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Der Künstler Ulf Saupe und das Wasser. Cyanotypie im 21. Jahrhundert.

Wasser ist eines unser bedrohten Lebenselixiere, eigentlich ist es das pure Leben – und darüber hinaus ein faszinierendes, mystisches gar symbolisches Element. Ich selbst bin seit Kindheitstagen davon fasziniert. Wenn ich im oder am Meer bin, dauert es eine ganze Weile, bis ich es schaffe mich davon zu lösen – selbst beim Sport liegen mir die Arten mit Wasser am meisten. Ulf Saupe geht es ähnlich, er war schon immer fasziniert von Wasser, Wellen, Strömungen und dessen Verhalten.


Ihn in seinem Atelier in den Berliner Uferstudios zu treffen, war ziemlich spannend. Zuerst einmal ist es so, als tauche man in seinem Studio selbst in Wasser, überall hängen seine großformatigen Drucke und man kann sich gar nicht sattsehen. Es scheint, als würde er auf seinen Bildern riesige Wellen zeigen und ganze Meereslandschaften von oben ablichten. Doch, so verrät er mir, er fliegt nicht mit einem Helikopter über das Meer, sondern die Aufnahmen sind zum Teil in Pfützen oder kleinen Bächen entstanden.

Er geht, ganz anders als ich, analytisch mit dem Wasser um, versucht die Zusammenhänge zu erkennen und so zur nächsten Erkenntnis zu kommen. Diese einzelnen Momente hält er mit seiner Kunst fest. Dazu nutzt er eine alte Art der Photographie aus dem 19. Jahrhundert:  Cyanotypie, ein Eisenblaudruck. Dabei wird das von Hand hergestellte Fotopapier direkt mit Sonnen- oder UV-Strahlen belichtet. Ihm ist es gelungen, das traditionelle Edeldruckverfahren durch digitale Aufnahmemöglichkeiten zu erweitern. Das Licht malt seine Bilder und im fertigen Zustand erinnern sie stark an Malerei.


Dies alte Art der Bildentwicklung erlernte er in seinem Studium der experimentellen Photographie in Kassel – hier fand er auch immer wieder Zeit, um sich auf eine philosphischen Weise Zugang zu der Photographie zu verschaffen. 


Als Künstler geht es ihm um die Wirkung des Bildes und die Entwicklung von Bildserien, die eigenständig sind und somit auch neue Perspektiven auf bekannte Problematiken darstellen. Damit kommt er seinem Ziel Kunst zu schaffen die bewegt, so wie es das Wasser kann, ein Stück näher.

Vielleicht habt ihr seine Arbeiten bei der letzten Millerntorgallerie im St. Pauli Stadion gesehen? Dort stellte er Werke seiner Reihe "Water Drops" aus. In dieser setzt er sich mit den Wasserpreisen auseinander, fragt, "Wie viel ist Wasser wert?" und vergleicht einen Liter Berliner Leitungswasser mit handelsüblichem Wassers, errechnete die Differenz und hielt dies in Bildern fest.

Als ich in in seinem Atelier besucht habe, hatte ich das große Glück, er erstellte gerade neue Lampenschirme mit seinen Bildern. Ich konnte nicht anders und nahm Einen mit – in dem Moment brauchte ich zwar keinen neuen Lampenschirm, doch irgendwann würde sie bestimmt einen Platz finden. Es war die beste Entscheidung, denn heute bin ich bei jedem Gang in mein Schlafzimmer froh über diese Entscheidung.


Mehr von Ulf gibt es auf seiner Seite.

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