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http://www.kathrynsky.de/2017/07/once-upon-time-i-used-to-be-fashion.html

Marcus Zierke & Matthias Götz. Hamburger, NEIN Berliner Menschen.

Vor  zwei Jahren war ich nach Berlin eingeladen um hier Drachenboot zu fahren (könnt ihr euch in diesem Video nochmal ansehen) – dabei hab ich Marcus kennengelernt. Irgendwie hat es von Beginn an gepasst und wir haben viel gelacht und es geschafft über den Weg von Berlin nach Hamburg weiter Kontakt zu halten, in Hamburg auszugehen und in Berlin über die Fashion Week zu schlendern. Er ist ein unglaublich angenehmer Mensch mit dem ich gern Zeit verbringe und am Ende Bauchweh vor Lachen habe, nun unterstützt er neben vielen anderen Dingen auch noch Design-Start-Ups aus Entwicklungsländern – mit seinem Komplizen Matt und die beiden erzählen jetzt und hier noch ein wenig mehr über sich, lest rein:

Wer seid ihr?

Matt und Marcus, zwei Burschen die sich in den Kopf gesetzt haben unsere Welt ein wenig besser zu machen. 


Wir reisen recht viel, feiern auch mal gerne bis in die Puppen und natürlich machen wir gerade ganz viel innovativen Draußen-Sport und nennen das nicht Zirkel-Training, sondern Freeletics. Also im Grunde genauso wie man sich zwei Jungs aus der Generation Y vorstellt. Dementsprechend sind wir auch immer auf der Suche nach “sinnvollen” Projekten und was würde da besser passen als ein Shop, der zum Ziel hat diese Generation international zu unterstützen?
Genau das machen wir jetzt mit unserem „Generation Y Shop“, wir unterstützen Design-Start-Ups aus Entwicklungsländern und verkaufen deren Produkte zu einem fairen Preis in Europa. Was uns vereint ist die Überzeugung, dass man auch ein Business aufziehen kann, welches eben nicht nur auf das maximale Wachstum abzielt. Wir wollen einfach eine gute Zeit haben, qualitativ hochwertige Produkte anbieten und das alles mit so vielen Menschen wie möglich teilen.
Im “gute Zeit haben” sind wir schon recht gut, jetzt muss noch der “Business-Teil” klappen.


Woher kommt ihr? 

Matt kommt aus der beschaulichen Unistadt Erlangen und Marcus aus dem noch viel beschaulicheren Schwerin. Also Top-Voraussetzung für die Flucht nach vorne.

Seit wann seid Ihr in Berlin?

Wir beide toben seit 2005 in Berlin herum. Da wir als moderne Nomaden aber extrem viele Hummeln im Hintern haben, können wir eben nicht allzu lange am selben Ort bleiben und so hat sich Berlin zu unserem Drehkreuz bzw. unserer Home-Base entwickelt, von der wir unsere Reisen starten.
Wir haben schon in UK, Indien, Chile, NYC, Barcelona usw. gelebt, aber am Ende sind wir dann doch immer wieder in die Mutterstadt zurückgekommen.


Erzählt mal von euren Berufen? Wie kamt ihr auf die Idee mit den Schuhen? Was wäre Euer Job, würdet Ihr nicht das machen, was Ihr jetzt macht?

Matt ist Architekt und Marcus Wirtschaftsingenieur, also nicht direkt ausgebildete Schuhverkäufer, aber trotzdem als Teilzeit-Models sehr viel mit Mode im Kontakt.
Wir sind aber natürlich zudem über unsere Hauptberufe hinaus auch recht neugierige Wesen und haben uns überlegt das man mit einer Portion Kreativität und Wirtschaftswissen doch bestimmt noch andere Dinge tun könnte außer Häuser zu bauen und Excel-Tabellen auszufüllen.

Die Idee mit den handgefertigten Lederschuhen hatten wir schon länger. Matt hat ein Jahr in Chile als Architekt gearbeitet und dort die Designer des kleinen Labels „Z&D Makers“ kennengelernt. Er fand die Schuhe so klasse, dass er direkt auf Facebook gefragt hat, ob er Freunden welche mitbringen soll. Naja, sagen wir mal so, die Nachfrage war nicht sooo schlecht …

Letztes Jahr dann, in einer ganz normalen lauen Berliner Nacht, an dessen Ende wir irgendwie im KitKatClub gelandet sind, haben wir uns dann entschieden es nun mal mit dem Shop zu probieren, während sich hinter uns zwei Jungs gegenseitig den Popo versohlt haben. Die besten Ideen entstehen eben an den ungewöhnlichsten Orten.

