Anna Fries. Hamburger Menschen #159

"Trefft euch mal, ich bin mir sicher ihr versteht euch gut. ... und vielleicht passt es auch beruflich!" – wenn Freundinnen ein...

"Trefft euch mal, ich bin mir sicher ihr versteht euch gut. ... und vielleicht passt es auch beruflich!" – wenn Freundinnen einen mit Freundinnen verkuppeln, passt es meist ziemlich gut. Denn sie kennen Ängste, Wünsche und Lebensvorstellungen. Die Freundin, die den heutigen "Hamburger Mensch", Anna Fries, und mich verkuppelt hat, lebt in Berlin und wollte, glaub ich, einfach mehr Geschichten von uns hören. Warum auch immer, es hat ganz wunderbar geklappt und ich verbringe nicht nur gern Frei-, sondern auch Arbeitszeit mit Anna (ob im Bett-Office oder im Lieblingskaffeeladen). Sie beobachtet mindestens so gern wie ich andere Menschen, was bedeutet, wir können einfach nebeneinander sitzen und "schauen". Sie ist reflektiert und ziemlich organisiert, trotzdem für jeden Spaß zu haben, lässt sich gern durch den Tag tragen und schauen, was dabei erlebt werden kann und ist unglaublich verlässlich. Neben zig weiteren Sachen, bin ich zudem ziemlich froh, das wir die Hamburger Neustadt beide als Wohnort haben < 3 . Damit auch ihr sie nun kennenlernt, hab ich ihr meine "Hamburger Menschen Fragen" gestellt. Los geht es, erzähl mal, wer bist du:

Anna. Oder auch Anna C. Fries.


Woher kommst du?

Geboren bin ich in der Nähe von Stuttgart, aufgewachsen aber irgendwie immer im regelmäßigen Spagat zwischen Süddeutschland, den USA und den Philippinen. Meine Mutter hat mich das erste Mal dorthin mitgenommen als ich wenige Monate alt war. Meine 20er habe ich überwiegend in der Schweiz und in den USA verbracht. Im Herzen ist aber die Schweiz meine Heimat. Da habe ich studiert, zuletzt mehrere Jahre gelebt und bin auch sonst noch regelmäßig dort anzutreffen, dort sind einfach meine Herzensmenschen.
Credit: Lazell Photography


Seit wann bist du in Hamburg?

Seit 3 1/4 Jahren. Aber gefühlt seit gestern. Ich bin immer noch neu.


Erzähl mal von deinem Beruf.

Ich mach Social Media und digitale PR. Freischaffend und immer auf der Suche nach guten Inhalten, Projekten und Menschen.

Als ich vor drei Jahren nach Hamburg gekommen bin, war erstmal noch nicht ganz klar, was ich hier überhaupt will (also außer meinem Freund nah sein). Ich kam aus der Eventabteilung eines großen schwäbischen Konzerns, und wusste danach eigentlich nur was ich nicht will – nämlich nie wieder ein Großkonzernkorsett zu tragen. Auf Agenturseite wollte ich allerdings auch nicht in Festanstellung sterben, da ich zu viel Ehrlichkeit im Sinn und zu wenig Geduld für schwierige Projekte, Kunden und Extrawürste habe. Also blieb mir nicht viel anderes übrig als mir die Welt zu malen, wie sie mir gefällt. Über tolle Kontakte bin ich an meinen ersten Kunden, die liebevolle Naturkosmetikmarke STOP THE WATER WHILE USING ME! aus Hamburg, gekommen, die ich auf freier Basis in Punkto Social Media und Blogger Relations unterstützt habe. Damit war auch meine Aufgabe geboren. Ich liebe den Laden übrigens immer noch sehr!

Seit einem Jahr unterstütze ich nun die alteingesessene deutsche Marke Beate Uhse dabei, sich neu zu erfinden und habe dort die Themen Social Media und Blogger/Influencer Marketing umgekrempelt bzw. mit eingeführt. Das macht unheimlichen Spaß und es ist absolut spannend zu beobachten, wie positiv und lifestyle-ig Beate Uhse inzwischen wieder wahrgenommen wird.

Am liebsten arbeite ich tatsächlich für Marken, die sich selbst neu definieren bzw. positionieren wollen. Im Change Prozess aktiv dabei zu sein, ist eine besondere Herausforderung, die viel strategische Denke aber auch Intuition abverlangt. Ich mag an dieser Herausforderung, dass hier meist eine größere Bereitschaft und Mut für neue Wege da ist, und Veränderungen stärker und schneller sichtbar werden (können) als bei Brands, die es sich bereits auf ihrer Reputation gemütlich gemacht haben. #nohardfeelings
Zudem liebe ich es frei zu arbeiten, keine festen Strukturen zu haben, die Freiheit zu haben auch mal von unterwegs zu arbeiten.


Was wäre dein Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich wäre Rockstar oder Topmodel oder Schauspielerin, und zwar auf den Philippinen. Meine Mama hat mir das immer nahe gelegt als ich noch klein war. Da ich ein „Halfie“ bin und das dort sehr gern gesehen wird, hat sie (!) sich da wohl gute Chancen für mich ausgemalt.
Ich habe es vorgezogen mich vernünftig ausbilden zu lassen. Hätte ich mich aber wiederum an das gehalten, was ich vor Beginn meines Kommunikationsstudiums gesagt habe, wäre ich heute Travel Journalistin. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.



Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Mein Leben findet zwischen Social Media und tatsächlichem sozialen Bei- und Miteinander Sein statt. Da ich Social Media liebe, lebe und atme, ist es allerdings eher selten, dass ich nicht arbeite. Die Grenzen sind hier fließend. Ich konsumiere die digitalen Medien wo ich gehe und stehe. Ansonsten baue ich gerade mit einer Freundin ein neues Lingerie-Blogazine auf und darf zukünftig auf kathrynsky.de auch mit Gedankenschmu und Geschichten von unterwegs unterstützen. ;) 

Mein Kopf hängt oft in den Wolken. Ich bin meist auf der Suche nach Inspiration und neuen Ideen, die ich verwirklichen könnte, so gerne würde ich der Welt mal etwas Sinnvolles schenken wollen.
Mein Lieblings-Ich bin ich auf Reisen. Dann schaffe ich es auch mal Fünfe gerade sein. Und sonst gibt’s da noch Sport (Yoga und Crossfit), Lesen (BÜCHER!) im Sommer in Schweizer Seen baden und mit Freunden ausgiebig schlemmen und Zeit verbringen. Immer mit Smartphone versteht sich.



In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

In der Neustadt – the best!


Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Definitiv. Nicht.


Wo würdest du dein Traumhaus bauen bzw. wo würdest du gern leben?

Ein Haus würde ich nicht bauen. Das ist nicht so meins. Das bindet ja.
Aber das Leben? Das muss am Wasser sein. In Kapstadt vielleicht.
Und eines Tages hätte ich vielleicht gerne mein eigenes kleines Inselchen auf den Philippinen – das heißt dann Anna Island. Da verbringe ich dann meinen Lebensabend und meine 50 Enkel kommen mich jedes Jahr an Weihnachten besuchen. Ach, keine Ahnung. Ich habe bis vor kurzem auch nicht gewusst, dass ich in Hamburg landen würde.




Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt?

Die Vielfalt an Musik, Theater, Kunst, Film, Tanz, Food und Drinks. Hier gibt’s’ genug zu tun, zu testen und auszuprobieren und zugleich überfordert einen die Auswahl aber auch nicht.


Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Den Job überlasse ich gerne anderen. Ich halte den Job des Bürgermeisters für eine besonders schwierige Herausforderung. Themen, die ich jedoch für notwendig erachte: Förderung von Bildung, Geschlechtergleichstellung, Unterstützung von Jungunternehmertum und Start-Ups. Politische Aufklärung, Dialog und Diskurs – heute noch wichtiger als in den Jahren zuvor!


Warum Hamburg und nicht Berlin, Istanbul oder New York?

Weil es eher Hamburg, Zürich, Kapstadt, San Francisco, Manila sind. Ich bin eigentlich nie mit nur einem Ort zufrieden und habe eine permanente Sehnsucht nach den Lieblingsorten, an denen ich gerade nicht bin. Irgendwie blöd, aber meistens schön. Teleportieren wäre allerdings super.
An Hamburg schätze die hohe Lebensqualität, die Atmosphäre und Schönheit der Stadt, den Rückhalt, den man hier findet sich auszuprobieren und zu verwirklichen. In Zürich bin ich einfach zu Hause. In Kapstadt (bzw. im südlichen Afrika allgemein) nähren mich das Licht und die Energie vor Ort wie nirgendwo anders und in San Francisco und Manila die große Familienbande. Generell übt aber Afrika eine berauschende Faszination und einen intensiven Magnetismus auf mich aus.





Alster oder Elbe?

Beides. Hauptsache Wasser. Das absolute Nonplusultra ist aber Sand unter den Füßen.



Wie viel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Kann man das ausmachen? Das Einzige, was daran aus ist, sind Ton und Vibration.


Keine Frage, doch ein wenig Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

Mehr Liebe. Mehr Respekt. Mehr Mut.
Augen auf!
Und alles mit und immer wegen Liebe.



Lieblingssong des Moment?

Hmm, schwierig. Wenn ich meine beste Freundin in Luzern besuche, geben wir meistens nachts auf dem Heimweg vom regelmäßigen Barbesuch eine bis fünf Runden Hage – The Taste zum Besten. Gerne auch in Kombination mit den Moves aus Monty Pythons Silly Walk.


Lieblingssong forever?

Mal ehrlich: ich bin halbe Filipina. Ich stehe von Haus aus auf Schnulzen. Ich hab gerade keinen konkreten im Sinn, aber ich liebe einfach Mariah und Whitney der 90er Jahre.


Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

- Die Bar Le Lion. Und dabei schön tief ins Glas schauen. Tut am nächsten Tag auch nicht weh.
- Den Strand am Falkensteiner Ufer
- Den Hafen (auf einer Barkasse oder auf der anderen Elbseite mit dem Fahrrad)


Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Meine 36 Cousinen und Cousins.

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