Portugal. Lissabon. 5 Tage Urlaub im Februar.

Wenn ihr auf Reisen geht, nehmt ihr einen Reiseführer mit und klappert Tipps ab oder lasst ihr euch treiben? Denn, wenn man sich auf ein Zi...

Wenn ihr auf Reisen geht, nehmt ihr einen Reiseführer mit und klappert Tipps ab oder lasst ihr euch treiben? Denn, wenn man sich auf ein Ziel geeinigt hat, Fragen wie Berg oder Strand, Action oder Ruhe, sowie Stadt oder Land geklärt hat, dann stellen sich nur noch Fragen wie: Wo gehen wir heute essen und was unternehmen wir? Reiseführer können Antworten geben, sind jedoch so unterschiedlich wie Reiseziele. Kommt ihr ohne aus?

Vor der Februar-Reise nach Lissabon habe ich mir einen Reiseführer geliehen, in dem bereits eine Menge markiert war, dazu habe ich gegoogelt und tolle Städtetipps gefunden (Zum Beispiel bei Wortkonfetti oder im Meerblog). Der Mann war auch schonmal in der Stadt am Tejo und hatte neben einigen Tipps, auch den LonleyPlanet im Gepäck. Das alles in fünf Tagen? Unmöglich?


Was es dann wurde? Ein Mix aus Treiben lassen und Tipps abarbeiten. Zuerst einmal; im Februar war es war noch recht kalt, wir hatten 2 Tage Sonne und 3 Tage Regen. Trotz passender Kleidung, ein bißchen wärmer, wäre schön gewesen.

Doch die Sonnenmomente wurden gut genutzt, den Ersten gab es auf dem Castelo de São Jorge. Dort haben wir Wine with a View und einen tollen Blick auf die Stadt genossen. Die Burg zu erkunden und alles auszuprobieren – da ist schnell ein halber Tag rum.


Ich bin ein Fan von Touribussen, so sieht man zu Beginn alles vermeintlich "Wichtige" und kann sich Orte aussuchen, die man genauer erkunden möchte. Doch diesmal begannen wir damit uns durch die Stadt treiben zu lassen. Nachdem wir verstanden haben, wie die vermeintlichen Drogendealer (sie haben nur Tee in der Tasche) komplett ignoriert werden (sagt einfach nix nix nix und schaut sie auch nicht an – sie sind quasi Luft), waren auch die bekannten Touriplätze schön anzusehen.

Die Höhe kann in Lissabon 0 bis zu 200m über Normalnull betragen. Um diese Höhenunterschiede der sieben Hügel, auf denen die Stadt liegt, zu schaffen, darf man ruhig ab und an auf Hilfsmittel zurückgreifen. Also, raus aus der Burg, rein ins TukTuk, eine Autorikscha mit Elektromotor. Viele der Strassen sind so eng, dass ein normales Auto nicht durchkommt – wie zieht man hier eigentlich um?


Ein Erlebnis für Touristen, aber ob ich jeden Tag so eine kleine Gasse mit dem Einkauf meistern könnte? An jeder Ecke gibt es Grafitti und Musik – genau nach meinem Geschmack und auch wenn ich keinen Satz auf Portugisisch hinbekomme, Galão (Espresso und heiße Milch) und Pastéis de Nata bzw. Pastéis de Belém (Blätterteigtörtchen mit Pudding) zu bekommen, ist nicht so schwer und ich könnte Frühstück, Mittag und Abendessen damit füllen. Wäre allerdings zu schade, denn es gibt so viele frische Angebote.


Ein Restaurante was ich euch mehr als empfehlen kann: Grelhador de Alfama (Rua dos Remédios, 137, 1100-455 Lisboa). Man hat dort genau zwei Möglichkeiten: Fisch oder Fleisch und dann gibt es wieder zwei Vorschläge: An unserem Abend war es Dorade oder Scholle, Rind oder Lamm. Für uns zwei mal Dorade, bitte und Vinho Verde – hach war es gut, am Ende war der Teller ratzeputzeleer und wir sehr glücklich. Der Tipp stammte übrigens aus dem Lonley Planet.
 

Und danach? Mehr als eine Nacht haben wir in der A Capela Bar (Rua Atalaia 45, Lisboa) verbracht. In der ehemaligen Kirche legt jeden Abend ein anderer DJ auf – hauptsächlich elektronische Musik. Und wenn es noch keine Zeit für Cocktails ist, kehrt man in Lissabon in einer Servejeria ein, genießt “imperial” (ein kleines) oder “caneca” (ein großes) Cerveja, oder trinkt den berühmten Ginjinha, ein Sauerkirschlikör, der in vielen urigen Kneipen, die teils schon über 100 Jahre alt sind, angeboten wird.


