Shari Ho. Hamburger Menschen #30

Auf Shari bin ich vor einiger Zeit im Netz aufmerksam geworden ... und dann stand sie bei einem Konzert auf einmal in Lebensgröße vor mir, ...

Auf Shari bin ich vor einiger Zeit im Netz aufmerksam geworden ... und dann stand sie bei einem Konzert auf einmal in Lebensgröße vor mir, wir sind ins Gespräch gekommen und haben gequatscht und gequatscht und ... nun ist sie heute zu Gast in der 30. Ausgabe (yuchuuuuu) von Hamburger Menschen und erzählt euch auch ein bißchen:

Wer bist du? Woher kommst du?
 
Ich bin Shari. Shari Who?

Geboren und aufgewachsen bin ich in einem kleinen Ort in Ostwestfalen, der heimlichen Kirmes-Metropole Deutschlands. Im Alltag gab es aber weniger Rummel - mehr Freibad und Pommes eben. 
Meine Jugend habe ich hauptsächlich im Dunkeln und in verrauchten AJZs verbracht. Das fand ich in Bielefeld irgendwie angenehmer. 

 
Seit wann bist du in Hamburg?

Vor acht Jahren bin ich nach Hamburg gezogen und gehörte zu den wenigen, bei denen es leider nicht Liebe auf den ersten Blick war. Das kam aber Gott sei Dank noch später. Nachdem Hamburg und Ich ein paar romantische Dates hatten, konnte die Stadt mich doch noch für sich gewinnen. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass das Herz groß genug ist für mehrere (Achtung, Neologismus) "Heimaten". Des weiteren möchte ich mich dafür einsetzen, dass der Duden den Plural von "Heimat" einführt. Jawoll! 

Erzähl mal von deinem Beruf?
 
Ich bin DJane und freiberufliche Medienschaffende (so nennt man das glaube ich). Ich lege seit sechs Jahren in und um Hamburg auf, hauptsächlich Funk, Soul, Hip Hop. Da ich aber auch gerne am Tag arbeite, findet man mich bei verschiedenen TV-/Online-Projekten, entweder drehend oder schreibend. Noch dazu studiere ich Germanistik und Musikwissenschaften an der Uni Hamburg.

Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst?

Wahrscheinlich würde ich mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zusammenarbeiten. Ich selbst bin mit der persischen und der deutschen Kultur aufgewachsen und kenne die Schwierigkeiten, die sich heimlich bei der Identitätsentwicklung einschleichen und später an ganz anderen Stellen im Alltag bemerkbar machen. Meiner Ansicht nach fehlt es noch an Bewusstsein und Transparenz.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?
  
Oh, so vieles! Freunde treffen, auf Konzerte gehen, die Natur genießen und gerne alles entspannt im zweiten Gang. Ob Kunst oder Kitsch: Hauptsache mit Liebe.


In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du? Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Ich wohne gerade in Altona und liebe es einfach. Nach St. Pauli, Eimsbüttel und Semi-Eppendorf, kann ich definitiv sagen, dass mein Herz Altona gehört. Die Nähe zur Elbe, zu St.Pauli und anderen beliebten Gefahrengebieten ist ideal. Aber bei einer wunderschönen Dachterrasse in Ottensen, würde wahrscheinlich keiner Nein sagen.

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?
 
Mein Traumhaus müsste unmittelbar zwischen Wald und Meer sein. Jedoch habe ich noch nicht den richtigen Ort gefunden. Da ich ein Familien-Mensch bin, darf es nicht zu weit weg von meinen Liebsten sein.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt #1?
 
Leider ist Hamburg für mich nicht die Kulturstadt Nummer eins, aber definitiv in den TOP 5. Was Hamburg einfach so einzigartig macht, ist die edle Alster, die erdende Elbe und das verrückte St.Pauli. Wäre das alles nicht da, wäre es wahrscheinlich Bochum.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Wäre ich Bürgermeister, würde ich ganz viel Geld raus hauen für die Musikförderung. Günstige Proberäume zur Verfügung stellen und mit allen Nachbarn mal reden, die sich andauernd über Lärm beschweren.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?
 
Für New York fehlt mir die Green Card, der richtige Job oder eben ganz viel Geld. Sonst wäre ich schon längst drüben. Berlin kann ich mir auch tatsächlich gut vorstellen, aber da möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Berlin und ich haben ab und zu eine wunderbare und aufregende Liaison. Jeder Großstadt-Mensch braucht mal eine sexy, cosmopolitsche Umarmung - da ist die Hauptstadt perfekt für geeignet. Aber leider passiert es nicht selten, dass ich genervt bin, wenn ich wieder von A nach B eine Stunde brauche, während der Berliner im Hintergrund sagt "dit is nüscht weit weg".


Alster oder Elbe?

Elbe. An der Alster kann man so schlecht grillen. 

Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?
 
Die Frage sollte lauten, wann es nicht an ist. Furchtbar. Dafür ist es aber 22 Stunden auf Lautlos. Für alle, die mich nicht telefonisch sofort erreichen: sorry! 
 
Lieblingssong des Moment?


Lieblingssong forever?
  
Das ist eine Frage, die ich stündlich anders beantworten würde. Vorhin dachte ich 'Crazy in Love - Beyonce'. Jetzt denke ich 'Love will tear us apart - Joy Devision'. Später wird es wahrscheinlich 'I wanna be where you are - Jackson 5' oder 'La vie en rosé - Louis Armstrong' sein.

Drei Plätze, die man sich in Hamburg unbedingt angeschaut haben sollte:

1. Mit Picknick-Korb und dem Shuttle Schiff zum Theater im Hafen und Hamburg in der Abenddämmerung von der anderen Hafenseite anschmachten. 

2. Das Restaurant Le Ciel des Hotels Le Meridien: Spießige Dekadenz und altväterisch, aber ein absolut genialer Blick auf die Alster! 

3. Crazy Horst - Piano Bar ist mit die kleinste und aber auch netteste Kaschemme in St.Pauli. 35-jährige Kneipen-Erfahrung von Horst finden sogar ein wenig Platz in diesem Buch: Wahre Worte weiser Wirte.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Ich grüße das nächste mal gerne persönlich am 17.4. in der Bernsteinbar.


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