor vier Jahren habe ich mit meiner Frau adventman.de gestartet, einen Online-Shop für individuelle Adventskalender. Da können sich die Besucher aus fast 3.000 Artikeln nicht nur die 24 Geschenke aussuchen, sondern auch passende Aufhänger, Klammern und Beutel finden. Und auf Wunsch wird sogar alles zusammengepackt. Seit gut einem Jahr hat der Xmas-Superheld einen Bruder: geschenkman.de ist unser zweiter Shop für kleine Mitbringsel und leckere Spezialitäten zu ganz vielen verschiedenen Themen und Anlässen.

Und mein drittes Projekt ist seit August 2013 online: zusammen mit meinem Kumpel Mark, der genauso junger Papa ist wie ich, betreibe ich ein Online-Magazin für Väter mit dem Namen daddylicious.de (Anmerkung: siehe oben in der Einleitung). Knackige Texte mit Mehrwert, spannende Interviews mit besonderen Daddys, Testberichte zu Familienautos und so weiter. Das geht gerade ziemlich steil, seit Februar schreiben wir eine wöchentliche Kolumne auf stern.de und Ende Mai haben wir den „Deutschen Preis für Onlinekommunikation“ gewonnen. Mal sehen, was da noch kommt.

Aktuell laufen meine eigenen Projekte aber nebenbei, mein Geld verdiene ich derzeit als Freelance Consultant bei der Werbeagentur Philipp und Keuntje als Leiter eines eCommerce-Projektes.

Was wäre dein Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?


Ich hatte mal gehofft, eventuell gar nicht mehr arbeiten zu müssen, denn Ende 2012 stand ich als einer von fünf Kandidaten auf der Treppe bei „Schlag den Raab“. Da ging es um 3 Mio. Euro. Leider wurde ich nicht in’s Finale gewählt. Daher muss es doch mit „echter“ Arbeit klappen. Wenn das nicht in der Online-Branche gewesen wäre, dann wäre ich vielleicht Psychologe geworden. Während meiner Zivi-Zeit im Kinderheim habe ich einen kennengelernt, der mich sehr inspiriert hat. Aber nun habe ich eigentlich das große Glück, genau das gefunden zu haben, was mir Spaß macht und mich begeistert.


Was machst du, wenn du nicht arbeitest?
 

Mh, es ist zwar ein abgedroschenes Sprichwort, aber das mit „selbst und ständig“ trifft es schon ganz gut. Die meisten Abende gehen für Texte schreiben oder die Marketing-Arbeiten unserer beiden Shops drauf. Trotzdem versuche ich, so viel Zeit wie es nur geht mit meiner kleinen Tochter zu verbringen. Die beiden großen Kids brauchen uns nicht mehr so richtig. Da sind wir froh, wenn sie mal Zeit für uns haben. Hobbies kommen seit der Geburt zu kurz. Ich habe zwar ne Mitgliedschaft in einem Golfclub und sogar eine Rennlizenz, aber sowohl das Cockpit wie auch die Golfschläger haben seit über zwei Jahren Pause. Nur Joggen kriege ich noch regelmäßig hin. Und gelegentlich eine Bowlingrunde mit meinem Club, den Bloody Bullets, dem wohl verrücktesten Bowling-Club der Welt.


In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du? Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Momentan wohnen wir in einer traumhaften Eigentumswohnung in einer Spielstraße in Niendorf. Aber hier möchten wir später nochmal wieder weg. Der Plan ist, bis zur Einschulung von unserer Tochter wieder deutlich zentraler zu wohnen. Also haben wir noch gut 4 Jahre Zeit …

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Puh, dazu habe ich noch gar nicht genug gesehen von der Welt. Aber mir fehlt hier die Sonne. Daher würde ich im Süden bauen. Mit Nähe zur Familie, daher wäre Ibiza schon ne prima Lösung. Die Insel finden wir perfekt.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt #1?

