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Lisa van Houtem. Hamburger Menschen #86

Es passiert ab und an, da frage ich Menschen ob sie in der Serie Hamburger Menschen mitmachen wollen und sie sagen; " Ja, aber, noch nicht jetzt, sondern erst dann, wenn ...". Das sind diese Tausendsassa, die (für alle anderen glücklicherweise) ständig damit beschäftigt sind, neue Projekte zu erschaffen. Auf meinen heutigen Gast hab ich auch eine Weile gewartet und umso mehr freue ich mich, dass sie die Zeit gefunden hat, denn sie hat erst in dieser Woche ihr neues Online-Magazin gelauncht. 

Lisa und ich kennen uns seit wir beide angefangen haben zu bloggen und das ist nun schon fast zehn Jahre her (uiuiui). Ich habe ihren Blog von Beginn an gern gelesen, war etwas traurig als sie Hamburg kurz den Rücken kehrte und freute mich umso mehr als sie wieder hergezogen ist. Es macht jedes mal Spaß sie zu treffen, sie hat den Schalk in den Augen, immer einen neuen Plan und es bereitet große Freude mit ihr zu klönen und auch zu diskutieren. Nun mehr von Lisa im Interview:

Wer bist du?

Ich bin Lisa van Houtem, 32, Journalistin aus Hamburg. Mit Katharina Charpian und Anna Weilberg habe ich gerade femtastics.com gelauncht – ein neues Online-Magazin für Girlpower. Eine verdammt aufregende Zeit!

 Credit: Janna Tode

Woher kommst du?

Aus Hamburg.

Seit wann bist du in Hamburg?

Seit immer. Einmal hab ich es mit Berlin versucht, aber das ist nicht so meins. Der Fluch und Segen gebürtiger Hamburger ist oftmals: Man kommt hier einfach nicht weg.

Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich bin über New-Economy-Umwege im Journalismus beziehungsweise im Verlag gelandet. Tatsächlich habe ich schon immer gern geschrieben, brauchte aber eine Weile, um mir das einzugestehen. Ich liebe es, Menschen zu treffen, mir ihre Geschichten anzuhören und diese weiterzuerzählen. Nun habe ich mir aus dieser Leidenschaft einen Traumjob gebacken: Auf femtastics.com besuchen wir Superfrauen zu Hause und bei der Arbeit. Wir führen lange Interviews, machen sehr persönliche Aufnahmen und entwickeln so einmalige Storys.

Was wäre dein Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Am besten gar keiner. Der Job war nie etwas, worüber ich mich definiere. Ich kann mich ohne Probleme mit allem möglichen Krams beschäftigen – oder tagelang lesen. Nur die Sache mit der Kohle und den arschteuren Hamburger Wohnungen nervt einfach tierisch.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Unter der Woche bin ich ein Heimscheißer. Mann, Hund, Couch, Chips, Glotze oder Buch – das macht mich glücklich. Ansonsten sieht man mich angeblich auch öfters im Nachtleben, habe ich gehört.


In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

Anfang des Jahres bin ich vom rauen Münzviertel ins schnieke Winterhude gezogen. Die Wohnung gab es zu einem erstaunlich guten Kurs, der Kulturschock war trotzdem extrem groß. Mittlerweile weiß ich die grüne Beschaulichkeit zwischen Alster, Stadtpark und Kampnagel allerdings zu schätzen. Ich werde halt auch älter.

Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Puh, ich habe jetzt Langenhorn, St. Pauli, das günstige Harvestehude, die Schmuddelecke Eppendorfs und (Haupt-)Bahnhofsviertel durch. Vom Sozialgefüge her gehöre ich eigentlich nach St. Pauli/Altona, aber den Mietenwahnsinn mache ich nicht mit. Dann lieber Stade.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Ich träume nicht von einem Haus. Wenn, ziehe ich höchstens in mein Hamburger Elternhaus. Aber eigentlich bin ich kein Fan vom Konzept Eigentum.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Was Hamburg auf jeden Fall nicht zur Kulturstadt macht, sind die bescheuerten Musicals, die Elbphilharmonie und andere Event-Unerträglichkeiten. Die Stadt Hamburg ist sehr gut darin, Kultur und Plätze für Kultur abzuschaffen. Mich interessiert schon immer die Subkultur. Das waren früher Partys in der Roten Flora, heute alles auf Kampnagel und in erster Linie das Programm des Golden Pudel Klubs - der musikalisch wichtigste Ort Hamburgs, der gerade extrem in Gefahr ist.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Die Flüchtlingspolitik – die Art und Weise, wie in dieser Stadt beispielsweise mit den Lampedusa-Flüchtlingen umgegangen wird, ist eine Katastrophe. Bei den eskalierenden Demonstrationen im Dezember 2013 habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben in meiner eigenen Stadt fremd gefühlt. Ein verstörendes Gefühl. Dann natürlich den Mietenwahnsinn. Leerstehende Büroflächen müssen für Zwischenmietung bereitgestellt und im besten Fall in bezahlbaren Wohnraum umgewandelt werden. Ansonsten: Alle seelenlosen Glasfassaden abreißen und die Glasplatten dem Berghain schenken, die können die bestimmt gut gebrauchen.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Weil hier meine Base ist und immer sein wird.

Alster oder Elbe?

Oberalster!

Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

24/7.

Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

Ich wünsche mir mehr Zugezogene, die sich so auf Hamburg einlassen wie du, liebe Kathrynsky.

Lieblingssong des Moment?

Mein wiederentdeckter Lieblingsort ist das Planetarium, ich könnte jeden Tag in die 3D-Show zu Pink Floyds „Dark Side of the Moon“ gehen. Deswegen höre ich den halben Tag „Time“.


Lieblingssong forever?

Ich muss tatsächlich jedes Mal heulen, wenn ich den Superpitcher Remix von Dntels „Dream of Evan & Chan“ höre. Schlimm ist das!

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Meine Lieblingsplätze neben dem bereits erwähnten Planetarium sind (vor allem im Sommer) der Ohlsdorfer Friedhof, das Freibad Aschberg und der Dom natürlich. Dom geht immer.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Ich grüße die lieben Frauen und Herren Nachbarn unseres Büros in der Rothesoodstraße!

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