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Simon Heeger und Christian Vorländer. Hamburger Menschen #116

Heute gibt es mal eine kleine Ausnahme in der Interviewreihe Hamburger Menschen, denn es gibt Zwei. Zwei sind in diesem Fall Simon und Christian. Sie kennen sich aus dem gemeinsamen Musikproduktions- Studium in Enschede, in Holland. Das ist nun schon 12 Jahren her und nach einigen anderen Stationen und Ländern sind sie heute in Hamburg gelandet und arbeiten gemeinsam als ZWEI. Doch fangen wir von vorn an, wer seid ihr?

Wir sind Simon Heeger und Christian Vorländer. 
Zusammen sind wir ZWEI. Und wir machen Musik.

Woher kommt ihr?

Simon: Ich komme aus Nordhorn, was – wie ich mit ein wenig Stolz sagen kann – Deutschlands drittgrößte Stadt ohne Personenbahnhof ist.
Die Dönerläden sind auch MEGA, weil sie das Brot für jeden Döner frisch backen. Ansonsten passiert in Nordhorn wirklich nichts Spannendes, aber einmal hab ich da ’nen Fuchs gesehen und das Hallenbad is’ letztes Jahr abgebrannt.


Christian: Ich bin im Oberbergischen Ländchen aufgewachsen. Grüne Hügel, freundliche Kühe und spitzen Feuerwehrfeste. Das nächste Kino ist eine knappe Busstunde entfernt.
Ich bin immer noch gerne da und laufe durch den Wald. Entspannung pur.


Seit wann seid ihr in Hamburg?

Simon: Ich wohne seit sechs Jahren in Hamburg. Hab mal gehört, dass man sich aber erst als Hamburger bezeichnen darf, wenn man sieben Jahre hier wohnt. Also noch ein Jahr durchhalten.


Christian: Ich bin Neu Hamburger. Nach fast 10 Jahren im Ausland hat’s mich wieder in die Heimat und letzten Sommer nach Hamburg gezogen.


Erzählt mal von eurem Beruf?

Wir sind ZWEI. Wir machen Musik. Für Hollywood-Filme, für Filmtrailer und für TV-Werbung. Das können wir und das macht uns Spaß.
Christian hat die letzten 6 Jahre in Los Angeles bei Junkie XL & Hans Zimmer gearbeitet und Musik für Blockbuster wie Mad Max, Batman und Superman co-komponiert. Ich, Simon, hab die letzten Jahre bei Yessian hier in Hamburg Musik für internationale Werbekampagnen wie Telekom, Porsche & McDonald's komponiert. Wir durften beide in Musikproduktionen arbeiten, die zweifellos den Anspruch haben, zu den besten der Welt zu gehören. Mit ZWEI Music starten wir bewusst einen alternativen Weg– mit mehr Freiraum für Projekte, die uns am Herzen liegen. Der erste Monat ist fast rum, wir arbeiten an tollen Projekten und merken jetzt schon, dass es die richtige Entscheidung war.


Was wäre euer Job, würdet ihr nicht das machen, was ihr jetzt macht?

Simon: Ich glaube, ich wäre Werbetexter geworden. Ich hab mal das Claim-Game von Thjnk gewonnen, da musste man sich einen Claim für das Wort „Papier“ ausdenken. Meine Gewinneridee war: „Papier – Ohne Drogen Dichter werden.“
Ich werd’ immer besser.

Christian: Krankenschwester.

Was macht ihr, wenn ihr nicht arbeitet?

Simon: Ich spiel Keyboard und produziere die plattdeutsche Elektro Hip Hop-Band „De fofftig Penns“. Außerdem werde ich gezwungen, Fotos für den Blog meiner Freundin zu machen.

Christian: Ich leite eine Selbsthilfegruppe für anonyme Workaholiker, konnte bisher aber aus zeitlichen Gründen leider noch nie anwesend sein.



In welchem Stadtteil von Hamburg lebt ihr?

Eimsbüttel!


Möchtet ihr nochmal in einem Anderen wohnen, wenn ja, wo?

Simon: Wieso? Is doch nett hier!

Christian: Ich wohn gerne am Wasser. Alster, Elbe oder ein Hausboot wäre auch nicht verkehrt.


Wie würdet ihr euer Traumhaus bauen?

Christian: Also: Erdgeschoss: feines Studio – 1.Stock: feine Wohnung – 2. Stock: feiner Partykeller – 3. Stock: Dachterasse mit Sprungturm in die Alster

Ist Hamburg für euch Kulturstadt? Was macht sie dazu?

Der Hafen, Sankt Pauli, die Musik und die Hamburger Luft.


Was würdet ihr ändern, wenn ihr Bürgermeister wärt?

Das Wetter. Im Winter ne Kuppel drüber und Wämerstrahler. Und den Wellengang ordentlich ankurbeln.

Warum Hamburg und nicht Istanbul, Berlin oder New York?

Wir haben beide schon ’ne ganze Weile im Ausland gelebt. Jahrelang in Holland, wo wir zusammen studiert haben, und auch lange in Los Angeles, wo wir gearbeitet haben. LA ist unser second home geworden und das Wetter is unschlagbar. Aber es ist doch viel entspannter, in einer Stadt zu wohnen, wo Familie und Freunde um einen herum sind, man nicht Angst zu haben braucht, kein Visum zu bekommen und man nicht bei der Einreise fragend gemustert wird, wenn man einen Akzent hat.
Wir sind immer noch gerne in Los Angeles aber Hamburg ist home.


Alster oder Elbe?

Elbe. Sommernachts am Elbstrand. Bäm. Besser geht’s einfach nicht.

Wie viele Stunden am Tag ist euer Smartphone an?

Simon: Fuck, das ist wirklich immer an. Ich probiere mich schon selbst auszutricksen und lösche permanent irgendwelche social media apps. Aber irgendwie finde ich immer Wege, dann doch meinen Status und Newsfeed zu checken. Bescheuert.

Christian: An isses immer, aber ich lerne es zu ignorieren.


Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

Wir haben gerade unsere Firma gegründet. Wenn ihr Bock habt, grindet doch mal auf unserer website vorbei: www.zwei.audio.

Lieblingssong des Moment?

I´m proud to be a Popschlampe.



Lieblingssong forever?


Christian: Uuh schwierig, wirklich viel zu viele.


Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:
  • Jumphouse – Eine Turnhalle gefüllt mit Trampolins. Oh. Mein. Gott.
  • Alte Pianofabrik – Kennt kein Mensch, ist aber direkt am Schulterblatt und wunder wunderschön.
  • Codos – in der Bartelsstraße. Bester Kaffee, bester Service dank der „Sonnenmädchen“ Katha und Dani.

Möchtet ihr noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Simon: Ich grüße all meine Freunde, die in der letzten, nicht ganz leichten Zeit viel für mich da waren. Vor Allem meinen Kumpel Torben, der extra aus New York eingeflogen ist, um mir in einem schwierigen Moment zur Seite zu stehen.


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