Husum – Kiel – Hamburg. Auf Nordsee-Ostsee-Tour.

Es ist Mai, die Sonne scheint und wir befinden uns an der norddeutschen Küste. Von der Nordsee geht es weiter an die Ostsee. Von Husu...


Es ist Mai, die Sonne scheint und wir befinden uns an der norddeutschen Küste. Von der Nordsee geht es weiter an die Ostsee. Von Husum nach Kiel – 72 Kilometer, die der kleine Suzuki Swift mit seinen 94 PS wie nix über die Landstrasse flitzt. Wir sind auf dem Weg zum Hotel Kieler Kaufmann. Die Auszeit hat gerade erst Halbzeit und schon jetzt fühle ich mich wieder sehr "bei mir" – wie soll es bloß weitergehen?


Definitiv ruhig und gemütlich, denn, das Romantik Hotel Kieler Kaufmann, oberhalb der Kieler Innenförde, liegt in einem der Stadtteile, in denen es ziemlich ruhig zugeht. Wir können uns gar nicht entscheiden, welche Villa hier die Schönste ist und kehren deswegen erstmal in Unsere, die ehemalige Bankiersvilla aus dem Jahre 1911, ein. Heute ist es ein 4-Sterne Superior Haus, inmitten einer parkähnlichen Anlage, mit Blick auf die Förde. Auch von unserem Zimmer aus. < 3


Kein Zimmer sieht aus wie ein Anderes ... doch, von Anfang an: Dieses Haus hat schon über 100 Jahre auf seinen Grundmauern. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erwarb der heutige Eigentümer das Grundstück und somit auch das beschädigte Haus. Er ließ es instand setzen, um es fortan als Clubhaus und Hotel mit 20 Zimmern zu nutzen. Als die Olympischen Spiele 1972 mit den Segelwettbewerben in der Stadt zu Gast waren, wurde ein Gästehaus mit 30 Zimmern, sowie ein Hallenschwimmbad und die Sauna angefügt.

Wie gesagt, heute gleicht keins der mittlerweile 60 Zimmern dem Anderen. Und dies ist vor allem Carl-Heinz und Marlies Lessau zu verdanken, sie sind seit dem Jahr 2000 die Pächter und haben in den letzten Jahren aufwendig renoviert. Klassisch-modernes Ambiente, was vor allem durch die Kombination von trendigen Lampen und schwarz-weiß Bildern, die von der Geschichte des Hauses erzählen, in jedem Raum auftaucht.  Ich kann mich gar nicht satt sehen und möchte überall mindestens einmal sitzen:


Dann gibt es da noch die zwei Restaurants "Ahlmanns" und "Kaufmannsladen", in denen Hotel- und auch Umlandgäste zwischen herzhaften Gerichten und feinsten kreativen Tafelfreuden wählen müssen. Abtrainieren kann man sich das Essen im "Sanctum" – dem Wellnessbreich. Sanctum stammt vom lateinischen Wort heilig, hat in der englischen Sprache jedoch auch die Bedeutung Innerste Sphäre – klingt gut und fühlt sich vor Ort auch so an.

Das Hotel liegt in Kiel Düsternbrook – dem teuersten Stadtteil der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein und auch als Regierungs- und Villenviertel bekannt. So wird uns gesagt; schon Königin Silvia von Schweden, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Fußballprofi Michael Ballack oder Opernstar José Carreras haben hier bereits genächtigt. Des Nachts sitzen wir mit Menschen an der Bar die von Vorstandsitzungen reden und klingen als hätten sie viel zu verantworten – sollen sie mal machen, ich bin zum erholen hier. Also sprechen wir mit ihnen über schöne Orte in Norddeutschland – genau mein Thema und ich empfehle. Was? Na, sämtliche Hotels, die ich schon auf meinen Nordsee-Ostsee-Reisen besucht habe, solltet ihr auch einen schönen Ort suchen, klickt mal HIER und ihr gelangt zur Übersicht.
Pssst, mein heimlicher Favorit ist ganz kurz vor der dänischen Grenzen zu finden & bereitet viel Glück ;) .
 

Es ließen sich hier im Haus so einige Tage verbringen, wenn nur der Strand nicht locken würde. Da unser kleiner Suzuki Swift noch nicht schwimmen kann und trotz 3,85-Meter-Kürze zu lang ist um auf die Fähre zu passen, machen wir uns zu Zweit auf den Weg mit der Fähre nach Laboe – an die Sonnenseite der Kieler Förde. 


Die Fährtfahrt macht wie immer großen Spaß – warum kommen Menschen in Bussen nicht so ins Gespräch wie auf einer Fähre? Was macht die Fahrt auf dem Wasser mit ihnen? Auch in Hamburg ist es mir schon mehrmals auf der HVV Fähre ( -> Tipp) aufgefallen. Hier lausche ich gespannt zwei älteren Damen, die sich über den Muttertag mokieren: "Ein Tag, den die Amis 1902 nach Deutschland gebracht haben – was soll ich denn damit? Wenn die Kinder sonst nicht kommen, dann können sie auch an diesem Tag wegbleiben!" – Genau meine Meinung, ich nicke anerkennend und schon sind wir im Gespräch. (Anmerkung Diese Meinung habe ich übrigens vererbt bekommen, ich kränke damit nun niemanden, keine Sorge.)

