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Julius Trautvetter. Hamburger Menschen #29

Es ist Freitag und Zeit für eine neue Ausgabe der Serie Hamburger Menschen. Heute beantwortet Julius ein paar Fragen. Als ich ihn im letzten Jahr kennenlernte, wurde er mir vorgestellt mit: "Er ist Sänger und er spielt auch noch Klavier und Bass und und und ...", keine Frage, auch wenn er noch relativ neu in der schönsten Stadt der Welt ist, lernt ihn kennen:

Wer bist du? Woher kommst du?

Ich bin Julius, Musiker und frei! Ich komme aus dem grünen und (hügeligen) Thüringen. Ich habe in Weimar Klavier studiert und bin in einem 250 Seelen Dorf aufgewachsen.

 
Seit wann bist du in Hamburg?

Seit Mitte 2013. Nach zwei Jahren Popkurs (Anmerkung: Kontaktstudiengang Popularmusik), war das für mich die einzig sinnvolle Entscheidung.

Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich bin gelernter Keyboard/Klavier-Mensch und eigentlich sogar mit dem Schwerpunkt Jazz. Mein Alltag sieht natürlich ein bisschen anders aus. Ich hopse wild von Instrument zu Instrument, Genre zu Genre und Stadt zu Stadt. Ich produziere sehr viel für meine eigenen Bands, schraube an Sounds, nehme auf und schreibe, spiele Bass und singe meine Songs, unterrichte und nehme Jobs an, zum Beispiel Hamburger Musicals, und springe für Leute ein, wenn die mal nicht können. Keine Woche gleicht der anderen. Das klingt wahrscheinlich wahnsinnig anstrengend und das ist es auch, aber wenn ich mit meinen Jungs zusammenhänge, egal ob auf der Bühne oder im Studio, weiß ich, dass sich jeder Augenring gelohnt hat.
Im August habe ich mit einem guten Freund ein Studiokomplex in Uhlenhorst übernommen, dessen Räume wir jetzt untervermieten an Hamburger Musiker, Kollegen und Freunde. Wir haben so etwas wie eine kleine Kommunen-Oasen-Situation geschaffen. Jeden Tag passiert sehr viel, Leute gehen ein und aus, Energie fließt und man befruchtet sich gegenseitig, natürlich immer geschützt, haha; eine großartige Art zu Arbeiten. Herrlich.

Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Damals nach dem Abi stand fest, wenn es mit der Musik nichts wird, studiere ich Physik oder Mathe. Völlig bekloppt aus heutiger Sicht, aber damals war das ne realistische Option für mich. Wenn ich mir heute einen neuen Beruf suchen müsste, wäre das Tischler oder oder SpeziellextrafürSiezugeschnitteneMöbelmaßanfertiger ... Ich mag Holz, Sägen und Schrauben. :)

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Rechnungen schreiben und doofen Papierkram. Nein, aber ich bin wirklich sehr viel am Arbeiten. Ich muss mir bewusst Zeiträume blocken, in denen ich mir vornehme, nichts oder hirnreinigende Dinge zu tun. Meistens bin ich dann mit Freunden in der Kneipe oder schlafe. Ich versuchs mit Badminton und Schwimmen, aber Disziplin ist mir in der Beziehung ganz gerne einen Schritt voraus. Ski-/Snowboard fahren, Wakeboarden und Joggen sind saisonabhängige Leckerlis für mich!

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du? Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Unser 106 Hz - Studio ist in Uhlenhorst in der Heinrich-Hertz-Str. 106. Ganz entspannt zwischen ner Werkstatt und nem Bauunternehmen und genau das richtige für dieses Projekt. Wenn es mir um das pure Wohnen ginge, wurde ich am liebsten in Altona wohnen, um den Bahnhof herum. Da ist es tierisch. Kopfsteinpflaster ist sowieso ein Mojo-Garant.

 
Wo würdest du dein Traumhaus bauen? 

Auf dem Altonaer Balkon, eiskalt mittendrauf, dann aber mit viel Wiese und Baum drumherum für die Schafe und Alpakas. Es wird ein Gehöft, auf dem mehrere Gebäude stehen voller Studios, Ateliers und Wohnungen, in denen die vielen großartigen Menschen leben werden, denen man ständig so begegnet.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt #1?

Die Stadt achtet seine Künstler. Und die Künstler achten sich gegenseitig. Es gibt ein klares und für jeden erhältliches, ungeschriebenes Gesetzbuch, eine Art Ehrenkodex. Das Wort und der Handschlag sind hier noch verbindlich, wer spitze Ellenbogen hat, schneidet sich selbst ins Knie beim bücken – sehr angenehm ist das.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Ich glaube ich würde die Gebäude der Hafen-City zu Spottpreisen an Studenten und Künstler vermieten, aber im Rohbauzustand. Das aber nur unter der Bedingung, dass sich jeder selbst um den Wohnungsausbau kümmert. Die Subkultur gäbs dann gratis dazu und natürlich gewachsen. Vielleicht hätte der Körper Hamburg dann eine Chance, das Spenderorgan Hafen-City anzunehmen.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Das kann ich schwer erklären, außer mit der Bauchgefühl-Theorie. Ich hab mich in Hamburg sofort und bei jedem Besuch wohlgefühlt, in Berlin war das genau umgekehrt. New York kenne ich nicht und hätte auch den Nachteil, dass ich ein Haufen Leute zurück lassen müsste, die mir so ans Herz gewachsen sind.

Alster oder Elbe?

Die Alster ist näher an meinem Bett und versprüht bei Sonnenuntergang einen fast unangenehm klebrigen Charme. Die Elbe strotzt nur so vor Kraft und Energie. Die Beiden machen unterschiedliche Dinge mit mir, ein bisschen wie Aronal und Elmex mit den Zähnen.

Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Zu viele. Ich lege viel Wert darauf, erreichbar zu sein. Das hätte mich sonst schon den ein oder anderen Job gekostet. Wenn Facebook nicht so wahnsinnig nützlich wäre für Musiker und Bands, würde ich meinen Account mit Triebtäterlächeln zerhackstückeln.

Keine Frage, Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

Ich mag Mais!

 
Lieblingssong des Moment?

Schwierig ... Dumpster Hunter/Jeff Taylor - "Frustration in Time Travel" vielleicht ... Das ganze Album kickt mich ziemlich.

Lieblingssong forever?

Wenn ich's hart brauche, den "Earth Song" von Michael Jackson, volle Lautstärke auf ner dicken Anlage. Das ist gebündelte Macht!!

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Drei Stück gleich! Also das ist einmal natürlich die Lombardsbrücke bei Sonnenschein, aber nicht die Brücke selbst, sondern die Sicht von ihr herab! Dann muss man den Sonnenaufgang von der anderen Elbtunnelseite gesehen haben. (Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, wie das aussah, aber der Moment ist großartig ... ) und auf dem Wasser sein!! Wichtig! Da ist es eigentlich egal wo ... durch die Kanäle, auf der Alster, Kanufahren ist zum Beispiel ist eine schöne Möglichkeit!


Wenn du noch Jemand grüßen möchtest, hier ist der Platz dafür:

Ich möchte Euch kennenlernen, hier meine Telefonnummer: 5

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