Dann sind wir doch noch auf den Touri-Hopp-on-hopp-off Bus gestiegen, haben einmal die normale Rundtour gemacht und uns angehört, wann in Lissabon dies und jenes gebaut wurde und sind am Expo Gelände wieder ausgestiegen. Die Weltausstellung war 1998 in der Stadt zu Gast und zu diesem Anlass hat sich die Stadt einen neuen Bahnhof, entworfen von Santiago Calatrava, geleistet. Vor Ort gab es einen Feira do Livro und hätte ich ein Wort lesen können, hätte ich dort wohl Stunden verbracht.
 

Aus einer der Expo Hallen ist in der Nachnutzung ein Einkaufszentrum geworden, in dem es Fischrestaurants, Bars, ein Ozeanarium, ein Kulturzentrum und Co gibt. Mit einer Seilbahn kann man die ganze Strecke am Wasser abgondeln und gut überblicken. Wir sind dort auch ins Ozeanarium gegangen – würde ich allerdings keinem empfehlen, es ist klein, nicht außergewöhnlich und auch bei Regenwetter gibt es schönere Orte und sei es das eigene Hotelbett.



Dann wäre noch die Übernachtung: Wir haben im Hotel Imperial Guesthouse am Praça dos Restauradores geschlafen. Nichts total Außergewöhnliches, doch sehr zentral, die öffentlichen Verkehrsmittel vor der Tür, sauber und günstig. Allerdings im vierten Stock ohne Fahrstuhl – yucheee, wie zu Hause!


Was gab es noch? Neben den Aussichtsplattformen mit Blick auf die Stadt sollte man wohl auch mal über den Tejo fahren, dies geht mit der Fähre alle 15 Minuten ab Cais do Sodré. Wir haben es leider nicht geschafft, weil wir wegen dem Regen klatschnass waren und lieber einen trockenen Platz im Mercado da Ribeira (einer Markthalle mit regionalem Essen) aufsuchten. Bei Travelita seht ihr, wie es in Almada aussieht. Wir haben es definitiv für den nächsten Besuch auf der Liste stehen.


Belem, ein Stadtteil, der etwas außerhalb liegt, hat eine Menge Museen und auch Werke zu bieten, wie z.B. dass der Entdeckungen (Padrão dos Descobrimentos) und Kirchen, die Details und Ausmaße haben, die gigantisch sind.

Ganz egal ob sie euch interessieren, fahrt nach Belem für die Pastelaria „Fábrica dos Pastéis de Belém“. Ihr erkennt den Laden an den blauen Markisen, der Menge an Menschen oder dem süßen Geruch – es lohnt sich und so lange, wie der Ansturm vermuten lässt, dauert es nicht. Die Pastéis sind der Wahnsinn, kauft mehr als Zwei!


Dann gab es da noch den Ausflug nach Estoril, Cascais und Sintra, ab an den Strand, denn Wellen und Wasser sind bei jedem Wetter gut.

Die Jacke vom Mann ist übrigens von Didriksons 
– nicht zu dick und doch windfest, perfekt für das Wetterchen!


In der Region westlich von Lissabon liegt auch der Palast von Monserrate. Ein absolutes Traumschloß, dass der englische Millionär Sir Francis Cook 1856 auf einer Fläche von 50 ha im maurisch-gotisch-indische Stil anlegen ließ. Es gibt dort einheimische und auch viele exotische Pflanzen die hier akklimatisiert werden konnten. Seltene Bäume und Sträucher aus aller Welt, die sich durch den Rosengarten, ein Mexico-Tal, den japanischen Garten und das Tal der Farne ziehen.

Im Palast der kunstvoll mit vielen Schnitzereien durchzogen ist, finden sich allerlei Schmuckstücke die Cook importiert hat; persische Teppiche, indische Möbel, japanische Vasen und wertvolles Porzellan.
 

Ein letzter Tipp noch, der Friedhof Cemitério dos Prazeres, er lässt sich bequem mit der Traditionsstrassenbahnlinie 28 erreichen. Wer an diesen Ruhestätten kein unangenehmes Gefühl hat, findet hier ein ruhiges Plätzchen und viele interessante Grabsteine zu denen man sich Geschichten überlegen kann.

Viel Spaß euch in der Stadt und auf Wiedersehen Lisboa!
 


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1 Kommentare

Danke für Deinen Kommentar! :o)