Die Fährfahrt dauert rund 40 Minuten und an der gepflasterten Promenade angekommen, erblicken wir Strandkörbe und Fischbuden. Nicht ganz so schön wie gedacht, doch zum Genießen brauchen wir ja eigentlich auch nur Füße, die sich barfuß in den Sand bohren können, den Wind und die Spezialität vor Ort, Fischbrötchen und Pommes, auf der Hand.


Zurück im Hotel, sind wir müde von der Sonne und bestellen uns einfach "nur" Essen auf das Zimmer um dann, ganz genüßlich aus dem Bett, Fernsehen zu schauen. Wir wetten bei Schlag den Star gegeneinander ... da ich auf Johannes gesetzt hatte, verliere ich leider knapp, doch die Show macht trotz ihrer Länge Spaß – auch ohne den pensionierten Ex-Gastgeber.
 

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Die Tage der Nordsee-Ostsee-Tour sind noch immer nicht rum, schön, oder? So geht wohl Urlaub. Wir spazieren viel umher, vom offenen Sommertheater, was wir ganz für uns allein haben, zur Kiellinie:




Die Kieler Hafenpromenade, führt von dem Stadtteil Wik bis nach Düsternbrook (da wohnen wir).  Entlang der Landseite wird sie von Bootshäusern von Ruder-Vereinen, Kanuten und Seglern, dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung und zahlreichen Strandbuden und kleinen Beach-Clubs gesäumt. Von hier aus kann man alle einlaufenden Kreuzfahrtschiffe sehen und auch bis auf das Ostufer mit den Werftanlagen der ThyssenKrupp Marine Systems und dem früheren Howaldtswerke-Deutsche Werft blicken. Dessen große Portalkräne gelten übrigens als Wahrzeichen Kiels. Man verweilt, isst Softeis und schaut einem Kanu-Ball-Spiel zu, was anscheinend keine Regeln hat. 

Und dann gibt es da noch die Strände, die eben nicht so gut erreichbar sind, die man durch Tipps von Freunden bekommt oder durch einfach mal in die "Nur-für-Anlieger-Strasse" fahren. Mein Fahrlehrer sagte damals immer: "Wir wollen hier durch, also haben wir ein Anliegen." – Ist zwar schon eine Weile her, doch den Satz hab ich mir gemerkt. Ich hab noch nie versucht mit einem Ordnungshüter über diese These zu diskutieren, doch bislang ging es immer gut.

So finden wir auf jeden Fall Orte, die wir ohne unseren roten Suzuki Swift Flitzer nicht erreicht hätten und schauen, sonnen, genießen ... kennt ihr ja nun schon. Auf einem Jutebeutel lese ich "Hygge is a feeling you cannot describe!" – genauso ist es wohl. Wer schonmal in Dänemark war, sich diese lustige Sprache angehört hat und die offenen und entspannten Menschen dazu angesehen hat, der kennt dieses Gefühl: hyggelig eben (HIER gibt es ein schönes Video dazu). 



So nah an der dänischen Grenzen kann man solche Fremdworte ruhig nutzen und sich zu eigen machen, denn; "You can find hygge everywhere!". Da ist immer irgendwas, so ein Gefühl nimmt man von jeder Reise mit, etwas was man unterwegs aufgesammelt, eingesogen hat, was einen weiterhin prägt und ausmacht. Die April-Reise nach Mailand in Italien war zum Beispiel dolce vita. Sich Zeit nehmen, ruhig auch im Alltag total aufgebretzelt rumlaufen, genießen. Genießen ist das Stichwort, denn diese Reise war defintiv sehr hyggelig und ich kann es kaum erwarten mich auf den nächsten Ausflug zu begeben!



 Danke für den Aufenthalt an das Kieler Kaufmann und für die Vermittlung von primo PR.
 Ein Einzelzimmer gibt es hier ab 149 Euro und ein Doppelzimmer ab 163 Euro.
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Die Sonnenbrille ist von LeSpecs,
der Mantel von Gina Tricot und das Hemd von Mads Nørgaard, 
das Tuch von Ambacht
die Uhren von Slow 
und das Auto ein Suzuki Swift.

P.S. Übrigens: In seinem Innenraum ist mehr Platz, als man vermuten würde. Mein Lieblingsmitfahrer ist knapp zwei Meter groß und die Kopffreiheit fällt üppig aus, Raumgefühl deluxe also – sehen könnt ihr es ja auf dem Bild ganz oben (bitte also wieder hochscrollen und einfach nochmal alles lesen ;) ). 

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1 Kommentare

  1. Na das nenne ich mal eine Tour!!!! Das Hotel sieht klasse aus..wenn man den Strand und das Meer jetzt noch direkt ins Zimmer bringen würde, hätte man dank Room Service auch keinen Grund mehr das Bett zu verlassen!! Hach das mit den Füßen in den Sand bohren kenne ich nur zu gut. Erholung pur auch wenn der Ausblick nicht 100 % überzeugt :D

    Muttertag? Wie recht die beiden doch haben...an dem Tag gibts von mir auch nichts! Wichtiger sind mir die restlichen 364 Tage im Jahr und nicht dieser eine, künstlich geschaffene (dazu gehört auch Valentinstag...)

    Auf der nächsten Tour beantrage ich zumindest für einen Tag die persönliche Teilnahme :D Da ist doch bestimmt noch Platz für mich im 3,85 m langen Flitzer ;)

    Liebe Grüße,
    Martin

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