Damit wir nicht ins Schwitzen geraten, einfach mal einen Knigge-Workshop machen.

Der Knigge – was ist das eigentlich? Kennt sich damit Jemand aus und wieviele Regeln gibt es? Tendenziell bin ich an allem neugierig i...


Der Knigge – was ist das eigentlich? Kennt sich damit Jemand aus und wieviele Regeln gibt es? Tendenziell bin ich an allem neugierig interessiert, was ich nicht kenne. Aus diesem Grund habe ich auch die Einladung zum Knigge Workshop von hidrofugal sofort zugesagt. Damit man nicht ins Schwitzen gerät, ist es nämlich äußerst hilfreich in Situationen, die einen stressen könnten, Bescheid zu wissen.

Wir fanden uns in kleiner, gemütlicher Runde zusammen und durften alle Fragen die wir hatten in den Raum werfen. Es fing natürlich an mit Knigge oder Etikette – was ist eigentlich was und ist es vielleicht das Selbe? Da waren wir also schon mittendrin in dem Workshop, in dem uns Frau Pflaumenbaum viel gute Infos gegeben hat, die einfach umzusetzen sind.


Die Etikette ist nicht das Selbe wie der Knigge, der einst von Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge, einem deutschen Schriftsteller und Aufklärer, angefangen, jedoch nie aufgesetzt wurde. Sein Name steht heute nur stellvertretend, jedoch irrtümlich, für den Benimmratgeber. Knigge selbst schrieb ein eher soziologisch ausgerichtetes Werk im Sinne der Aufklärung. Fest steht und in Kürze zusammengefasst, der Knigge ist ein dynamischer Ratgeber, der sich seiner Zeit anpasst und immer abhängig von dem ist, was die Menschen selbst untereinander vereinbaren. 

Die Etikette war eher eine Art Gesetz, das ursprünglich von angehefteten Zetteln (frz. etiquette), die in jedem einzelnen Zimmer am französischen Königshof, mit den jeweiligen Regeln, befestigt waren. Diese mussten eingehalten werden.

Der Knigge ist etwas, dass es nur in Deutschland gibt, bzw. was hier gilt. Schon über die Landesgrenzen hinaus, gibt es neue, andere, weitere Regeln, an denen sich eine Gesellschaft orientiert. Auch hierzulande wissen nicht alle, was es mit dem Knigge auf sich hat und da meine Eltern viel Wert auf Benimm gelegt haben, jedoch auch immer wieder, als mein Bruder und ich noch klein und zappelig waren, oft zu uns sagten: "Mit euch können wir in kein Restaurante gehen.", wollte ich es nun wissen (Edit: Sie haben es trotzdem öfter mit uns ausprobiert und ich glaube, wir haben uns gut angestellt).
 
◘ Wem sagt man zuerst Hallo, wie ist die Reihenfolge? Im privaten erst dem Ältesten, dann geht es reihum, wenn man wild durcheinandersteht, kann man aber auch sagen: "Der Einfachheit fang ich mal hier an ..." (o.ä.), und macht es dann der Reihe nach, anstatt immer wieder von Links nach Rechts zu wechsel. ◘ Wie ordnet man das Geschirr an, welches Besteck nimmt man zuerst – immer von außen. ◘ Sortiert man nach Mann und Frau? Nein, hier gibt es keine Bevorzugung, es geht um Höflichkeit ALLEN gegenüber. ◘ Wofür ist das Brot beim Essen eigentlich da – zum Zeitvertreib. Der Brauch kommt aus dem Süden Europas und wurde hier auch irgendwann eingeführt, doch im Grunde soll er nur darüber hinwegtrösten, dass es noch etwas dauert mit dem ersten Gang. ◘ Spreche ich meinem Chef auf dem Gang einfach an? Nein, dies sollte von ihm ausgehen, wenn es zu einem Gespräch kommen soll. ◘ Nehme ich den Aperitif mit an den Tisch – nein, dies sollte der Kellner machen. ◘ Was darf ich wann mit den Fingern essen? Hier wurde es für mich spannend, denn vor allem an dieser Regel zeigt sich die Flexibilität, die den Knigge eigentlich ausmacht. Wenn Messer und Gabel neben dem Burger liegen, sollten sie auch benutzt werden, es ist also abhängig von dem Laden, in dem man sich befindet. Da viele Menschen Burger jedoch lieber mit den Händen essen, kann man sich auch untereinander verständigen, den Burger der Praktilität halber, doch eher mit den Händen zu essen. Diese Vereinbarung macht den Knigge aus, es geht bei den Regeln nämlich immer darum, den anderen respektvoll zu behandeln und wenn miteinander vereinbart wird, wie es das Gegenüber gerne mag, dann ist es eine eigen ausgemachte Regel.

Dann lernten wir noch, ob wir alle den richtigen Händdruck hatten und dass es ok ist, etwas nicht zu wissen – vor allem in der Gastronomie darf man den Kellner fragen, wie es und was geht, wenn man es nicht weiß. Der Abend war sehr spannend und ich lerne seitdem weitere Regeln, oder erstelle mit den Freunden Eigene. So einen Benimmkurs würde ich auch nochmal machen und kann ihn nur empfehlen. 


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