3 Tage Birnensuche im Havelland. Zu Gast im Biohotel auf dem Landgut Stober.

   Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,  Ein Birnbaum in seinem Garten stand,  Und kam die goldene Herbsteszeit.  Und die Bi...

  
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, 
Ein Birnbaum in seinem Garten stand, 
Und kam die goldene Herbsteszeit. 
Und die Birnen leuchteten weit und breit ...

... dieses Gedicht kennen die meisten von uns aus der Grundschule – oder gar nicht. Was ich bis vor Kurzem nicht wusste, die Gegend des Havellandes ist keine Fiktion, sondern den Ort gibt es wirklich. In Erinnerung an das Auswendig lernen der ersten Schuljahre, ging es vor ein paar Wochen in die Region der Birnen. Das Havelland liegt im Westen des Landes Brandenburg und unser Ziel war das Landut Stober. Zugleich auch der ehemalige Sitz der Familie Borsig oberhalb des Großen Behnitzer Sees. Die Industrien der Familie zogen sich einst bis ins Ruhrgebiet und am legendären Borsigplatz habe ich schon ausgiebig gefeiert (ole ole BVB). Nun hatte ich also die Gelegenheit mir mal anzuschauen, wo sie einst gelebt haben.
via Audioguide ist es möglich sich in die Zeit von "damals" zu hören
Einst brachte Alexander von Humboldt der Familie Borsig zwei asiatische Platanen von seinen Reisen mit, die heute noch im Park zu betrachten sind. Die Ahornblättrige Platane im Park hat mittlerweile einen Stammumfang von 7,27 m, ist gut 33 m hoch und ca. 300 Jahre alt. WOW!

Heute ist das Landgut Stober CO2- frei-, Pharmakodex- und Bio-zertifiziert und seit 2015, bis heute in Folge, bestes deutsches Tagungshotel und nachhaltigste Tagungs-, Event- und Hotellocation geworden. Mit der Industriekultur, die es an vielen Stellen noch zu sehen gibt, wird hier ein Einklang zum Heute geschaffen. Wohin man auch schaut, vieles erinnert an die Zeit der Familie Borsig. Die Architektur befindet sich irgendwo zwischen Villen in italienischem Baustil und moderner Ziegelarchitektur – aus Hamburg sind es ca. drei Stunden Anreise mit dem Auto gewesen. 

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Übernachtungsmöglichkeiten im Hotel, einmal das neue Gebäude, das Biohotel, in denen die Zimmer in einem neuen, modernen Stil mit viel Betonoptik erschaffen wurden (dort haben wir genächtigt), sowie das Logierhaus, in dem man über alte Dielenböden zu den eleganten Zimmern und dem Wellness- und Sauna-Bereich kommt. Ein Biohotel ist es, weil hier mit Holzheizung gewärmt wird, es eine eigene Stromerzeugung gibt, elektrosmogreduzierte Zimmer und eine WC-Spülung mit Regenwasser. 

Von beiden Häusern gibt es einen wunderbaren Seeblick und dank Erdgeschoßzimmer konnten wir vom Balkon fast in den See fallen. Wäre es nicht so windig und kalt gewesen, hätten wir auf jeden Fall eines der Böötchen gekapert um in See zu stechen. Der Wind und die Kälte haben uns glasklare Nächte beschert und ich konnte einen Sternenhimmel wie schon lang nicht mehr genießen. ... so fern ab der Großstadtlichter ist der Himmel eben einfach schöner anzusehen.
 
Zimmer, Tee und der Blick aus den Tagungsräumen, sowie auf die Auszeichnungen
In der Brennerei steht am Originalstandort eine Dampfmaschine der Firma Borsig-Rheinmetall - ca. 80 Jahre alt.
Einmal um den See braucht es in etwa eine Stunde – entlang der Dorfstrasse in Nauen war nicht so viel los, doch ich mag es gern, wenn die Gegend erstmal so entspannt ruhig ist, dass ich alles für mich habe ... quasi. In einem der Vorgärten haben wir uns für das Gewächshaus zu Haus mit Gurken- und Tomatenpflanzen eingedeckt – so tragen wir die Pflanzen vor Ort selbst weiter. Fast wie Humboldt.
Warm gehalten hat uns bei dem Havelwind übrigens eine Daunenjacke von Tenson


Müde von all dem durch die Gegend wandern, haben wir uns im Restaurant der wohl schönsten Seeterrasse im Havelland niedergelassen, was ein Glück, es gehört auch zum Langut. Einst war es Geflügelhaus und Kälberstall und nun wird hier ausschließlich mit marktfrischen und regionalen Produkten gekocht. Wir haben einfach alle Vorschläge des Restaurantchefs angenommen – wir hätten es nicht besser aussuchen können. Glücklich und satt war auch schon der erste Tag vorbei. 
 

