Mädchen sind manipulativ und subtil. Boy Friend Material.

In der vierten Staffel von New Girl gibt es eine Folge die einem vor Augen führt, wie kompliziert Frauen es sich doch ab und an selb...



In der vierten Staffel von New Girl gibt es eine Folge die einem vor Augen führt, wie kompliziert Frauen es sich doch ab und an selbst machen. Vor allem miteinander. Kurz, Jess lebt mit vier Jungs in einer WG und ihre beste Freundin seit Kindheitstagen ist auch immer wieder zu Gast. In der Folge "Girls Fight", die von der Autorin Danielle Sanchez-Witzel geschrieben wurde, mischt sich einer der Jungs unwissend in einen schon lang schwelenden, aber nie ausgebrochenen Streit der beiden Frauen ein und dann geht es erst richtig los.

Mädchen sind manipulativ und subtil.
Missversteht mich nicht: Ich habe seit der Schulzeit sehr gute weibliche, sowie auch männliche Freunde. Ich liebe es mit Mädchen rumzuhängen, ich bin emotional, weine vor Freude, Frust und aus Mitgefühl. Weil es wohl ein bezeichnendes, weibliches Merkmal ist; Ich mag Einkaufen (allerdings am liebsten vormittags wenn die Läden leer sind, oder online), ich habe auch rosane Sachen im Schrank und Schminke im Bad. Ich liebe es die Zeit beim Kaffee trinken und tratschen zu verbringen. ... Über Leben, Träume, Zukunft und Gefühle. Und doch finde ich uns Frauen manchmal furchtbar, wenn ich das ganze Spiel von außen betrachte.

Es wird wohl allen klar sein, die inneren Kabel laufen bei Frauen und Männern nicht gleich. Die Vielschichtigkeit die Frauen haben wollen, steht uns auch oft im Weg. Wir denken über alles und nichts gleichzeitig nach; wir wollen emotional komplexe Individuen sein. Ich möchte nicht pauschal urteilen und es gibt mit Sicherheit auch "Andere", doch vielen Männern ist manches egaler, was bei Missverständnissen von Vorteil sein kann. Denn, wenn Männer kämpfen, kämpfen sie offen. Sie sind wütend, sie laufen vor Wut rot an ... Und dann, wenn die Wut erschöpft ist ... sind sie fertig. Einfach fertig und weiter geht es. Ohne Streit.



Frauen sind nicht so. Frauen kämpfen taktisch. Wir lächeln und wir nicken und sobald die andere außer Sichtweite ist, sprechen wir mit unseren Freundinnen darüber. Es geht meist nicht um die Sache, oder was, sondern darum, wie es gesagt wurde. Wir kämpfen mit Strategie und einem Ziel (auch wenn Dieses nicht unbedingt sinnig ist), passiv-aggressiv ist das, was wir am besten können. Frauen sind emotionale Wesen, wir möchten, dass unser Gegenüber unsere Gedanken liest, damit es weiß, warum wir wütend sind. 

Wir sammeln an, bis wir genug haben, um alles gleichzeitig loszuschießen. Wie Jess in der Folge sagt: "Wir erinnern uns an Dinge!". Wir haben unsere Gefühle irgendwo begraben – bis zu dem Moment an dem wir selbst implodieren. In der Folge löst zum Beispiel eine Handtasche die vor 20 Jahre "weggenommen" wurde, den Streit aus. Die meisten Frauen haben Gedächnisse wie Elefanten und deshalb ist das miteinander kämpfen auch so ein schwieriger Akt. Wir erinnern uns an Kleinigkeiten von vor zehn Jahren, und diese Datei wird genau dann abgerufen und verwendet, wenn wir sie brauchen, um den anderen emotional mit seinen eigenen Erinnerungen zu treffen.



In der Folge "Girls Fight" geht es darum, wie die Menschen kämpfen und wie Konfrontation einfacher zu vermeiden wären. In dem man andere bei ihren Streitereien beobachtet?
Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind klar auf der Hand und doch geht es nicht um den "Kampf der Geschlechter", denn es wird nie versucht, das Publikum davon zu überzeugen, dass die eine oder die andere Art, die Welt zu sehen, richtig ist, sondern, dass es Unterschiede gibt und jeder ein Individuum bleibt. Trotz der Unterschiede können wir voneinander lernen.

In dieser Episode lösen die Jungs ihre Konflikte vermeindlich mit ein, zwei schnellen Schlägen, doch gelöst ist damit auch nix. Die Mädels lernen, dass sie, statt ihre Gefühle zu begraben, sie sich einander gegenüberstehen und reden sollten, wenn Probleme da sind. Ich glaube, es fällt den meisten Frauen schwer Konfrontationen bewusst einzugehen, weil weibliche Freundschaften kunstvoll und fein ausbalanciert sind, sie sind zerbrechlich und sie sind beständig unbeständig. Aber wir erhalten sie mit einer Sorgfalt, einem Lächeln und Latte Macchiato – weil wir sie brauchen. Wir brauchen andere Frauen. Wir kämpfen nicht gern mit unseren Freunden, wer tut dies schon, wir wissen genau, dass, wenn wir etwas Falsches sagen oder tun, unsere Beziehung nie mehr dieselbe sein könnte.
Es gibt keine allgemeine Lösung, doch Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten anzuerkennen und eine unserer Lieblingsbeschäftigung, miteinander reden, hilft. Wir können voneinander verstehen lernen, um uns gemeinsam besser zu fühlen – das was Freundschaft eben ist, ausmacht und weiterbringt!


Boy Friend Material für das Zink Magazine
Photograph: Andreas Ortner
Styling by Hannah Godde 
Hair & Make-up: Sandra Kern
Model: Luisa Bianchin

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