Mitunter sitzt die ganze Seele in eines Zahnes dunkler Höhle. – Wilhelm Busch. Einmal gerade Zähne bitte – Smilike.

Es gibt Dinge, die bereut man sein Leben lang. Doch Entscheidungen trifft man eben und danach ist es so. Zu dem Zeitpunkt der Entschei...

Es gibt Dinge, die bereut man sein Leben lang. Doch Entscheidungen trifft man eben und danach ist es so. Zu dem Zeitpunkt der Entscheidung fühlte man vielleicht schon, dies ist eigentlich nicht richtig für, und in der Zukunft. Doch oder gerade trotzdem, wird die Entscheidung getroffen – dann ist daran auch nichts mehr zu ändern und doch fühlt sich nicht richtig an. Kennt ihr die Situation? Für uns heute absurderweise, glaubte man bis ins 20. Jahrhundert, dass Entscheidungen der Menschen auf Rationalität beruhen. Heute kennt jeder eher Sprüche wie "Von den Gefühlen leiten lassen" ...

Bei mir war es, neben etwaigen anderen Fehltritten auf Grund von Gefühlen, die Entscheidung; mir meine feste Klammer im jugendlichen Alter vorab herausnehmen zu lassen. Die Zähne waren noch nicht in ihrem vorhergesehenen, optimalen Ausgangsstand und doch protestierte ich und wehrte mich gegen die feste Zahnspange. Mein Mund war von dem Draht ständig wund und ich war es einfach leid.

Die Folge war natürlich klar: Keine ganz geraden Zähne, doch ich wurde den Störenfried los. Bis heute, ärgere ich mich, wenn meine Geschwister mich mit glänzenden, geraden Zähnen angrinsen. Wieso sehen Meine nicht so aus? Na, ich weiß es ja eigentlich und doch wurmt es mich. Kurzzeitig habe ich auch über Verblendungen, so genannte Veneers nachgedacht ... doch die Vorstellung von einer dauerhaft aufgeschraubten Lösung konnte ich nur schwer ertragen.

Also habe ich mich sehr gefreut und direkt zugesagt als ich von smilike gefragt wurde, ob ich deren Alternative zur festen Klammer, Invisalign, tragen möchte. Probieren geht schließlich über studieren und wenn dabei gerade Zähne rauskommen, dann probiere ich doch sehr gerne aus ob es klappt. Vor sechs Wochen fing ich damit an und trage seitdem fast unsichtbaren Schienen, die meine Zähne innerhalb von 52 Wochen begradigen sollen.

Diese Entscheidungen fiel mir ziemlich leicht, noch bevor alles zu Ende besprochen und in einem Vertrag festgehalten wurde, wusste ich; Ich mach das, denn davon habe ich möglichst mein Leben lang etwas (an die dritten Zähne mag man ja jetzt noch nicht denken)! Manchmal scheint das Leben ein endloses Herumirren in einem Wald von Möglichkeiten zu sein und dann steht man auf einmal auf einer Lichtung. Sich heute für so viel entscheiden zu können, wie nie zuvor, wirkt wie die große Freiheit. Im Ganzen gesehen, hat es die Menschen jedoch nicht glücklicher gemacht. Im Gegenteil. Das Problem des 'Nicht entscheiden können', wird als ein Generationsproblem angesehen.


Ich lache wahnsinnig gern und doch habe ich auf Grund der Entscheidung im Jugendalter danach äußerst ungern 'mit Zähnen' gelacht. Auch wenn es zu den Dingen gehört, die man nur selbst sieht und, wenn man davon erzählt oft hört, das ist doch nicht so schlimm – man selber sieht es. Ohne Wenn und Aber. Wenn ich photographiert werden, weiß ich schon vorab, irgendwann kommt: "Lach doch mal richtig!", tja, mochte ich bislang aber nie und wenn ich dann sage "Neeee!", fühle ich mich danach erst richtig unwohl. Also ab dafür 52 Wochen und danach kann mich diese kleine Fehlstellung, die vielleicht auch nur von mir selbst richtig wahrgenommen wird, mal kreuzweise 🙊 Es sind die fiesen Eckzähne, die Oben einfach ein bißchen dominanter stehen und sich Unten verdreht haben und mal sich in Zukunft mal bitteschön einreihen können.

