Julia Benz in Köln: DON’T HUG ME. I’M SCARED. Ihre Solo Show bei der Kunstagentin.

Vor dem fertigen Kunstwerk ist der Schaffensprozess, "Ein Bild fängt mit der Malerei an und nicht mit der Idee." , so Julia Benz....

Vor dem fertigen Kunstwerk ist der Schaffensprozess, "Ein Bild fängt mit der Malerei an und nicht mit der Idee.", so Julia Benz. Den Schaffensprozess können wir teilweise auf ihrem Instagram Account verfolgen. Immer wieder nimmt sie uns dort mit in das Atelier, zu ihrer Arbeit und in ihre Inspirationswelt. Ich empfinde diese Entwicklung, den Einblick, den Social Media uns in der Kunst geben kann, als eine große Bereicherung. Wie es gehandhabt wird, entscheidet jeder Künstler selbst, doch ich freue mich immer wieder daran, an Julias Malprozess, an dem aus Farben entstehenden, zuerst nur bunten Chaos, teilzuhaben. Zu sehen wie auf ihren Bildern geheimnisvolle Welten entstehen. Realität und Fiktion verschwimmen, banale Momente werden in ungewohnter Weise inszeniert. Sind wir ihr so näher? Sind wir uns so näher, oder trügt der Schein des Einblicks?



In Julias Bildern tauchen die Themen Natur, Abstraktion und Gegensätzlichkeiten immer wieder auf. Für die kommende Ausstellung hat sie versucht einen Teil dieser Gegensätzlichkeiten näher zueinander zu bringen und so gibt es neben den aktuellen Leinwandarbeiten auch eine begehbare Rauminstallation, in der die Besucher die Enge und die "Umarmung" der Malerei spüren können.

Ich begleite, beobachte, erlebe Julia seit etwas mehr als drei Jahren und bewundere sie für ihre Kraft und gleichzeitig so viel mehr, für vieles, was zuerst nicht sichtbar ist und man erst nach einiger Zeit wie bei einem Puzzle erkennt. Dies eint uns, mehr entdecken zu wollen und auch den einfachen Moment zu lieben. Und weil Julia es in wunderschöne Worte auf ihre Kunst gemünzt packt, überlasse ich ihr an dieser Stelle gern das Wort:

Ich liebe die einfachen Momente und inszeniere das Banale. Das scheinbar banale und für unsere gewohnten Augen nicht mehr sichtbare: da wir Tag für Tag von Massen an Bildern und Ideen und Informationen überrollt werden. Und was ist wenn das einfache plötzlich kompliziert wird. Und gar nicht mehr so leicht zugänglich, sondern schwer durchdringbar. Es ist leicht Grenzen zu überschreiten; solche sichtbaren oder offensichtlichen, die für die meisten eine Schwierigkeit darstellen. Aber was ist mit der Grenze zwischen Gefühl/ Emotion und der einfachen Kommunikation.

"Lautleben" ist einfach, denn man wird gehört auch ohne das man etwas sagen muss. Denn "laut" benötigt keinen Inhalt. Ich male "laute" Bilder die auf den ersten Blick einfach, fröhlich, weil bunt erscheinen. Lässt man sich von der Lautstärke der Farben nicht blenden, befindet sich dahinter eine Welt, die einen einsaugt und auch an dunkle Orte führt.

Farben sind für mich Emotionen und die Natur ist Träger eines neutralen Raumes mit dem man dennoch Sehnsucht und Weite und Verlieren und Romantisches verbindet. Sie kann auch täuschen (Natur) und schön aussehen aber gleichzeitig gefährlich sein.

 


In meine Bildern geht es um Schutz suchen und sich vor den scheinbar sicheren Orten hüten. Ambivalenz zwischen sich zeigen und gleichzeitig verstecken wollen – ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit.

Thema der Ausstellung ist es die Enge und Überladenheit von Eindrücken, Gefühlen und Farben zu erfahren. Von der Malerei in diesem Raum "umarmt" und eingezogen zu werden. Die Beklemmung zu spüren, obwohl es sichtbar scheinbar schön ist – durch die bunten Farben. 



Vernissage 15. September 2016 | 19 – 22 Uhr
Ausstellung 16. September – 29. Oktober 2016
Öffnungszeiten – Samstags 12-20 Uhr

Die Kunstagentin, Maastrichter Str. 26, Köln, 50672 + Google Karte

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