Im Interview: Woods of Birnam + 3 Soundtracks zu Honig im Kopf für euch zu gewinnen!

Die Tragikomödie "Honig im Kopf" ist im Moment die klare Nummer 1 der deutschen Kinocharts. Am letzten Wochenende sahen 580.000 M...

Die Tragikomödie "Honig im Kopf" ist im Moment die klare Nummer 1 der deutschen Kinocharts. Am letzten Wochenende sahen 580.000 Menschen den Film - insgesamt sind das nun schon 2,6 Mio. Hat einer von euch den Film schon gesehen? Ich muß gestehen, ich noch nicht, dafür hab ich die Band die den Titelsong zu dem Film liefert interviewt: Woods of Birnam.



Unter allen die dieses feine Interview lesen und am Ende einen Kommentar hinterlassen, werden drei Soundtracks zu dem Film verlost. Los geht es:

Wie habt ihr euch gefunden, seid wann kennt ihr euch, woher kommt der Name?

Die Geschichte unserer Entstehung beginnt mit einem Autodiebstahl im Januar 2010 in Dresden. Unseren Sänger Christian hat es leider erwischt und in seinem Auto war eine rare CD von Polarkreis 18, die zu den ersten Konzerten der Band selbstgepresst verteilt wurde. Er schrieb eine Mail an das Management von PK 18, ob es denn noch eine CD gäbe, da sie einem Freund von ihm gehörte. Die Band lud ihn dann ins Studio ein, die CD doch persönlich abzuholen, da sie ihn auch schon aus dem Film „Das Weisse Band“ kannte. Man lernte sich kennen, freundete sich schnell an und als Christian 2011 eine kleine Tour plante, ihm aber seine Liveband wegbrach, sprangen halt vier Musiker von PK 18 ein und das funktionierte so gut, das wir seitdem zusammen Musik machen. Als wir uns dann als eigenständige Band neben PK 18 gründeten, wollten wir natürlich einen coolen Bandnamen haben und da wir alle den Song „Woods of Birnam“ sehr mochten und das Bild des Songtitels einfach zur Band passte, haben wir uns dafür entschieden. Er vereint im Grunde unsere Lust angstfrei zu musizieren, ja manchmal sogar grenzenlos und hat durch den Link zu Shakespeare auch eine leichte theatralische Komponente.

Seid ihr alle aus Dresden und lebt dort auch noch heute? Wollt ihr auch in Zukunft dort bleiben?

Außer unserem Sänger Christian sind wir alle gebürtige Dresdner. Christian ist in Magdeburg geboren. Da wir hier fast alle unsere Familie haben und Dresden einfach eine sehr schöne Stadt ist, werden wir hier wohl verwurzelt bleiben. Christian denkt aber durchaus über einen Umzug in Zukunft nach, ohne aber die Band zu vernachlässigen. Aber es ist natürlich sehr verlockend hier künstlerisch zusammenzuarbeiten und dann in die „große“ Welt hinauszugehen und das Material den Leuten zu präsentieren. Man muss nicht immer in den Metropolen leben, um inspiriert zu werden.

Interessieren euch größere Musikmetropolen wie Hamburg oder Berlin?

Auf jeden Fall, aber eher was die Produktion eines Albums angeht oder für Liveauftritte. Wir haben unser Debütalbum ja bei Tobias Siebert in seinem Studio in Berlin Kreuzberg aufgenommen. Das war für uns eine sehr intensive und auch sehr spannende Zeit.

Habt ihr Musik studiert?

Nein, wir haben alle schon seit unserer Kindheit Musik gemacht und uns unsere Instrumente selbst beigebracht. Das ist dann über die Jahre und natürlich über die Erfahrung mit PK 18 oder Christians verschiedene Bandprojekte sehr gewachsen und „professioneller“ geworden. Ludwig zum Beispiel bringt sich immer noch neue Instrumente bei, indem er sie einfach in die Hand nimmt und loslegt, rumprobiert. Diese Neugier und Unbefangenheit wollen wir uns bewahren.

Spielt ihr auch heute noch in eurer Originalbesetzung?

