Lena Steeg. Hamburger Menschen #100

Einer meiner allerliebsten Webseiten ist 1000 Zeichen . Die Seite hat es sich zur Aufgabe gemacht, das alle Beiträge dort exakt 1000 Zeiche...

Einer meiner allerliebsten Webseiten ist 1000 Zeichen. Die Seite hat es sich zur Aufgabe gemacht, das alle Beiträge dort exakt 1000 Zeichen lang sind. Wer morgen noch nichts vorhat, der sollte sich auch die allererste Veranstaltung dazu im Hamburger Grünspan anschauen. Es gibt Musik, der grandiose Jörg Thadeusz moderiert alles und zudem werden auch ein paar der Texte vorgelesen. Eine der Schreiberlinge, die mir so viel Spaß macht ist Lena Steeg – sie ist seit zwei Jahren in Hamburg und ich freu mich sehr, dass ich sie heut hier zu Gast habe. Mehr zu sich erzählt sie, zuerst, wer bist du und woher kommst du? 

Ich bin Lena. Aus Dinslaken, das ist eine mittelgroße Stadt in Nordrhein-Westfalen auf der Grenze von Niederrhein und Ruhrgebiet.

Seit wann bist du in Hamburg?

Ich musste gerade nachrechnen, weil ich nicht glauben konnte, dass ich erst im Oktober 2013 hergezogen, also noch keine zwei Jahre in der Stadt bin. Es kommt mir länger vor.

Erzähl mal von deinem Beruf!

Ich bin Journalistin, momentan arbeite ich vor allem für NEON. Manche Menschen nennen es das beste Magazin der Welt, ich finde, da ist was dran, weil alles drin ist: Politische Geschichten, Reportagen, Essays, Meinungsstücke, Interviews, das legendäre Unnütze Wissen. Und immer so weiter. Ganz im Ernst: Wer NEON lange nicht mehr in der Hand hatte, weil er denkt, es sei so ein typisches „Ich würde gerne mal wieder einen ausgeruhten, ausführlichen Beitrag über die Tücken von Fernbeziehungen lesen“-Heft, sollte mal wieder reinschauen. Macht echt Spaß.


Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Ich kann mir keinen anderen Beruf vorstellen.
Oder doch! Wenn ich sehr viel Geld gewinnen würde, habe ich neulich überlegt, würde ich vermutlich so ein richtig schönes Tierheim bauen. Hier oder irgendwo, wo es warm ist.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Ich gehe leidenschaftlich gerne spazieren, das ist mein großes Hobby. Am liebsten am Wasser entlang.
Und ich schreibe für 1000zeichen.de, das ist ein Blog, den ich vor Jahren mit zwei Freunden gegründet habe. Mittlerweile sind wir sieben feste Autoren, die sich täglich oder im Wochenrhythmus abwechseln, sonntags ist immer ein neuer Gastautor dran. Alle Beiträge sind exakt 1000 Zeichen lang, mehr Gemeinsamkeiten haben sie nicht. Für eure Leser aus Hamburg: Am 12. September machen wir zum 1000. 1000-Zeichen-Beitrag eine große Feier im Grünspan. Miu Graf wird singen – alleine dafür lohnt es sich schon, vorbeizukommen –, Jörg Thadeusz moderiert und wir versuchen, ein paar Texte gut vorzulesen.

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du?

In meinem ersten Hamburg-Jahr habe ich in Winterhude gewohnt, direkt am Mühlenkamp. Vor vier Monaten bin ich ins Grindelviertel gezogen. Da ist es noch schöner.

Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen, wenn ja, wo?

Ottensen habe ich mir noch nicht komplett aus dem Kopf geschlagen. Überhaupt würde ich gerne im Bett liegend Schiffe tuten hören, auch wenn das so ein ganz abgeschmacktes Hamburg-Klischee ist.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Das gibt es schon, es steht an der Elbe, gehört aber leider jemand anderem.

Ist Hamburg für dich Kulturstadt? Was macht sie dazu?

Ich bin ja ein Pop-Mädchen, ich mag viel Mainstream-Zeug, von daher fühle ich mich, was Konzerte und Lesungen betrifft, in der Stadt immer gut unterhalten. Und eine schlechte Ausstellung habe ich hier auch noch nicht besucht. Was mich betrifft, macht Hamburg als Kulturstadt also sehr viel richtig.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Ich habe diese ganz große Schwäche für Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt. Wenn das finanziell irgendwie ginge, würde ich sie das ganze Jahr einschalten.

Warum Hamburg und nicht Istanbul, Berlin oder New York?

Das war seltsamerweise schon immer so. Als ich noch in NRW wohnte, bin ich dauernd mit dem Zug hergefahren, meist alleine, und wie eine Oma durch die Straßen gelaufen, die Arme auf dem Rücken verschränkt, weil ich alles so extrem schön fand. Das ist mir noch nie passiert, dass ich eine Stadt geliebt habe, ohne in einen ihrer Bewohner verliebt zu sein (wobei auch das schon gut geklappt hat).

Alster oder Elbe?

Obwohl alle meine guten Hamburg-Geschichten an der Alster begonnen haben: Elbe.


Wie viele Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

24, wenn der Akku das schafft. Im Bett lautlos.

Keine Frage, doch ein wenig Platz für etwas, was du loswerden möchtest:

Ja komisch, wenn man plötzlich darf: keine Fragen. Vielleicht, aus aktuellem Anlass: Wie macht man das, dass einem in Hamburg nicht immer die Fahrräder gestohlen werden.

Lieblingssong des Moments?

Gerade höre ich wieder das Casper-Album, und da gibt es diesen Song mit Kraftclub, „Ganz schön okay“, der ist wahnsinnig gut. Überhaupt habe ich eine Schwäche für Lieder, die vom Sommer mit Freunden erzählen.

Lieblingssong forever?


Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

Da bin ich nicht sehr originell:
-    Die Strandperle an der Elbe, weil sie wirklich der schönste Ort ist.
-    Das Carmagnole in der Juliusstraße, weil es da schmeckt und die Leute angenehm sind.
-    Und weil ich als Ex-Tourist eine Schwäche für diese zwei Postkartenmotive habe: Den Innenhafen und die Landungsbrücken, beides aber nur bei Nacht. 

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Immer als Erstes: Meine Eltern. 
Und dann, so richtig wie im Radio, aber schon ernst: Alle, die mich kennen.


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