Ob es die Nummer 1 ist, will ich gar nicht behaupten. Aber ich habe bisher noch kein kulturelles Angebot vermisst. Und das macht schon viel aus. Ich mache jetzt nicht ständig Programm, gehe aber durchaus gern auf Konzerte, war schon in Musicals, im Theater, Kino sowieso und auch Sportevents und Feste landen mal im Terminkalender. Als ich noch in Lübeck gewohnt habe, musste ich nach einer Veranstaltung immer wieder in „meine“ Stadt zurückfahren. Das hat genervt. Jetzt habe ich es vor der Tür.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Da gibt es gar nicht ein ganz bestimmtes Projekt, welches ich ganz dringend umsetzen würde. Im Großen und Ganzen läuft schon vieles recht gut. Mich nervt auch nicht der Verkehr, wie die meisten anderen. Denn ich fahre eine alte Vespa PX 200. Da gibt es keinen Stau und keine Parkplatzsuche. Was mich aber insbesondere seit der Geburt meiner Tochter immer wieder fassungslos macht sind die Schicksale kleiner Kinder, von denen man leider bei uns immer wieder liest. Vielleicht ließe sich da in der Betreuung noch etwas verbessern. Und bei den beiden großen Kindern hatten wir oft das Gefühl, dass sich Leute in der Schulpolitik austoben, die selbst keine Kinder haben. Da wird oft nicht dran gedacht, dass es um Kinder geht und nicht um genormte Standardschüler, die sich nach Plan entwickeln und in ein superstarres System passen.

 Photocredit: Jo Fischer 

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Zu New York kann ich gar nichts sagen, da war ich noch nie. Aber Berlin ist mir definitiv zu groß und wuselig. Ne Stunde Auto zu fahren, ohne Veränderungen im Stadtbild erkennen zu können, ist mir als jemandem mit schlechter Orientierung ein viel zu großer Dschungel. Hamburg bietet alles, ist vom Stadtkern aber eigentlich klein und übersichtlich.

Alster oder Elbe?

Zum Joggen die Alster, mit Kinderwagen der Stadtpark. Entweder erst zum Lesecafe und dann auf den großen Spieli mit dem Becken oder von der anderen Seite zum Cafe Linne und dann auf den wohl schönsten Spielplatz Hamburgs. Zur Elbe schaffen wir es nur alle paar Monate, dann meist mit Decke auf die Terrasse vom Cafe „Zum Bäcker“, Hamburger Pannfisch essen und ein paar Schiffe angucken mit unserer Kleinen.



Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

An ist es durchgehend, aber immer nur auf Vibration. So setzt es mich nicht unter Druck und ich kriege ich auch keine eingehenden Mails mit.

Keine Frage, Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

Wie besonders Hamburg sich anfühlt, das merkt man, wenn man nach einer langen Autofahrt „durch den Süden“ abends wieder kurz vor dem Elbtunnel ist und rechts die Köhlbrandbrücke sehen kann und links den beleuchteten Hafen Waltershof. Aber dieses Kribbeln kennen wahrscheinlich nur die Hamburger.

Photocredits: Sven Wiesner

Lieblingssong des Moments?

Das sind die beiden Songs, die ich meiner Tochter Mika seit fast zwei Jahren jeden Abend zum Einschlafen vorsinge: den St. Pauli Song „You’ll never walk alone“ und „Eulogy“ von Frank Turner. Dabei knips ich aber immer vorher das Babyphone aus.

Lieblingssong forever?

Mein Lieblingssong ist „Reach for the Sky“ von meiner absoluten Favoriten-Band Social Distortion.

Welche drei Orte in Hamburg sollte man kennen / gesehen haben? 

  • Unser zweites Wohnzimmer in Hamburg ist der Stadtpark. Nicht gerade ein Geheimtipp. Aber wir sind mit unserer Kleinen zwei- bis dreimal pro Woche dort und geniessen die chillige Stimmung. Manchmal nur eine Stunde, manchmal den ganzen Tag. Joggen war ich da auch recht oft und coole Konzerte habe ich auf der Freilichtbühne auch gesehen. 
  • Zweiter favorisierter Ort ist das Treppenviertel. Am besten mit viel Zeit und ohne konkretes Ziel einfach loslaufen, mal links mal rechts abbiegen und von phantastischen Blicken übers Viertel zur Elbe oder verwinkelten kleinen Gassen überraschen lassen. 
  • Und der dritte Tipp ist eine Tour mit dem Tretboot, an der Spitze der Aussenalster den Anker werfen und beim Picknick den Blick auf die Stadt geniessen.


Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Meine beiden Brüder Matze und Basti und meine beiden Buddies Mark und Jo! Ist immer gut, ne verlässliche Konstante im Leben zu haben. Denn im Laufe des Älterwerdens stellt man leider fest, dass es immer mehr Idioten gibt. Beruflich und privat.


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