Da es uns ja erst seit quasi 3 ½ Jahren gibt, ja.

Es könnten Einflüsse von Coldplay und Keane in eurer Musik zu hören sein. Wer inspiriert euch noch?

Auf jeden Fall mischt sich auch hin und wieder Radiohead mit rein oder auch Michael Jackson. Wir fünf hören sehr unterschiedliche Genres und Musikrichtungen und das macht sich dann vor allem im Arrangement bemerkbar. Die meisten Songs werden von unserem Sänger Christian komponiert, der durchaus eine Affinität für die 80er Jahre hat. Aber ist ein Song erst einmal im Bandkontext, gibt jeder Instrumentalist seine Farbe hinzu.

Macht ihr auch Co-Writing, sprich, schreibt ihr auch für oder mit anderen Bands Songs und gibt es auch Menschen, die für euch geschrieben haben?

Für andere Künstler haben wir noch nicht komponiert. Die meisten Songs stammen von unserem Sänger Christian, der aber auch schon mit unserem Gitarristen Philipp zusammen geschrieben hat. Für die Zukunft wollen wir das auch erst einmal so beibehalten, damit sich auch die musikalische Vision unserer Band konkretisiert. Dennoch ist die Meinung von allen im Proberaum wichtig und der Song muss quasi bildhaft gesprochen durch die Wälder von Birnam um zur Lichtung zu gelangen.

Erzählt mal von der Entstehung eines Songs. Zum Beispiel von „I’ll call the Hamlet“, dem Titeltrack zum Soundtrack von „Honig im Kopf“.

Dieser Song entstand in der Arbeit für die Theaterproduktion „Hamlet“ am Staatsschauspiel Dresden. Wir hatten das große Glück dort musikalisch als Band Songs und Musik zu komponieren und Christian spielte zudem auch noch die Hauptrolle. Er und Philipp haben den Song quasi im Proberaum entwickelt. Es gab eine Grundidee von Christian und Philipp hat den Song dann noch mit dem sogenannten C-Teil veredelt. Beide haben wild und laut improvisiert und während Christian auf dem Klavier gespielt hat und verschiedene Gesangs- und Lyriclinien ausprobierte, spielte Phil dann auch mal Schlagzeug und Gitarre. Daraus entstand ein Demo das dann der Band vorgestellt wurde. Dann konnten die anderen Musiker ihre Note dazugeben und fertig war der Song.

Wie kam es zu der Kooperation mit dem Film und dass ihr nun den Titelsong singt?

Das war eine ziemlich spontane Sache. Til Schweiger wurde auf unseren Song relativ zufällig aufmerksam und wollte ihn wohl nach erstmaligen Hören unbedingt in seinem Film haben. Sein Management rief bei unserem an und ab da ging alles ziemlich schnell, da der Film bereits in der finalen Postproduktion war. Erst sollte er nur Teil des Films sein, dann plötzlich Titelsong. Wir waren völlig baff und haben uns sehr gefreut.

Gab es eine richtige Zusammenarbeit mit Til Schweiger? 

Er gibt sich ja immer viel Mühe mit den Soundtracks zu seinen Filmen und sucht die Bands mit aus, die darauf vertreten sind. Wie ist er denn auf euch aufmerksam geworden?

Nach der Zusage zum Titelsong mussten wir schnell ein Video drehen. Die Performance haben wir in Eigenregie gedreht und Til hat dann mit seinem Cutter die Filmszenen dazugeschnitten. Das war sozusagen eine Art Zusammenarbeit, obwohl wir in unterschiedlichen Städten waren. Er hat wohl einen sehr guten Music Scout, der ihm immer neue Entdeckungen vorspielt, unter anderem die Woods Of Birnam. 




Seid ihr Multiintrumentalisten? Könntet ihr die Instrumente auf der Bühne tauschen?

Manche von uns könnten das problemlos. Ludwig könnte wahrscheinlich alles machen. Philipp und Uwe könnten sicher Bass und Gitarre untereinander tauschen. Keyboard spielen kann wohl jeder in der Band. Vielleicht sollten wir über einen so virtuosen Showauftritt mit Instrumentenwechsel mal nachdenken. ;-)

Der englische Akzent im Gesang lässt sich nicht so recht zuordnen – wo hast du dir den geholt? 

