Leonie Herzog. Hamburger Menschen #133

Meinen heutigen Gast der Serie "Hamburger Menschen" habe ich auf einem klassischen Pressetag kennengelernt. Ich war dort um neue ...

Meinen heutigen Gast der Serie "Hamburger Menschen" habe ich auf einem klassischen Pressetag kennengelernt. Ich war dort um neue Kollektionen für Herbst / Winter diesen und kommenden Jahres anzusehen und sie war dort um zu zeichnen. Wir haben so nett gequatcht und ich war so glücklich mit meinem Bild (HIER – allerdings noch unfertig – zu sehen), dass ich sie einfach gefragt habe, ob sie Lust hat mal meine Fragen zu beantworten und zack, da ist sie schon. Solltet ihr auch Lust dazu haben, schreibt mir doch eine Mail. Nun geht es aber erstmal um Leonie, eine echte Hamburgerin, wer bist du also und woher kommst du?  

Ich bin Leonie Herzog, 1986 geboren, freiberufliche Illustratorin und Grafik-Designerin, aufgewachsen in Hamburg und Umgebung.
 
 
Seit wann bist du in Hamburg und wie bist du hier „gelandet“?

Hamburg war für mich immer wie eine Heimatstadt. Wir sind mit der Familie recht viel umgezogen, doch immer in und bei Hamburg geblieben. 
So konnte ich schon in jungen Jahren den Stadtteil Eppendorf und anschließend die schöne grüne Vorstadt Richtung Sachsenwald kennen und lieben lernen. 
Mit 16 bin ich dann für eine Zeit nach Dublin auf ein irisches Internat gegangen und habe dort mein Abitur gemacht. Danach hat es mich zum Studieren zurück in die Hansestadt gezogen. Seitdem lebe ich also – mittlerweile 10 Jahre  – mit noch einem Zwischenstop in Barcelona – zurück in Hamburg. So bin ich Hamburg doch immer treu geblieben.

Erzähl mal von deinem Beruf?

Illustration & Design – Ich arbeite als freiberufliche Illustratorin und Grafik Designerin und meist lässt es sich hervorragend kombinieren. Ich arbeite für die verschiedensten Kunden und Branchen, u.a. für Werbe-Agenturen, Magazine, Onlineshops, Mode-Labels sowie mittelständige- und Klein-Unternehmen. Zudem auch als Live Zeichner auf auf PR-Events oder internen Workshops.
Der Job ist breit gefächert und ich lege mich nicht allzu sehr fest. So bleibt der Berufsalltag spannend und vielseitig. 
Was aber meine Technik angeht, bleibe ich mir treu. Ich arbeite hauptsächlich mit Zeichnungen, die ich mit Fineliner oder Bleistift auf Papier anfertige und nachträglich digital coloriere. Als Farbakzente experimentiere ich gerne auch mit Aquarelle Techniken und weiteren Texturen. 
 


Meine Arbeit ist tatsächlich mehr als nur ein Job für mich, ich habe sozusagen mein Hobby zum Beruf gemacht. Trotzdem verlangt die Freiberuflichkeit mehr als 100% von einem: Kreativität, Ideen auf Knopfdruck, Zuverlässigkeit, Kontaktfreudigkeit und viel Mut & Leidenschaft für den Job.
 
Dafür ist es mir sehr wichtig, in einem kreativen Umfeld zu arbeiten – für den täglichen Austausch und gegenseitige Inspiration. Ich habe lange nach passenden Räumlichkeiten gesucht und tolle Erfahrungen in verschiedenen Hamburger Ateliers gemacht. Zudem habe ich auch gerne mal die Freiheit genutzt, meine Arbeit mit zu nehmen, z.B. für ein paar Monate von Barcelona oder weiteren inspirierenden Orten zu arbeiten. Darüber habe ich wertvolle Kontakte gefunden zu gleichgesinnten Freiberuflern. So baut sich nach und nach ein stetes Netzwerk auf. 
 
Seit Januar 2016 habe ich nun ein eigenes kleines Atelier eröffnet, wir teilen uns zu sechst ein altes Ladenbüro direkt neben der Holstenbrauerei in Altona. Der frühere Ladenbereich dient als Gemeinschaftsraum für gemeinsame Kaffeepausen, Kundengespräche, After-Work Drinks oder auch als perfektes Fotostudio oder Ausstellungsraum. Ich bin gespannt, was noch entstehen kann.
 

Was wäre dein Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich wäre sicherlich in einem anderen kreativen Umfeld gelandet. Vielleicht als Interieur Designerin oder Dekorateurin, da ich es liebe einzurichten oder Räume zu gestalten.
Wäre es eine ganz andere Richtung geworden, wäre ich jetzt vielleicht Hundetrainerin oder Pferdeflüstern … ;) Der Umgang mit Tieren und der Natur ist für mich schon immer, besonders in der Kindheit, ein prägender und wichtiger Teil im Leben gewesen.

