Inspirierende Tradition auf der Fashionweek

Am letzten Wochenende verbrachte ich einen gemütlichen nachmittag mit einer Freundin in der Sonne. Sie arbeitet in einer Moderedaktion und ...

Am letzten Wochenende verbrachte ich einen gemütlichen nachmittag mit einer Freundin in der Sonne. Sie arbeitet in einer Moderedaktion und war ganz begeistert von meinem Vintage-Trachtenkleid. Denn, Trachten sind im Moment schick wie noch nie. Modeschöpfer orientieren sich an den gut bürgerlichen Traditionen und machen historische Kostüme endlich fashiontauglich. Mich freut es sehr und ich kann dem, in diesem Sommer, dominierendem japanischen Traditionsgewand, dem Kimono, viel abgewinnen. Doch ich freue mich noch mehr auf das was kommt, denn für 2014 stehen uns die altbekannten Muster und Schnitte von westlichen Trachten bevor.

Vielleicht kommt es ein bißchen durch Lena Hoschek? Sie ist wohl eine der berühmtesten Vertreterinnen für Modeschöpfer, die sich von der Tradition inspirieren lässt. Bereits bei der Berliner Fashionweek im Januar präsentierte die Österreicherin ihre Models in femininen Kleidern mit schmaler Taille und weitschwingenden Röcken. Dazu gab es klobige Boots, zerrissene Strümpfe und typisch russische Hochsteckfrisuren. Tücher mit Blumenmuster, üppige Stickereien und Brokatstoffe rundete die russische Folklore ab.
Weg von der Schwere des Winters, zeigte die Designerin zum Auftakt der Fashionweek nun verspielte und farbenfrohe Mode. Bei einem Picknick mit ihrem Mann ließ sie sich zu ihrer gleichnamigen Kollektion inspirieren. Ihrer Linie blieb sie damit treu: Der Tellerrock wurde neu im Stil der 50er und 60er Jahre interpretiert. Bustiers, Rüschen, Spitze und hohe Taillen zeigte sie in sanften Pastellfarben und natürlich durfte auch eines nicht fehlen: die Muster der Trachten. Vichy-Karos und Blumenmuster, wie man sie vom deutschen Dirndl kennt, präsentierte sie in Beige, Rosa oder einem hellen Grün. Die Beeinflussungen sind wechselseitig. Wie man bei den Dirndl von trachten-dirndl-shop.de sehen kann, beeinflussen auch die neusten Entwicklungen in der Mode das Traditionsgewand.
Ob es nun die Linie einer Prominenten ist oder eine vom neuen Lifestyle und der Sehnsucht nach Tradition und Werten inspirierte Kollektion: Dirndl sind nicht mehr nur dem Oktoberfest vorbehalten.

Vielleicht kam es dank Lena Hoschek, vielleicht auch nicht, doch Dirndl im fiftys Look sind der neuste Trend und machen auf Feiern einiges her. Vielleicht setzt sich die typisch deutsche Tracht dann auch endlich außerhalb Bayerns als Alternative zum Abendkleid durch? Denn für die Deutschen aus anderen Bundesländern ist es doch etwas schade, stilecht im Dirndl zum Oktoberfest zu schlendern, es aber dann im Schrank versauern zu lassen.

Ich kann nur empfehlen, das Dirndl auch mal im Alltag zu tragen – man fühlt sich gleich ganz anders und wird auch anders angesehen.


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2 Kommentare

  1. hallo, "stilecht" ist leider in dem zusammenhang die völlig falsche vokabel ;-) in münchen tragen v.a. touris dirndl, und zwar die billigtrashversion, wobei dirndl an sich ohnehin nie etwas bayrisches war, das ist eine mär, die sich marketingtechnisch gut macht. dirndl in münchen ist wie karneval in köln. echte münchner tragen das eh nicht. und aufm land sieht das dirndl völlig anders aus als alles, was du zeigst. grüße e

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  2. hallo Anonym. Es geht hier ja um Tradition, nicht nur in München. Meine Dirndl sind zum Beispiel Originale aus Österreich, die Mädels auf dem Bild sind alle echte Münchenerinnen ... mmmh ;)

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Danke für Deinen Kommentar! :o)

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