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Niklas Berg. Hamburger Menschen #25

Blogger, Musiker, PR Leute, Mode und Social Media Menschen – das sind die Menschen, mit denen ich in meinem nächsten Umfeld tagtäglich zu tun habe und die sich auch in der Serie Hamburger Menschen wiederfinden. Wie schön, dass es immer wieder Personen gibt, die einen auch mal aus dem Gewohnten herausreissen und man so den Blick über den Tellerrand bekommt. Bei Niklas kann der Tellerrand schonmal etwas größer sein, als Kapitän ist er auf allen Meeren der Welt unterwegs, doch das erzählt er besser selbst.

Wer bist du? Woher kommst du? Seit wann bist du in Hamburg?

Ich bin Niklas, und bin seit 1986 Hamburger. Bis auf ein paar Jahre auf See, und in Flensburg für den Patenterwerb, habe ich nie andernorts gelebt. Hamburg ist für mich mehr als Einstellungssache, es ist mein Heimathafen.

 
Erzähl mal von deinem Beruf?

Ich bin Seemann, dass ist der letzte ehrbare Beruf für Männer. Das begann 2006 als ich die Schule beendet habe bzw. für beendet erklärt habe. Da ich immer schon einen Bezug zum Hafen hatte und gerne im Sommer Segeln war, habe ich mich informiert was da eigentlich so geht. Als ich feststellte, dass man erstmal eine handwerkliche Ausbildung machen kann, bewarb ich mich, und wurde prompt genommen. Dann kamen erstmal drei Jahre in der Feederfahrt, also nix große weite Welt, sondern Ostsee und ein bisschen Altantik. Als ich irgendwann fertig wurde, beschloss ich, nochmal zwei weitere Jahre als ausglernter Schiffsmechaniker zur See zu fahren. Vorher habe zwar echt eine Menge erlebt auf See, aber diese Zeit war an Erfahrungen und Erlebnissen die mit Abstand krasseste. Zum einen überlebten wir eine Kollision, bei der wir unseren Gegener versenkten und die Crew retteten, auf der anderen Seite waren wir im Piraten-Gebiet vor Somalia unterwegs, was nicht ohne ist. Das waren spannende Reisen, aber mit der Zeit wollte ich mehr, daher entschied ich mich nach Flensburg zu gehen und dort an der Fachschule das nautische Patent zu erwerben. Wenn ich dies im Sommer abgeschlossen habe, geht es wieder raus auf See, endlich wieder die geliebte Seeluft schnuppern und weiteres von der Welt sehen.

Was wäre deine Job, würdest du nicht das machen, was du jetzt machst? 

Pfandflaschensammler oder irgendwas mit Medien. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was ich mittlerweile für einen Beruf anstatt der Seefahrt ausüben wollen würde.

 
Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Freunde treffen (die sehe ich sonst sehr wenig, es ist schon ein Wunder, dass ich sie überhaupt noch habe), Pauli-Heimspiele bejubeln (besondern an magischen Flutlichtabenden) und ab und an Basketball im Fischerspark in Ottensen zocken.

In welchem Stadtteil von Hamburg lebst du? Möchtest du nochmal in einem Anderen wohnen?

Ich wohne in Othmarschen. Othmarschen ist schon ziemlich toll, besonders in Richtung Elbe, daher kann ich mir nichts anderes eigentlich vorstellen. Aber es passiert so viel im Leben, daher sag niemals nie ;)

Wo würdest du dein Traumhaus bauen?

Auf einem Hügel in San Francisco. Von dort hat man einen tollen blick auf die Bay Area und das Wasser. Außerdem vermittelt mir die Stadt die nötige Entspanntheit, die ich brauche um mich wohlzufühlen.

Was macht Hamburg für dich zur Kulturstadt #1?

Auf der einen Seite die Spießergesellschaft, ohne die Hamburg nur Hannover wäre. Auf der anderen Seite die linke Szene, die mal quer denkt und nicht zu allem Ja sagt.

Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?

Elbphiharmonie abreißen – für das Geld wäre so viel anderes und besseres möglich gewesen. Außerdem wahrscheinlich nur für 10% der Hamburger überhaupt interessant.

Warum Hamburg und nicht Berlin oder New York?

Berlin ist einfach viel zu hässlich. Für New York fehlt die Greencard, aber warum nicht? Ein paar Jahre im Ausland können nicht schaden.

Alster oder Elbe?

ELBE, ganz klar. Ein 5 Meter tiefer Teich schockt nicht.

Welche drei Plätze in Hamburg sollte man gesehen haben?

Reeperbahn, Landungsbrücken, Schanze. Short and pregnant. Naja vielleicht noch der Hafen, aber da bin ich ein wenig betriebsblind ;)


Wieviel Stunden am Tag ist dein Smartphone an?

24/7, allerdings Lautlos. Informationen und Mitteilungen ja, aber wann ich sie wahrnehmen möchte ist meine Sache.

Keine Frage, Platz für deine Antwort oder was du loswerden möchtest:

Schlage niemals ein Kind in einem fremden Hafen, es könnte dein Eigenes sein.

Lieblingssong des Moment?

Marteria - Kids (2 Finger an den Kopf). Es beschreibt ganz gut meinen Freundeskreis der von der Uni befreit nun Spießer wird.

Lieblingssong forever?

Wu-Tang Clan - Reunited. Weil es jedesmal dieses Gefühl von Hosen in der Kniekehle hervorruft und beschreibt wie es ist, einfach 16 zu sein und keinen Plan vom Leben zu haben.

Möchtest du noch jemanden grüßen, hier ist Platz dafür:

Meinen Opa, weil er der Beste und Größte überhaupt ist.


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