Eike Lüchow. Hamburger Menschen #44

Es gibt Situationen, da trifft man Menschen und kennt sich, man weiß es ganz genau – nur woher? Eike ist so ein Mensch, vielleicht weil Ha...

Es gibt Situationen, da trifft man Menschen und kennt sich, man weiß es ganz genau – nur woher? Eike ist so ein Mensch, vielleicht weil Hamburg klein ist und man sich auf Konzerten schnell mal wieder trifft, wir so einige gemeinsame Freunde haben oder aus dem Nachtleben des Kiez? Es kann alles sein, doch es ist auch nicht so wichtig, denn heute geht es um nur um Eike Lüchow und er hat eine Menge Interessantes zu erzählen:

Wer bist du? Woher kommst du und seit wann bist du in Hamburg?

Ich bin Eike, in Kaltenkirchen geboren und habe bis zum 18. Lebensjahr dort gewohnt. Dann hat es mich nicht mehr gehalten und ich konnte endlich in meine Lieblingsstadt ziehen.


Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich bin in erster Linie Musikproduzent und Sprecher.
Mein Weg dahin ging über viel Stationen: musikalische Früherziehung, Klavierunterricht, Schülerband, eigene Band nach der Schule, Ausbildung an der SAE, Erfahrungen sammeln beim Radio und schlussendlich habe ich meine Festanstellung als Produktionsleiter bei Big FM in Stuttgart gekündigt. Ich habe alles verkauft und bin auf die Nordseeinsel Föhr gezogen und habe mit 3 Freunden die Band „Stanfour“ gegründet. Wir haben dann einen Plattenvertrag bei Universal unterschrieben und waren ab da konstant auf Tour; haben mit Acts wie AHA, den Backstreet Boys und Pink gespielt. Unser Album “Rise and Fall“ hat Gold Status erreicht und die Single „Wishing you Well“ ging direkt in die Top 10. Eine krasse Zeit, die ich nicht missen möchte. Es war ein Risiko aber es hat sich allemal gelohnt. 2011 bin ich ausgestiegen und habe mich von da an voll auf meine eigene Audio-Produktionsfirma „ELProductions“ konzentriert, die ich bereits 2004 gegründete. Mein Studio befindet sich im Herzen Hamburgs, mit Blick über die Dächer St. Paulis in Richtung Hafen. Hier schreibe und komponiere ich Musik für andere Künstler und Firmen, spreche Werbespots, Filme und Dokumentationen. Ich arbeite meistens zusammen mit Kaz aus Stockholm und pendle auch viel zwischen den Städten hin und her. Derzeit schreiben wir an Tracks für das Comeback der Band „Blue“ und an einer großen Filmscore für Universal. Zudem ist gerade der Track „Don’t Be Afraid“, der aus unserer Feder stammt, für den EMMAward nominiert (Anmerkung: Es wurde Platz 3). Ich habe das große Glück, dass mein Beruf auch gleichzeitig meine Leidenschaft ist und ich als Selbstständiger mein eigener Chef bin.

Manchmal, wenn ich morgens in meinem Studio sitze und die Sonne langsam hinter den Hafenkränen hervorkommt und ich dicke Kopfhörer mit neuen Beats auf den Ohren habe, dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe.
 
 
Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?
 
Im schlimmsten Fall wäre ich Telekommunikationselektroniker (mein Lehrberuf) und im besten Fall Surflehrer in Kalifornien.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Ich bin seit zweieinhalb Jahren glücklicher Vater eines Sohnes und es gibt nichts Schöneres, als mit ihm und meiner wundervollen Frau Zeit zu verbringen. Ich wohne in einem Altbau mit 8 Parteien und 17 Kindern. Einige unserer Nachbarn sind mittlerweile richtig gute Freunde geworden. Wir haben Kinder im gleichen Alter, teilen uns einen Schrebergarten und viele Interessen, z.B. fahren wir öfter zum Angeln.
Ich koche sehr gerne, da es mich entspannt und zu gleich auch noch lecker ist ☺
Ich treffe mich aber auch gerne mit Kumpels, gehe auf Konzerte, in die Schanze oder spiele Tischtennis.

