Georg Neubauer. Hamburger Mensch #150

Den heutigen Gast der Freitagsserie "Hamburger Menschen" kenne ich noch nicht, möchte ihn euch jedoch nicht vorenthalten, denn s...

Den heutigen Gast der Freitagsserie "Hamburger Menschen" kenne ich noch nicht, möchte ihn euch jedoch nicht vorenthalten, denn sein Projekt beschäftigt sich mit einem meiner liebsten Nahrungsmittel. In der kommenden Woche werd ich es selbst testen, Zeit genug vorher zu erfahren, was er tut und vorhat, wo er lebt und mehr. Georg, wer bist du, woher kommst du und seit wann bist du in Hamburg?

Georg Neubauer, 35 Lenze jung und bald 10 Jahre in Hamburg. Ich komme aus Osnabrück und bin seit 2007 hier.

Erzähl mal von deinem Beruf?

Tja, mein Beruf - das wonach wir Deutschen so gern als erstes fragen – ist bei mir nicht so einfach in zwei Sätzen zusammenzufassen. Vielleicht liegt das daran, dass ich, seitdem ich im April 2015 meine Firma blattfrisch ins Leben gerufen habe, meinen Beruf eher als Berufung wahrnehme. Auf meiner Visitenkarte ist es eigentlich gar nicht kompliziert, da bin ich Geschäftsführer der blattfrisch GmbH. In der Realität bin ich das auch, aber da ist es irgendwie komplexer und vor allem vielfältiger. Je nach Situation bin ich entweder Gründer, Visionär, Chef, Kummertante, Feuerlöscher, Kundenversteher, Salatkonstrukteur, Wrapwickler und manchmal auch einfach Mädchen für Alles. Aber gerade diese Vielschichtigkeit ist es, die mir Spaß macht. Kommt hinzu, dass ich seitdem ich den Schritt aus dem Angestelltendasein gemacht habe einfach weiß, wofür ich arbeite. Vorher war ich fast 10 Jahre lang gut behütetes Konzernkind bei Siemens. Das war auch eine gute Zeit, in der ich viel gelernt habe. Aber da wusste ich am Ende des Tages eben oft nicht so genau, wofür genau ich heute eigentlich gearbeitet hatte. Bei blattfrisch ist es vor allem der enge Kontakt zu unseren Partnerhöfen, die leckeren saisonalen Produkte und die gute Zusammenarbeit mit unseren Kunden, was mir Spaß macht und mir immer wieder neue Energie gibt.



Was wäre dein Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Meine jetzige Arbeit ist mehr als ein „Job“, das habe ich mir sehr bewusst ausgesucht. Deshalb möchte ich derzeit gar nichts daran ändern. Aber vielleicht ergibt sich in 5 Jahren wieder etwas Neues. Dann wäre ich gerne wieder in anderen Ländern unterwegs, die unsere Hilfe brauchen können und würde versuchen die Dinge die ich in den letzten Jahren gelernt habe miteinander zu verbinden: erneuerbare Energien und den Anbau und die Verarbeitung guter und gesunder Lebensmittel. Wer weiß was sich daraus noch alles ergibt …

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Dann unternehme ich etwas mit meiner Frau oder mit Freunden, gehe essen, fahre Fahrrad, verbringe Zeit im Schrebergarten oder gehe laufen. Nur der Mittwochabend ist  fest für die Chorprobe mit hamburgVOKAL reserviert.

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

In Eimsbüttel, um die Ecke von der Apostelkirche.

Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen, wenn ja, wo?

Solange ich in einer Stadtwohnung lebe, wird Eimsbüttel die erste Wahl bleiben. Aber wenn’s doch irgendwann mal rausgeht aufs Land oder in den Speckgürtel, dann möchte ich gerne ganz viel Grün und Wasser in der Nähe haben.



Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Am liebsten würde ich ein altes Bauernhaus oder einen Kotten, wie man bei uns zuhause sagt, selbst umbauen. Dazu ein paar Obstbäume im großen Garten pflanzen, wenn nicht sowieso schon welche da sind. Wo genau das Haust steht ist da nicht so wichtig, Hauptsache man ist in unter 45 Minuten in Hamburg.

Ist Hamburg für dich Kulturstadt? Was macht sie dazu?

Ja, auf jeden Fall ist Hamburg Kulturstadt für mich. Was sie dazu macht sind vor allem die vielen hochwertigen und vor allem vielfältigen Kulturangebote. Ich gehe zum Beispiel gerne ins Theater, auf Konzerte oder mache wie neulich mal einen Stadtspaziergang mit Führung durch St. Georg. Aber mir geht es da wie wahrscheinlich vielen anderen auch, manchmal ist mir das große Kulturangebot auch etwas zu viel, weil man einfach nicht die Zeit hat, alles entsprechend auszukosten.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Hamburg muss noch grüner werden. Dafür würde ich zuerst noch mehr für die Radfahrer tun. Auch wenn es sich langsam bemerkbar macht, dass die Grünen mit im Senat sitzen, haben die Autofahrer immer noch das Sagen in der Stadt. Das muss sich ändern. Hamburg hat die ideale Größe um überall mit dem Rad hinzukommen, aber dafür müssen die Radwege endlich vernünftig ausgebaut werden und eine vernünftige Beschilderung muss her, wie man sie zum Beispiel in Bremen oder Münster überall findet.

Warum Hamburg und nicht Istanbul, Berlin oder New York?

Istanbul soll wunderschön sein, insbesondere das Essen, der Bosporus, die Kultur würden mich reizen. Auf der anderen Seite leben mir zu viele Menschen auf einem Fleck und zudem wird die Türkei von einem Autokraten regiert, das verdirbt einem die Lust. Ich liebe Berlin, die breiten Straßen, die Kneipen, die unterschiedlichen Menschen. Allerdings zieht der Alltag dort immer sehr viel Energie. New York ist fantastisch, da würde ich sehr gerne mal für ein paar Jahre leben, aber anschließend würde ich mich auch wieder auf unser beschauliches Hamburg freuen.

Alster oder Elbe?

Elbe. Ich liebe den weiten Blick auf den Hafen, die Kräne, die Schiffe und die Windräder. Dabei kann man seine Gedanken so wunderbar schweifen lassen.

Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

Eindeutig zu viele. Aber ich mache es nachts aus, sobald ich schlafen möchte.


Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

Die meisten von uns wissen, wann die Saison wieder regionalen Spargel, Erdbeeren oder Äpfel bietet. Aber da hört es dann oft auch wieder auf. Dabei wächst auch hier im Norden noch so viel mehr, und das über das gesamte Jahr. Von Ringelbeete über Tomaten und Kürbis bis zu unzähligen Wildsalaten gibt es fast jeden Monat etwas Neues zu entdecken. Das möchten wir mit blattfrisch den Leuten mit unseren Kreationen wieder näherbringen.

Lieblingssong des Moments?

Ahnma von den Beginnern. Weil der Text so wunderbar platt ist und der Song trotzdem rockt.

Lieblingssong forever?


Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Park Fiction in den Abendstunden
die Alsterkanäle hinter Eppendorf
und die Paul-Roosen-Straße, am besten beginnend mit einem Pilsner Urquell in der Roosen Bar.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Ich grüße die treuen Esser unserer blattfrisch Salaten. Schön, dass es euch schmeckt und danke für Feedback und Treue!

You Might Also Like

0 Kommentare

Danke für Deinen Kommentar! :o)