Mittlerweile füllt uns der Job gut aus, zudem bastelt Matt natürlich auch noch an Architekturprojekte und Marcus steht ab und an noch als Model vor der Kamera. Wahrscheinlich würden wir das alles auch machen, wenn wir die Idee mit dem Shop nicht gehabt hätten - nur entsprechend mit mehr Freizeit.



Was macht Ihr, wenn Ihr nicht arbeitet?

Wir sind in der Tat zwei typische Kinder der Generation Y: zu viel am Handy spielen oder am PC hängen, gerne auch mal in Cafes gehen oder das Berliner Nachtleben auskosten. Was uns eigentlich am meisten verbindet ist das Reisen. Unsere besten Ideen hatten wir auch während eines Workshops in Tel Aviv: morgens surfen, dann arbeiten, abends noch mal ins Wasser, dann weiter arbeiten bis tief in die Nacht, dann irgendwie zu tief ins Limoglas geschaut und das ganze dann in der Endlosschleife … Wenn man nur mit solchen Trips Geld verdienen könnte - wir würden vermutlich nichts anderes tun.
Matt schaut sich ansonsten auch mal gerne eine Kunstgalerie von innen an oder liest ein Buch in der U-Bahn, Marcus hingegen ist für jedes sportliches Abenteuer zu haben.


In welchem Stadtteil von Berlin lebt Ihr?

Matthias: Neukölln, richtig tief im Süden. Für mich darf es auch ein bisschen “Gangsta” sein.
Marcus: Pregnant Hill aka Prenzlauer Berg.

Möchtet Ihr nochmal in einem anderen Land wohnen, wenn ja, wo?

Auf jeden Fall! Wir überlegen uns gerade, ob wir uns eine Bude in Barcelona zulegen sollen. Einfach 2 Wochen in Spanien, 2 Wochen in Berlin arbeiten und je bescheidener das Wetter wird, desto länger wird der Aufenthalt in Katalonien. Ist jetzt mal so eine Schnapsidee, also wird das auf jeden Fall auch klappen.
Ansonsten wollte Marcus immer mal wieder nach Australien auswandern, aber das ist dann doch ganz schön weit weg von Berlin. NYC hat ein wenig seinen Reiz verloren, nachdem ich, Marcus dort für 7 Monate gelebt habe. Spanien ist und bleibt die reizvollste Alternative.


Wo würdet Ihr Euer Traumhaus bauen?

Wir waren zusammen in Indien, als wir Kampagnen-Shooting für den Generation Y Shop gemacht haben und Matt gleichzeitig ein Architekturprojekt dort hatte, einen Olympia-Campus außerhalb von Mumbai zu entwerfen. Das kam der Sache schon recht nahe, Baumhaus, unberührte Natur, Metropole 1,5h entfernt. Wäre da jetzt noch direkt das Meer gewesen, wir hätten keine 2 Minuten überlegt.
Letztendlich brauchen wir schon irgendwie Strand, wo man jeden Morgen überlegen kann, ob man erst einmal ne Runde surfen gehen will - das wär’s wohl! Haben wir schon Barcelona erwähnt?!


Ist Berlin für Euch Kulturstadt? Was macht sie dazu?

Sehr gute Frage. In erster Linie sind es ja die Menschen, die “Kultur machen”. Berlin hat sich über die letzten Jahre einfach zu einem Melting Pot entwickelt, in dem kreativen Menschen aus der ganzen Welt zusammenkommen. Das kulturelle Angebot und auch die Nachfrage sind entsprechend hoch, d.h. man kann jeden Abend mit Freunden zusammen weintrinkend Kunst machen, oder einfach nur betrachten, oder sich am Ende selbst zum wandelnden Kunstwerk machen. Davon profitiert eben die ganze Stadt. Dann noch die parallele Entwicklung der Ost-West-Kultur vor dem Mauerfall, et voila, da hat man die perfekte Kulturstadt.

Was würdet Ihr ändern, wenn Ihr Bürgermeister wärt?

Marcus: Berlin kommt meinem Bild einer perfekten Stadt schon sehr sehr nah. Was man noch machen könnte: vernünftige Aussensportanlagen, bessere Radwege, vielleicht ein wenig sauberer (aber wäre es dann noch Berlin?), aus Tempelhof einen Riesenspielplatz machen, Spätis auf jeden Fall behalten, …


Matt: Schau mal an Marcus, bei unserem letzten Architekturprojekt in Pankow haben wir Außensportanlagen eingeplant die auch umgesetzt wurden. Möchte jetzt eine Sonne in mein Aufgabenheft von dir gemalt bekommen.
Was würde ich tun wenn ich Bürgermeister wäre? Also erst einmal hat unser Wowi über die letzten Jahre schon einiges richtig gemacht, wenn wir jetzt mal die kleine Baustelle im Süd-Osten der Stadt vergessen. Ich würde aber als Bürgermeister sicherstellen, dass sich auch in Zukunft die jungen Kreativen diese Stadt leisten können. Wir haben schon ein München, Berlin muss ein bisschen arm und sexy bleiben.

