Jan Knötzsch. Hamburger Mensch #190

Heute ist Jan dran – wir kennen uns nicht, ihr euch vielleicht auch nicht. Doch dies sollte geändert werden, denn zu erzählen hat er eine ...

Heute ist Jan dran – wir kennen uns nicht, ihr euch vielleicht auch nicht. Doch dies sollte geändert werden, denn zu erzählen hat er eine Menge und ich glaube, neben ihm ein Fußballspiel anschauen, wäre höhst amüsant, doch fangen wir von vorn an, Jan, wer bist du?

Ich bin Jan. Geboren 1980 in Wipperfürth. Das kennt keiner, na gut: kaum einer. Liegt im Regierungsbezirk Köln. Es gibt wenige, die mich Jani nennen dürfen und das tun. Um einen zweiten Vornamen bin drumherumgekommen. Aber da gibt’s eine lustige Geschichte zu. Meine Eltern hatten damals offenbar ein Faible für holländische Namen. Also sollte der zweite Vorname Willem sein – so wie der jetzige holländische König Willem Alexander. Weil mein Vater allerdings in der Schwangerschaft öfter mal meine Mutter gefragt hat: „Was macht unser Willi in deinem Bauch?“ hat sie irgendwann entschieden: diesen zweiten Namen ersparen wir dem Kind besser. Danke, Mama! Irgendeinen Zweitnamen mit „F“ hätte ich witzig gefunden – der Initialen wegen... ;-)


Woher kommst du? 

Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Ort, der ungefähr in der Mitte zwischen Köln und Dortmund liegt. Köln ist heute noch die „Stadt meines Herzens“. Obwohl ich da eigentlich nur so rund acht Monate mehr oder weniger „zuhause“ war. Ich muss mehrmals im Jahr da hin, sonst fühl ich mich nicht wohl. Sobald ich den Kölner Dom sehe, fühle ich mich irgendwie zuhause.

Seit wann bist du in Hamburg? 

Seit 2010. Ich bin also mittlerweile im „verflixten siebten Jahr“ hier. Es war ein Zufall, dass ich In Hamburg gelandet bin und anfangs gar nicht klar, wie lange ich wirklich bleibe. Oder: bleiben will. Inzwischen hat sich da aber eine echte Liebe draus entwickelt. Es besteht keine Gefahr, dass ich und Hamburg im siebten Jahr auseinandergehen. Im Gegenteil: Ich glaube, ich möchte noch sehr lange bleiben.

Erzähl mal von deinem Beruf? 

Ich arbeite als freier Journalist. Ich wollte schon von kleinauf immer irgendwas mit Medien machen. Es gibt Kinderfotos, wo ich schon als ungefähr Sechsjähriger die riesig große Tageszeitung in der Hand habe und zumindest so tue, als ob ich sie lese. Später fand ich dann die Bundesliga-Konferenz im Radio toll und hab gesagt: das will ich auch mal machen! Es gab zwar nach dem Abi mehrere Rückschläge in Form von Uni-Absagen und einem verschenkten halben Jahr in Mainz, in dem ich Politikwissenschaft und BWL studiert hab (BWL ... und das, wo ich es absolut nicht mit Zahlen habe), aber dann hab ich die Kurve doch noch bekommen: Ich hab' in Leipzig Journalistik und Politikwissenschaft studiert. Im Journalistik-Studiengang war ein verkürztes Volontariat integriert, dank dem ich beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag gelandet bin – erst Lokalredaktion auf Sylt, dann Sport in Neumünster. 


Irgendwie bin ich dann im Verlag hängen geblieben, war erst Redakteur und dann Redaktionsleiter beim Sport Mikrofon – einer Zeitung, die über den Hamburger Fußball von der Bundesliga bis in den untersten Amateurbereich berichtet. Seit September 2016 arbeite ich in erster Linie für die Sportplatz Media GmbH, kümmere mich da mit einem Kollegen um die redaktionellen Belange der Seite www.fussifreunde.de. Also quasi das gleiche wie vorher – nur eben online. Wir machen aber auch mehrmals im Jahr ein Printprodukt und führen derzeit noch was ganz Neues im Schilde...



Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst? 

Gute Frage, nächste Frage. Eigentlich mache ich genau das, was ich immer tun wollte: Fußball gucken und drüber berichten. Vielleicht wäre aus mir ein guter Koch geworden. Ich steh' echt gern am Herd, das entspannt mich. Aber das als Job...!? Ich weiß nicht. Vermutlich zu stressig. Pilot fand ich immer spannend. Scheiterte aber von vornherein an der inzwischen doch ziemlich eingedämmten Flugangst.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest? 

Das kommt viel zu selten vor. Als Journalist stehst du ständig Gewehr bei Fuß, wenn dir eine gute Geschichte vor die Füße fällt. Wenn dann doch mal Zeit bleibt, dann faulenze ich tatsächlich oder aber ich nutze die Zeit vermehrt, um Freunde zu treffen. So mit etwas über Mitte 30 merkt man, dass Partys nicht alles sind und wie wichtig echte Freundschaften sind. Okay, hin und wieder bedeutet Nicht-Arbeitszeit einfach auch nur: ab nach Köln! Heimatluft schnuppern!

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du? 

Auf St. Pauli. Als ich nach Hamburg gezogen bin, wollte ich irgendwas Zentrales mit viel Leben. Inzwischen hab ich genug von St. Pauli, auch wenn ich den Stadtteil mag.

Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen? 

Ja, unbedingt. Dieses Jahr steht ein Umzug an. Wohin, ist noch offen. Ottensen oder Winterhude find ich schön. Blankenese auch, aber letzteres wird wohl eher ein Traum bleiben.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen? 

In Hamburg entweder an der Elbe mit Blick aufs Wasser oder im Alten Land. Ich war da vor kurzem zu einer Hochzeitsfeier eingeladen. Schönes Fleckchen Erde. Allgemein würde mein Traumhaus wohl irgendwo im Grünen nahe einer Großstadt stehen. Oder am Meer.


Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt? 

Hamburg hat so viel zu bieten – egal ob Kunst, Musik, Essen, Handwerk. Eine ziemlich große Vielfalt also. Das gilt auch für die Vielfalt der Menschen, die hier leben: jede Menge unterschiedliche Herkünfte und Kulturen. Allein deshalb ist Hamburg als schon eine Kulturstadt. Oder eine Stadt der Kulturen (und verschiedenen Szenen) – wie man will.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst? 

Günstigere HVV-Tickets für alle. Jede Menge Geld in Bildung(seinrichtungen) investieren.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York? 

Berlin und/oder New York wären mir einfach eine Nummer zu groß. Da hätte ich Angst, das mir was passiert oder ich sterben würde und keiner in so 'ner riesigen Millionenstadt würde es merken.

Alster oder Elbe? 

Ganz klar: Alster. Mit 'nem Kaffee auf ner Bank und Blick aufs Wasser mit Freunden quatschen oder aber ein Spaziergang um die Binnenalster – gerade erst wieder gemacht. Soooo entspannend und schön.


Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an? 

24 Stunden. Meist auf lautlos. Nach 22 Uhr geh' ich nur noch bei privaten Anrufen ran.

 
Keine Frage, doch ein wenig Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest: 

#givelovegetlove

 
Lieblingssong des Moment? 

Lieblingssong forever? 

Da kommt die Vorliebe fürs Kölsche durch: BAP „Noh all dänne Johre“

 
Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte: 

Die Alster: Binnenalster am Ufer, Außenalster auf einem Boot. HafenCity inklusive Elbphilharmonie. Planten un Blomen.


Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Meine Familie und meine Freunde. Danke, dass es euch gibt.

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