Ausgeschlafen wie schon lange nicht mehr, wachen wir am nächsten Tag kurz vor Ende des Frühstücks auf. "Woran liegt denn unser guter Schlaf?" – die Rezeptionistin lächelt wohlwissend, die Frage bekommen sie hier häufiger gestellt: Die Matratzen sind handgefertigt und bestehen aus einer Mischung aus Seegras, Kokos, Bio-Baumwolle und Naturkautschuk (von COCO-MAT). Überaus fit machen wir uns von hier auf die Gegend ein Stückchen weiter zu erkunden. 

Entweder Potsdam oder das Schloß von Herr von Ribbeck. Wir würfeln und für heute fällt die Wahl auf die Landeshauptstadt von Brandenburg. Also ab nach Sanssouci – dort ist es wunderschön und vieles glitzert golden, doch wir haben nicht so richtig Lust durch die Parks zu wandern und machen uns auf die Suche nach einer Bootstour. Auf die Pfaueninsel, oder doch nicht? Doch nicht, weil es zu windig war, also spazieren wir entlang der Glienicker Brücke am See und neben der Geschichte über den Agentenaustausch, gibt so viel zu schauen, hätte uns der Hunger nicht in die Stadt getrieben, wir hätten noch eine Weile die Häuser am Seeufer bestaunen können.

Solltet ihr noch nie in Potsdam gewesen sein, ich fand es wunderschön. Wer die Niederlande mag, der wird sich wohl in diese Stadt verlieben – dank der Stadterweiterung und dem holländischen Baumeisters Johann Boumann wurde im 17. Jhd. ein eigenes Holländisches Viertel im Zentrum erbaut (mein Akku war alle, doch HIER findet ihr noch mehr Bilder und Infos dazu).
Schönstes Panorama auf dem Rückweg von Potsdam

Auch in der zweiten Nacht haben wir grandios gut geschlafen, diese Matratzen – allein dafür lohnt sich der Ausflug. Doch es gibt noch so viel mehr und da die Wahl gestern auf Potsdam fiel, steht vor der Heimreise natürlich noch das Schloß von Herrn von Ribbeck auf dem Programm.

Endlich und ich bin ein wenig aufgeregt, ob des guten Geistes, der durch die Bäume flüstert. Zur Unterstützung und großen Freude gesellen sich heut Friederike und Tobi dazu, die Beiden waren gerade in der Nähe und wir verabreden uns auf einen historischen Plausch vor der alten Dorfschule neben der Kirche. Der Familienfriedhof ist auch direkt nebenan. Irgendwie ist es hier ganz schön und psssst, habt ihr es gehört? Es flüstert:

»Wiste 'ne Beer?«
»Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.«


video


Wie es der Zufall vermag, heut ist zum ersten Mal: Der Tag der Birne und hier in Ribbeck wird der Birnengarten wiedereröffnet. Unter dem Motto "Gemeinsam 1001 Birnbäume pflanzen" wurde der Garten für Besucher auf Vordermann gebracht und im Birnengarten sind bereits 23 Birnbäume mit 14 unterschiedlichen Birnensorten gepflanzt. Neben Birnensaft gab es Birnenkuchen, Birnenbrot, Birnensenft, Birnenkäse, Birnenwein, Birneneierlikör (nomski) und und und Birnensalat, Birnenquiche ... wir kugelten uns auf die Strohballen und genossen die Veranstaltung in die wir spontan geraten sind.

lecker, lecker, lecker!!!

Vielen Dank für den Aufenthalt, die guten Momente und vielen Geschichten an das Landgut Stober.
Landgut Stober, Behnitzer Dorfstraße 27-31, 14641 Nauen OT Groß Behnitz, Tel.: 033239 - 20 80 60

Die Gegend hat unsere Neugier geweckt und es war mit Sicherheit nicht der letzte Besuch dort.

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