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Wie kommt die Routine, wenn man zu Hause arbeitet?

Als ich mich vor nun drei Jahren für die berufliche Selbstständigkeit entschieden habe und mich als erstes über das rumhängen im Jogger zu Haus freute, wies mich meine liebe Freundin Anne darauf hin, dass ich dies wohl auch zuallererst leid sein würde. Mmmmh, ich muß sagen, ich mag es immernoch. Dies hängt allerdings an ein paar Faktoren, die das "Home Office" angenehmer gestalten.

Nora hat vor zwei Jahren schonmal HIER aufgegriffen, was wichtig ist und nachdem heute von Andrea Nahles (seit 2013 Bundesministerin für Arbeit und Soziales) die Visionen der Arbeitswelt 4.0. vorgestellt wurden, ist es wieder mal an der Zeit sich zu überlegen, was wird sich auf Grund der Digitalisierung ändern? Was für Folgen entstehen aus den neuen Jobs? Das Arbeiten wird sich in Zukunft ändern, weil Arbeitgeber ein gelockertes Arbeitszeitgesetz und die Gewerkschaften mehr Arbeitnehmerschutz fordern. Deswegen gab es heute Vorschlägen zu flexibleren Arbeitszeiten, finanziellen Hilfen für Teilzeitkräfte und maßgeschneiderten Angeboten für Arbeitslose. In Zukunft soll es "normaler" werden einen Teil der Arbeit im Büro und auch zu Haus zu verbringen.



Von Festangestellten hört man oft, es wäre deren Traum zu Haus zu arbeiten. Wenn es nicht nötig ist, Zug / Bus / oder was auch immer zu bekommen, ist es allerdings komplizierter einen wiederkehrenden Rhythmus zu erlangen. Ist es nötig diese Routine zu haben? Zu Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich mir deswegen direkt ein Büro gemietet ... in dem ich nur ca. vier mal war (Mietzeit: ein halbes Jahr). Also habe ich entschieden, es zu kündigen und wieder zu Haus zu sein. Was mir geholfen hat? careergirl hat fünf Punkte aufgezählt, die ich übersetzt und mal auf mich modifiziert habe:

1. Arbeitszeiten

Ich mag Routine. Und zum Glück wache ich morgens, ohne Wecker, zur selben Uhrzeit auf und der Tag fängt für mich an. Auch, wenn ich andernorts bin, der Schlafrhythmus bleibt. Kaffee kochen, Mails lesen ... und ab an den Schreibtisch.


2. To-Do-Listen oder ein Planer

Was man nicht im Kopf hat, schreibt man in den Planer. Experten sagen sogar, wir entlasten unser Gehirn, wenn wir Dinge aufschreiben, statt sie im Gedächtnis zu behalten. Ob auf Papier oder via App – wenn man auflistet was getan werden soll, verschafft man sich eine Übersicht, kann es sich einteilen und mit den wichtigsten Aufgaben für heute starten. Wer mag teilt auch noch in geschäftlich und privat, und Dringlichkeiten, wie heute und später. Und wer es ganz genau nimmt sortiert diese nach Prioritäten. Jeder hat da sein eigenes System, doch wenn die Zeit etwas eingeplant wird, vermeidet man Stress und bekommt automatisch eine Struktur – obwohl die Arbeit von zu Hause erledigt wird!



3. Das ist mein Arbeitsbereich – das ist dein Tanzbereich!

Arbeiten von zu Hause bedeutet nicht, im Bett zu arbeiten. Dort ist es irre gemütlich, doch wenn man es auch weiterhin als Rückzug– und Ort der Ruhe nutzen möchte, heißt es; raus aus dem Schlafanzug, ab an den Arbeitstisch!
Es ist nicht in jeder Wohnung möglich, meine hat z.B. keinen Platz für einen Arbeitsraum, doch ein eigener Arbeitsbereich ist wichtig. So habe ich einen Wohnzimmeresstisch, der dann Schreibtisch wird. Daneben ein Schrank gefüllt mit Ordnern und Bürogedöns, aus dem ich alles was ich brauche ausräume, und es danach wieder ein- und wegsortieren kann.


4. Geh doch mal raus!

Es ist ungesund, den ganzen Tag zu Hause in der stickigen Bude zu sitzen und keine frische Luft zu bekommen, Bewegung tut gut. Trinkt ein Teechen, holt die Post rein, macht die Mittagspause außer Haus. Wenn ihr zu Hause kocht, esst nicht am, sondern ein bißchen vom Schreibtisch entfernt. Wechselt die Blickrichtung und somit die Perspektive.


5. Andere Menschen

After-Work-Drinks mit sich selbst? Sind nicht so einfach, wenn man das Büro nicht gemeinsam verlässt. Doch um die eigene Arbeitsgrenze zu überwinden ist abschalten wichtig, also organisiert doch eine Verabredung. Und Networking gehört ja auch zur Arbeit dazu. Mir persönlich liegen Mittagstermine oder gemeinsame Kaffepausen mehr ... musste ich allerdings auch erstmal rausfinden.


Das klappt natürlich alles nicht immer, muß es ja auch nicht. Genau wegen dieser Flexibilität haben sich viele für die Selbstständigkeit entschieden. So hat man die Freiheit sich die Arbeit selbst einzuteilen und wenn dies morgens und abends und dazwischen frei ist, ist es so. Darum geht es auch in den Visionen der Arbeitswelt 4.0. Ich bin wirklich gespannt, ob die Gesetze der Zukunft sich anpassen und wie sie geändert werden. Von meiner Teilzeitstelle und vielen, die ähnlich arbeiten kenne ich andere Arbeitsmodelle. Eine Freundin verbringt den Dezember z.B. auf einer kleinen warmen Insel, an ihrem Job ändert es nichts – doch es geht nur, weil sie selbstständig ist. Wann wird es wohl normaler? Arbeitet ihr von zu Hause aus? Was sind eure Tipps für die Routine um motiviert zu bleiben?

Bett-Office während der Fashion Week mit Alex und Hubi.

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