Wirklich bewundern tue ich aber Berufe, wo man nah am Menschen ist, wo man helfen kann, etwas gutes und wichtiges im Leben weitergeben kann. 
Ich wünschte man hätte mehr Zeit, um verschiedene Berufe zu erlernen, bin aber auch gespannt, wo die Reise noch hingeht.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

YOGA – ist mein wertvollster Ausgleich zur Arbeit. Ansonsten so viel Zeit wie möglich mit den Liebsten verbringen, reisen und weitere Reisen planen, im Winter Skifahren-, im Sommer Wandern, ans Meer fahren, Surfen lernen, Radfahren, Musik hören, auf Konzerte gehen, Kochen und gut essen gehen, von Café zu Café schlendern, an der Elbe aufs Wasser und die Schiffe gucken, in den Tag hinein leben, ein gutes Buch lesen, Inspirationen sammeln und die Seele baumeln lassen … 
 

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

In Ottensen.

Möchtest du nochmal in einem anderen wohnen, wenn ja, wo?

Derzeit nicht. Wenn man sich einmal an die Nähe zur Elbe gewöhnt und die Schönheit des kleinen, kreativen Stadtteils entdeckt hat, möchte man hier erstmal nicht mehr weg.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Mein Traumhaus gehört ins Grüne. Am liebsten am Wasser gelegen …

Ist Hamburg für dich Kulturstadt? Was macht sie dazu?

Hamburg ist bekanntlich das Tor zur Welt. Hier treffen sich die unterschiedlichsten Kulturen und trotzdem hat die Stadt eine ganz eigene Geschichte. 
Ich finde es spannend zu sehen, wie sich die einzelnen Stadtteile entwickeln und wie sich alte Hamburger Traditionen einer Hafenstadt mit einer großen Toleranz und Offenheit auf Neues einstellt.
Hinzu kommt, dass in Hamburg viele Künstler leben - welcher Art auch immer, all das macht Hamburg zu einer Kultur-Stadt.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Die Wohnungsnot in Hamburg ist ein großes Problem. Es wäre toll, den Flüchtlingen eine bessere Unterkunft bieten zu können, als Zelte am Hauptbahnhof.
Ansonsten halte ich mich hier zurück und lasse dem Bürgermeister lieber seine Pflichten.

Warum Hamburg und nicht Istanbul, Berlin oder New York?

Eine andere Stadt wäre auch noch mal ganz nett gewesen, beinahe wäre ich damals in Barcelona geblieben. Aber es sollte nun mal Hamburg sein, Das Schicksal hatte da seine Hände im Spiel :)

Alster oder Elbe?

Für mich ganz klar: Elbe. 
Hier habe ich das Gefühl, nah am Meer zu sein. An der Elbe kann ich atmen. Und man findet immer noch einsame Plätze am Strand, das kann mir die Alster leider kaum bieten.
 
 
Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an? 

24/7 !!!
Selbstständig = SELBST und STÄNDIG erreichbar,
obwohl ich das eigentlich ändern möchte ...

Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

Ich danke DIR für die Möglichkeit, mal ein bißchen über meinen Bezug zu Hamburg zu erzählen und zu reflektieren. So oft vergisst man, warum und wie gerne man an dem Ort lebt, wo man lebt.
Viel zu oft schimpfe ich über das Wetter, über den dunklen Winter. Heute wird mir mal wieder bewusst, dass ich nicht tauschen möchte. 
Dazu gehören die Menschen, die mir hier ans Herz gewachsen sind, der Job der sich hier verankert hat, aber eben auch der rauhe, kühle Norden ist schon längst ein Teil von mir.

Lieblingssong des Moment?

Viele! Eins davon ist derzeit: „California Sunrise“ von Dirty Gold.

Ansonsten finde ich mich je nach Stimmung im Singersongwriter Genre wieder, zum Arbeiten auch gerne mal klassisch, z.B. Nils Frahm, Lieblingssong „Ambre“ 
oder zum Tanzen auch gerne mal elektronisch …

Lieblingssong forever?

Passend zu Hamburg: Die live Version „Kräne“ von Gisbert zu Knyphausen.

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

1. Den Elbstrand, ab Övelgönne
2. den Fischmarkt, wie er leibt und lebt
3. Die Speicherstadt

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Grüßen und vor allem danken möchte ich allen, die mich vor allem in meinen Anfangsjahren der Selbstständigkeit unterstützt haben. 
Es gab ganz besondere Menschen in meiner Laufbahn, die mir Mut gemacht haben, meinen eigenen Weg zu gehen.
 
 
Bilder Credits: Simon Vogler & Heike Ollertz

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