Das ganze System funktioniert denkbar einfach: Mit jeder Schiene wird die Zahnstellung ein wenig mehr optimiert. Alle zwei Wochen werden diese gewechselt und anhand einer App kontrolliert der Arzt mindestens einmal in der Woche, in was für einem Stadium sich die Zähne befinden (dazu gleich ausführlicher), zusätzlich gibt es natürlich auch Termine in der Praxis. Die Praxis liegt mitten in der Hamburger Innenstadt, ist für mich also gut zu erreichen und bereits seit meinem ersten Termin habe ich mit den Ärzten und Assistenten ohne Schmerzen unglaublich viel gelacht. Dies ist für mich schon mal ein wichtiger Wohlfühlfaktor, denn Termine beim Zahnarzt mache ich auf Grund von sehr empfindlichen Zahnhälsen am liebsten voll narkotisiert. Der Abdruck zu Beginn erfolgte auch nicht, wie damals, mit einer klebrigen Paste, die einem die Luft und den Rachen fast verstopfte, sondern die Zähne werden abgescannt. Geht es noch einfacher? Nach vier Wochen habe ich nun zusätzlich Attachments auf die Zähne bekommen, die es den Schienen ermöglichen, fester zu sitzen (die ersten vier Wochen ohne waren die Gewöhnungsphase) und auch erleichtern meine Zähne zu verschieben.

Ich freue mich jetzt schon wie eine Schneekönigin auf das Ergebnis in einem Jahr, doch vielleicht geht es auch schneller? Denn, bei mir ist ganz sanft geplant worden, da man vorab ja nie weiß, ob sich die Zähne einfach bewegen, oder sie vielleicht gar keine Lust haben und sich nur sehr schwerlich drehen. Via App und einer Mundsperre, für bessere Einsicht, lichtet man den Kiefer also einmal in der Woche von vorn, links und rechts ab und die Bilder werden direkt an den Doc geschickt.
Ich hatte es einmal vergessen und dann bei einer der anderen Teilnehmerinnen (Anna, Jules, Esther und ich) dieser smilike Kampagne gesehen, dass die App ihr sagte, sie kann die Schienen früher wechseln, weil sich die Zähne schon gut bewegt haben – was habe ich als erstes gemacht? Klaro, einen Scan und ha, ich durfte auch. Wie toll ist das denn? Und dafür war kein Termin vor Ort nötig – die App schickte mir einfach eine Nachricht, dafür liebe ich diese Art der Kommunikation.

Zu Beginn habe ich den Druck auf den vorderen Zähnen gemerkt, doch es waren nie Schmerzen. Nun, bei der aktuellen Schiene 5 spüre ich, der Druck ist auf den Backenzähnen und vorn eher nix, ich bin selbst so neugierig wie es sich in den kommenden Monaten anfühlen und auch aussehen wird, ich werde euch immer wieder auf einem Laufenden halten und davon berichten.

Dann werde ich in Zukunft auf Bildern, auch ohne Invisalign, mit geöffnetem Mund lachen und empfinde es nicht mehr als unangenehm. Habt ihr auch schon mal wieder darüber nachgedacht euch eine Klammer machen zu lassen? Gerade habe ich in Berlin sogar ein großes Citylight Plakat gesehen, auf dem das Modell lachend zu sehen war nur sie und eine Zahnspange – vor ein paar Jahren wurde mal behauptet, die Klammer würde ein modisches Accessoire – was meint ihr?

Bislang habe ich auch nur positive Erfahrung gemacht, knutschen ist möglich (hat sogar eine Seniorin in der Praxis aus eigener Erfahrung erzählt), Kaffee trinken ist möglich, Essen leider nicht – doch einfach rausnehmen, dann Zähne putzen und danach wieder einsetzen, ist einfach und weiter geht der Zahndreh. Mit dieser Entscheidung werde ich wohl auch in der Zukunft ziemlich glücklich grinsen.


Noch mehr Erfahrungsberichte könnt ihr auch HIER, in dem Blog von smilike finden.

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