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

In Eimsbüttel. Ich habe in Alsterdorf, Barmbek, Winterhude, Uhlenhorst und Eilbek gewohnt
und hab nun endlich das Gefühl, angekommen zu sein. Ich find’s richtig gut, dass man hier ungestylt zum Bäcker gehen kann. Die Leute um uns rum sind entspannt, auch mit ihren Kindern.
Jede Woche eröffnet irgendwo ein neuer Laden oder ein neues Café, so bleibt’s immer spannend. Wir wohnen direkt am Else-Rauch-Platz und ich gehe oft abends mit Kumpels noch in die „Villa“ oder ins Vineyard auf ein Bierchen oder ein Glas Wein. 



Möchtest du nochmal in einem anderen wohnen?

Was ich mir absolut nicht vorstellen kann ist, in den „Speckgürtel“ zu ziehen, ich mag es extrem. Entweder mittendrin oder ganz draußen.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Ich bin beruflich viel in Schweden und meine Frau kommt auch dort her und wir verbringen viel Zeit bei ihrer Familie. Ein Haus in Smaland auf dem Land wäre schon was, dann immer mit meinem Sohn zu Angeln und abends am Lagerfeuer die Fische grillen ...  Hhhmmm, das hätte was.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt #1?

Hamburg hat eine spannende Geschichte und hat als „Tor zur Welt“ auch viele Einflüsse zu spüren bekommen. Ich als Musiker finde die Vielfalt der Musik-Szene großartig. Zudem versprühen der Kiez und das gesamte Hafengebiet mit seiner Speicherstadt einen einzigartigen Charme, der diese Stadt reizvoll macht. Ich finde es auch toll, wie viele Kulturen hier aufeinandertreffen.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Schwer zu sagen. Ich stecke zu wenig in der Materie, um für alles die Zusammenhänge zu kennen, die dahinter stehen. Es ist immer einfach als Außenstehender mit erhobenen Zeigefinger auf Dinge zu zeigen, die sich im Nachhinein als Fehler oder z.B. als Millionengrab rausstellen.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Hamburg ist klein und man kennt sich. Hamburg ist grün und gemütlich. Hamburg hat viel Wasser und Charme. Hamburg ist zu Hause. Ich glaube, die wenigsten Hamburger können sich vorstellen, in Berlin zu leben und umgekehrt.

Alster oder Elbe?

Elbe

Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Rund um die Uhr.
Als Selbständiger ein Muss. Als Familienvater eine Qual.
Zum Glück kann man das Draufschauen regulieren ☺

Lieblingssong des Moment?

Happy – Pharell Williams, weil mein Sohn so goldig dazu tanzt.

Lieblingssong forever?

Schwer, sich auf einen festzulegen. Es gibt hunderte ...
Man in the Mirrow – Michael Jackson, weil der Song einfach groß ist.
Banks of the Ohio, weil es der erste Song war, den ich auf der Gitarre gespielt hab.
That’s what friends are for – Dionne Warwick, großartiges Writing, großartiger Text.
Cute without the „E“ – Taking Back Sunday, weil man so schön mitschreien kann ☺ und ich viele Emotionen und Erinnerungen mit dem Song verbinde.

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

  • Den Rundum-Ausblick aus der Bar des Empire Riverside
  • die Deichstraße 
  • und vielleicht die Dachterrasse meines Studios ;-)
Es gibt so viele tolle Plätze, die man gesehen haben muss, am Besten man mietet sich ein Fahrrad und fährt einfach mal einen ganzen Tag durch die Stadt ...

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Meine Frau Annika, meinen Sohn Ville, meine lieben Nachbarn, Kaz, meine Freunde und Kollegen.

You Might Also Like

2 Kommentare

  1. Moin Moin aus meinem Dauer-Urlaubs-Domizil FÖHR! Nettes Interview, Eike! Freut mich, dass du glücklich und erfolgreich (geblieben) bist. Viele Grüße vom Duisburger Stanfour-Fan der 1. Stunde! Yours, Ralf

    AntwortenLöschen
  2. Super Interview und vor allem den Lebenslauf finde ich Spannend. Vor allem so wie auch geschrieben wurde, ne gute Festanstellung bei einem renomierten Sender zu kündigen ist ja nicht ganz Risikolos. Da braucht man einiges an Mut!

    AntwortenLöschen

Danke für Deinen Kommentar! :o)

Searching ...

Translate

Empfohlener Beitrag

Once upon a time I used to be a fashion blogger

Und nun? Reisebloggerin, die verlinkt was sie für Klamotten trägt, oder ... ? Als ich vor zehn Jahren angefangen habe, diese Seite zu bef...

Flickr Images