Die Aussprache ist wahrscheinlich eine Mischung aus amerikanischer wie auch englischer Aussprache. Christian ist mit englischsprachiger Popmusik groß geworden und hat vor allem den Sound der Sprache gemocht. So hat sich wahrscheinlich ein ganz eigener Akzent entwickelt. Vor allem ist es wichtig, dass es nicht allzu deutsch klingt.

Gibt es etwas Außergewöhnliches, was euch mal auf der Bühne passiert ist?

Wir haben ja noch eine sehr überschaubare Karriere und im Februar beginnt unsere erste große Tour, da wird bestimmt immer mal etwas Unvorhergesehenes passieren. In Chemnitz haben sich bei einem Song plötzlich zwei Mädchen auf unsere Bühne gestellt und mitgetanzt, das war schon ziemlich strange. Außerdem ging bei einer Vorstellung von „Hamlet“ im Theater mitten in unserem Song die Lüftungsanlage an und machte einen derartigen Krach, das wir die Vorstellung unterbrechen mussten.

Wie viele Auftritte habt ihr im letzten Jahr gespielt?

Neben den zahlreichen Theatervorstellungen, wo wir quasi auch in einem Konzertset spielen, haben wir unsere kleine Release Tour gemacht und bei verschiedenen Veranstaltungen gespielt. Wie viel das jetzt genau waren, wissen wir grad nicht, aber es war noch recht übersichtlich. Bei unserer ersten großen Tour durch Deutschland und Österreich ab 20.Februar 2015 in Zittau spielen wir ca. 15 Konzerte und es werden noch viele mehr folgen.

Was kommt in der Zukunft von euch und mit welchem Musiker würdet ihr gern mal gemeinsam auf der Bühne stehen?

Wir arbeiten bereits an neuen Songs und bereiten uns auf unsere erste Tour im Februar/März vor. Danach beginnen die Proben für ein neues Theaterstück mit uns als Band und Christian als Hauptdarsteller, wieder beim Staatsschauspiel Dresden. Im September ist dann Premiere und danach werden wir eine Herbsttour spielen und vielleicht schon das neue Material aufnehmen und unser zweites Album produzieren. Es gibt viele tolle Bands wo wir gerne mal Support sein würden. Mal schauen was so passiert.

Wann kann ich ein Konzert von euch in Hamburg sehen?

Hamburg ist wahrscheinlich erst auf unserer Herbsttour wieder dabei, da wir im letzten Jahr sowohl beim Hamburger Filmfest als auch im Kleinen Donner gerockt haben. Aber wir kommen auf jeden Fall wieder und freuen uns auf den Norden.



Vielen Dank für die ausführlichen Antworten! Noch mehr von Woods of Birnam findet ihr auf ihrer Webseite. Und nun schreibt bis zum 16.01.2015 fleißig Kommentare und gewinnt einen der drei Soundtracks. Ich drück euch die Daumen!



You Might Also Like

3 Kommentare

  1. Ich finde es einen genialen Film der die Gradwanderung zwischen der Tragik der Krankheit und seinen alltäglichen, für Außenstehende, lustigen Begebenheiten perfekt meistert.
    Und spätestens jetzt muss man "Didi" Hallervorden als Schauspieler der besonderen Klasse anerkennen.

    Ciao Werner

    AntwortenLöschen
  2. Sarah (machdochwasduwillst@gmx.de)12. Januar 2015 um 20:09

    Ich hab den Film schon gesehen, mich aber (um ganz ehrlich zu sein) mit der tollen Musik bisher noch gar nicht näher beschäftigt! Danke für ein (wieder mal) sehr tolles Interview! Super Antworten, interessante Bandgeschichte, alles wunderbar zum Lesen :)

    AntwortenLöschen
  3. der Film ist der Hammer, den muss man gesehen haben.

    Gruß,
    Matthias

    kirsch123@t-online.de

    AntwortenLöschen

Danke für Deinen Kommentar! :o)