Reifentaschen - Goma Bags - Interview mit Ainhoa Salgueiro

Ainhoa macht ziemlich coole Taschen. Diese Taschen heißen Goma und sind aus Reifen. Doch sie sehen lang nicht so robust aus, wie ihr euch ...

Ainhoa macht ziemlich coole Taschen. Diese Taschen heißen Goma und sind aus Reifen. Doch sie sehen lang nicht so robust aus, wie ihr euch das jetzt vielleicht vorstellt. Ich habe mir selbst eine Nolynylon (so der Name der Tasche) bestellt und schleppe diese seitdem ständig mit mir herum - neben dem tragbaren Computer, passen nämlich auch noch genügend andere Dinge in die Tasche aus Nylon und altem Reifen und doch sieht sie nie bollerig aus.


Weil ich nun also sehr angetan war von dem weichen "Reifen"-Material, habe ich mir Ainhoa, die Gründerin der Goma-Taschen auch noch für ein Interview geschnappt. Los geht es:

Kathrynsky: Ich habe früher meine Fahrradreifen selbst geflickt und es geliebt mit diesem Material zu arbeiten. Wie kam bei dir die Liebe zu diesem Material?

Ainhoa: Ich glaube das Erste, was ich aus Schläuchen gesehen habe, war mal die Hülle eines Notizbuches. Kurze Zeit später bin ich nach Vietnam gereist und habe dort einen Motoradtrip vom Süden des Landes gen Norden unternommen. 
Auf dieser Reise haben wir unsere eigenen Reifen so einige Male gewechselt und wir haben auch immer wieder Motorräder gesehen, die einen ganzen Haufen Reifen auf ihrem "Rücksitz" transportierten.  Irgendwann habe ich beschlossen, einen von ihnen zu stoppen und zu fragen, wo er mit all dem Abfall hin will. Er sagte, er wolle sie in einem 40 km entfernten Dorf, Hanoi, verkaufen. 
Dort fuhr ich dann auch hin und kaum war ich dort, kaufte ich die ersten 5 kg Reifen. 
Als diese erstmal gereinigt waren, verliebte ich mich noch mehr in die Textur und die Drucke, das Material hat so viel Charakter ... Obwohl es zuerst ein wenig rau war - doch ich dachte daran, das es eine nette Geste von mir wäre, wenn ich es ein wenig weicher machen würde.

Kathrynsky: Hast du auch schon mit anderen Stoffen gearbeitet und wieso ausgerechnet Taschen und keine Oberteile?

Ainhoa: Das Thema Recycling interessiert mich, seit ich im Jahre 1999 Industrial Design studiert habe - alle meine Projekte in der Uni waren zu diesem Thema. Selbst nachdem sich meine Studienrichtung etwas veränderte, habe ich mich weiter mit dem Thema beschäftigt und Dinge für mich selbst recycelt. Zum Beispiel eine Halterung für Zahnbürste und Zahnpasta zugleich, einen aus einem Trolley gemachten Stuhl usw. Aber ich habe nie darüber nachgedacht, ein Geschäft daraus zu machen.
Doch mit den Reifen, ich weiß nicht ... es war einfach der richtige Moment zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich suchte nach einem Projekt, versuchte ein paar Dinge, nichts davon hat richtig geklappt, dann kaufte ich mir die Reifen um einfach etwas auszuprobieren. Eine Tasche, doch warum? Ich weiß nicht, ich dachte einfach, es wäre ein gutes Material für eine Hülle, wasserdicht, beständig und kühl. Dann, als ich den nächsten Innenreifen zerschnitten hatte, sah ich die Gestalt einer Frauentasche und ich dachte einfach weiter und versuchte ... 

Kathrynsky: Liebst du alle deine Taschen oder hast du einen heimlichen Favoriten?

Ainhoa: Die Flamenco ist mein Favorit. Nicht, weil ich sie am meisten trage, sondern weil sie eine der überraschenden Kreationen war. Während wir versuchten, etwas anderes zu machen, entstand die Flamenco.

Kathrynsky: Was ist neben deinen Taschen denn das Must-Have, was du immer dabei hast? 

Ainhoa: Wenn ich in Hanoi bin, ein Motorrad, bin ich in Berlin ein Fahrrad! Ich brauche etwas, mit dem ich mich unabhängig bewegen kann. Es ist wie ein Freiheitsgefühl.


Kathrynsky: Gibt es etwas, was du unbedingt umsetzen möchtest, es bisher jedoch noch nicht geschafft hast und wir irgendwann erwarten können?

Ainhoa: Ich begann das Geschäft mit dem Versuch eine, meine eigene Werkstatt in Vietnam zu erschaffen, doch es hat leider nicht geklappt. Ich würde hier gerne Frauen, die verschiedene Probleme haben, beschäftigen, doch dafür braucht man viel Hilfe und noch mehr Investitionen - doch ich würde es in der Zukunft sehr gern umsetzen.  
Wenn du neue Produkte meinst, nun ja ... es gibt einige neue Dinge an denen ich arbeite, doch ich kann jetzt natürlich noch nichts verraten.

Kathrynsky: Vielen Dank für das Interview - ich bin ja noch ein wenig vernarrt in die Cabas - mal sehen was noch so von dir kommt!

Ainhoas Taschen findet ihr unter Gomabags

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2 Kommentare

  1. Die Idee von Reifentaschen ist echt mal was Kreatives und Neues, jedoch finde ich den Hut sehr viel besser :D

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Danke für Deinen Kommentar! :o)

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