Warum Berlin und nicht Istanbul, Hamburg oder New York?

Marcus: Ich bin schon wirklich viel rumgekommen und habe früher als Schüler auch immer die Tage gezählt, wann ich endlich aus meinem Dörfchen weg und in die grosse Stadt und langfristig ins Ausland komme. Aber je mehr ich gereist bin desto mehr realisiere ich, was für ein geiles Land Deutschland ist: im Herzen Europas, gesunde Wirtschaft, super Lebensqualität, von Bergen über Meer bietet es alles was das Herz begehrt, gross aber nicht zu gross, sozialer Standard ist sehr hoch … und in Deutschland gibt es zum Leben eigentlich nur eine Alternative für mich: Berlin.
Ich sage immer Berlin ist wie ein Mix aus NYC, Istanbul, Barcelona, London und Amsterdam nur, dass es wesentlich günstiger ist und leider das Meer fehlt.


Matt: Wie Marcus habe auch ich mehrere Jahre im Ausland gelebt. Berlin hat für mich persönlich einfach den höchsten Lebensstandard. Zudem habe ich in Berlin das Gefühl, dass sich wirklich niemand für dein Einkommen interessiert. Bist du cool, bist du dabei. Bist du nervig, dann hilft dir auch dein Porsche herzlich wenig (;
Deshalb schaffen wir die Exklusivität unserer GEN Y Produkte auch im Berlin-Style nicht über hohe Angeber-Preise, sondern in dem wir jedes Produkt maximal einmal pro Postleitzahl verkaufen. So kann man sich immer sicher sein, dass der Nachbar auf gar keinen Fall die gleichen Schuhe anhat und bekommt sie trotzdem zu einem fairen Preis.

Wie viele Stunden am Tag ist Euer Smartphone an?

Marcus: An ist es wohl bis auf ein paar seltene Ausnahmen 24/7. Und dran rumgespielt wird leider auch viel zu oft.
Matt: Ja, bei mir leider. Manchmal möchte ich dieses süchtig machende iPhone einfach an eine Wand schmeißen und mich wieder über Rauchzeichen verständigen. Ich bin fest davon überzeugt, dass das nächste große Ding ein Gerät ist, das dich von diesem ganzen Informationsüberfluss schützt. Man muss einfach besser filtern, im Grunde finde ich die globale Vernetzung eher sehr hilfreich.
Wir wollen aber natürlich auch den direkten Kontakt zu unseren Kunden pflegen und das läuft heutzutage über WIRE und nicht über irgend ein kompliziertes Online-Formular. Hat jemand eine Frage zu Schuhen, kann er uns direkt auf dem Handy erreichen und wir antworten auch aus der U-Bahn auf dem Weg zur nächsten Falafelbude.



Lieblingssong des Moment?

Marcus: Nachdem ich die „German History auf Rap“ von Böhmermann gesehen habe musste ich mir unbedingt eine „German Hip Hop“ Playlist für meinen Spotify Account machen und ich muss sagen: A-N-N-A von Freundeskreis und Intoxication von Gentleman laufen gerade wieder rauf und runter. Beim Radeln und wenn die Sonne scheint unschlagbar.
Matt: Ok, jetzt oute ich mich wirklich ein bisschen, aber von Angus and Julia Stone “Yellow Brick Road”. Das Lied hat mich auf ein paar langen Reisen begleitet, bei denen ich mich gefragt habe, wo ich da gerade eigentlich hinlaufe bzw. vor was ich weglaufe. Nächste Woche bin ich bei denen auf dem Konzert in Barcelona, dit wird ein Fest.

Lieblingssong forever?

Marcus: Gibt es nicht … immer stimmungs-, wetter-, ort-, frauenabhängig.
Matt: Ok, jetzt wird es noch peinlicher: “The Bare Necessities” aus dem Dschungelbuch. Höre ich jeden morgen unter der Dusche, ansonsten komme ich nicht lässig in den Tag.

Drei Plätze, die man sich in Berlin unbedingt angeschaut haben sollte:

Marcus: Markthalle 9, Mauerpark, Paddeln auf dem Tegeler See
Matt: Weserstraße, Berghain, Tempelhofer Feld im Sommer


Möchtest ihr noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Matt: Ja klar, alle Schuhliebhaber. Schaut mal bei uns rein und gebt uns euer Feedback über contact@generation-y-shop.com oder folgt uns auf Instagram (Matt & Marcus). Ansonsten natürlich noch meine kleine Geschwister, die alle wahnsinnig großartig sind.


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